»Mind the gap«-Gedankenfetzen #2
Unter diesem Titel sammele ich Ideen rund um mein Lieblingsthema »Digital gap«. Ungeordnet und fragmentarisch. Mal sehen, was draus wird.
Gestern bei Freunden:
Sie: »Also facebook, das ist ja eh kompletter Blödsinn. Alle blöd, da. Ich hab’ mich da ja mal angemeldet, und dann hab ich da mal reingeguckt und nichts gemacht. Und hätte ich nicht ein paar Freundesanfragen da gehabt, dann würd’ ich das ja auch wieder löschen. Was macht man da?
Ich meine, alle, die da sind, die posten irgendwelchen Blödsinn und das soll ich dann lesen? Warum soll man das tun? Das kann doch kein vernünftiger Mensch tun, das macht doch alles keinen Sinn?! Von Euch ist doch auch keiner da, ich meine, wir sind doch alle vernünftig.«
Ich: »Ich bin bei facebook. Seit vier Jahren und ich organisiere einen Großteil meines Soziallebens dort, habe da tolle Menschen kennen gelernt und auch schon mehrfach haben mich Menschen engagiert, weil sie meine öffentliche Person dort und an anderen Stellen im Social Web so mochten, dass ich für sie arbeiten sollte«
Sie: »Oh …«
Es war ihr dann etwas peinlich.
Mind the gap: Ich kann etwa gut finden oder nicht. Ich kann ein gesellschaftliches Phänomen verstehen oder nicht. Aber wenn ich etwas so komplett ablehne, dass ich alle, die das tun, was ich nicht verstehe gleich für blöd erkläre, dann wirds auch alles nicht einfacher.
27.06.2012
14:33 Uhr
Anne kommentierte:
Bei den meisten Social Networks kommt es darauf an, wie und mit wem man es nutzt. Ich konnte Facebook lange Zeit nichts abgewinnen, bis ich damit angefangen habe, es öfter und na ja, “zielführender” zu benutzen. Für Twitter gilt das gleiche.
Beide Netzwerke kann man auch (bei geeignetem Freundes- bzw. Followerkreis) auch recht gut für schnelle Informationsbeschaffung nutzen. Wenn ich z.B. Restauranttipps brauche, dann frag ich die Leute da, ich weiß ja selber gar nicht, wen ich am besten fragen könnte, also einfach alle, und die, die’s nicht interessiert, brauchen nicht zu antworten, und die, die was wissen, können sich dann ganz bequem melden.
Ich hab aber auch schon festgestellt, dass ich mit dem Social-Network-Output von einigen Leuten, die ich halt aus dem richtigen Leben kenne/kannte, wenig anfangen kann. Aber das seh ich als weiteres Argument für die These, dass es eben drauf ankommt, wie man so ein Netzwerk nutzt.