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Mehr Bass! 2013: Stand der Dinge

Aus der Kategorie »just listen«

Mehr Bass! 2013

Sorpe und Photoshop am 11.4.2013

Aus der Kategorie »just pix«

(Aus der Reihe »Christian fotografiert seine Ländereien«)

Sorpe und Photoshop am 11.4.2013

Liebes Tagebuch …

Aus der Kategorie »just jawl«

… hier ist ja was los.

Eigentlich mag ich es ja gar nicht so, wenn was los ist, ich mag meine Tage ja eher streng strukturiert und geordnet, aber es scheint so, als ginge das im Moment nicht. Muss ich wohl auf mich aufpassen.

Zum Beispiel sind da eine Menge toller Jobs. Das ist natürlich toll und ich weiß das sehr zu schätzen, aber wenn ich jetzt einen von Euch sagen höre „sei doch froh, wenn Du was zu tun hast”, dann schmeiße ich den mal für zwei Wochen in die Tretmühle des selbstständigen Arbeitens in einem Job, den keiner richtig versteht und für den keiner Geld bezahlen möchte und dann reden wir weiter. Aber es sind wirklich tolle Jobs, welche, wo man gerne Herzblut reinsteckt, weil man die Kunden mag. Ich erzähle da später noch von, der tollste von allen ist irgendwie noch nicht ganz spruchreif und ich bin eine Unke und halte meinen Mund.

Dieses Blog hier, liebes Tagebuch-Blog, das wird heute 12. In Worten: Zwölf. Meine Fresse, wer hätte das damals gedacht. Dummerweise kann ich gerade nicht auf den ersten Artikel verlinken, denn der ist in einer Server-Miss-Konfiguration verschwunden. Hätte ich vielleicht einen Fachmann fragen wollen *hust*.

Ich bin auch gestern geworden – und zwar einundvierzig. Auch das hätte ja niemand gedacht, oder? Bis auf das Seelchen funktioniert aber alles noch ganz gut; das linke Knie knirscht manchmal, wenn ich die Treppe hochgehe, aber das ist doch normal, oder? ODER??
Wusstet Ihr übrigens, dass man wirklich gut feststellen kann, wer ein Freund ist und wer nicht, wenn man krank ist? Ich wusste es. Also: Mein Kopf wusste es. Fühlt sich trotzdem Scheiße an, wenn man merkt, wie schnell Menschen einen vergessen können.

Die obligatorische Glückwunsch-Statistik: Ein Brief (mein Steuerberater), eine Edgar-E-Postkarte, zwei eMails, ein amazon-Päckchen, drei Anrufe, acht Tweets und knappe sechzig facebook-Pinnwand-Einträge. Wir haben also einen klaren Gewinner. Und einen Sieger der Herzen: Eine SMS aus Thailand, die dürfte preislich alle anderen geschlagen haben.

In diesen letzten Tagen übrigens festgestellt: Ich mag alles neue. Die alte Maus zum Beispiel gab ihren Geist auf und simpel wie ich manchmal gestrickt bin, arbeite ich im Moment etwas lieber als vorher – weil die neue Maus so schön über den Schreibtisch gleitet.
Wenn man dann zufällig zu dieser Feststellung passend auch noch Geburtstag hat, dann hat man unglaubliches Glück. Also ich. Die Liebste hat mir nämlich einen Bass geschenkt. Einen funkelnagelneuen Bass. Beziehungsweise: Die Einzelteile. Ein paar Stücke vorgeformtes Holz und ein bisschen Hardware und ein bisschen Elektrik. Und da sie die weltbeste Liebste ist, hat sie meinen Geburtstag einfach ignoriert und mir all das schon zu Ostern geschenkt – denn da hatte ich ja schon mal ein paar Tage Zeit, in der Werkstatt zu verschwinden, die unser Vorbesitzer uns hinterlassen hat. Ich habe ein bisschen geraspelt und ziemlich viel geschliffen, ich habe Muskeln entdeckt, die mein Schreibtisch-gestählter Rücken seit Jahren ignoriert hatte, habe immerhin schon eine Kopfplatte lackiert und ich finde es ganz furchtbar großartig.
Außerdem habe ich gelernt, dass Musikläden immer noch genau so funktionieren wie damals vor fast 20 Jahren, als ich zuletzt in welchen war. Dummerweise meine ich das nicht positiv.
Ich wollte gerne eine andere Bridge auf meinem neuen Bass haben als vorgesehen. Wollte außerdem mal den nachbarörtlichen Einzelhandel stärken und so landete meine Bestellung mit Bleistift in einer dicken Kladde. Und hätte ich nicht fünfmal telefonisch nachgefragt, wäre sie da auch heute noch. Nun denn.

