Im jawl:

Christian Fischer

Christian Fischer? Webworker und Blogger.
Hobby-Musiker und Hobby-Fotograf.

Seit 2001 schreibe ich hier dieses Blog.
Hier findest Du paar Worte über mich und hier mehr über dieses Blog.

Und sonst:


Die letzten Artikel …

Über Fremdenfeindlichkeit und Veränderungen

Aus der Kategorie »just people«

Ich könnte Frau Herrmans Worte verstehen, wenn ich mir vorstellte, Kultur sei etwas statisches. Wenn ich dächte, dass alles exakt so, wie JETZT in diesem Moment – oder vielleicht vor zehn Jahren (als alles noch viel besser war) – richtig und gut, abendländisch und deutsch ist, dann ist diese, meine kleine Vorstellung von Kultur und Leben natürlich in Gefahr.
Wenn ich dann noch fest daran glaubte, dass es verschieden wertige Kulturen gib… – ach nee, das darf man ja nicht mehr sagen – wenn ich also glaube, dass meine Kultur die beste unter lauter gleichwertigen Kulturen ist, dann ist diese, meine kleine Vorstellung von Kultur und Leben natürlich erst recht in Gefahr.

Und ich glaube, da liegt einer der Schlüssel. Denn natürlich war das noch nie so, ist nicht so und wird auch vermutlich nie so sein.

Die sogenannte Kultur eines Landes, eines Landstriches, einer Ortschaft ändert sich ja schon, wenn jemand aus dem anderen Dorf in meines zieht. Wer – wie ich – auf dem Dorf groß geworden ist, der weiß zwar, dass auch das manchmal schwierig sein kann, aber schon wenn das eine Dorf „Küchenmesser“ zum Küchenmesser sagt und das andere „Hümmelken“, dann ändert sich ein ganz winzigkleines bisschen Kultur. Und ein paar Generationen später kennen beide Dörfer beide Begriffe.

Und so hat sich auch in unserem Deutschland eine wilde Mischung aus den vielen irgendwann zu Deutschland zusammengefassten Herzogtümern, aus bayrischer Gemütlichkeit und nordischer Kargheit zu etwas zusammengefunden, was wir deutsch nennen. (Ja, ich weiß, dass sich der Deutsche noch immer mehr regional als national definiert) Wir parken die 2 (arabische Zahlen) SUVs (englische Abkürzung) in französichen Garagen. Usw.

Und nur wenn ich glaube, dass exakt diese Mischung zum exakt jetzigen Zeitpunkt der einzig mögliche Zustand ist, dann muss es mir Angst machen. Dann bleibt mir nichts anderes, als dahinter eine böse Absicht, perfide Pläne geheimer Organisationen oder Kreisgtreiberei zu vermuten. Weil ich mir nichts anderes vorstellen kann.

Aber: Things change. Schon immer. Und das ist auch gut so, denn sonst würden wir noch immer ängstlich aus dem Wasser heraus auf die Bäume schielen. Und statt endlich drauf und später wieder runter zu steigen, würden wir überlegen, wie wir uns vor diesen bedrohlichen Dingern verteidigen können.

Ist aber zB Frau Hermanns Blick auf Kultur so eng, dann hat sie – in ihrer Welt – Recht: Die Kultur wie sie sie jetzt kennt wird sich ändern, wird am Ende nicht mehr so, evtl nicht mehr da sein. So wie sie sich schon seit Jahren ändert, so wie die gutbürgerlichen Gaststuben weniger geworden sind und es dafür Döner- und Burgerläden gibt. So wie tante Emma-Läden weniger werden, so wie es kaum noch Hufschmiede, Korbflechter und Kutschenbauer gibt.
Oder wie es Rom – in der Form wie es mal war – zum Beispiel auch nicht mehr gibt.

Veränderung eben.

