Jaco und Nina.
So mit 16 las ich in einem Musik-Magazin, das mir Freunde in mein Dorf importiert hatten etwas über Jaco Pastorius. Einen Jazz-Bassisten, der wohl manisch-depressiv war. Jazz war damals eine fremde neue Welt, Bassist war ich auch, „manisch” sagte mir nichts, es gab kein Internet zum Nachschauen aber das alles klang viel aufregender als die ewig gleichen Geschichten von zerstörten Hotelzimmern, Groupies und Drogen, die der Rock’n'Roll so lieferte.
Und auch „depressiv” klang spannend. Das klang so als gäbe es einen Namen für meine Traurigkeit, für mein Verzweifeln an der Welt, über das ich mit niemandem reden konnte. So, als wäre ich nicht alleine.
Und es kam sogar noch besser: Es war nicht nur ein Wort, nicht nur ein Name, es hatte auch noch den größten Bassisten der damaligen Zeit kreativ beflügelt. So las es sich.
Ich beschloss: Ich wollte auch manisch-depressiv werden.

serotonic
(9. November 2007 - 13:58 Uhr)
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