Apropos „neu”: Den Handy-Vertragsabschluss-Termin auf den Geburtstag zu legen kann ich auch nur empfehlen.

Ach ja, und apropos „neu”: Vor der Tür steht mein Auto und sieht aus wie neu. Falls Ihr jemals ein Auto verkaufen wollt, dann kann ich den Gang zum nächsten Auto-Putz-Zauberer nur empfehlen. So eine Komplett-Aufbereitung macht wirklich wieder einen Neuwagen aus dem 5 Jahre alten Wagen. Hammer, echt.
Ich will ihn ja gar nicht verkaufen, aber der Leasing-Vertrag lief aus. Dienstag also ein neuer. Im Herbst hatte ich ja schon mal nach Nachfolgern geguckt, hatte mich in einem Anfall von midlife-crisis auch in einen TT gezwängt und dann aber keine Lust mehr gehabt zu suchen. Als ich dann jetzt eher unlustig zur Besprechung des Rückgabe-Termins ins Autohaus schluffte stand dann mein Nachfolge-Wagen einfach so rum. Deutlich besser ausgestattet und ein gutes Stück billiger im Monat. Läuft, man muss manchmal nur loslassen.
Oh, was ein guter Schluss-Satz. Sollte ich mir merken.

VHS-Kurs »Hacken für Spacken«

Aus der Kategorie »just politics«

Tobias Mann bei »Neues aus der Anstalt« über das Internet, die Bundesregierung und die Sicherheitsdatenspeicherung im Netz.

Kundenbindung. Oder so.

Aus der Kategorie »just people«

2001 hatte ich auf einmal eine Firma, wir vedienten etwas Geld und als der alte Jetta nicht mehr wollte, konnte ich zum örtlichen Autohändler gehen und mir einen Neuwagen kaufen. Nein: leasen, ist ja schlau für so eine junge Firma.
Ich fuhr also einen Golf IV, es war mein erster Neuwagen und ich habe ihn geliebt.

Nach vier Jahren stellte ich fest, dass ich kaum noch eines der Autos auf dem Markt mochte, aber dass ich zum Glück immer noch einen Golf IV bekommen konnte. Pünktlich zum Modellwechsel hatten die Wolfsburger nämlich noch ein schickes Sondermodell herausgebracht. Er war toll ausgestattet und ich habe ihn geliebt.

Wiederum vier Jahre später war ich wieder auf der Suche, hatte wieder Glück und stiess auf einen hübschen Audi A3. Goodbye VW, welcome Audi. Das Autohaus musste ich dabei praktischerweise auch nicht wechseln, Audi und VW teilen sich ja meist ein Grundstück. Es war mein erster Audi, also – ich meine: Audi! und ich habe ihn geliebt.

Gute dreieinhalb Jahre später merkte ich, dass der Leasingvertrag wieder mal auslaufen würde. Ich begab ich mich auf die Suche, gucke mir allerlei Autos an, fuhr eine Giulietta, dachte über eine MidlifeCrisis nach und fuhr auch einen Audi TT, war umzufrieden mit der Gesamtsituation und hörte die Suche wieder auf.
Vor drei Wochen, als es echt für alles eigentlich zu spät war – denn Anfang April muss ich den A3 abgeben – kam ich ins Autohaus, sah einen hübschen A3 und siegte unterschrieb.

