Mein ideales Home-Office-SetUp I

Aus der Kategorie »just work«

Nachdem ich ja jetzt schon 15 Jahre selbstständig – davon 10 zu Hause – arbeite, will ich hier einmal mein ideales SetUp im Home-Office vorstellen. Warum? Weil mich in der letzten Zeit ein paar Menschen danach fragten und weil ich ja der Meinung bin, dass man alles ins Internet reinschreiben sollte, damit andere Menschen alles im Internet finden können.

Es soll um Hard- und Software gehen, ich will versuchen, Zahlenspielereien zu vermeiden und dafür auf die Gründe einzugehen, die meine Entscheidungen beeinflusst haben. Die Worte »Mac«, »Windows« oder »Linux« werden kaum auftauchen; ich arbeite im Endeffekt eh mit allen dreien.

Computer:
Herz und Angelpunkt meiner Arbeit. Ich arbeite mit einem klassischen Desktop-Rechner und einem kleinen Laptop. Desktop, weil ich viel Grafik-Bearbeitung mache, die ich am Laptop nicht kann; Laptop, weil ich auch mal beim Kunden sitze, mal was präsentiere und auch mal zum Schreiben ins Cafe gehe.
Im Desktop arbeitet eine SSD, auf der das Betriebssystem läuft und wirklich viel Arbeitsspeicher – meines Erachtens die beiden einzigen Dinge, die wirklich noch einen Geschwindigkeitsvorteil bringen. Außerdem sagte ich zu dem Mann im Laden damals »Machen Sie ihn leise.« Meeresrauschen ist super, aber nur am Strand und nicht unterm Schreibtisch.

Seit dem MacBook kannwill ich nur noch mit Mac-Tastaturen arbeiten, also hängt auch am Windows-Desktop eine Mac-Tastatur. Mit Sharp Keys habe ich mir ein paar Tastatur-Belegungen umgebogen.

Monitore:
Schon seit Ewigkeiten arbeite ich mit mindestens zwei Monitoren und 2009 hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts mich auch endlich bestätigt.
Faktisch sieht das bei mir so aus, dass am Desktop zwei 22″-Monitore hängen, das Laptop daneben aber noch via Synergy so angebunden ist, dass ich es auch mit Tastatur und Maus des Desktops bedienen kann. Auch die Zwischenablagen werden synchronisiert, so dass ich das Laptop quasi als vollwertigen dritten Monitor im Arbeitsablauf integriert habe. Für den Mac gibt es übrigens hier eine Bedienoberfläche für Synergy.

Links von mir steht also das Laptop, darauf Skype, Twitter, Simfy oder iTunes, also hauptsächlich der Kram, der nebenher läuft und den ich so auch sehr gut ausblenden kann, wenn er mich stört.
In der Mitte läuft dann der Html-Editor oder Photoshop, je nachdem, was ich gerade so tue und rechts mein Word-Quelldokument oder Outlook mit der eMail des Kunden (ich hangele mich im Alltag ja oft an solchen Arbeitsanweisungen von Kunden entlang)

Speicher/BackUp/Server:
Nachdem lange ein zweiter Desktop-Rechner in der Ecke den Server- und Speicher-Sklaven für mich machte, steht dort jetzt ein NAS, nämlich ein Synology DS 211. Meine Ansprüche sind nicht groß, ich brauche eigentlich nur:

  • einen Webserver mit PHP und SQL
  • eine BackUp-Lösung
  • echtes RAID

und ich freue mich zusätzlich sehr über

  • einen Medien-Server
  • einen iTunes-Server
  • eine Benutzerverwaltung, die uns beiden auch privat hier Speicher und BackUp zur Verfügung stellt
  • Zugriff via Internet von außen, wenn ich es möchte
  • einen internen Dropbox-Clone, der mir Daten über Dekstop und Laptop synchronisiert

Das alles bietet mir die kleine Synology-Kiste. Morgens geht sie irgendwann alleine an, nachts alleine wieder aus, wenn irgendetwas nicht läuft oder wenn es Updates gibt bekomme ich eine eMail. Darüberhinaus habe ich (die wirklich sehr gute) Bedienoberfläche nach der ersten Einrichtung nicht benutzen müssen. Für Windows gibt es ein Back-Up-Programm, der Mac meldet eine TimeMachine-Platte, wenn das NAS und auf dem NAS der entsprechende Dienst läuft.
Oder anders: Das NAS steht in der Ecke, ist leise und läuft höchst unauffällig vor sich hin.

