Der jawl:

Christian Fischer

Christian Fischer? Webworker und Blogger.
Hobby-Musiker und Hobby-Fotograf.

Der Blogger:

Seit 2001 schreibe ich hier dieses Blog. Hier findest Du paar Worte über mich und hier mehr über dieses Blog. Manchmal schreibe ich auch woanders.

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Der Webworker:

Beruflich mache ich aus dem Web optisch und inhaltlich einen schöneren Ort. Bist Du an meiner Arbeit als Webworker oder Berater für digitale Kommunikation interessiert, sprich mich gerne an.

Auch für Schulen, die nicht vor dem Web Angst, sondern lieber Ahnung davon haben wollen, habe ich ein spezielles Angebot.

Das jawl:

Meist geht es hier um diese Themen …

  1. just people

    just people

    Alltag. Alltäglichkeiten. Was so passiert. Und so. …

  2. just music

    just music

    jawl hört Musik. Immer, jeden Tag und …

  3. just jawl

    just jawl

    Hin und wieder muss es hier auch …

  4. just pix

    just pix

    jawl macht Fotos. Die meisten finden sich …

  5. just movies

    just movies

    jawl geht ins Kino, guckt Serien und …

  6. just twittered

    just twittered

    Twitter ist … Großartig. Überschätzt. Seltsam. Schon …

… alle Themen findest Du hier.


Aber das weiß ich doch alles. Blend das aus! Und dann gib mir ein Cookie und zeig mir in Zukunft sofort das Blog!

Die letzten Artikel …

Interview mit Tina Dico zum Album „Whispers” und der bevorstehenden Deutschland-Tour

Aus der Kategorie »just music«

Manchmal bin ich ein kleines Glückskind :) Zum Beispiel, als ich letztens den Mumm hatte, Tina Dico zu fragen, ob sie mir ein paar Fragen für mein Blog beantwortet und sie ganz unkompliziert zugestimmt hat. Und mir sehr ausführlich und wie ich finde persönlich und interessant geantwortet hat. Mange tak!

Erstmal noch alles Gute zu Eurer Hochzeit!
Danke! :)

Meine erste Frage: Wenn man so auf Deine Karriere zurückschaut, dann hast Du in der letzten Zeit eine ganze Menge geändert: Vom rastlosen Reisen durch die ganze Welt hin zu einem Leben mit Haus, Ehemann und zwei Kindern in Island. Vermisst Du die alten Zeiten? Oder Teile davon?

Ich war noch nie jemand, der viel zurück blickt und so denke ich da gar nicht so viel drüber nach. Aber wenn ich an Orte von früher zurück komme – Notting Hill in London zum Beispiel, wo ich fünf der intensivsten Jahre meiner Karriere gelebt habe – dann kann ich all die Träume und Gedanken von damals wieder fühlen. Oder wenn ich durch New York laufe, dann kann ich wieder spüren, wie aufregend das damals war.
Aber wenn ich dann wieder zu Hause bin, dann denke ich darüber nicht mehr nach. Mein Leben hier bietet immer noch genau so viel Aufregung und Abenteuer wie damals das als „restless troubadour”. Und wie wahrscheinlich alle jungen Eltern fehlt mir nur manchmal etwas Zeit für mich selbst; dafür, einfach mal nur da zu sitzen und mal eine Stunde nur an die Wand zu gucken.

Kommen wir zu Deiner Musik: Das neue Album ist ja sehr akustisch und ruhig. Schaut man sich alle Alben an, dann wirkt es so, als ob Du immer wieder ein ruhiges akustisches mit einem „Pop”-Album abwechselst. Nimmst Du Dir das vor, oder passiert das einfach so?

Ja, da hast Du total Recht. Aber das ist nichts, was ich mir vornehme, das passiert einfach. Immer wenn ich etwas leiser und verschlossener war, fühlt es sich an, als müsste ich dann wieder etwas direkter werden – und umgekehrt.
In der Vergangenheit war das manchmal richtig schwierig: Viele Zuhörer mögen sehr, wenn ich alleine mit der Gitarre meine Geschichten erzähle. Und wieder andere, vielleicht besonders die zu Hause in Dänemark, mögen meine Lieder aus dem Radio und kommen zu den Konzerten mit der Band, um mitzusingen und zu feiern.
 Also versuche ich, beidem seinen Platz zu geben, es ist manchmal fast ein bisschen schizophren … (lacht)

Ich kann auch gut einen Abend in einem schönen, klassischen Theater alleine mit meiner Gitarre auftreten und für ein ruhiges Publikum spielen, das mir gut zuhört – und am nächsten Abend mit der Band in einem dreckigen Club. Und ich mag das! Ich nehme mir so das Beste aus beiden Welten.