Heute hatte ich einen Brief in der Post. Das Autohaus stellt mir meinen neuen VW(!?)-Kundenberater vor. Zum Anfixen hatte er mir in Word auch gleich ein Angebot mitgeschickt – einen schlecht ausgestatteten schwarzen neuen Golf mit zu wenig PS, zu hohem Verbrauch und zu niedriger Jahreslaufleistung sollte ich für vergleichsweise zu viel Geld bekommen können. Zu Illustration hatte der Firmenlaserdrucker auch ein schickes Bildchen eines grünen Golfs mit anderer Ausstattung über die zentrierte Arial bold gedruckt.

Dass nach vier Jahren ohne einen Mucks so ein »Huhu, wir sind’s!« komisch wirkt, wurde tapfer ignoriert.
Dass ich in zwölf Tagen bei ihnen nebenan meinen neuen Wagen abhole, ebenfalls.

Und ich frage mich wieder mal: Haben die da draußen eigentlich keine Computer?

Echo 2013

Aus der Kategorie »just watch«

Da sich in meinen Nebenhöhlen offensichtlich eine außerirdische Lebensform angesiedelt hat konnte ich nicht so richtig fernsehen, sondern nur den ganzen Abend zappen. Von der Echo-Verleihung habe ich also folgendes mitbekommen:

Eine Schlagersängerin verlieh einem alten Mann, der sich selber verzweifelt immer noch als Rocker bezeichnet, den Echo für die beste Live-Show. Der guckte ihr zum Dank auf den Arsch und sagte, er habe sie gerne auf Tour immer dabei. Dann dankt er seiner Plattenfirma.

Ich fürchte, damit ist alles über den Abend gesagt.

Die Toten Hosen werden übrigens – so habe ich es heute Morgen dann im Radio-Rückblick gelernt – immer noch als PunkRocker bezeichnet.

Anmerkung: Ich hab nichts gegen Helene Fischer, habe sogar schon sehr ernsthaft überlegt, eine LiveShow sehen zu wollen, weil ich ihre Professionalität sehr beeindruckend finde. Ich habe auch nichts gegen Peter Maffay und kann sein Tabaluga-Dings ebenfalls durchaus neidlos anerkennen. Auch gegen die Hosen habe ich gerade mal so viel, dass es Campino noch nicht reizt. Hihi.
Aber Musik hatte doch mal was mit Energie, mit Kraft, mit Auflehnung, mit anders-sein-wollen zu tun, oder? An so Abenden hoffe ich so sehr, dass mal wieder jemand Punk macht.

To the other side

Aus der Kategorie »just listen«

Gestern also Tina Dico. Zum – lasst mich zählen – siebten Mal live; diesmal wieder in der kleinen akustischen Zweierbesetzung, nur mit ihrem langjährigen Bühnen- und Partner Helgi Jónsson.
Tina und Helgi touren gerade unter dem Motto »On the other side«. Das ist zum einen ein Titel aus dem aktuellstem Album, zum anderen aber passt es aber auch sehr gut, denn sie haben die Songs befreit, sie spielen sie auf die andere Art und Weise. Befreit von Bandbegleitung und anderem Ballast und Tina sagt, sie sei froh, einige Stücke heute Abend so zeigen zu können, wie sie ganz am Anfang waren. Am Anfang, als sie entstanden und als sie nur ihre Stimme und ihre Gitarre waren.

