Bloggen ist out?

Aus der Kategorie »just links«

Mal wieder ein bisschen selbstreferentielles Blog-Zeugs – denn Liechtenecker macht ein Blogparade und hat ein paar Fragen und ich gerade ein bisschen Zeit:

  • Wie lange bloggst du schon?
    Seit dem 4.4.2001, also seit 7 Jahren.
  • Wie viele Beiträge veröffentlichst du regelmäßig?
    So aus dem Bauch heraus hätte ich gedacht, dass ich im Schnitt einmal am Tag etwas schreibe – die Statistik (und die kann ja bekanntlich nicht lügen) sagt aber, dass ich in den letzten zwei Jahren genau 1001 Artikel geschrieben habe – also doch deutlich mehr.
    Mein Gefühl sagt mir dann wiederum, dass ich seit Twitter etwas weniger blogge, weil der ganze Kleinscheiß direkt da landet. Aber wie weit ich meinem Gefühl vertrauen kann, haben wir ja gerade gesehen.
  • Bist du mit anderen Bloggern gut vernetzt, kennt ihr euch persönlich?
    Ich kenne ein paar Blogger persönlich und es gibt so einen kleinen Kreis von Bloggern, zu denen ich „kenne ich über ihr/sein Blog“ sagen würde, auch wenn wir uns noch nicht getroffen haben.
    Wenn ich mit irgendjemand, den ich via Blogosphäre, aber noch nicht direkt kennengelernt habe neige ich dazu, mich kurz zu erklären und ernte jedes Mal ein „musst Dich doch nicht vorstellen“. Vielleicht ist also in den letzten sieben Jahren der ein oder andere schon mal hier vorbeigekommen. Ich kann so etwas immer schwer einschätzen.
  • Ist bloggen deiner Meinung nach out?
    Das ist meiner Meinung nach die falsche Frage. Das Blog ist ja nur das Medium. Ich habe hier sowohl ein katzenlastiges Tagebuch geführt, Entertainment betrieben, habe besuchervergraulende Sprachspiele betrieben, „ernshaft geschrieben“, tagesaktuelle recherchiert und dokumentiert, habe politisch gebloggt und eigentlich alles, wonach mir gerade so der Sinn stand ins jawl reingeworfen.
    Das Blog war dabei immer nur die Leinwand, nur das Medium.
    Wie oben schon erwähnt landet der Kleinscheiß, der aus purer Lust an Sprachspiel und Blödsinn entsteht, im Moment meist bei Twitter. Da ändert sich das Medium also gerade und im jawl landen nur noch die letzten Tweets, um hier so ein Art zentrale Anlaufstelle zu haben. Genauso, wie man von hier aus auch zu meinen Fotos (die irgenwann von hier zu flickr wanderten) und ins last.fm-Profil kommt.
    Meiner Meinung nach müsste die Frage also eher lauten: „Ist es deiner Meinung nach out, sich ein Medium zu suchen, um sich mitzuteilen?“ und darauf kann ich klar sagen: Nö.
  • Was könnte danach kommen, wie sieht der Blog der Zukunft aus? (Microblogging, Mobile-Blogs..)
    Ja, genau, es wird sich bestimmt ändern. Zuerst gab es die „Homepage“, die die frühen Nerds hatten. Dann kamen Blogs, die sich untereinander vernetzten und inzwischen gibt es eine Menge Tools drumherum. Fotos landen bei flickr, jeder kann inzwischen Videos drehen und bei youTube parken, Musik bei last.fm oder simfy, Spontanquatsch und eiliges bei Twitter – und oft wird das Blog mit all diesen Versatzstücken angereichert und wird so genau zu dem, was früher die Homepage leisten sollte.
    Und ich denke, es wird noch eine Menge weitere Dienste geben, die es uns ermöglichen, weitere Bereiche unseres Alltags im Netz abzubilden und sie werden alle auch genutzt werden – der Mensch an sich teilt sich ja offensichtlich gerne mit.
  • Hat man als neuer Blogger noch Chancen viele Leser zu bekommen?
    Die Frage höre ich jetzt im Halbjahresrhythmus seit sieben Jahren (der Name dieses Blogs entstand ja, weil ich damals schon dachte „Naja, springst Du halt auch noch auf den Zug auf.“) Es ist also immer eine Frage der Wahrnehmung, ob es schon viele Blogs gibt und ob man noch neue braucht oder nicht.
    Aber trotzdem zur Frage:
    Leser kann jeder bekommen, der Inhalte produziert, die Leser interessieren. Wer bloggt, um etwas (Leser = Ruhm = Geld oder ähnliches) damit zu erreichen, wird immer mehr Probleme haben, eine Masse Leser zu finden, als jemand, der bloggt, weil er etwas mitteilen möchte.
    Denn derjenige, der auf Masse angewiesen ist muss sich ja zwangsläufig thematisch auf den größten gemeinsamen Vielfachen einschießen. Das tun aber schon so viele, also warum soll jemand dann ein solches Blog wahrnehmen?
    Wer aus einer Leidenschaft heraus bloggt, wer bloggt, weil er etwas mitzuteilen hat oder weil er Spaß am Schreiben, Spaß am Spiel mit der Sprache oder dem Medium an sich hat, der wird auch Leser finden. Vielleicht nicht so schnell und nicht so viele, aber sie werden kommen.
    Ich habe ein paar Mal in den Jahren aus reinem Spaß ausgetestet, wie weit ich meine Besucherzahlen in die Höhe treiben kann, wenn ich mit einem bei Google gut eingeführten und einigermaßen gerankten Blog thematisch auf aktuelle Züge aufspringe. Ein paar tausend Besucher waren überhaupt kein Problem. Aber was bringts mir?
  • Wirst du dein Leben lang bloggen?
    Wie oben schon eigentlich beantwortet: keine Ahnung. Aber ich werde bestimmt mein Leben lang einen Kanal nutzen, um mich mitzuteilen.
    Ich hätte vor sieben Jahren ja auch nicht gedacht, dass ich Jahre später hier immer noch bin…

Edit am 6.5.2008.
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