Aber warum so Angst vor der Veränderung?
Ich denke, die eine Hälfte hat Angst vor Veränderung, weil Veränderung für sie einen Abstieg bedeuten würde. Bin ich Bürgermeister in einem traditionell deutschen, konservativen Dorf, dann bedeuten Ausländer, „Gutmenschen“, andersdenkende, Freigeister für mich vielleicht weniger Wähler, sie greifen meine Privilegien an. Vielleicht bin ich nach der nächsten Wahl nicht mehr Bürgermeister, wenn zu viele von denen kommen.
(Das führt einen ja ganz am Rande zu einem etwas größeren Gedanken: Bin ich Bundeskanzlerin, dann bedeutet sowieso jede Veränderung einen Abstieg.)

Die andere Hälfte hat Angst vor Veränderung, weil bisher in ihrem Leben jede Veränderung eine Verschlimmerung bedeutete. Neue Schule? Es wurde schwerer. Schule zu Ende? Arbeitslos. Neue Hartz4-Gesetze? Strengere Regeln. Alles wird teurer, alles anstrengender.

Und die dritte Hälfte, die hat vielleicht Angst, weil sie meint, Veränderung bedeute einen Abstieg. Die hat sich vielleicht gerade so viel erarbeitet, dass sie das Gefühl hat, es geschafft zu haben und das soll jetzt so bleiben.

Und ich glaube, diese Angst der Mitte, die ist auch menschlich. Nicht jeder von uns ist ein Amerika-Entdecker, der aufs Geradewohl nach Westen fährt ohne zu wissen, ob da noch was kommt.

Aber zwischen nicht nach Westen-segeln und alles Fremde anzünden ist ja viel, viel, viel Platz.


Wie wohnt denn der Christian so?

Aus der Kategorie »just links«

Gebts zu, Ihr wolltet das schon immer wissen. Dummerweise hat MTV ganz offensichtlich meine Adresse falsch in ihrer Datenbank, denn die Einladung zu Cribs ist immer noch nicht angekommen.

Aber das Internet wäre ja nicht das Internet, wenn es nicht gleich etwas viel besseres gäbe: Stefan macht schon länger den Podcast „Homestories“ und diesmal hat er mich besucht und wir haben über unser Haus gesprochen. Und über geschätzte 20.000 Bücher.

Na? Neugierig? Dann rüber zum Podcast. Dauert ca 30 Minuten und füllt etwa 120 Bohrlöcher.


Veröffentlichung Ihrer Daten (eine „äusserst fragwürdige Webseite“)

Aus der Kategorie »just people«

Heute erhielt ich diese eMail:

Guten Tag!

Wir möchten Sie hiermit davon in Kenntnis setzen, dass wir aufgrund unserer journalistischen Tätigkeit die komplette Datenbank einer äusserst fragwürdigen Webseite zugespielt bekommen haben.

Auch IHR Datensatz ist hier enthalten (u.a. Klarname, Pseudonym, E-Mail-Adresse und Bank/-Adressdaten).
Die Datenbank wird aufgrund der journalistischen und rechtlichen Brisanz in den nächsten Tagen auf unserem Blog

http://antiabzockenet.blogspot.de

veröffentlicht.

Sollten Sie nun mit dem Gedanken spielen, rechtlichen Schritte gegen uns einzuleiten, lassen Sie sich gesagt sein: Dies ist mit unserem Partner Google abgesprochen. Sie werden es nicht verhindern können. Passend dazu empfehlen wir Ihnen vorab die Lektüre folgender URL:

https://support.google.com/blogger/answer/76315?hl=de

Wie Sie wissen arbeiten wir ehrenamtlich. Eine „Spende“ zur Unterstützung unserer Arbeit ist jederzeit willkommen. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung um über „individuelle Möglichkeiten“ für Sie zu sprechen.

Hochachtungssvoll
O. Forseti & Google Germany GmbH

—–
Verantwortlich für diese E-Mail:

[Adresse Google Deutschland]

Kurze Bemerkung für ganz eilige: Nein, diese Mail ist weder von Google noch von den Betreibern des genannten Blogs. Löscht sie einfach.