Im Moment konzentriere ich mich aber hauptsächlich darauf, in ruhigen Shows meine Geschichten zu erzählen.

In den letzten Jahren hast Du ja auch meist zum Album erst eine Tour mit der Band gemacht, oft dann von einer intimeren Akustik-Tour gefolgt. Was werden wir auf der „Whispers”-Tour erleben?

Das habe ich ja eigentlich fast schon gesagt. Aber ausführlicher: Ich bin mit drei Musikern unterwegs: Dennis und Helgi, die mich ja schon seit vielen Jahren an der Gitarre, Klavier und Posaune begleiten. Außerdem ist noch eine Frau dabei, die auch singt und Percussion spielt. So werden wir eine ruhige, akustische Atmosphäre haben, können aber auch mal Gas geben, wenn es nötig ist.

Mir geht es viel um unsere Stimmen und darum, zusammen zu singen. Ich LIEBE es so sehr, mit Helgi zusammen zu singen und mit einer dritten Stimme dabei macht es noch mehr Spaß.

Wir werden natürlich die Songs von „Whispers” spielen aber mir ist auch immer bewusst, das die meisten Menschen auch kommen, um die alten Songs zu hören. Also spielen wir viele „Hits” und versuchen hauptsächlich, eine warme, gute Atmosphäre zu schaffen.

(Nach dem Video gehts weiter)

Deine Lieder wirken ja immer sehr persönlich; auf „Whispers” gibt es jetzt einige Lieder aus der Sicht eines Mannes. Wie schwer war der Perspektivwechsel?

Gar nicht! Ich habe gemerkt, dass die Themen in der Musik so allgemeingültig sind. Deswegen kann ich auch Lieder von Coldplay, Leonard Cohen oder Bob Dylan spielen und sie fühlen sich dabei an, als seien sie von mir.
Und so kann ich auch Lieder aus der Sicht eines Mannes schreiben, ohne dabei den Kontakt zu mir selbst zu verlieren. Es hat vielleicht ein bisschen dazu geführt, etwas einfacher zu schreiben und nicht so übermäßig gefühlsbetont, wenn Du verstehst was ich meine.

Eine Frage speziell für Deine deutschen Fans: Als Du letzten Herbst in Berlin warst, da schien es auf facebook so, als ob Du die Stadt wirklich mögen würdest. Könnte da ein Umzug nach Berlin eine Option sein?

Berlin ist einfach unglaublich! Und ja – wenn wir Island verlassen wollten, dann stünde Berlin definitiv weit oben auf der Liste. Helgi würde es auch lieben – er ist fast jeden Monat da, um an der Schaubühne zu arbeiten. Jetzt gerade beginnt er ein neues Projekt in Frankfurt, so dass ich auch diese Stadt vielleicht besser kennen lernen kann.
Aber so wie ich das sehe, hat Berlin wirklich alles, was man braucht.

Eine Frage zu Deinen Fans: Ich habe im Web einmal ein Video gesehen – ich glaube aus dem dänischen Frühstücksfernsehen – in dem ein Mädchen sich live ein paar Worte aus einem Text von Dir tätowieren ließ. Wie fühlt sich das für Dich an, wenn jemand Deine Worte in seiner Haut tragen möchte?

Das ist wirklich überwältigend, es ist fast nicht zu begreifen.
Wenn mir Menschen erzählen, was ihnen meine Lieder bedeuten oder wenn ihnen meine Musik in schweren Zeiten geholfen hat, dann denke ich immer, die meinen gar nicht mich – sie meinen die Musik. Und Musik, das ist etwas, was größer ist als ich. Die Musik, die wird dann dadurch zu etwas Besonderem, wenn sie sie so sehr aufnehmen und für sich zu etwas eigenem machen – verstehst Du was ich meine?

