Alles fliesst, alles fügt sich zusammen. Irgendwann.
Gestern Abend traf ich nach längerer Zeit einen der armen Ritter – der Mendener HipHop-Truppe, die ich damals mischenderweise ein kleines Stückchen ihres Weges begleitet habe – wieder. Und wir fanden endlich einmal die Zeit, uns ein wenig zu unterhalten.
War interessant – er war ja damals quasi einer derjenigen, die mir zeigten, dass HipHop mehr ist, als mit tiefhängenden Hosen möglichst laut einen auf dicke ebensolche machen. Dass es HipHop gab, der sich auf eine Kultur und auf musikalische Wurzeln bezog. Dass es es mal um ein Leben mit DJing, Rappen, Breaken und Sprühen ging. Der mich mit zu Jams nahm, wo Menschen sich auf einmal auf den Jazz bezogen, den ich auch hörte. Und mir damals meinen Horizont ein Stück weiter öffnete.
Und ich vielleicht ja auch seinen; die Jungs hingen immer hoch interessiert bei uns im Probenraum rum, wenn wir jammten und losimprovisierten und so aus dem nichts neue Musik schufen.
Ich habe es geliebt damals, dieses kreative Aufeinandertreffen zweier Welten.
Natürlich fiel gestern Abend schnell der Satz „Und? machst Du noch was?” Ist ja klar.
Er macht eigentlich nichst mehr. Hat mit dem HipHop quasi abgeschlossen – mit allem, was sich heute diesen Aufkleber gibt kann er genau so wenig anfangen wie ich. Dafür ist er zum audiophilen Extremist konvertiert, fragte mich nach Empfehlungen aus dem Jazz-Bereich und erzählte, wie er letztens noch gemerkt hatte, dass Child in Time eigentlich noch intensiver klingt, wenn man das Licht ausmacht.
HipHop hört er nicht mehr. Klingt schließlich alles scheisse, wenn man erstmal ne gute Anlage hat. Totkomprimiertes gesampletes Zeug. Sagt er.
Ich sag ja immer – irgendwann schließen sich alle Kreise.

joerg
(30. September 2007 - 15:14 Uhr)
Klingt irgendwie traurig. Passiert mir hoffentlich mal nicht.