For The Love Of God

Aus der Kategorie »just music«

Ich hatte es gestern versprochen.
Aber erst ein paar Worte dazu. Steve Vai ist – schaut man sich das Video an – nach heutigen Maßstäben natürlich furchtbar. Optisch ist er fast noch mehr das pure Klischee eines achtziger-Jahre-Rockstars als Bon Jovi und das will wirklich etwas heißen. Konsequenterweise tritt er heute auch gerne mit einer Windmaschine vor sich im Boden auf.

Egal. Blendet man das mal aus, erliegt man nicht der reflexhaften Versuchung, sich über Haare, offene Rüschenhemden und ähnliches lustig zu machen und hört statt dessen der Gitarre zu – dann ist das einfach beeindruckend. Und nicht nur technisch.

Wie gestern angedeutet, hatte ich das Video mal der Bürokollegin gezeigt – hauptsächlich, damit wir uns gemeinsam darüber amüsieren konnten, wie die Menschen, deren Musik micht früher sozialisiert haben mit dem Blick von heute so wirken – und dann sprach sie: „Der hat mir ja gerade mit der Gitarre eine Geschichte erzählt”.

Open minded eben. Sucht man sich seine Bürokollegen gut aus, dann kann man so ein Glück haben.

Aber hier, bitte: Mr Steve Vai. Ehemals bei Frank Zappa zuständig für „Stunt Guitar” mit einem Song seiner ersten Solo-LP. Einem mit dem er meiner Meinung nach perfekt beweist, dass er nicht nur technisch einer der besten ist, sondern dass er all die Technik dafür einsetzt, sein Instrument sprechen zu lassen.


Daft Punk – Get Lucky | Played by 10 Epic Famous Guitar Players

Aus der Kategorie »just music«

Ich weiß, dieses Video hatten alle schon, aber ich finde es einfach zu gut, um es nicht auch noch einmal zu verbloggen. Gerade für Rockmusik-sozialisierte Menschen oder auch selber-Musik.machende ist es ein großer Spaß, denn: Der Typ hat’s wirklich ziemlich drauf, die Stilistiken und Sounds der verschiedenen Gitarristen zu spielen.

Dentaku meinte in Frau Kaltmamsells Kommentaren, er wäre mit Steve Vai nicht ganz einverstanden, da kann ich mich leicht anschließen.

Aber sonst? Ein Lehrstück für alle, die beim Gitarrensolo verächtlich die Nase rümpfen und behaupten, das wäre eh immer das gleiche krachige Rumgedudel.

(Und morgen zeige ich Euch dann als Fortsetzung das Video von Steve Vai, nach dessen Genuss die Büropartnerin erstaunt sprach: „Der hat mir gerade mit seiner Gitarre eine Geschichte erzählt!”)


Amerikanische Verhältnisse

Aus der Kategorie »just politics«

Grade wenn man über Arbeitsbedingungen oder über Lebensmittel spricht, dann höte ich gerne mal den Satz „In Amerika ist das ja alles noch viel schlimmer.”
Manchmal gefolgt von einem geseufzten: „Na, das wird wie alles schlechte schon auch hier ankommen …”

Stimmt! Wenn es nach unserer Regierung geht, sogar lieber heute als Morgen!


[*.txt] – wünschen

Aus der Kategorie »just people«

Was ist denn bitte *.txt? Ganz einfach: *.txt ist ein Blogprojekt von Dominik Leitner, an dem ich teilnehme.
Mehr dazu bei Dominik. Alle meine Artikel finest Du hier.

„Kinder die was wollen, kriegen was auf die Bollen”, sagte ihre Mutter als sie sich zu Weihnachten ein Pony wünschte.

„Für Mädchen reicht die Realschule”, sagte ihr Vater, als sie nach der Zehn die Schule wechseln wollte.

„Ficken?” fragte ihr Freund, als sie sich an ihn kuschelte.

„Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre”, sagte ihr Ausbilder und schickte sie, das Lager aufzuräumen.

„Guck Dich doch mal an; der ist einfach nicht Deine Liga”, sagten die Freundinnen, als sie erzählte, dass der Typ mit den lieben Augen sie offensichtlich einfach nicht sah.

