Filme und Serien im Juli 2014

Aus der Kategorie »just movies«

Alle Filme und (neu! neu!) Serien – egal ob @Kino oder @home im Juli 2014.

  • 24: Live another day (IMDB)
    Serie, 2014, @home
    maxdome beglückte uns mit der aktuellen Staffel 24, noch während sie in Amerika im Fernsehen lief. Läuft. Gelaufen ist.
    Eigentlich müsste diese Staffel „12” heißen, mehr Zeit hat Jack Bauer nämlich diesmal nicht, um die Welt zu retten. Diesmal haben (Überraschung!) Terroristen eine (Überraschung!) streng geheime Technik in ihren Besitz gebracht um damit (Überraschung!) die Welt zu bedrohen. Jedes Wort mehr würde spoilern und das will ich hier gerade nicht.
    Das Muster ist also nicht neu aber dafür erleben wir ein paar alte Bekannte in neuen Rollen. Trotzdem gab es ein paar Situationen, in denen ich in betont gelangweiltem Tonfall sprach: „Jetzt tut … gleich …” – und ich hatte jedes Mal recht. Trotzdem ist es wie 24 immer spannend und wird nur zum Schluß etwas hudelig. Vielleicht wären 16 Stunden gut gewesen, um die ganze Story unterzubringen.
    Bechdel-Test: Nein, eher nicht. Es sind zwar ein paar Frauen an wichtigen Positionen im Einsatz, aber eigentlich sprechen alle über Jack und Jack spricht über die Rettung der Welt.
    ★★★★★★★★☆☆
  • Blue Lagoon: The Awakening (Blue Lagoon: Rettungslos verliebt) (IMDB)
    Film, 2012, @home
    Emma ist eine beliebte, gut in ihre Mädels-Cliquen eingebundene Highschool-Schülerin, Dean ist eher so der Nerd. Also so der schöne, sonnengebräunte, bodygebuildete Nerd. (Häh?)
    Auf einer Party fällt sie vom Boot, er springt hinterher um sie zu retten, das zufällig anwesende Rettungsboot reißt sich los und treibt aus dem Hafen quer über den Pazifik zu einer einsamen Insel. Die beiden richten sich und ihre makellosen Körper auf dem Inselchen ein, er darf sie noch deflorieren und es ist unvergesslich und nachdem sie sich sehr verliebt haben, werden sie überraschenderweise dann doch noch gerettet. Ups. Jetzt hab ich die vollkommen innovative Storyline gespoilert.
    Leider weiß ich nicht, welcher Teufel mich geritten hat, diesen Film zu gucken. Nebenher habe ich ein bisschen programmiert. Dabei hats nur wenig gestört.
    Bechdel-Test: Nein. Bikinibody-Test inklusive Slomo von Fuß bis Brust: Ja. Was es nicht besser macht.
    ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆
  • Prometheus (Prometheus – Dunkle Zeichen) (IMDB)
    Film, 2012, @home
    Wissenschaftler finden in einer Höhle Zeichen, die sie als Schöpfungsgeschichte einer außerirdischen Spezies und als Einladung zu diesen Schöpfern verstehen. Es wird ein Raumschiff gebaut, gepackt und gestartet und man macht sich auf den Weg. In einer Höhle auf dem erreichten Zielplaneten ganzweitweg finden die Forscher ein paar Leichen, ein paar Urnen und Zeichen wie die auf der Erde – und natürlich haben sie aus den gängigen ScienceFictionFilmen nichts gelernt und nehmen den Schmonz mit an Bord und beginnen, darin herum zu bohren.
    Außerdem haben natürlich alle an Bord heimlich noch unterschiedliche Interessen und hintergehen sich lustig gegenseitig und wenn man weiß, dass Ridley Scott den Film als Prequel zu den Alien-Filmen gedacht hat, dann ahnt man, wo das alles hinfühen wird.
    Bechdel-Test: Jep. Das Raumschiff ist halbwegs quotiert besetzt und alle reden eh nur über die Aliens.
    ★★★★★★☆☆☆☆
  • Wir sind die neuen (IMDB)
    Film, 2014, @the movies
    Anne wird von ihrer Familie aus ihrer Wohnung gedrängt, sucht ihre alten Studi-WG-Kumpels Eddie und Johannes zusammen und gründet mit ihnen eine neue WG. Über ihnen wohnen Katharina, Barbara und Thorsten, die alle aktuell an der Uni sind.
    Entgegen aller Klischees sind die drei Alten die lauten und unsauberen, die junge WG hat eher geregelte Lernzeiten im Kopf als Grundsatzdiskussionen bei Tee am Küchentisch.
    Was lustig und klamaukig daher kommen könnte ist dann zwar durchaus an vielen Stellen zum lachen, hat aber deutlich mehr Tiefgang als befürchtet. Und: In dem Moment, als ich dachte „Jetzt wäre der perfekte Moment den Film zu beenden, aber deutsche Filme müssen ja immer noch …” – da hörte der Film auf. Thumbs up. Und sogar Herrn Lauterbach hab ich gut ertragen können.
    Wir – als sozialpädagogisch sozialisiertes Pärchen in den vierzigern – haben noch lange über den Film gesprochen.
    Bechdel-Test: Nop. Die WGs sind zwar insgesamt quotiert besetzt aber die beiden jungen Mädels sprechen quasi gar nicht miteinander. Und auch Anne spricht nur mit Thorsten.
    ★★★★★★★☆☆☆
  • Veronica Mars (IMDB)
    Film, 2014, @home
    Zehn Jahre nachdem sie Neptune verlassen hat, kehrt Veronica zurück, als ihr Exfreund Logan unter Mordanklage steht und einen Anwalt braucht. Sie bleibt in der Stadt und taucht wieder tief ein in das korrupte Leben in der Kleinstadt, die sich in der Zwischenzeit nicht zum besseren entwickelt hat.
    Vor zehn Jahren spielte Kristen Bell die Teenie-Detektivin in der miesen kalifornischen Kleinstadt; leider war nach der dritten Staffel Schluß. Im letzten Jahr nutzte sie eine Kickstarter-Kampagne, um die Geschichte weiter zu erzählen.
    Ja, „Teenie-Mädchen spielt in der HighScholl Detektiv” klingt recht grauenhaft, aber die Serie war wirklich ganz wunderbar. Und dieser Film setzt einen würdigen Abschluss hinter die etwas abrupt beendete Serie.
    Bechdel-Test: Ja. Veronica spricht mit jeder und jedem und dabei fast nur über ihren Fall.
    ★★★★★★★★★☆
  • Fantômas (IMDB)
    Film, 1964, @home
    Der Journalist Fandor schreibt einen Artikel, in dem er anzweifelt, dass es den genialen verbrecher Fantomas wirklich gibt. Der kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und entführt Fandor – und missbraucht ihn für seine nächsten Verbrechen.
    Louis de Funès wäre am 31.7. 100 Jahre alt geworden und so zeigte KabelEinsClassics die drei Fantomas-Filme an einem Abend. Ich habe sie aufgenommen, habe aber erst den ersten geschafft. Der Film entstand zu Beginn von Louis’ Filmkarriere und er ist viel weniger „Ja? Oah! Nein! Oah!”-klamaukig als später und 50 Jahre später hat der Film einen ganz wunderbar gemächlichen Charme – sowohl im Erzähltempo, in den Action-Szenen als auch in Tricks und Stunts.
    Bechdel-Test: Nope, Frauen sind nur Beiwerk.
    ★★★★★★★☆☆☆