Dateisynchronisation
Alle meine Arbeitsdaten liegen auf dem NAS, das habe ich als Netzwerklaufwerk überall eingebunden. Da ich aber höchst ungerne davon Gebrauch mache, das NAS ins Internet zu öffnen brauche ich gelegentlich eine Lösung, die mir Daten auf Arbeitsrechner und Laptop synchron hält. Dropbox, GoogleDrive und ähnliche sind keine Lösung, da ich keine Kundendaten auf fremde Server lege.
Zum Glück gibt es von Synology inzwischen die Anwendung CloudStation, einen Dropbox-Clon, der das erledigt.
Die Dropbox nutze ich eigentlich nur, um dort zB temporär Kunden größere Dateien zum Download zu hinterlegen, Vorschaubilder zu präsentieren oder mit Kollegen, die an einzelnen Projekten mitarbeiten, Dateien auszutauschen.

eMail & Kalender
Auch bei eMails kommt es für mich nicht in Frage, Daten bei irgendwem in irgendwo zu lagern. Meine eMails liegen auf meinem Server bei meinem Webhoster, ich rufe sie per IMAP und Outlook oder Thunderbird oder iPhone ab, das kleine Programm IMAPsize sichert mir regelmäßig alle Mails auf meine eigene Festplatte.

Dank des iPhones brauche ich zusätzlich nur einen Kalender auf dem Desktop-Rechner, der Kalender auf dem Laptop liegt brach. Ein Versuch, den Outlook-Kalender testweise via iCloud für Outlook zu synchronisieren endete im Chaos – mein Rat: Lasst es. iPhone und PC synchronisieren sich per Kabel, das funktioniert zuverlässig und ich habe alles bei mir und auf dem Arbeitsrechner; das reicht bestens.

Mit Outlook als eMail/Kalender/Adressbuch bin ich zwar nicht superglücklich, aber es läuft. Und wenn Apple irgendwann begreift, dass ich Kontakte gerne – zB in »Arbeit« und »Privat« – kategorisieren würde, dann wäre alles rosarot-superduper. Aber auch so ist das alles schon echt gut.

Telefon
Mir war von Beginn an wichtig, dass ich eine Büro- und eine Privatnummer haben wollte, also haben wir einen ISDN-Anschluss mit ziemlich vielen Nummern. Als Telefonanlage nutze ich die FritzBox 7220, und die tut ziemlich viel für mich:
Sowohl die Liebste und ich haben je eine Büro-Nummer und wir teilen uns eine Privat-Nummer; die FritzBox verteilt also ankommende Anrufe auf zwei Telefone, die je nach angerufener Nummer nett unterschiedlich klingeln. Anrufe mit unterdrückter Nummer an mein Büro landen direkt auf dem FritzBox-internen AB, Anrufe der meisten Telefon-Spammer direkt beim Datenschutzbeauftragten NRW.
Auf allen Nummer warten eigene ABs darauf, ob wir mal nicht drangehen können, alle ABs schicken uns dann eine eMail, wenn ein neuer Anruf da ist. Ebenso bekomme ich eine eMail, wenn ich ein Fax bekomme. Nachricht bzw Fax sind jeweils an die Mail angehängt. Vorteil: Wenn wir wollen, können wir überall und immer erreichbar sein, wenn wir es nicht wollen aber eben auch nicht.

