Ein Brief von der Gewerbeauskunft-Zentrale

Aus der Kategorie »just people«

Gestern lag etwas ganz besonders Schönes im Briefkasten: Ein Brief von der »Gewerbeauskunft-Zentrale.de«

Zum Glück war mir sofort – lustigerweise schon vor dem Öffnen – klar, um was es sich hier handelt. Aber ich fand dieses Schreiben doch so bemerkenswert dreist gestaltet, dass ich es dann doch verbloggen wollte.

Denn: Dieser Brief sah wirklich sehr formell aus. Auf dem typischen Behörden-Umwelt-Papier im passenden Umschlag kam er schon recht wichtig daher. Und »Erfassung Gewerblicher Einträge«, das klingt doch auch sehr offiziell. Dann noch ein krytische Nümmerchen hier, ein Barcode da und eine langweilige Standardschrift insgesamt – und der Eindruck ist komplett.

Darunter dann eine große Spalte, in der ich bitte die Daten meines Betriebes eintragen bzw. ergänzen sollte. Ein paar Paragraphen an den richtigen Stellen und ein Behörden-typisches »muß durch Sie ergänzt werden« machen auch einen ernsthaften Eindruck.

Rechts daneben gibt’s eine Menge Kleingedrucktes, darin unter anderem auch eine Frist zum Zurücksenden. Und dann, etwas weiter in der Mitte, nicht gerade sehr lesefreundlich untergebracht der eigentliche Kern des Briefs: Der Basiseintrag bei der gewerbeauskunft-zentrale.de kostet 569,06 inkl. Umsatzsteuer. Deutlich weit weg von diesem Preis findet man nach intensivem Suchen auch das Wörtchen »Angebot«

Fassen wir also zusammen: Ich bekam hier ein Angebot, das – ob zufällig oder willentlich mag jeder selbst entscheiden – sehr aussieht wie ein Schreiben einer Behörde. Es benutzt dabei Formulierungen, die ich vom Finanzamt oder der Gewerbesteuer kenne und erst im arg Kleingedruckten finde ich dann einen Preis für einen Eintrag, der weit jenseits des akzeptablen liegt und den ich dann für zwei Jahre zahlen müsste.

Ich sag’s mal ganz vorsichtig so: Es mag jeder davon halten was er will. Aber vielleicht hilft’s ja anderen bei der Entscheidungsfindung, wenn ich das ganze hier mal verblogge.


Ähnliche Artikel lesen?

Außerdem schrieb ich zum gleichen oder ähnlichen Themen auch noch …

Ich finde den Artikel super!

Das freut mich natürlich sehr.

Du kannst den Artikel weiter verbreiten
Du meinst, der Artikel könnte auch anderen gefallen? Dann findest Du etwas weiter oben auf dieser Seite, direkt rechts unten am Artikel ein paar Buttons. Damit kannst Du den Artikel per eMail, Twitter, facebook oder google+ weiter verteilen. Ich würde mich darüber freuen.

Mir ein Geschenk machen? Uiuiuiui.
Gefallen Dir meine Artikel immer wieder, schöder Mammon ist Dir aber zu doof? Dann mach mir doch eine Überraschung: Hier findet Du meine amazon-Wishlist mit ausgesuchten und garantiert Freude spendenden Präsenten zwischen fünf und zweitausenfünfhundert Euro – da ist bestimmt was passendes dabei.

Geld? Wow.
Ist Dir mein Artikel darüber hinaus sogar noch etwas wert, dann findest Du bei den Icons zum Verbreiten des Artikels einen flattr-Button. Jeder Euro, der darüber reinkommt geht direkt weiter an netzpolitik.org.

Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

6 Reaktionen

Auch kommentieren? Zum Formular

Am 05.08.2012 um 21:42 Uhr sagte Dentaku:

Von dieser Sorte kommen etwa 10 zu jeder neu gegründeten Gesellschaft.


Am 05.08.2012 um 22:25 Uhr sprach Christian:

Du meinst, ich kann froh sein, dass ich erst nach 7 Jahren so einen Brief bekomme, der nach Gewerbenmeldung oder ähnlichem aussieht, aber ein Angebot für einen überteuerten Eintrag in irgendeinem Verzeichnis ist? (friss, G. friss!)


Am 05.08.2012 um 22:54 Uhr sprach Dentaku:

Unter welcher Gesellschaftsform firmierst Du denn? So eine GmbH-Gründung wird z.B. von Amts wegen veröffentlicht und zieht dieses Geschmeiß nur so an.


Am 05.08.2012 um 23:51 Uhr kommentierte Guinan:

Das erste “Angebot” erst nach 7 Jahren zeugt von bisher unzureichender Werbung. Erst jetzt hast du den nötigen Bekanntheitsgrad erreicht. Du bist auf gutem Wege ;)


Am 06.08.2012 um 5:20 Uhr meinte Christian:

Werbung? Da kenn’ ich mich ja gar nicht so aus, macht man sowas nicht heute auch in diesem Internet? ;)


Am 04.09.2012 um 10:43 Uhr ergänzte rebhuhn:

OT
Guinan, oh Guinan, wer bist du? *g… blog [dich] doch mal!


Dein Kommentar:

Du möchtest auch so ein hübsches Bild am Kommentar haben? Die Bilder gibts bei gravatar.com
Die Bedingungen für das Buchen eines kommerziellen Kommentars findest Du hier.



<