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Twitter-♥ im Juli 2014

Aus der Kategorie »just twittered«

Anne sammelt wieder alle Twitter-♥


(sponsored) Das perfekte Selfie?

Aus der Kategorie »just links«

Damals (ja, Opa erzählt mal kurz von vorm Krieg) bloggten wir ja alle anonym. Keine Klarnamen, keine Fotos.
Irgendwann hat sich das rapide geändert.

Zuerst begannen ein paar Blogger ihre daily-Fratze zu schießen. Und so selbstdarstellerisch so ein Bild erst schien, so entstanden aus der Wiederholung durchaus interessante und faszinierende Serien: Ein Bild ist langweilig, zehn Bilder selbstverliebt, ein paar Jahre werden auf einmal Kunst. Oder Zeitzeugnisse.

Diese jungen Menschen im Web heute (Ihr verzeiht meinen ironischen Tonfall) wissen das alles nicht. Sie kennen nicht die weiten Wege, die von der daily-Fratze oder der daily-Dauerwelle über den daily-Mugshot zum „Selfie” zu gehen waren. Sie wissen nicht, dass man früher noch keine Frontkameras hatte, dass man seine Digicam auf Verdacht aufs Gesicht richten musste und nur hoffen konnte, dass man wirklich auf dem Bild auch drauf war und der Autofokus auch die Nase und nicht den Eisverkäufer im Hintergrund erwischt hatte.

Ja, Ihr Lieben, so war das früher.