Jetzt bekomme ich natürlich wie vermutlich jeder andere auch täglich Spam- oder Phishing-Mails.
Die hier finde ich aber interessant genug, um mal kurz ein paar Worte zu verlieren.

Zuerst ging ich davon aus, dass es sich um einen relativ simplen Erpressungsversuch handeln würde – das Wörtchen „Spende“ ließ das vermuten. Die Veröffentlichung privater Daten im Zusammenhang mit einer „äusserst fragwürdigen Webseite“ ist etwas, was garantiert bei den meisten Empfängern dieser Mail die Alarmglocken schrillen lässt – denn das will ja niemand.
Gleichzeitig war es für mich aber das erste Indiz, dass die Mail nicht echt ist – die Formulierung ist einfach zu dumm.

Ein KLick auf die erste Adresse zeigte mir dann ein Blog, das offensiv gegen Abzocker und Abofallen im Web vorgeht. Warum sollten die geklaute Adressen veröffentlichen?

Der zweite Link führt zu einer Hilfe-Seite von Google, bei der man unter anderem auch unangemessene Blogs melden kann. Diesen Link habe ich beim ersten Lesen nicht verstanden.

Eine kleine Diskussion bei Facebook aber machte auch diesen Link schnell logisch. Denn wir waren uns dort alle recht schnell einig, dass der Zweck der Mail folgender ist:

  • Der Empfänger (also ich) bekommt einen Schreck. Jeder von uns war schon mal auf fragwürdigen Seiten aber die meisten von uns möchten, dass das niemand weiß.
  • Im nächsten Absatz soll mein Kampfeswille geweckt werden. Wenn mir jemand sagt, ich könne eh nichts dagegen machen, dann denke ich doch „jetzt erst Recht“ …
  • … vor allem, wenn mir mit dem nächsten Link so nett ein Werkzeug dazu an die Hand gegeben wird. Denn auf dieser Google Seite kann ich den vermeintlichen Absender der Mail ja melden. Ganz simpel mit zwei, drei KLicks.

Wir vermuteten also, dass es dem Absender genau darum ging. Vielleicht ist der Absender jemand, der in dem Anti-Abzocker-Blog schon einmal selbst als Täter aufgeführt wurde und der so dieses Blog aus dem Netz löschen möchte.

Fazit: Ziemlich raffiniert gemacht.

Ich empfehle ja inzwischen gerne die Website minikama, bei facebook auch unter dem schönen Namen Zuerst denken, dann klicken bekannt – dort findet man in den meisten Fällen Infos rund um solche und ähnliche Mails. Oder man kann dort nachfragen.
Und man hat immer! genug Zeit, sich kurz zu informieren, bevor man was blödes anklickt.

Darüber hinaus: Klickt nicht auf alles, was in der Mailbox oder im facebook-Stream landet. Denkt erst nach. Wer kein Konto bei der Sparkasse hat, der bekommt auch keine Mails von der Sparkasse. Es gibt keine Meerjungfrauen und niemand verschenkt iPads.

Und: Kommt runter. Jeder guckt mal fragwürdige Webseiten an. Jeder. Ich habe lange Jahre für Menschen Computer repariert und Daten gesichert – glaubt mir: Jeder. Ist ja auch ok, das Internet ist dafür gemacht.


