Gelesen und gemerkt am 12.7.2012
Aus der Kategorie »just linked«
Heute aus dem Feedreader gepickt:
- Internetnutzung: Die Faszination vom Abschalten (zeit.de)
»Wie jede Nostalgie ist auch das Offlinesein kaum mehr als eine naive Projektion. Denn was nicht nur Studenten wissen: Auch ohne Internet lässt sich vorzüglich prokrastinieren. Und ebenso wie ein Moleskine noch keinen Hemingway macht, macht auch das Offlinesein die Erfahrungen nicht besser, nicht greifbarer, nicht "echter". Ein Wald ist ein Wald ist ein Wald. Er wird aber nicht besser, ob mit oder ohne Smartphone in der Tasche, ob wir die Erfahrung nun twittern oder nicht.« - Norwegen: Das Leben nach dem Tod in Utøya (zeit.de)
»Das ist der Himmel, wie es sich eine 18-Jährige vorstellt: ein Ort mit Smartphones, gutem Empfang und kabellosem Internetzugang. Schließlich heißt es doch Paradies. Wenn man an diesem Ort seine Seele behalten darf, also seinen Charakter, seine Wünsche und Erfahrungen, seine Liebe und seine Gedanken, warum dann nicht auch sein Handy? Schließlich ist darauf die erreichte Rekordpunktzahl im Angry-Birds-Spiel gespeichert, die vielen Fotos und vor allem all die rührenden, alten SMS. Ihre ganze Freundschaft in witzigen Wortwechseln.Als Lejla noch lebte, haben sie einander mindestens 20 SMS am Tag geschickt. Haben über Mindestlohn und Chancengleichheit diskutiert, über schlechte Küsser und krasse Diätregeln gelästert, über Differenzialrechnungen geklagt und sich gegenseitig über neue Nagellackmarken und neue Pickel informiert. Manchmal hatte Sofie ihrer Freundin morgens auch Fotos von zwei verschiedenen Outfits rübergeschickt, mit der Frage: »Was soll ich anziehen?« Und obwohl Lejla es amüsant fand, wie man sich mit so was Nebensächlichem wie einem Oberteil so lange befassen konnte, hat sie der Freundin immer geantwortet.«
Pinboard sei gedankt!