Alltagsphilosophie
9:55 Uhr:
Christian biegt in Dortmund in die Strasse ein, in der sein Kunde sein Büro hat.
Prima, perfekt in der Zeit, der Termin ist um 10:00 Uhr.
9:56 Uhr:
Christian sieht, dass ihm in der engen Anwohnerstrasse ein LKW mit Anhänger entgegenkommt.
Weil er sieht, dass es echt eng ist, schiebt er sich schräg vorwärts in eine Hauseinfahrt und bedeutet gleichzeitig dem Wagen, der dort hinauswill, dass da ein LKW… und dass er nur Platz macht … und dass es schnell gehen wird.
Der Fahrer des hinauskommenden Wagens nickt. Nett.
9:56 Uhr:
Der LKW-Fahrer stellt seinen LKW mitten in der Strasse ab. Genau so neben Christian, der so seinen Wagen nicht mehr bewegen kann.
Und steigt aus.
Ich habe nicht geschimpft, gebrüllt, gemotzt. Ich habe in einem der Situation kaum angemessen freundlichen Tonfall gefragt: „Entschuldigung, Sie haben schon gesehen, dass Sie mich jetzt hier quasi bewegungsunfähig zuparken?”
Dafür raubte mir seine lakonische Antwort die Sprache: „Jup. Aber was soll ich machen, ich muss jetzt ausladen. Das Leben ist ein ständiges Geben und Nehmen – und jetzt nehm ich gerade.”
Sprachs und verschwand.
10:05 Uhr
Christian hat sich irgendwie aus der Einfahrt raus- und neben dem LKW wegrangiert.
Gut für die Reifen, wenn man im Stehen dreht, oder?
10:08 Uhr
Christian hat einen Anwohnerparkplatz in der Parallelstrasse entdeckt und besetzt. Mist, das wird teuer.
10:14 Uhr
Scheiße. Ich komme echt ungerne zu spät.

Garvin
(29. Januar 2007 - 16:10 Uhr)
Das klingt danach, als hätte man auf dem LKW gerne mit dem Schlüssel ein paar weise Worte auf dem Lack hinterlassen wollen: “Ich gebe gerne” ;-)