Ein Brief von der Gewerbeauskunft-Zentrale
Aus der Kategorie »just people«
Gestern lag etwas ganz besonders Schönes im Briefkasten: Ein Brief von der »Gewerbeauskunft-Zentrale.de«
Zum Glück war mir sofort – lustigerweise schon vor dem Öffnen – klar, um was es sich hier handelt. Aber ich fand dieses Schreiben doch so bemerkenswert dreist gestaltet, dass ich es dann doch verbloggen wollte.
Denn: Dieser Brief sah wirklich sehr formell aus. Auf dem typischen Behörden-Umwelt-Papier im passenden Umschlag kam er schon recht wichtig daher. Und »Erfassung Gewerblicher Einträge«, das klingt doch auch sehr offiziell. Dann noch ein krytische Nümmerchen hier, ein Barcode da und eine langweilige Standardschrift insgesamt – und der Eindruck ist komplett.

Darunter dann eine große Spalte, in der ich bitte die Daten meines Betriebes eintragen bzw. ergänzen sollte. Ein paar Paragraphen an den richtigen Stellen und ein Behörden-typisches »muß durch Sie ergänzt werden« machen auch einen ernsthaften Eindruck.
Rechts daneben gibt’s eine Menge Kleingedrucktes, darin unter anderem auch eine Frist zum Zurücksenden. Und dann, etwas weiter in der Mitte, nicht gerade sehr lesefreundlich untergebracht der eigentliche Kern des Briefs: Der Basiseintrag bei der gewerbeauskunft-zentrale.de kostet 569,06 inkl. Umsatzsteuer. Deutlich weit weg von diesem Preis findet man nach intensivem Suchen auch das Wörtchen »Angebot«

Fassen wir also zusammen: Ich bekam hier ein Angebot, das – ob zufällig oder willentlich mag jeder selbst entscheiden – sehr aussieht wie ein Schreiben einer Behörde. Es benutzt dabei Formulierungen, die ich vom Finanzamt oder der Gewerbesteuer kenne und erst im arg Kleingedruckten finde ich dann einen Preis für einen Eintrag, der weit jenseits des akzeptablen liegt und den ich dann für zwei Jahre zahlen müsste.
Ich sag’s mal ganz vorsichtig so: Es mag jeder davon halten was er will. Aber vielleicht hilft’s ja anderen bei der Entscheidungsfindung, wenn ich das ganze hier mal verblogge.
05.08.2012
21:42 Uhr
Dentaku sagte:
Von dieser Sorte kommen etwa 10 zu jeder neu gegründeten Gesellschaft.