Mecker all around me.
Aus der Kategorie »just people«
Manchmal gucke ich mich um und werde so ein bisschen traurig.
Da bin ich hier in dem tollsten Ding seit Menschengedenken. In diesem super-duper Internetdings, das mir Nachrichten schneller an meinen Schreibtisch bringt als irgendetwas anderes, das mich seit Jahren mit Liebe und Spaß, mit Information und Entertainment beglückt hat. Dieses Ding, über das ich geschätzt dreiviertel meines Freundeskreises kennen gelernt habe.
Deses Ding, das mich an Geschichten teilhaben lässt, die ich sonst nie gehört hätte und das mich Einfluss nehmen lässt auf meine und unsere Gesellschaft, wie es nie vorher möglich war.
Mit einem Wort: An diesem superduper Internet eben.
Und dann gucke ich ins Fernsehen, in die Zeitungen, in den Stammtisch-Talk und ich höre Bedenken, ich höre nur Ängste und Zweifel. Und während andere Länder begriffen haben, dass das nicht mehr weggeht, hoffen hierzulande noch viele darauf, dass sie den Kopf in ein paar Jahren aus dem Sand nehmen können und alles wieder ist wie früher.
Gut, dass wir – also wir »Internetgemeinde«, wir »jungen Leute aus dem Netz«, wir Blogger und Twitterati, wir Linksammler und facebook-Freunde das alles besser wissen.
Wir wissen ja schließlich von dem Wert von Vernetzung und Transparenz und nicht zuletzt von all den Idee, all der Energie und all der Liebe.
Aber: Warum lese ich dann in der letzten Zeit auch hier so viel Missgunst, so viel Neid, soviel Gewichse auf Kosten anderer? Leute, die die Hälfte ihrer Timeline damit füllen, über Leute herzuziehen? Abschätzige Kommentare über alles neue? Finger und Salz in jede noch so kleine Wunde, bissige Sprüche über alles, was anders ist?
Wo früher noch geistreiche Wortspiele und liebevolle Memes meinen Twitterstream bestimmten, reicht es heute, über irgendwen herzuziehen um unbedachten Beifall zu bekommen und sich offensichtlich eine kleine Weile irgendwie gut fühlen zu können.
Schade. Wenn die Stimmung so bleibt, dann haben die Offliner doch gewonnen.
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