Warum ich Apple Music …

Aus der Kategorie »just tools«

Zuerst kurz was zu meinem Musik-Hör-Verhalten:
Hier in diesem Haus stehen ein paar hundert CDs, ein paar hundert Kassetten und ein paar hundert LPs. Und auch, wenn sich darunter ein paar obskure Fehlkäufe befinden (wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Patsy Kensit in „Leathal Weapon II“ zwar eine mein jugendliches Hirn arg verwirrende Liebes-Szene hatte aber wirklich gar nicht singen konnte?) … – wenn es darunter also auch ein paar Fehlkäufe gibt, so mag ich das meiste davon sehr gerne. Die Kassetten habe ich irgendwann sicher eingelagert, das Tapedeck (was ein anachronistisches Wort) steht aber noch neben meinem Schreibtisch, ebenso wie der Plattenspieler.
Aber zum täglichen Hören nutze ich natürlich den Computer, im Auto und beim Spazieren das iPhone und im Wohnzimmer iPhone und AppleTV. Dazu habe ich alle CDs digitalisiert natürlich auch immer wieder mal was in iTunes gekauft und irgendwann im Spotify begonnen, Playlists mit den alten LPs und Kassetten anzulegen.
Ein großes Durcheinander also.
Außerdem mag ich selbst zusammen gestellte Playlists, quasi die heutigen Mixtapes. Ich pflege zum Beispiel mit großer Hingabe eine Liste mit seltsamen Cover-Versionen, die Ihr alle auch auf Spotify hättet abonnieren können. Pöh.

Warum ich Apple Music liebe:
Weil es dieses Durcheinander auflöst. Ich habe das erste mal seit vielen Jahren alle Musik an einem „Ort“. Wenn ich für eine längere Autofahrt das iPhone betanke, muss ich mich nicht mehr zwischen Spotify und iTunes entscheiden.

Weil ich Interpreten, von denen ich schon ein paar Alben in irgendeiner Form besitze jetzt bequem vervollständigen kann. (Also: Ohne überlegen zu müssen, ob das erste Album von XY jetzt eine Spotify-Playlist oder eine digitalisierte CD im iTunes ist)

Weil ich also endlich wieder so etwas wie eine Musiksammlung habe.

Weil die von Apple kuratierten Playlists erstaunlich gut zum nebenher-Hören oder auch zum Entdecken neuer Musik sind.

Warum ich Apple Music hasse
Weil die Helden der Benutzeroberflächen die Entwicklung von iTunes und Apple Music irgendwie an eine Pratikanten-Abteilung bei GIMP ausgelagert haben. Es ist die Hölle.
Ich habe Stunden damit verbracht, herauszufinden, wie ich Musik aus der Cloud in eine Playlist bekomme. (Musik in Apple Musik suchen. Klick auf die drei Punkte. Im Kontextmenu „zu meiner Musik hinzufügen“ wählen. Irgendwas zwischen 3 und 30 Sekunden warten. Nochmal die drei Punkte anklicken und feststellen: Das Menu hat sich verändert! Jetzt „Hinzufügen“ anklicken und die gewünschte Playlist auswählen.)

Weil Apple keine fehlertolerante Suche hinbekommt. Schon ein Vertipper zeigt mir statt der gewohnten „meinten Sie …?“-Vorschläge einfach eine leere Seite.

Weil ich die ganze Zeit Angst habe, dass sie es vergeigen und wieder einstellen und ich meine mühsam zusammengestellten Playlists jetzt in stundenlanger Arbeit umsonst umgezogen habe.
Weil ich Angst habe, dass dann alles weg ist. Und weil ich sowohl Spotify als auch Apple Musik nur über Screenshots „sichern“ kann.

Fazit:
Für mich überwiegen die Vorteile. Einrichten muss man so etwas nur einmal und wenn man Wege zur Bedienung gefunden hat, dann gehts ja auch irgendwie (wenigstens etwas, was ich aus 17 Jahren Windows gelernt habe).

Und/aber: Schon während meiner Simfy- und Spotify-Nutzung hatte ich ständig ein ungutes Gefühl. Das hat sich jetzt potenziert und so nutze ich Apple Music manchmal genervt aber an sich recht begeistert und kaufe mir alles, was ich wirklich haben will wieder auf CD oder Vinyl.


Twitter-♥ im Juli 2015

Aus der Kategorie »just twittered«

Anne sammelt wieder alle Twitter- ♥

Irgendwie wird das hier immer mehr zur Multimedia-Veranstaltung. Ob das was über das Web sagt?