Aber natürlich macht es mich sehr stolz, wenn jemand meine Worte wie sein Motto für den Rest seines Lebens auf seinem Körper mit sich tragen möchte. Das ist wirklich sehr groß!

Zurück zur Musik: Was ist zuerst in Deinem Kopf, wenn Du ein neues Lied beginnst? Worte? Eine Melodie? Eine Stimmung? Was inspiriert Dich? Und: Ist die Arbeit an einem Soundtrack da anders? Und hat sich das über die Jahre geändert?

Als ich als Teenager Songs geschrieben habe, dann war es das Gefühl, das ich exakt in dem Moment hatte – ohne jeden Filter. Das hat sich schon etwas geändert und ich schreibe nicht mehr so viel über Gefühle, sondern eher über Gedanken und Ideen.

Am Anfang stehen normalerweise ein paar Worte, eine Idee eines Themas.
 Gleichzeitig habe ich Musik im Kopf und dann gibt es diesen Punkt, an dem sich Worte und Musik treffen und Bam!, dann ist es ein Song.

Einen Soundtrack zu schreiben IST anders, ja, und es ist wirklich unglaublich inspirierend. Du schreibst Deine Lieder in einen fertigen Kontext hinein – da sind schon alle diese Stimmungen und Geschichten, diese Menschen und Gefühle: Das ist wie ein Geschenketisch voll mit Dingen, über die man schreiben kann. Es ist eigentlich sehr befreiend!

Meine letzte Frage: Dave Grohl hat mal so etwas gesagt wie: „Wenn Du Deine Helden verstehen willst, dann frag sie nach ihren Helden”. Also: Wer sind denn Deine Helden? Wer hat Dich dazu gebracht, die Gitarre zu nehmen und mit dem Singen zu beginnen?

Ganz früher habe ich Popbands wie Wham oder Duran Duran gehört – aber gleichzeitig habe ich oft in der Plattensammlung meines Vaters gestöbert und habe mich den Singern/Songwritern, die ich da fand sehr verbunden gefühlt – Bob Dylan oder Donovan zum Beispiel. Da gab es einfach etwas wirklich besonderes, wenn mir eine Stimme und eine Gitarre Geschichten erzählten, so ehrlich und persönlich.

Dann hat Tracy Chapman ihr erstes Album veröffentlicht und es fühlte sich an, als hätte ich meine Seelenverwandte gefunden – und ich begann, Gitarre zu spielen und zu singen. Genauso wie sie: Ich wollte nur akustisch meine Geschichten erzählen.

Ich war mir sehr sicher, dass diese Leute irgendwie etwas wichtiges zu sagen hatten. Wichtiger als „Wake me up, before you go-go”.
So hat das alles angefangen …

Vielen Dank für Deine Zeit und für dieses Interview!


„Autumn Leaves” – Scott Devine Solo Bass Sessions

Aus der Kategorie »just music«

Ich bezeichne Scott etwas spöttisch in der letzten Zeit gerne als „meinen Bass-Lehrer”, denn seine Videos bringen mir Dinge bei, die ich in den letzten 20 Jahren nicht gekonnt, gewusst, begriffen habe. Deswegen: Liebe Bassisten – husch husch und los zu seiner Website und allen anderen viel Spaß bei dem, was man mit einem Bass, 5 Saiten und einem Kabel zum Mischpult alles tun kann:


Mal ganz privat

Aus der Kategorie »just links«

„Was schreibste denn da ständig privates Zeug ins Internet?” haben sie mich zu Beginn dieses kleinen Blogs oft gefragt. Jetzt hat sich das Blog und das Netz auch etwas geändert – hier ist es weniger privat als früher geworden, dafür schreiben inzwischen alle anderen alles Private zu facebook. Naja, times are a-changing.
Was ich aber eigentlich sagen wollte: Heute gibts mal wieder was privates. Mit Pärchenkram. Und mit Bildern. In bunt!

Ganz aktuell in dem ganz wunderhübschen Projekt „Liebe und Salz” nämlich. Saja, die das Magazin erfunden hat und betreibt, war bei uns und hat uns interviewt und ist mit uns in den Wald marschiert und hat uns fotografiert. Dass sie zweiteres ganz hervorragend beherrscht, das wusste ich ja schon von früher. Aber ganz lockere Interviews führen, das kann sie auch.
Im Wald war es übrigens nass und matschig und eigentlich eher suboptimal, aber am Schluss haben wir so richtig Spaß gehabt.