Dafür haben sie das Selfie zu einer eigenen Kunstform erhoben, sie haben es zum britischen Wort des Jahres 2013 gehoben und ich bin – und das meine ich jetzt überhaupt nicht ironisch – furchtbar gespannt, was wir in ein paar Jahren aus den Selfies zwischen #609060 und dem worlds-most-retweetet Selfie von Oscar herauslesen.

Außerdem wissen sie wirklich – also: wirklich! – was sie tun. Simon Desue erklärt es. Und ich staune – nicht nur über die Menge der Bildbearbeitungsapps.

Transparenzdings: Simon erklärt das übrigens für die Vodafone-Kampagne 4milliarden.vodafone, für die ich wiederum diesen Beitrag schrieb.


Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Beginnen wir unseren kleinen Linkreigen mit dem Thema Inklusion. Ich hatte ja schon etwas sehr langes darüber geschrieben, und hier finden sich auch noch einmal lesenswerte Worte. Besonders schön finde ich die Zwischenüberschrift „keine Gleichmacherei, sondern Chance” und daneben den einen Kommentar, der davon spricht, dass dieses Chancending eben an der Realität vorbei geht, weil nun einmal nicht alle die gleichen Chancen haben. Und weil ein „gesunder” diagnostiziert, welche Chancen eine „Behinderter” hat, darf man den Behinderten dann behindern oder wie? Entschuldigt, ich rege mich schon wieder auf.

Aufregen ist ja eh ganz wichtig, tut ja jede über alles – miteinander reden und mal zuhören und mal verstehen-versuchen hingegen ist ziemlich out. Philipp wirft einen Blick auf die schleichende, nichtsdesdotrotz gründliche Änderung in der Bedeutung des Begriffs „verstehen” (nach ”Gutmensch” und „Opfer”), woher die kommt und hat es nebenbei geschafft, mir mit einem sehr klaren kleinen Vergleich mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass es Menschen gibt, die gar nicht reden wollen. Falken und Tauben und so. Man darf das, glaube ich, nie vergessen.

Machen wir einen kleinen Schwenk rüber zu Frau Haessy, deren Körper auf einer ganz anderen Ebene als oben gemeint auch nicht ganz so funktioniert wie sie sich das wünscht. Und die sich deswegen furchtbar über einen Artikel in der BrandEins aufregt. Denn, so findet sie: Es ist in unserer Körper-entfremdeten Zeit ein bisschen simpel einfach zu sagen: „Essen Sie ruhig, Sie wissen schon was gut für Sie ist”.
Ich muss gestehen, ich habe den Artikel in der BrandEins gar nicht so schlimm gefunden wie große Teile meiner FilterBubble und mag den Tenor „Wir haben, wenn wir ehrlich sind, gar nicht wirklich Ahnung über Ernährung, deswegen kommt alle mal runter und hört auf Euch selbst” durchaus positiv hören, verstehe Frau Haessys Ansatz aber durchaus auch. Und trinken tu ich auch nie was. Kopfschmerzflosse, liebe Claudia.

Wo wir aber schon bei geunder oder ungesunder Ernährung sind (ist ja eh alles egal), kann ich auch gleich das Backrezept der Woche verlinken. Mein Lieblings-Satz: „Kurz nach diesem Bild stand Sohn II übrigens auf der Zitronenpresse, die Zeit bis zum Absturz reichte aber nicht für ein gelungenes Foto.” Ja doch, es ist wirklich ein Backrezept. Und wer hätte nicht schon immer a) die Herzdame in AspikGelatine sehen und b) wissen wollen, wie denn diese Waldmeisterweingummitorte aus der Kindheit geht?

Aprospos „Kindheit”: In meiner hatte mir irgendwer eine Fachzeitschrift für Musikinstrumente und Studiotechnik mitgebracht – da gab es einen Testbericht für ein tragbares Mehrspurgerät. Sensationell. Tragbar! Vier Spuren! Auf einer normalen Cassette! Revolutionär!
Times are-a-changing und natürlich kann das iPhone das heute auch. Propellerhead hat da einmal etwas vorbereitet.

Gehört habe ich in der letzten Woche viel Blues und mich dabei an Keb Mo erinnert. Den und seine unfassbar entspannte Art zu singen hab ich damals, als ich das Album in die Finger bekam sehr gemocht. Jetzt wieder.


Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Habe ich beim letzten Mal behauptet, das wäre hier eine wöchentliche Kolumne? Ganz schlechte Idee. Man sollte nie aussprechen, wenn etwas gut läuft. Schlechtes Omen und so.