Um zu erklären, wer Tina Dico ist, bemühe ich gerne den Vergleich, dass sie in ihrer Heimat so etwas ist wie Grönemeyer hier – nur mit guter Stimme, tollen Songs und gutem Aussehen. Aber sie können beide nicht tanzen, füllen mühelos die großen Hallen; ihre Alben gehen von Null auf eins und auch mal an U2 oder Coldplay vorbei und auch Roskilde hat sie schon gespielt. Ein Star also. Im Ebertbad spielte sie gestern Abend vor geschätzt – ich kann so etwas immer schlecht – 600 oder 700 Menschen, der wunderschöne Raum war ausverkauft. Zu Recht.

Waiting 4 Tina DicoWir hatten Glück: Wir waren spät, fanden aber sehr weit vorne noch Platz und mussten nicht lange warten. Tina kam alleine auf die Bühne, wie immer ernst, aber offensichtlich sehr glücklich über den schönen Raum und die intime, persönliche Atmosphäre. Man merkte auch schnell, da saßen Menschen, die waren nicht zufällig hier, die kannten und liebten die Musik.

Manchmal, wenn jemand alleine mit der Gitarre auf der Bühne steht, dann bleibt nicht viel übrig, dann merkt man, dass man auf der Platte nur ein paar nette Liedchen gemocht hat. Und dass man nun live nach drei Liedern Angst hat, dass der Abend jetzt belanglos wird und dass sich eine Gitarren-Schrumm-Schrumm-Ballade an die nächste reihen wird.
Aber Tina hat mehr zu bieten. Sie ist eine großartige Musikerin, sie ist nicht das typische Folk-Mädchen mit der Gitarre, sondern eine wirklich – entschuldigt das abgegriffene Wort: begnadete Songschreiberin. Jemand, der das Leben beobachtet und dann eine von den vielen, vielen Geschichten herauspicken und in einen Song verpacken kann. Songs, bei denen man dann auch gerne den Worten zuhören kann, Geschichten, die in diesen rohen Akustikversionen mit ganzer Kraft treffen.
Sie hat Balladen und Pop-Songs, sie kann tanzbar und laut genauso gut wie leise und verletzlich; sie weiß, was ihre Geschichten für eine musikalische Begleitung brauchen.

Nach ein paar Songs kam Helgi dazu, saß mal am Flügel, mal an der zweiten Gitarre, später spielte er auch Posaune. Und immer sang er mit ihr. Die Liebste neben mir sagte irgendwann: »Die beiden atmen ja zusammen« – und das beschreibt wirklich am besten das Erlebnis diese beiden zusammen singen zu hören. In den besten Momenten sah ich zwei Musiker die – ohne Begleitung und außerhalb jedes zählbaren Metrums – nur geleitet von ihrem Gefühl für das Lied, die Halle mit ihren Stimmen füllten als sänge dort vorne ein Mensch.

Ein Abend, der glücklich machte.

Aus Gründen hatte ich eine eMail auf meinem iPhone, die mit den schönen Worten »Tina is expecting you after the show« begann und so durfte ich nach der Zugabe an dem warnenden Schild »Nur für Künstler« vorbei gehen und die beiden noch treffen.
Es ist schwer zu beschreiben. Die seltsame Stimmung nach einem Konzert, der Cooldown zwischen Zugaben-Rufen und dem meist eher unglamouröse Raum hinter der Bühne, das ist mir zum Glück im kleinen ja als Musiker, als begleitender Techniker, als Backstagepass-tragender Freund bekannt. Und so war ich nicht überrascht über einen kleinen, sehr ruhigen, eher doofen Raum mit Sofa, Tisch und Süßigkeitentellern.
Überrascht war ich – obwohl ich nach vielen Konzerten, Interviews, Tour-Diaries und Vlog-Schnipseln eigentlich nichts anderes erwartet hatte – dennoch über die Freundlichkeit und die Aufmerksamkeit mit der ich in diesem eigentlich privaten Moment empfangen wurde. Was für wunderbare Menschen. Mange tak.

Ein Abend, der glücklich machte.

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