Wenn ich es will (eher selten – siehe oben) macht die FritzBox einen Kanal aus dem Internet zum NAS auf, wenn Gäste da sind können die einen eigenen Gastzugang zum WLAN bekommen, ohne, dass sie dabei gleich komplett in meinem Büro-Netzwerk hängen.

Damit das alles nicht zu lang wird, teile ich den Eintrag dann hier mal auf und mache morgen weiter. Dann mit den vielen kleinen Tools, die das Arbeiten leichter machen.

Kommentare sind natürlich herzlich willkommen und neugierig bin ich natürlich auch – wie sieht denn das bei Euch so aus?


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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

5 Reaktionen

Am 01.07.2012 um 17:12 Uhr ergänzte Kiki:

Hast Du eine spezielle Faxsoftware für die Fritzbox, oder gibt es die bei dem Modell dazu?

Mein Setup sieht folgendermaßen aus:
Zu meiner Linken steht ein 27″ iMac, vor mir liegt ein großes Grafiktablett, daneben ein Scanner. Ich arbeite hauptsächlich im Photoshop und anderen Grafikprogrammen (Illustrator, Sketchbook Pro, seltener InDesign). Illustrationen entstehen entweder klassisch mit Bleistift oder Kohle auf Papier, werden eingescannt und dann weiterverarbeitet, oder – in letzter Zeit häufiger – direkt auf dem iPad, meist in der genialen App Paper oder aber Sketchbook Pro und dem sensu brush, einem wunderbaren Eingabestift-/pinsel für das iPad, den mit zu kickstarten ich die Ehre hatte. Ich zeichne gern direkt ins iPad und digital, weil ich das, wie einen Zeichenblock, überall mit hin nehmen kann und mir den Scanvorgang spare. Aber ich arbeite auch gern klassisch mit Stift und Papier.

Ich hätte sehr gerne noch einen zweiten Monitor für die ganzen blöden Paletten in den Programmen den Creative Suite, um mehr screen real estate zu gewinnen, aber dafür reicht leider mein Schreibtisch real estate nicht aus. Briefings drucke ich mir aus, die muss ich auf Papier lesen, darin herumkritzeln, notieren und markieren, das kann ich nicht am Bildschirm. Ich arbeite so gut es geht und gerne digital, aber ich bin auch ein sehr haptischer Mensch.

Meine Tastatur ist wieder die gute, alte Apple Krümelwanne (copyright: @dentaku), da ich die drahtlose Appletastatur ergonomisch grauenhaft finde und mir das ständige Gejammer nach frischen Batterien auf die Nerven ging. Ich tippe sehr viel da ich nicht ausschlesslich von Design und Illustration, sondern auch von Konzeption und Text lebe und mein innigster Wunsch wäre die perfekte Tastatur. Keine Ahnung, welche das sein soll. Eine bessere Maus als die Apple Maus wäre auch toll. Früher hatte ich mal einen Kensington Trackball, der war genial, aber den habe ich nie wieder so irgendwo gesehen.


Am 01.07.2012 um 18:39 Uhr sagte Christian:

Für Windows gibt es FritzFax, für die beiden Faxe, die ich in drei Jahren verschicke wüsste ich nicht, was ich mehr bräuchte. Fritz hat ein paar ganz praktische Tools kostenlos zum Download, auch ein Wahlhilfe-Programm. Aber afaik alles nur für Windows.


Am 02.07.2012 um 0:07 Uhr kommentierte Johannes:

Sehr interessant, danke für den Einblick! Freue mich auf weitere Teile.


Am 02.07.2012 um 10:38 Uhr sprach Dentaku:

Die beiden Artikel wären vielleicht auch was für die Reihe “Das Setup” von Freund @admartinator.


Am 02.07.2012 um 10:43 Uhr ergänzte Christian:

Oh, stimmt, das würde passen.
Kannte ich gar nicht, die Seite.

Mal sehen, da könnte man ja was zusammenschreiben oder so. Merci für den Hinweis!


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Na, da hat Google aber eine ziemlich großzügige Auffassung davon, was so alles schon Deutsch ist.

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