Schauen wir erst einmal über den großen Teich. Dort hat ein Teenager etwas programmiert (ok, das ist jetzt noch nicht überraschend), was ich gerne auch hätte: Ein Browser-PlugIn, das de Namen von Politikern auf Websites um ein paar nützliche Hintergrundinfos ergänzt. Darum, woher der jeweilige Politiker so alles Geld bekommen hat nämlich. Lesen hier Teenager mit Programmierkenntnisssen mit?

Auch sonst läuft da drübern ja einiges schräg – der ganze Überwachungswahn der NSA, darüber müssen wir ja gar nicht reden. Oder? Kann uns hier egal sein, denken viele. Oder nicht? Kann man als Deutscher etwa auch ins Raster fallen? Ohne böse Hintergedanken vielleicht sogar schon? Vielleicht erschreckend leicht?

Aber auch diesseits des Teichs würde ich Politikern gerne auf die Finger schauen, auch hier passiert Blödsinn. Die Gesundheitskarte zum Beispiel ist für viele denkende Menschen eine ziemliche Katastrophe. Mit erhöhter Sicherheit wurde für dieses Kärtchen geworben, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass alles, wo mir Sicherheit versprochen wird, garantiert keine drin ist.

Kommen wir zum Gutmenschen-Abschnitt der kleinen Kolumne. „Hast Du nichts besseres zu tun?” ist ein durchaus beliebtes Argument von Menschen, die man auf einen Mißstand hinweist und die da gerade keinen Bock drauf haben. Wer zum Beispiel durch die Gegend läuft und zählt, ob Frauen bei Veranstaltungen, in Firmen, in whatevers auch nur halbwegs repräsentativ auftauchen wird diese Gegenfrage sicher schon mal gehört haben. Anne erklärt aber ganz gut, warum sie Frauen zählt.

Und die FAZ geht noch eins weiter, die erklärt nicht, sondern die plädiert. Recht leidenschaftlich sogar. Und sagt: Billige Klamotten machen hässlich.

Und? War das schon zu gutmenschig? Juckt es in den Fingern, ein paar kräftige Hasstiraden ins Kommentarfeld zu rotzen? Klar. Macht ja jeder, ist ja nur Internet. Andrea Diener schreibt bei der FAZ und kennt das. Und denkt drüber nach, was das mit ihr so macht.
Als ich ins Internet kam, da gab es übrigens noch die schöne Regel „Bedenke, dass am anderen Ende auch ein Mensch sitzt”. Nur mal so gesagt.

Aber was red’ ich? Ist ja wie gesagt alles nur Internet hier. Das scheint übrigens ernsthaft immer noch ein weit verbreitete Ansicht in unserer Gesellschaft, hier in Deutschland im Jahr 2014 zu sein. Glauben Sie nicht?


Heute war Morgennebel auf dem Haarstrang

Aus der Kategorie »just pix«

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Die Filme im Juni 2014

Aus der Kategorie »just movies«

Alle Filme – egal ob @Kino oder @home im Juni 2014 (und zwei in Mai).

  • Safety Not Guaranteed (Journey of Love – Das wahre Abenteuer ist die Liebe) (IMDB)
    @home
    Darius Britt arbeitet als Praktikantin bei einer Zeitung und soll zusammen mit zwei Kollegen der Geschichte hinter einer seltsamen Kontaktanzeige nachgehen: „Partner für Reise in die Vergangenheit gesucht. Bezahlt wird nach Rückkkehr, Waffen werden nicht bereitgestellt, für die Sicherheit wird nicht garantiert.” Sie begeben sich auf die Suche und sie lernt Kenneth, einen seltsamen, aber sehr liebenswerten jungen Mann kennen.
    Ein sehr stiller Film über Menschen abseits des üblichen Weges, Menschen, die auf der Suche sind. Ein wunderhübscher kleiner Film.
    Bechdel-Test: Trotz Darius als Hauptperson findet sich leider keine zweite Frau, mit der sie über etwas anderes als Männer sprechen kann.
    ★★★★★★★★☆☆
  • The American (IMDB)
    @home
    George Clooney spielt den Waffenbauer und Auftragskiller Jack, der, nachdem er einem Anschlag auf sich selbst entkommen konnte, in einem kleinen italienischen Städtchen seinem nächsten Job nachgeht: Dem Bau eines speziellen Gewehrs. Während seiner Zeit dort verliebt er sich in eine Prostituierte und beschließt, auszusteigen. Er wird weiterhin verfolgt und auch seine letzte Kundin scheint nicht ungefährlich zu sein.
    Nicht ganz so wortkarg wie der erste Terminator überzeugt der Film eher durch Bilder als durch Worte – womit ich jetzt nicht andeuten will, der Film wäre so gewalttätig wie Arnies Frühwerk. Sehr still, sehr atmosphärisch; George macht auch das einsame, wortkarge sehr gut.
    Bechdel-Test: Nein.
    ★★★★★★★☆☆☆
  • 66/67 – Fairplay war gestern (IMDB)
    @home
    Florian und Otto führen eine Hooligan-Gruppe rund um Eintracht Frankfurt an. Die Gruppe bricht langsam auseinander, während die einzelnen versuchen, ihr Alltagsleben mit den Schlägereien und den Besäufnissen irgendwie unter einen Hut zu bekommen – und daran mal mehr mal weniger scheitern.
    Wenig Story, dafür teilweise fast beklemmend dicht an den Protagonisten, ihrer Szene und den sinnlosen Ritualen und Werten.
    Beeindruckend.
    Bechdel-Test: Nein.
    ★★★★★★★★☆☆