Filme und Serien im Juli 2015

Aus der Kategorie »just movies«

Alle Filme und Serien – egal ob @Kino oder @home im Juli 2016. (Ja, ich hab ein halbes Jahr geschlunzt)
Leider habe ich nicht alles aufgeschrieben, aber ich komm ja auch erst langsam wieder rein.

  • Blackhat (IMDB)
    itunes, USA 2015
    Ein chinesisches Atomkraftwerk gerät außer Kontrolle, quasi zeitgleich explodiert an der Börse der Preis für Soja. Es stellt sich heraus, dass beides von ein und derselben Malware, vermutlich also von dem selben Hacker verursacht wurde.
    Aus einem Grund, den ich nicht verstanden habe, kann nur der in Amerika inhaftierte Hacker Nick Hathaway das alles aufklären – also wird er aus dem Knast geholt und ab da wurde mir das alles zu wirr. Also natürlich klärt sich alles und zwischendurch müssen sich ein paar leute hauen aber …
    Nee, sorry. Hübsch fotografiert, aber irgendwie nicht zu Ende gedacht.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
  • Journey To Jah (IMDB)
    netflix, Deutschland 2013
    Dass Gentleman (also der deutsche Reggae-Sänger) seine Sache irgendwiee sehr gut macht, das hatte ich schon im Gefühl, auch wenn Reggae nicht die Musik ist, in der ich mich wirklich gut auskenne. Der Film begleitet ihn nach Jamaika, wo er wohl schon seit vielen Jahren eine zweite Heimat gefunden hat – und wo er, was ich für einen Deutschen schon ziemlich bewundernswert finde, bekannt und beliebt und ein wichtiger Musiker ist.
    Außerdem zeichnet sie ein Bild von Kingston, erst gwohnt bunt, kreativ, froh, dann aber im Detail auchgefährlich, arm und am Ende. „In Jamaika spüre ich: Gott lebt hier“, sagt Alborosie irgendwann, „aber Satan auch“.
    Was sol ich sagen: Ich liebe Musik(er)-Dokus, Gentleman steht auch wenn man Reggae nicht so mag ziemlich außer Frage. Und ich liebe es dem Jamaika-Patois zuzuhören.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★★★★★★★★☆
  • Jupiter Ascending (IMDB)
    Unitymedia, USA/GB/AU 2013
    Ich muss leider die Inhaltsangabe aus der IMDB abeschreiben da ich bis zum Abschalten nicht rausbekommen habe, worum es denn wohl gehen sollte. Eine junge Frau entdeckt ihr Schicksal als intergalaktische Königin einer alten Rasse und muss sich, um die Bewohner der Erde zu schützen in einen gefährlichen Kampf begeben.
    Ähm ja. Also eher: Ähm nein. Die Sternchen gibts für die hübsch anzusehenden Effekte.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
  • Pacific Rim (IMDB)
    netflix, USA 2013
    In den Tiefen des Pazifischen Ozeans tut sich ein Portal auf, aus dem Aliens kommen. Wie Aliens halt so sind, wollen sie alles kaputt machen. Wir Hollywood-Filme halt so sind, gibt es einen einsamen helden, der alleine die Möglichkeit hat, die Aliens zu besiegen.
    Krach. Bumm-Peng.
    Hm. Es scheint mir, als ob man versucht hätte, den Charme alter Godzilla-Filme mit moderner CGI-Action zu vereinen und so kämpfen sich die riesigen, echsenartigen Aliens gegen ebenso riesige menschengesteuerte Maschinen-Gegner durch die Straßen der Städte. Und streckenweise wars auch ganz nett, aber … so ganz richtig gelungen war das nicht.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★★★☆☆☆☆☆☆
  • Jurassic World (IMDB)
    Kino, USA 2015
    Auf der Insel, auf der vor 20 Jahren der Jurassic Park lag, ist wieder ein Vergnügungspark entstanden. Um den Besuchern was zu bieten und weil man ja aus der Vergangenheit nicht lernt, züchten die crazy Wissenschaftler einen Super-Dino. Vollkommen überraschenderweise bricht der aus, frisst ein paar Menschen und ein paar andere Dinos und der Held, der vollkommen überraschenderweise irgendeine Fuckelei mit der Chefin des Parks laufen hat muss alle retten. Auch die beiden Neffen der Chefin, die vollkommen überraschenderweise gerade den Park besuchen und sich v.ü. (Ihr wisst, wofür die Abkürzung steht, oder?) abgesetzt haben und ohne Aufsicht im Park unterwegs sind.
    Ja, das war dann wohl der schlechteste Film des Jahres 2015 – was ich bei meiner bisherigen Ausbeute diesen Monat eine wirkliche Leistung finde.
    Bechdel-Test: Die Frau behauptet, da hätten zwei weibliche Dinos über die allgemeine Wetterlage auf der Insel gesprochen; ich selber glaube aber: Nein.
    ☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆

