Monrose - such a Shame?
Ich denke ja wirklich viel über die drei Mädels (Monrose, Ihr wisst schon) nach.
Als ich früher™ noch so richtig aktiv Musik gemacht habe, da wollten wir auch berühmt werden. Klar. Ruhm, Tour und Mädchen! Sex, Drugs und Rock’n'Roll, was auch immer das alles so sein mochte.
Aber vor allem wollten wir Musik machen.
Dafür haben wir monatelang Schimmel geatmet, uns die Finger abgefroren und die Ohren ruiniert.
Jetzt letztens sagte wer – ich hab natürlich sowohl „wer” als auch „wo” vergessen – sinngemäß: „Wenn man heute in die Castingshows guckt fällt auch: Die wollen Stars werden. Wir wollten Musik machen und sind berühmt geworden”
Man weiß natürlich nicht, was D!, Dieter und Nina den drei Siegerinnen Senna, Bahar und Mandy (und den anderen vorher) schon so alles beigebracht haben, aber sie sagen ja wenigstens treuherzig bei jeder Gelegenheit, dass es ihr Traum ist, Musik zu machen. Schon immer.
Aber die Berater lesen bestimmt auch so Interviews wie ich und wissen, was sie den Mädels beibringen müssen.
Noch einmal zurück:
Damals™ habe ich zweimal mitbekommen, wie Freunde von mir auf einmal einen Plattenvertrag hatten. Habe die Euphorie mitbekommen, wenn man auf einmal mit Leuten von einem MajorLabel telefoniert und wenn die ersten Vertragsentwürfe aus dem Fax fallen.
Ich habe aber auch noch sehr lebhaft die Verwirrung in Erinnerung, wenn man sich auf einmal gar nicht mehr mit der Musik beschäftigt, sondern wenn es um Prozente, Zeitabläufe, Absatzzahlen, Vertragslaufzeiten und ähnliches geht.
Sprich: wenn man merkt, dass es den Menschen weder um Kunst und erst recht nicht um einen selbst als Person geht.
Sondern nur um Geld. Ihr eigenes, nicht das der Band.
Diese Sorge um die Provisionen wird eingepackt in wohltönende Worte, in viel Lob über Stil und Geschmack, über tolle Stimmen und grossartige Kompositionen. Aber wer wach ist hört sie.
Ob die drei, die erst einem Traum nachgelaufen sind und dann ein halbes Jahr lang systematisch beigebracht bekommen haben, dass sie gut sind, dass sie „die besten aus über 6000 Mädchen” sind, dass sie tolle Sängerinnen sind und großartige Kunst schaffen die einen ach so harten D! zu Tränen rührt, ob diese drei Mädchen auch beigebracht bekommen haben, dass sie am Donnerstag, den 23. 11. 2006 zu einer Sache wurden? Ob sie wach genug sein können, das zu hören? Dass die Kunst keinen von denen interessiert, mit denen sie gerade zu tun haben?
Dass alle lügen?
Dass sie zu einem Produkt wurden, dass nur einen einzigen Zweck hat: Geld machen.
Und dass sie danach schneller fallengelassen werden werden, als man „heiße Kartoffel” sagen kann?
Ich fürchte ja nicht.
Von hier aus kann man übrigens die Single bei amazon vorbestellen.
Das hilft ihnen auch nicht, ich weiß. Aber vielleicht mir :-)

eco
(29. November 2006 - 11:22 Uhr)
Das Musikbusiness hat nur noch soviel mit Musik zu tun, dass Musik vermarktet wird. Aber man sieht ja wohin die Reise geht. Bands werden zusammengecastet, unter berücksichtigung des Massengeschmacks, und die Musik wird am Rechner _konstruiert_ und optimiert. Es soll sogar schon eine Software in der Entwicklung sein, die einen Song analysiert, mit den meistverkauften Songs vergleicht und ausgibt, wie gut sich das Lied verkaufen wird. Die Musik verdichtet sich immer mehr auf den Mainstream. Retortenkunst. Traurig.