Gehen Sie also rüber zu Liebe und Salz und lesen Sie, warum „immer erstmal über alles reden” gar nicht nur doof sein muss. Nämlich.


And the living is easy

Aus der Kategorie »just people«

„Summertime – and the living is easy”, beginnt sie zu singen.
Wir sitzen auf dem Berg; also auf DEM Berg. Es ist halb elf, vielleicht auch halb zwölf an einem Dienstag Abend in den frühen Neunzigern. Dienstags um sieben haben wir Probe und nach der Probe fahren wir gerne noch auf den Berg. Manchmal alle, manchmal nicht, es gibt keine feste Gruppe, es ergibt sich unabgesprochen jeden Dienstag neu.
Der Berg ist eigentlich eine alte Müllhalde. Vor ein paar Jahren geschlossen und versiegelt wachsen gerade die ersten kargen Gräser, der Stadtförster hat in parallelen Reihen die ersten Bäumchen an dicke Pflöcke gebunden – aber man kann noch über all das hinweg schauen und hat einen guten Blick auf die Lichter der Stadt, den Vorort und die Nachbarstadt. Und über uns ist nur der Sternenhimmel.
Oben stehen drei Bänke um einen massiven Felsblock und ein örtlicher Künstler hat einen Baumstamm hochgeschleift und sägt tagsüber daran herum. Wir können im Dunkeln nicht sehen, was es wird, aber man kann gut darauf sitzen und man sagt, es ginge um Krieg und Vertreibung. Uns interessiert es nicht wirklich, aber Anfang der neunziger klingt das nach einer plausiblen Aufgabe für einen jugoslawischen Bildhauer im deutschen Exil. Krieg, Vertreibung, Leid und Tod vermutlich.
Wir sind immer sehr aufgekratzt, haben wir doch schließlich vorher versucht, die nächsten Chilli Peppers zu werden und suchen da oben dann noch etwas Ruhe. Zeit für eine Dose Bier und ein paar Träume über die große Rock-Karriere, das ist es, was der Berg Dienstags Abends bietet.

„Fish are jumpin’ and the cotton is high”, singt sie, und weiter: „Your daddy’s rich and your ma is good lookin’”
Bei „lookin’” kommt sie so tief runter, wie niemand sonst von uns in der Band. Deswegen ist sie unsere Sängerin.

Heute sind nur wir zwei auf dem Berg, die anderen waren müde, aber sie wollte noch und ich bin eh ein Nachtmensch. Wir haben gegenüber am Teich geparkt, haben uns die hundert Meter durch den stockdunklen Wald getastet, sind über die Schranke geklettert, im Dunkeln den Weg hoch und haben unsere Plätze auf dem Baum gefunden. Wir haben nichts zu reden und dann singt sie. Nur für mich und die Nacht.

Wenn wir nicht seit Monaten zusammen Musik machen würden, wenn ich nicht meine Freundin in der nächsten Stadt und sie ihre jahrelange on-off-Beziehung hätte, dann wäre es vermutlich sehr romantisch.

„With Daddy and Mummy, Mummy standing by – Don’t you cry” beendet sie das Lied. Wir trinken aus, schenken dem Künstler die leere Dose; ich fahre sie nach Hause. Wir quatschen noch einen Moment in der Einfahrt vor dem Einfamilienhaus und als Licht in der Küche angeht, steigt sie aus: „Bis Samstag!”
Samstags proben wir nachmittags und landen danach traditionell im Mc Donalds.
Samstags Abends ist ebenso traditionell Party oben auf dem Berg – da wird gegrillt und ein paar Büsche sind schon hoch genug um zu zweit darin zu verschwinden. Aber da sind wir nie, das hat nichts mit unserem Berg zu tun. Unser Berg ist stiller.

