»Mind the gap«-Gedankenfetzen #2

Aus der Kategorie »just work«

Unter diesem Titel sammele ich Ideen rund um mein Lieblingsthema »Digital gap«. Ungeordnet und fragmentarisch. Mal sehen, was draus wird.

Gestern bei Freunden:
Sie: »Also facebook, das ist ja eh kompletter Blödsinn. Alle blöd, da. Ich hab’ mich da ja mal angemeldet, und dann hab ich da mal reingeguckt und nichts gemacht. Und hätte ich nicht ein paar Freundesanfragen da gehabt, dann würd’ ich das ja auch wieder löschen. Was macht man da?
Ich meine, alle, die da sind, die posten irgendwelchen Blödsinn und das soll ich dann lesen? Warum soll man das tun? Das kann doch kein vernünftiger Mensch tun, das macht doch alles keinen Sinn?! Von Euch ist doch auch keiner da, ich meine, wir sind doch alle vernünftig.«

Ich: »Ich bin bei facebook. Seit vier Jahren und ich organisiere einen Großteil meines Soziallebens dort, habe da tolle Menschen kennen gelernt und auch schon mehrfach haben mich Menschen engagiert, weil sie meine öffentliche Person dort und an anderen Stellen im Social Web so mochten, dass ich für sie arbeiten sollte«

Sie: »Oh …«
Es war ihr dann etwas peinlich.

Mind the gap: Ich kann etwa gut finden oder nicht. Ich kann ein gesellschaftliches Phänomen verstehen oder nicht. Aber wenn ich etwas so komplett ablehne, dass ich alle, die das tun, was ich nicht verstehe gleich für blöd erkläre, dann wirds auch alles nicht einfacher.


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Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

4 Reaktionen

Am 27.06.2012 um 14:33 Uhr ergänzte Anne:

Bei den meisten Social Networks kommt es darauf an, wie und mit wem man es nutzt. Ich konnte Facebook lange Zeit nichts abgewinnen, bis ich damit angefangen habe, es öfter und na ja, “zielführender” zu benutzen. Für Twitter gilt das gleiche.

Beide Netzwerke kann man auch (bei geeignetem Freundes- bzw. Followerkreis) auch recht gut für schnelle Informationsbeschaffung nutzen. Wenn ich z.B. Restauranttipps brauche, dann frag ich die Leute da, ich weiß ja selber gar nicht, wen ich am besten fragen könnte, also einfach alle, und die, die’s nicht interessiert, brauchen nicht zu antworten, und die, die was wissen, können sich dann ganz bequem melden.

Ich hab aber auch schon festgestellt, dass ich mit dem Social-Network-Output von einigen Leuten, die ich halt aus dem richtigen Leben kenne/kannte, wenig anfangen kann. Aber das seh ich als weiteres Argument für die These, dass es eben drauf ankommt, wie man so ein Netzwerk nutzt.


Am 27.06.2012 um 15:10 Uhr kommentierte Christian:

Klar, vollkommen d’accord.

Ich zielte ja mehr darauf ab, dass Menschen sich ihre Welt so bauen, dass “vernünftige” Menschen (also die, die sie so kennen) schon bitte genau das gleiche denken wrden wie sie.
Dsa hat sie echt irritiert, dass jemand den sie kannte jetzt etwas postivies über facebook sagte …


Am 27.06.2012 um 17:09 Uhr meinte Anne:

Ich hab mal in einem etwas anderen Zusammenhang darüber geschrieben, nämlich darüber, dass meine Eltern lieber telefonieren und ich lieber Mails schreibe: http://herebesubtlety.squarespace.com/blog/2011/11/22/the-technology-gap-or-why-i-should-not-email-my-parents-and.html

Der Diskussionseinstieg war halt ähnlich, der Sinn von Facebook wurde nicht direkt in Frage gestellt, aber zumindest kritisch beäugt. Ich mag das, dass ich so einfach mit Leute kommunizieren kann, ohne mir Stress zu machen. Es scheint mir noch nicht mal ein Generationenkonflikt zu sein, sondern eher unterschiedlichen Vorstellungen, wie man sein soziales Netzwerk pflegt oder zu pflegen hat.

Es ist halt leider so, dass man den Sinn (und gelegentlich auch Unsinn) von Netzwerken wie Facebook oder Twitter oft nur schwer erklären kann, wenn man selbst daran nicht aktiv teil hat. Und dann ist es halt auch “in”, darüber zu nölen, obwohl man eigentlich keine Ahnung hat.


Am 27.06.2012 um 19:46 Uhr antwortete Christian:

Stimmt, ging mir mit Twitter zum BEispiel sehr ähnlich – meine erste Reaktion war “was soll denn der Scheiss?” (naja, und inzwischen geh ich auf die 20.000 Tweets zu :) )

Ich habs halt nur niemand auf die Nase gebunden und erst Recht niemanden verurteilt, der es schon benutzte.

Aber das ist vielleicht auch nur menschlich – in einer Zeit wo man ja gerne mal das Gefühl hat, nicht mitzukommen – ist es da nicht eine sehr logische Abwehrhaltung, die Dinge, die man nicht will/kann/versteht, erst einmal blöd zu finden – nur um sich nicht selber blöd finden zu müssen?

Und zu Deinem Post: Ja, ich denke auch nicht, dass es irgendetwas mit den Generationen zu tun hat. Dazu kennen ich auch zu viele “Offliner” in meinem Alter.


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