ex-clients from hell

Aus der Kategorie »just work«

Ich habe da mal mit einem Verein zusammen gearbeitet.

2004 – 2011:
Keine besonderen Vorkommnisse. Der Verein hat eine Website, so ca. alle vier bis sechs Wochen gibt es Neuigkeiten. Die Ansprechpartner wechseln, die Zusammenarbeit ist im großen und ganzen aber immer ok.

2/2011:
Ich bekomme eine eMail, dass es einen neuen Vorstand gibt. Außerdem kündigt der neue Vorsitzende an, es gäbe einige Änderungen auf der Website. Ich solle mich auf einige größere Mails in der nächsten Zeit einrichten.

2/2011 – 9/2011:
Nichts.

9/2011:
Die stellvertretende Vorsitzende bittet mich, den ersten Vorsitzenden von der Website zu nehmen und bei ihr „komissarischer Vorsitz” zu ergänzen.
Außerdem fragt sie mich, warum keine News auf der Website stehen. Ich erkläre, ich hätte halt keine Infos bekommen. Sie seufzt.

11/2011:
Ich bekomme die Termine für 2011.

2/2012:
Ich bekomme eine Mail von einem mir unbekannten Menschen, der mir ankündigt, dass Herr X (mir ebenfalls unbekannt) „ja an der neuen Homepage arbeitet” und ich mich bereithalten soll. Ich verstehe nicht wofür bereithalten, schließe aber, dass die Zusammenarbeit wohl beendet ist.

2/2012 – 5/2012:
Quasi nichts.
Gelegentlich ruft mich jemand (immer wieder der gleiche) an und lässt sich erklären, wie er sein eMail-Programm einrichten muss.

5/2012:
Ich bekomme eine Mail der zweiten Vorsitzenden mit der Frage, warum die aktuellen Termine nicht auf der Homepage stehen. Ich rufe sie an und erkläre, dass ich erstens keine Infos bekommen habe und zweitens der letzten eMail entnommen habe, dass unsere Zusammenarbeit eh beendet ist. Sie seufzt und klingt etwas peinlich berührt.
Ich erninnere bei der Gelegenheit, das ich Webhosting nur für meine Kunden anbiete und sie einen neuen Hoster brauchen. Sie will sich kümmern und entschuldigt sich für das unglückliche Vorgehen.
Das alles soll aber jetzt sehr zeitnah ablaufen.

5/2012 – 7/2012:
Nichts. Bis auf gelegentliche Anfragen, wie man denn ein eMail-Programm einrichtet.

7/2012, 1. Woche:
Ich bekomme eine Anfrage von einem mir unbekannten Menschen nach Zugangsdaten und schicke eine Erinnerung an das Telefonat mit der zweiten Vorsitzenden zurück.

7/2012, 2. Woche:
Die zweite Vorsitzende ruft mich an und bittet mich, keine Zugangsdaten rauszugeben, bevor ich nich ihr OK habe – es könne da demnächst eine eMail kommen.
Als ich sage, dass die eMail schon kam seufzt sie. Ich erinnere sie an die Notwendigkeit, einen neuen Hoster zu suchen und erkläre ihr, sie müsse dazu bei mir formlos kündigen. Sie schreibt deutlich hörbar mit und verspricht mir, sich zu kümmern.
Am Ende des Gesprächs sagt sie so etwas wie „Sie sind immer so freundlich und hilfsbereit, ich weiss gar nicht genau, warum Sie das nicht weiter machen”
Ich kann es ihr nicht beantworten.

7/2012, 3. Woche.
Die Ereignisse überschlagen sich. Erst eine deutlich angepisste Mail, wo die Zugangsdaten blieben. Dann eine ebenfalls angepisste Mail von Herrn Y (mir unbekannt), der mich anweist, gefälligst mit Herrn X zusammen zu arbeiten. Ich schreibe beiden freundlich, dass und warum sie sich einen neuen Hoster suchen müssen und das das alles eh mit der Vorsitzenden besprochen ist.
Recht formlos kommt zurück „Schicken Sie die AuthCodes für den Domainumzug”
Sehr freundlich antworte ich, dass ich dafür eine Kündigung brauche.
Die Kündigung kommt, leider zu formlos, weil ohne Auflistung der verschiedenen Domains, die ich aber natürlich brauche. Ich überlege kurz, ob ich sie alle noch etwas quäle, zähle ihnen in meiner Antwort aber dann ihre eigenen Domains auf. Die Kündigung kommt dann.
Ich sichere alle Daten, verschicke die Authcodes und bin insgesamt gar nicht so unglücklich.

7/2012, 4. Woche:
Die Website des ehemaligen Kunden zeigt ein „Hier entsteht die neue Homepage von …”

Sonntag, 29/7/2012, abends um 20:10:
Ich lese zufällig eine eMail an die Büro-Adresse. Sie komm von jemand anderem aus dem Verein, seine Vereins-eMail-Adresse funktioniere nicht mehr. Er brauche die aber jetzt! sofort! und ich solle mich sofort! zurückmelden, er sei noch bis 21:00 im Büro.

Ich lache mich schlapp und schreibe einen Blogeintrag.


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Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

8 Reaktionen

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Am 29.07.2012 um 22:36 Uhr wusste Kiki:

„How’re you?“
„Swell. But the swelling’s gone down.“


Am 29.07.2012 um 23:20 Uhr wusste Sven:

Immer wieder faszinierend, dieses Standardmuster. Naja, es gibt wohl immer wieder Leute, die nur durch Schmerzen lernen. Wenn sie denn überhaupt lernen…


Am 30.07.2012 um 8:29 Uhr ergänzte Thies:

auauaua…


Am 30.07.2012 um 9:20 Uhr ergänzte Dentaku:

“Wie jetzt, das hängt mit der Mail zusammen?!”


Am 30.07.2012 um 11:44 Uhr schrieb Die liebe Nessy:

Leider läuft Vereinsarbeit oft so ab. Jemand nimmt sich eines Themas an, und dann kommen sieben andere, die meinen, mitentscheiden zu müssen.


Am 30.07.2012 um 11:58 Uhr kommentierte Christian:

@dentaku: Jep, exakt darauf warte ich. Und dann die Nachfrage an mich, was es denn über die letzten Jahre so für Adressen gab – was ich nicht mehr nachgucken kann …

@nessy: Ich hab das an anderer Stelle gestern auch schon gesagt: Eigentlich tun mir die einzelnen Akteure leid. Die reden nicht miteinander und im schlimmsten Fall hat da gerade jemand den Vorstand geentert, der sich jetzt da ein Jahr lang verbrennt und dann im Streit wieder geht – wie man es ja auch gerne aus Vereinen kennt. Und nach dem Jahr ist die neue Website dann weg, weil der Macher sein Sohn war.


Am 30.07.2012 um 13:26 Uhr wusste Steffen:

Ihr denkt euch aber auch immer neue komische Sachen aus mit diesem neuartigem Internet.
(Weiß wohl, warum er keine Seiten mehr betreut.)


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