Lehrer sein das ist schon schwer – Lehrer werden nicht so sehr (4)

Aus der Kategorie »just people«

Gestern am Ende von Teil 3 hatten wir beschlossen, heute noch einmal einen kurzen Blick auf das Lehramtsstudium zu werfen:

HörsaalEin Lehramtsstudium ist in höchstem Maße selbstbestimmt. Das bedeutet viel Freiheit im positivsten Sinne. Das bedeutet aber auch, dass man sich durch Prüfungen schummeln kann (ich hab das Sachen gemacht gehört, das glaubt Ihr nicht) und dass man sich sehr bequem durchmogeln kann, wenn man dazu neigt.
Es bedeutet auch, dass man sich sehr erfolgreich total in der Theorie vergraben kann, ohne allzu oft auf Kinder zu treffen. Wenn man dazu neigt.
Man hat eben alle Möglichkeiten offen.

Und: Eigentlich gibt es gar kein Lehrer-Studium. Es gibt nur die Möglichkeit, durch die Kombination von ein bisschen Fachstudium (Deutsch, Mathe, Physik, …) und ein bisschen Pädagogik die Scheine zu sammeln, die für z.B. das Grundschullehrmat nötig sind. Aber niemand – vor dem Referandariat – kontrolliert mal, ob bei dieser selbstbestimmten Kombination ein Lehrer rauskommt.
Nie ist – ich glaube ich sagte es schon einmal – wirklich zuständig für das große ganze. Nur für diese Mathe- oder jene Pädagogikprüfung.
Aber nie für die „Lehrer“-prüfung.

Habe ich neben all den schlauen Beobachtungen eine Lösung? Darum gehts dann morgen im fünften und letzten Teil.

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4 Reaktionen

Am 22.03.2008 um 9:56 Uhr sprach kaltmamsell:

Was noch von Interesse wäre: Um welches Bundesland geht es? Und um welche Schulart? Da Schulen Ländersache sind, unterscheidet sich auch die Lehrerausbildung, und dass die Anforderungen für einen Abschluss je nach Schulart sehr verschieden ist, wissen Sie ja selbst.


Am 22.03.2008 um 12:16 Uhr schrieb Christian:

Frau Kaltmamsell, Sie siezen mich?? Aber lass das doch :)

Ich spreche von NWR – und meine Erfahrungen beziehen sich auf die Grundschule – für die hier inzwischen kombiniert mit der Hauptschule ausgebildet wird – und die Sonderschule.

Vielleicht ist eine Sek II – Ausbildung da auch noch was anderes – die kann eher fachlich ausgerichtet sein. Obwohl natürlich auch die gut mit jungen Menschen umgehen können müssen.
Wobei sich eine gymnasiale Oberstufe ja ganz anders egegen einen unfähigen Lehrer zur Wehr setzen kann als eine Grundschulklasse…


Am 22.03.2008 um 16:32 Uhr wusste kaltmamsell:

Sehn’S (ich sieze dazwischen gerne mal, nicht als Abweisung auffassen), hier in Bayern gibt es zum Beispiel nur eine Art Gymnasiallehrer für alle Stufen. Nicht-Bayern sind gerne mal verdutzt, wenn der Mitbewohner auf die Frage, welches Alter seine Schüler haben, antwortet: 11 bis 21.

Haupt- und Grundschullehrer werden hier getrennt ausgebildet; doch gerade männliche Grundschullehrer werden dann auch mal – rubbeldiekatz! – an Hauptschulen versetzt.
Sprich: Dieselben Leute, die die Bedeutung von Pädagogik für die Lehrerausbildung betonen – nämlich die Leute in den Kultusministerien der Länder – betreiben schulische Personalpolitik ohne jede Rücksicht genau darauf.


Am 22.03.2008 um 17:03 Uhr sprach Christian:

Ich hab mich gerade noch einmal bei der Mitbewohnerin rückversichert – reine Sek II – Lehrer gibts hier wohl auch nicht; das sind dann Sek I’ler mit erweiterter Ausbildung.
Faktisch dann nur die, deren Fächer es vor der Oberstufe noch nicht gibt (Philosophie/Literatur fiele mir da als etwas absurdes Beispiel ein)
Wobei wir ja auch hier wieder nur von der fachlichen und nicht der menschlichen Qualifikation reden.

Aber zu Ihrem Beispiel: Das ist ja auch ziemlich gruselig – gerade die Hauptschule verlangt doch komplett andere Persönlichkeiten als die Grundschule …

Was mich interessieren würde: Wie siehts denn im Süden aus mit dem Refomwillen? In NRW kämpfen Regierung und Opposition aber auch andere ja erbittert darum, alles besser machen zu wollen. Zwar nicht in der gleichen Richtung, aber …


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