Mecker all around me.

Aus der Kategorie »just people«

Manchmal gucke ich mich um und werde so ein bisschen traurig.

Da bin ich hier in dem tollsten Ding seit Menschengedenken. In diesem super-duper Internetdings, das mir Nachrichten schneller an meinen Schreibtisch bringt als irgendetwas anderes, das mich seit Jahren mit Liebe und Spaß, mit Information und Entertainment beglückt hat. Dieses Ding, über das ich geschätzt dreiviertel meines Freundeskreises kennen gelernt habe.
Deses Ding, das mich an Geschichten teilhaben lässt, die ich sonst nie gehört hätte und das mich Einfluss nehmen lässt auf meine und unsere Gesellschaft, wie es nie vorher möglich war.
Mit einem Wort: An diesem superduper Internet eben.

Und dann gucke ich ins Fernsehen, in die Zeitungen, in den Stammtisch-Talk und ich höre Bedenken, ich höre nur Ängste und Zweifel. Und während andere Länder begriffen haben, dass das nicht mehr weggeht, hoffen hierzulande noch viele darauf, dass sie den Kopf in ein paar Jahren aus dem Sand nehmen können und alles wieder ist wie früher.

Gut, dass wir – also wir »Internetgemeinde«, wir »jungen Leute aus dem Netz«, wir Blogger und Twitterati, wir Linksammler und facebook-Freunde das alles besser wissen.
Wir wissen ja schließlich von dem Wert von Vernetzung und Transparenz und nicht zuletzt von all den Idee, all der Energie und all der Liebe.

Aber: Warum lese ich dann in der letzten Zeit auch hier so viel Missgunst, so viel Neid, soviel Gewichse auf Kosten anderer? Leute, die die Hälfte ihrer Timeline damit füllen, über Leute herzuziehen? Abschätzige Kommentare über alles neue? Finger und Salz in jede noch so kleine Wunde, bissige Sprüche über alles, was anders ist?
Wo früher noch geistreiche Wortspiele und liebevolle Memes meinen Twitterstream bestimmten, reicht es heute, über irgendwen herzuziehen um unbedachten Beifall zu bekommen und sich offensichtlich eine kleine Weile irgendwie gut fühlen zu können.

Schade. Wenn die Stimmung so bleibt, dann haben die Offliner doch gewonnen.


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

6 Reaktionen

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Am 13.07.2012 um 21:22 Uhr ergänzte Señor Rolando:

Junger Mann, Sie haben die falsche Timeline. Also wirklich.

Früher hätt’s das nicht gegeben.


Am 13.07.2012 um 23:04 Uhr ergänzte Christian:

Naja, jeder hat doch irgendiwe die falsche Timeline, oder?

Und früher war eh alles besser :)


Am 14.07.2012 um 10:26 Uhr sprach Luca:

Manchmal habe ich Angst, dass dieses Ding so großartig ist/war, weil nur jene Leute, dort waren, die es auch toll gefunden haben und jetzt immer mehr kommen, die es eigentlich gar nicht toll finden, aber man das heute so macht und somit den gleichen Grant mitbringen, den sie sonst über andere Kanäle losgeworden sind.

Ich bin manchmal in solchen Großgeschäften und bringe meist eine ähnlich miese Stimmung mit. Vielleicht denken sich die Leute dort dann auch, warum ich mich nicht freue, dass diese ganzen Geräte/Kleidungsstücke/Plastikdinger direkt und einfach verfügbar sind zu einem kleinem Preis. Stattdessen schnauze ich die Verkäufer an, dass dieses oder jenes nicht passt oder warum sie so ahnungslos sind.

So wirklich funktioniert der Vergleich jetzt nicht.

Vielleicht. Ach, ich weiß auch nicht.


Am 14.07.2012 um 11:52 Uhr sagte Christian:

Hm, doch, er funktioniert. Schon weil ich mich in Malls gelegentlich ähnlich verhalte :)
Aber: ich meinte ehrlich gesagt auch viel die Leute, die schon länger da waren. Ich hab an meiner Timeline wenig verändert, hab seit Monaten keine neuen facebook-Freunde – aber trotzdem das gefühl, dass die selben Menschen immer grantiger werden.
*guckt vors Fenster* Kann natürlich auch am Wetter liegen :)


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