Man lernt ja nie aus

Aus der Kategorie »just work«

Ich habe schon zu verschiedenen Gelegenheiten für verschiedene Auftraggeber oder auch aus eigenem Interesse mal hier oder das Amt eines Pressesprechers inne gehabt. Hauptsächlich bedeutete das, die jeweils betroffene Lokalpresse einzuladen, wenn es etwas dolles gab und vorab ein paar Infos zusammen zu stellen. Ebenfalls im Job mit drin war natürlich der Versand von Pressemitteilungen, wenn es nicht gleich für einen eigenen Termin reichte.
Als ich zum Beispiel für den kleinen Theaterverein schrieb, habe ich jeweils drei Wochen vor einer Veranstaltung, eine Woche vorher und dann am Tag davor Artikel verschickt. Die Artikel waren jeweils einzeln für den Anlass verfasst, waren in der eMail selbst und als PDF und als RTF angehängt und ich hoffte, dass sie veröffentlicht wurden.

Times they are a-changing. Ganz offensichtlich.
Denn: Im Zuge meiner Mitarbeit beim Mendener Magazin gehe ich ja jetzt öfter mal durch meine persönliche Pressemitteilungshölle, wenn ich die frischen Artikel veröffentliche.

Und wundere mich immer …

  • dass Menschen, die Pressesprecher sind, am Ende der Zeile in Word auf [Return] drücken*,
  • dass Menschen die das tun, auch gerne mal von Hand trennen. Mit Bindestrich und [Return]. Meist besonders eifrig jede zweite Zeile mindestens.
  • Dass »undisclosed recipients« immer noch ein fast genauso gern gesehener Empfänger für eMails ist wie eine offene Liste mit 120 Empfängern zwischen hier und Holland,
  • was WordArt auf dieser Welt in Pressemitteilungen zu suchen hat,
  • dass es zwischen Handy-Foto und PowerPoint-Präsentationen mit 60 Fotos keinerlei Schamgrenze für das übersandte Bildmaterial gibt,
  • dass niemand Probleme damit hat, mir sein komplettes Briefpapier mit Kopf und Unterschriften-Scan zur Benutzung auf dem Silbertablett serviert zu schicken …

… also insgesamt: Dass die wenigsten auch nur die geringste Lust verspüren, einigermaßen aufbereitete Infos in einer vernünftigen Art und Weise zu verschicken.

Heute Morgen jedoch habe ich dann die nächste Stufe erreicht. Wir bekamen zwei Mails, die sich jetzt aber doch mal so richtig beschweren wollte.
Nummer eins, dass sie doch immerhin vor drei Tagen eine PM verschickt hätte und die IMMER NOCH NICHT veröffentlicht wäre. Na ja. Hoffnung ist halt nicht jedermanns Ding.

Und Nummer zwei bat darum, dass wir dem Mitarbeiter »Feedburner-Noreply« mal kräftig die Leviten lesen, der würde nämlich unprofessionell arbeiten. Denn der Newsletter mit dem Termin (Montag Abend), den sie uns am Montag Morgen geschickt hatte war von Herrn Feedburner-Noreply erst am Dienstag Morgen versandt worden.

Hallo Google, falls Du also mitliest: Herr Feedburner-noreply arbeitet unprofessionell. Mahn’ den doch mal ab. Danke.

*) Als die schnellste Möglichkeit, solche festen Zeilenschaltungen zu entfernen hat sich für mich übrigens der kleine Editor Proton herausgestellt. Er lädt extrem schnell und mit Absatz markieren -> Alt-Entf sind die Umbrüche raus.


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