„Niemand muss tagelang aufs Wasser starren”, sagte ihr Mann und so fuhren sie halt wieder in die Berge.

„Aber Du hast die Kinder doch unbedingt gewollt?”, sagte er und sie sagte ihrem alten Chef ab.

„Wir haben Dir gleich gesagt, der ist kein guter”, sagte ihre Mutter, als sie ihn mit der Sekretärin in der Stadt gesehen hatte.

 

„Sie müssen wieder lernen, sich etwas zu wünschen”, sagte Ihre Therapeutin.

Dieser Text gehört zum Projekt *.txt und entstand zum zweiten gemeinsamen Begriff „wünschen”


Twitter-♥ im Januar 2015.

Aus der Kategorie »just twittered«

Anne sammelt wieder alle Twitter-♥


Flatwounds, Baby!

Aus der Kategorie »just pix«

Flatwounds, Baby!


[*.txt] – Gratwanderung

Aus der Kategorie »just people«

Was ist denn bitte *.txt? Ganz einfach: *.txt ist ein Blogprojekt von Dominik Leitner, an dem ich teilnehme.
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gratwanderung

Mit zehn lief ich mit meinen Eltern durch eine Klamm im Allgäu. Ich fand das spannend und turnte lustig am Geländer herum. Meine vorsichtigen Eltern verstand ich nicht; später erfuhr ich, wie gefährlich die Strecke von den Einheimischen eingestuft wurde.

Mit sechzehn besuchte ich einen Freund und wir machten eine Radtour im nahen Steinbruch. An einer steilen Stelle rutschte ich mit dem fremden Fahrrad weg und kippelte ein paar Sekunden am Abgrund rum. Als ich wieder stabil fuhr, sah ich, wie blass er geworden war. Ich hatte nichts gemerkt.

Mit achtzehn brach ich von heute auf Morgen meine Zelte im Dorf ab und zog meiner Freundin hinterher, die zum Studieren in die ferne Stadt zog. Ich hatte wenig Ahnung, wie es dort weiter gehen sollte, aber als ich da war und mich gerade für eineinhalb Jahre gebunden hatte, machte sie Schluss und ich saß alleine in der Stadt. Ich hatte erst vier der beschissensten und dann siebzig der besten Wochen meines Lebens.

Mit zwanzig hatte ich eine Band, eine richtige Rockband. Wir probten in einer alten Fabrik, in der es bestimmt zwanzig Proberäume und dementsprechend viel langhaariges Rockmusiker-Pack gab. Wenn man sich abends nach der Probe noch in einem der Räume traf, reichte ich kreisende Tüten oder hochprozentige Flaschen einfach weiter. Als einige meiner Bandkollegen auf härteren Stoff um- und sich dabei beinahe umbrachten, wunderte ich mich.
Meine Freunde erzählten mir später, wie groß ihre Sorgen zu der Zeit gewesen wären.

Mit fünfundzwanzig warf ich eine langjährige Beziehung und ein ebenso langjähriges Studium über Bord und verließ die Stadt um mit ihr zu leben. Alle Freunde fanden das vollkommen wahnsinnig und ließen mich alleine, weil sie mich nicht verstehen konnten.
Wir sind jetzt seit siebzehn Jahren zusammen.

Mit fünfunddreißig verließ ich meine kleine Agentur, um wieder alleine selbstständig zu sein. Ich hatte jahrelang schon gekämpft, ich wusste, es würde hart werden. Ich machte mir Sorgen, lag nachts oft wach und überlegte, ob das alles richtig war.
Es wurde so hart, dass es mich krank machte.

Mit zweiundvierzig umwarb mich jemand, um mit ihm ein StartUp zu gründen.
Ich zweifle und grüble und weiß nicht, ob ich mich traue.

Vermutlich bin ich am besten, wenn ich nicht weiß, wie nahe an der Abrisskante ich mich bewege.

Dieser Text gehört zum Projekt *.txt und entstand zum ersten gemeinsamen Begriff „Gratwanderung”


Filmtipp? Filmtipp.

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