Die Band zerbricht bald darauf, wir verlieren uns alle aus den Augen. Sie und ich, wir treffen uns irgendwann viele Jahre später wieder. Gehen als alte Freunde zusammen essen und gestehen uns gegenseitig, dass wir damals beide eine Zeit lang überlegt haben, ob man nicht doch einmal …? Wir versuchen lachend, das zeitlich zu rekonstruieren und wir vermuten, das sich diese Überlegungen bei ihr und bei mir exakt um die Länge einer Dose Bier und eines „Summertime” in einer Sommernacht überschnitten haben.

Noch viele, viele Jahre später sehe ich, dass die Bäume inzwischen zu hoch sind, um die Nachbarstädte noch zu sehen. Die Bänke sind weg, der Baumstamm steht ein paar hundert Meter weiter am Teich und kündet stumm vom Leiden eines zerrissenen Landes. Das Gras oben auf der Kuppe des Berges wächst hoch und die Jugendlichen heute haben ganz offensichtlich keinen Grund mehr, hier noch hoch zu kommen.

Auf dem Berg


Wald, Wasser, Licht

Aus der Kategorie »just pix«

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Filme und Serien im September 2014

Aus der Kategorie »just movies«

Alle Filme und Serien – egal ob @Kino oder @home im September 2014.

