O2 my god
Für alle, die hier noch nicht so lange lesen zuerst eine kurze Chronologie:
2001:
Christian kauft sich auch ein Handy und schließt einen Vertrag bei Viag Interkom ab.
2001 – 2003:
Christian bekommt ausgerechnet in seinem Büro kaum ein Netz, wird dadurch bekannt, dass er – sobald sein Handy klingelt – durch den Flur rast, um sich dann im Treppenhaus aus dem Fenster zu lehnen und ist eigentlich recht genervt.
2003:
Folgerichtig wechselt Christian zum rosa Mobilfunkriesen. Der mag zwar Nachteile haben, aber die haben andere auch und er hatte einfach am meisten Zeit, seine Masten überall aufzustellen. Er nimmt seine Nummer mit, was zu allerlei lustigen Verwirrungen führt, die aber nicht Teil dieser Geschichte sein sollen.
2004:
Christian hat es geschafft, sich vom (inzwischen) O2-Newsletter abzumelden – das war etwas schwer, denn um sich abzumelden, musste er sich in den Kundenbereich einloggen, in den er sich nicht einloggen konnte, weil er kein Kunde mehr war. Schon 7 Kontakte mit mehr oder weniger freundlichen Hotline-Menschen machten das unmöglich scheinende möglich.
2005:
Christian verlängert seinen Vertrag bei den magenta Jungs.
Soviel zur Vorgeschichte, kommen wir also zum heutigen Tag:
Heute, 20:20Uhr:
Christian bekommt eine SMS von O2, die ihn bittet, sich in den Kundenbereich einzuloggen, um dort neue Dienstleistungen rund um seinen Account freizuschalten.
Sagt mal Leute, habt Ihr schon mal was von Datenbank-Pflege gehört? Wie viele solcher Karteileichen habt Ihr denn sonst noch so? Schon mal darüber nachgedacht, dass Eure Systeme vielleicht effektiver laufen könnten, wenn man Kunden, die gekündigt haben auch löscht?

joerg
(17. Juni 2007 - 15:56 Uhr)
Ich glaub eh, deren Website ist nur zur Neukundengewinnung und alle anderen Funktionen tun nur so, als wären sie existent. Man kann da zum Beispiel unter Vetragsdaten eingeben, wenn man seine Bankverbindung gewechselt hat, dann geschieht folgendes:
1) die eingegebenen Daten gehen irgendwo hin (wohin weiß ich nicht, aber jedenfalls nicht da hin, wo sie sollten)
2) O2 versucht, von dem alten Konto einzuziehen und scheitert natürlich, weil es nicht mehr existiert
3) O2 schreibt eine SMS, man solle doch mal die Hotline anrufen, zwecks Bankverbindungsdatenabgleich
4) Man entschließt sich widerwillig, dieser Bitte Folge zu leisten und gleicht mit dem o2-Mensch seine Bankverbindungsdaten ab, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man die Kontonummer etc. rechtzeitig auf der Website geändert hat
5) Man bekommt eine Rechnung von o2, die unter “Zusatzleistung” 15€ Rücklastschriftgebühr ausweist
6) Man schreibt eine gepfefferte mail an o2, dass man diese 15€ umgehend wieder auf seinem Konto vorzufinden erwartet, weil man selbstverständlich nicht bereit sei, für fremde Fehler zu bezahlen, andernfalls käme man über die Verantwortlichen wie ein böser Fluch
7) Man wartet eine Woche und bekommt dann die Mitteilung besagte 15€ würden dem Konto “aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht” gutgeschrieben.
8) Man freut sich, dass das Jurastudium wenigstens dazu gut war, wirkungsvolle Drohungen formulieren zu können.