Außerdem haben wir diverse Staffeln „Person of Interest“ (Yay!), „Mad Men“(Yay!), ich ein bisschen „Arrow“ (Och) und wir beide „Sense8“ (YayYayYay) geguckt.

Was ist eigentlich dieser Bechdel-Test? Guckstu hier. Banner und Links mit Sternchen führen zu iTunes und sind affiliate-Links


Gelesen: Auerhaus

Aus der Kategorie »just read«

Bov Bjerg: Auerhaus (eBook) (Blumenbar, 2015)

Foto 28.07.15 17 33 20Bov Bjerg kannte ich aus diesem Internet lesenderweise irgendwie schon sehr lange, er hat ein Blog und ist auf twitter und unsere Filterblasen haben genug Überschneidung.
Vor recht kurzem hat er „Auerhaus“ veröffentlicht und da ich ganz gute Erfahrungen damit gemacht habe, Bücher von Menschen zu lesen, die schon in 140 Zeichen und Blog-Artikeln toll schreiben hab ich zugegriffen. Kann man ja ruhig mal machen, wenn dann der Inhalt auch noch interessant klingt.

Ach ja, worum geht’s?
Frieder, ein Freund des Erzählers hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Und nicht nur, aber viel, um auf Frieder aufzupassen, ziehen die beiden zusammen mit noch ein paar anderen in ein Haus, in eine Schüler-WG sozusagen.
Die Freunde fühlen sich alleine in ihrem Haus natürlich viel erwachsener als sie es eigentlich sind. Und sie sind vielleicht nicht so erwachsen, wie sie es mit der Verantwortung für ihren Freund sein müssten. Aber wie will man das mit achtzehn denn schon wissen?

… sagt Frau Brüllen gestern Abend, etwas später twitterte ich:

Und diese beiden Tweets stecken wahrscheinlich den Rahmen dessen, was das Buch ist bestens ab: Bov erzählt die Erinnerungen an einen möglichen Weg des Erwachsenwerdens. Einen Weg, den der eine Leser vielleicht selbst auch so erlebt und der andere vielleicht eben auch „nur“ beobachtet hat. Denn auch wenn die Geschichten einmalig sind, so erlebt doch jede Generation den Schritt ins erwachsene Leben immer wieder neu.

In Bovs Buch ist es jetzt also die Geschichte des Freundeskreises um Frieder. Sie wollen es anders machen und ihre eigenen Wege suchen. Sie wollen nicht nur ihre eigene Leben irgendwie vor dem retten, was nach dem Abi auf dem vorgezeichneten Lebensweg kommt, sondern plötzlich auch noch das Leben ihres Freundes. Und es ist die Geschichte darüber, ob das gelingen kann. Ob man alles anders machen kann, wie weit man von den vorgezeichneten Wegen herunter darf und ob das alle überleben können.
Da ich die Suche nach dem passenden Weg genau so gut kenne, wie die Sorge um das Überleben eines Freundes war „Auerhaus“ für mich dann auch eine sehr persönliche Zeitreise.