  • Under the Dome (S2) (IMDB)
    Serie, @home, 2014
    Nachdem die erste Staffel ja halbwegs unzufriedenstellend mittendrin aufhörte geht das Leben unter der Glasglocke weiter. Machtkämpfchen, Intrigen, Heldentaten und paranormale Erlebnisse.
    Zwischendurch passieren Dinge, die ich mit offenem Mund als „Lost”-Momente bezeichnete – kleine Spins, in denen auf einmal vollkommen unerwartetes passiert, wo neue Ebenen, neue Personen einegführt werden – aber die bis jetzt noch alle gut passen.
    Wir fanden das weiterhin spannend.
    Und wie schon bei Staffel 1 hängen wir jetzt am Cliff, aber sowas von.
    Bechdel-Test: Ich glaub ja.
    ★★★★★★★★☆☆
  • Die Welle (IMDB)
    Film, @home, 2008
    Anarcho-Lehrer Wenger bekommt für die Projektwoche das Thema „Autokratie” aufgedrückt. Um den Schülern zu verdeutlichen, was für eine Dynamik eine Bewegung bekommen kann, erfindet und gründet er spontan eine Bewegung namens „die Welle”. Und wird prompt von ihr davon getragen.
    Das Buch von 1981 gehörte wahrscheinlich bei den meisten Mitgliedern (m)einer Generation zur Pflichtlektüre und es ist kein dummes Buch. Basierend auf einem Sozialexperiment „The third wave”, das 1967 in Kalifornien stattfand zeigen Buch und Film, wie einfach es ist, ein Gruppengefühl aufzubauen und zu benutzen.
    Die Verfilmung von 2008 geht schon in Ordnung.
    Bechdel-Test: Ich glaub ja.
    ★★★★★★★★☆☆
  • Hacker (IMDB)
    Doku, @home, 2010, @home
    Am Beispiel fünf verschiedener Beispiele versucht die Doku sich dem Phänomen „Hacker” zu nähern. Sowohl Altmeister, die bei der Gründung des CCC dabei waren als auch junge Virenschreiber werden begleitet, interviewt und erzählen ein bisschen.
    Als jemand, der sich selber auch als Hacker bezeichnet, dabei aber nicht nur an Computer denkt fand ich die Doku thematisch etwas einseitig. Als jemand, dem der Unterschied zwischen „Hacker” und „Cracker” noch etwas wert ist wurde mir nicht so richtig klar, was die Doku denn überhaupt bezwecken soll. Wer sie sich etwas open minded anguckt, der dürfte aber schon ein bisschen etwas mitnehmen.
    ★★★★★★☆☆☆☆
  • Hangover Girls (IMDB)
    Film, @home, 2013
    Claire wird heiraten und verbringt ihren Junggesellinenabschied mit drei Freundinnen in Vegas (Baby!)
    Die Dinge geraten, nachdem sie aus dem obligatorischen Stripclub geflogen sind (nein, man fasst keine Stripper an, auch wenn sie einem ihre Genitalien ins Gesicht hängen!) recht schnell einigermaßen außer Kontrolle.
    Die Idee ist nicht neu, ganz im Gegenteil – nur statt der vier Jungs snd hier halt vier Mädels unterwegs. An mancher Stelle hatte ich das Gefühl, dass man nach dem Überraschungs-Mega-Erfolg von „Hangover” ganz fix eine Mädels-Version dranhängen und den Erfolg ein wenig mitreiten wollte. Die Idee ist eins zu eins übernommen, nur die einzelnen Episoden sind halt anders. Und weniger überraschend, weniger skurril, dafür derber. Naja.
    Bechdel-Test: Ja.
    ★★★★☆☆☆☆☆☆
  • Sex Tape (IMDB)
    Film, @the movies, 2014
    Annie und Jay sind schon eine ganze Weile verheiratet und seit der Ehe, seit den Kindern und dem Vororthäuschen ist das Sexleben etwas eingeschlafen. Dann hat sie an einem kinderfreien Abend die Idee, ein Sextape aufzunehmen. Nach drei durchgevögelten Stunden schlafen sie glücklich und erschöpft ein – doch statt dass er am nächsten Tag das Video wie verabredet löscht behält er es auf seinem iPad. Apropos „iPad” – die Dinger sammelt er quasi manisch – abgelegte Exemplare verschenkt er großzügig an Freunde, Verwandte und den Postboten. Wie dumm, dass er die Cloud-Synchronisation nicht vorher abgestellt hat.
    Den Rest des Films versuchen die beiden, die iPads beziehungsweise die Video-Datei wieder unter Kontrolle zu bekommen.
    Das ist ziemlich belanglos aber halt nette Hollywood-Unterhaltung. Ich persönlich gucke Cameron Diaz schon länger gerne beim Schauspielen zu und auch mal auf den Hintern – und müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich gestört hat, dass der Hintern auch mal unbekleidet war.
    Jason Segel ist und bleibt Marshall Eriksen.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★★★★★★☆☆☆
  • Anvil: The Story of Anvil (Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft) (IMDB)
    Doku, @home, 2010
    Als alter Metalhead musste ich hier natürlich reingucken, als mir der Film beim maxdome-Stöbern vor den Mauszeiger kam. Anvil waren damals, als ich begann mir die Matte wachsen zu lassen ein wichtiger Name: Sie hatten noch vor Metallica und Anthrax einfach die Geschwindigkeit massiv erhöht und damit ein komplett neues Genre innerhalb des Heavy Metal erschaffen.
    Im Gegensatz zu diesen beiden Bands hörte man aber dann später nichts mehr von ihnen. Die Doku begleitet die beiden Gründungsmitglieder „Robbo” und „Lips”, wie sie nach all den Jahren immer noch an den Erfolg als Rockstars glauben und sich das Geld zusammen leihen, um ihr dreizehntes Album aufzunehmen – nachdem kurz davor eine mit viel Hoffnung getartete Europatour im Disaster endet.
    Ich war am Ende des Films unfassbar traurig – wenn Dir zwanzigjährige mit einem Strahlen im Gesicht erzählen, dass das DIESMAL aber der GROSSE DURCHBRUCH sein wird, dann hat das Charme und Energie. Mittfünfziger, die seit dreißig Jahren kaum anderes machen, machen traurig.
    Aber vielleicht macht mich das auch deswegen traurig, weil mir und allen anderen um mich herum dieser tiefe Glaube an sich selbst irgendwann verloren gegangen ist.
    Wikipedia sagt, dass der Film der Band geholfen hat, noch einmal etwas bekannter zu werden. Ich fände das schön, wenn das auch überhaupt nicht mehr meine Musik oder mein Stil ist.
    ★★★★★★★★★★
  • Abduction (Atemlos – Gefährliche Wahrheit) (IMDB)
    Film, @home, 2011
    Der Schüler Nathan stößt auf einer Website für vermisste Kinder auf sein eigenes Bild und findet so heraus, dass er dann wohl adoptiert ist. Die Website stellt sich allerdings als Falle eines skrupellosen Killers heraus, der auf der Suche nach Nathan ist, da er eigentlich Nathans Vater, einen super-geheimen Geheimagenten sucht. Das FBI wiederum hatte eigentlich vor Nathan zu beschützen, als der aber jetzt ins Visier des Bösen gerät, muss der 16-jährige das halt selbst übernehmen. Ist ja klar, dass ein Team Profis das nicht so gut kann.
    Das hätte ein ganz hübsches Filmchen werden können, wären da nicht zum einen die in der Beschreibung schon angedeuteten Unlogiken und zum anderen die doch etwas lieblos zusammengesetzte Story – jedenfalls gibts immer wieder ganz solide Action-Momente. Sehr viel mehr aber auch nicht.
    Außerdem wirken einige Szenen so, als hätte Taylor Lautner (wir erinnern uns: Jacob aus den BISSigen Vampir-Filmchen) eingefordert, doch bitte einmal eine richtige Hauptrolle spielen zu dürfen. So eine mit sich-prügeln und viel Moped-fahren. Vielleicht hat auch darunter das Drehbuch dann gelitten. Aber ich war ja schon immer im Team Edward.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★★★☆☆☆☆☆☆
  • Die Schlikker-Frauen (oder so ähnlich)
    Film, @home, 2014
    Die Drogeriekette Schlikker meldet Insolvenz an. In einer Filiale beschließen die Mitarbeiterinnen, das nicht mit sich machen zu lassen. Sie besetzen die Filiale und entführen den unsympathischen Herrn Schlikker.
    Liebe Katharina Thalbach, lieber Sky Dumont, liebe Annette Frier: Warum? Also: Warum???
    Mein Gott, was für eine hohle, gequirlte Scheiße. Wir hatten ja nicht super viel von diesem Sat1 Film-Film erwartet, aber diese drei Schauspieler hatten wenigstens etwas Substanz vermuten lassen. Also wenigstens genug für einen müden Fernsehabend.
    Aber so bleibt als einziger Daseinszweck dieses Films wohl nur, dass man damit schön das Gejammer von Netflix beweisen kann, in Deutschland gäbe es einfach keine Qualität.
    Bechdel-Test: Jup.
    ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆

Was ist eigentlich dieser Bechdel-Test? Guckstu hier. Banner und Links mit Sternchen führen zu iTunes und sind affiliate-Links



Krankheit?

Aus der Kategorie »just people«

„Krankheit, Depressionen, Erschöpfung und BurnOut sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind eine Krankheit. Teile dieses Bild, wenn Du das auch findest.”

Immer mal wieder gehen solche oder ähnliche Bilder bei facebook um. Sie bekommen viele Likes, sie werden geteilt und mancher setzt noch einen Punkt in die Kommentare darunter.

Das ist schön, aber Punkte, Likes und Shares helfen auch nur bedingt. Denn: Wie damit umgehen, wenn jemand krank ist? Wenn er sich zurückzieht? Was tun, wenn jemand nicht mehr teilhaben kann? Wenn er von heute auf morgen nichts mehr postet, nicht mehr twittert, nicht mehr da ist? Weil er auch das nicht mehr schafft.

Wir sind ja alle immer so toll immer in Kontakt, wir lesen uns ja täglich. Stündlich. Kommentieren mal eben ein „Nomnomnom” unter das Bild vom Abendessen, freuen uns, wenn der andere gerade einen schönen Sonnenuntergang instagramt und vielleicht springt man sich auch mal gegenseitig bei, wenn der andere gerade in einem Kommentarstrang von den Deppen überrollt wird.
Und das ist schön und gut so und dieses ganze Zeug schafft uns unfassbar viele Möglichkeiten, sehr angenehm und einfach in einem ständigen Kontakt zu bleiben.

Aber wenn das nicht mehr geht?
Würde ich es merken, wenn einer der 250 Facebook-Freunde aus dem Stream verschwinden würde? Wann würde ich es nicht mehr auf die Super-Algorithmen des Herrn Zuckerberg schieben und mal nachfragen? Habe ich Zeit, um neben meinem durchgetakteten Alltag mal jemanden anzurufen? Kann ich die Verbindungskanäle wechseln, wenn jemand auf einmal nicht mehr täglich im facebookInstagramTwitterDings-Stream auf meinem Schirm präsent ist und ich mich statt dessen aktiv kümmern müsste?

Ich weiß es nicht. Aber warum ausgerechnet ich?


Twitter-♥ im September 2014

Aus der Kategorie »just twittered«

Anne sammelt wieder alle Twitter-♥. Danke dafür!