Und trotzdem ich gestern, viele Jahre später also lernen durfte, dass andere unser unkonventionelles Leben damals vielleicht beneidet haben: Ich war nach dem Lesen hauptsächlich in Gedanken bei denen, die ich auf dem Weg verloren habe.

Und sowas muss ein Buch ja auch erstmal schaffen. Ein gutes Buch, vielen Dank, lieber Bov.

Die Links sind affiliate-Links.


Twoo

Aus der Kategorie »just people«

Vor langer Zeit gab es mal einen Internet-Dienst namens formspring. Er war recht simpel: Man konnte seinen Followern Fragen stellen und Fragen von ihnen gestellt bekommen.
Hatte man seine Bubble klug ausgewählt, konnten dort wirklich interessante, angenehm persönliche Gespräche entstehen. Es gab Zeiten, wo ich alles andere im social Web brachliegen ließ und nur dort reinschaute.
Eine launige Antwort von mir auf eine mittel-doofe Frage von mir schaffte es sogar zweimal als Eröffnungsfolie auf die re:publica – und das sagt ja eigentlich schon alles, oder? ;)

Leider schrieb das Ding wohl nur rote Zahlen und so lasen wir alle plötzlich die Meldung, man müsse schließen. Es begann ein Exodus meiner Filterbubble zu Youreply und in eine geschlossene facebook-Gruppe, aber die Stimmung war dahin.
Dann lasen wir, man hätte einen neuen Investor gefunden. Der investierte zuerst in ein paar Wochen Entwicklungszeit für einen neuen Namen (spring.me), ein neues Design und tolle neue Features aber es kam, wie es kommen musste und wie es auch irgendwie in solchen Geschichten immer kommt: Tot bleibt tot, auch wenn man ein neues Logo und neue Features dran klebt.

Vor ein paar Tagen dann erhielt ich eine Mail, die mir begeistert mitteilte, es wäre etwas ganz tolles passiert:

Spring.me hat sich mit Twoo zusammengeschlossen und hat jetzt 30% mehr Charme, 40% mehr Liebe und 70% mehr Großartigkeit.

Twoo schien mir, nach einer kurzen Recherche, eine Dating-Plattform zu sein, die schon öfter zum Beispiel durch den Versand von massenhaft Mails (A Year Of Spam: The Twoo Experience) an alle Kontakte seiner Mitglieder und ähnliches unangenehm aufgefallen war. Außerdem hatte sich mein „frag mich was“-Profil automatisch in eine „Date mich, ich suche heterosexuelle Frauen“-Profil gewandelt und ich wollte mich abmelden. Danke, ich hab schon.

Nach ein bisschen einer längeren Suche durch die Einstellungen und die FAQ sowie das Austricksen diverser Schein-Links und ein bisschen „URL-Hacking“ fand ich nach kaum einer Viertelstunde eine Möglichkeit, meinen Account zu löschen.
Ich sollte aber einen Grund angeben – ohne Grund keine Löschung. Leider stand die Auswahlmöglichkeit „sagt mal, habt Ihr sie noch alle“ nicht zur Verfügung, deswegen klappte der erste Anlauf nicht. Der zweite auch nicht, der dritte Aufruf des Formulars führte mich dann auf eine Seite, die mir sagte: „Nö, wir sind so super, wir lassen Dich nicht gehen.“ Statt dessen kriegte ich für eine beschränkte Zeit die Premium-Features freigeschaltet – und „beschränkt“ ist ein gutes Stichwort, denn: Habt Ihr sie noch alle?
Scheint aber auch nicht neu zu sein: Wie komme ich aus dem Netzwerk Twoo wieder raus? – Bitte dringend Hilfe!!!

Aber dafür krieg ich jetzt ständig meine heimlichen Partner angeboten. SecretOneEightSeven aus Duisburg zum Beispiel passt wie Faust aufs Auge zu mir. Wer hätte das gedacht?

Ich glaub, es hackt.

Und morgen erzähle ich Euch vielleicht die Geschichte von wer-weiss-was.