Ja, da war bestimmt noch mehr, aber irgendwie habe ich ein par mal vergessen, aufzuschreiben, wie’s war, wenn der Film zu Ende war. Frau Lawrence im blauem Bodysuit haben wir zum Beispiel noch zugeguckt aber es scheint das Alter zu sein: Ich erinnere mich nicht.

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ÖPNV außerhalb der Großstadt

Aus der Kategorie »just people«

Drüben bei Frau Dingens einen Artikel zu eigentlich etwas vollkommen anderem gelesen, dabei aber auf diesen Absatz gestossen

Wer in der Stadt lebt und Ubahnstationen in Laufweite hat, vergisst schnell, wie es ist, auf dem Land zu leben, wo der Bus abends nur noch zwei Mal pro Stunde fährt.

Und sehr gelacht.

Mal im Ernst, Ihr Lieben: Ich erzähl mal, wie das ist mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr auf dem Land.

Mit drei wurde ich das erste Mal in einen Bus gesetzt. Der fuhr direkt von unserer kleinen Stichstraße bis vor den Kindergarten, ich hatte einen festen Platz zwischen den beiden Nachbarmädels und ich war zwar vermutlich zuerst nicht begeistert, aber das war schon ok. Denke ich. Aber das war alles von der elterlichen Arbeitsstelle organisiert und damit quasi das Paradies.

Mit sechs wurde ich dann auf das Dorf gezogen. Im Sommer begann die Schule und ich lernte den Linienbus kennen, der vom Dorf zum Kaff fuhr. Im Kaff waren nämlich die Grund-, die Haupt- und die Realschule und so fuhr der Linienbus dankenswerterweise exakt zur ersten und zweiten Stunde hin und nach der dritten, vierten, fünften und sechsten zurück. Nachmittags dann noch einmal so gegen vier; das nutzten die wenigen Erwachsenen, die sich morgens in den Schulbus – wie wir ihn empfanden – hineintrauten.
Es gab keine festen Plätze mehr – statt dessen eine strikte, natürlich auch mit Gewalt durchgesetzte Rangordnung. Und einen daran sehr desinteressierten Busfahrer.

Dummerweise war ich damals schon ein schlaues Kerlchen und wer aufmerksam gelesen hat, hat bemerkt, dass in der Aufzählung oben das Gymnasium fehlte. Außerdem hat er bemerkt, dass ich das Wort „Stadt” oder auch nur „Städtchen” bisher vermied.

Ab der fünften Klasse nahm ich also den Bus vom Dorf ins andere Kaff – der fuhr morgens um sieben Minuten vor sieben. Um fünf nach sieben fuhr dann der Anschluss-Bus im Kaff ab und um achtzehn nach sieben war ich dann im Städtchen. Und um zwei vor halb acht in der Schule. Manchmal, wenn die Nonnen viel zu beten hatten, dann hatte die noch nicht mal auf und ich durfte in der Kälte warten.

Hatte ich fünf Stunden, hatte ich Glück: Dann fuhr ein Bus zurück ins Dorf. Gut, ich hatte dann vierzig Minuten Zeit in der mittagspausenden Stadt rumzuhängen, weil der Bus ins Dorf erst so spät fuhr, aber immerhin. Wollte ichs warm und/oder trocken haben konnte ich mich auch verbotenerweise in die 24 statt in die 22 setzen, die gondelte nämlich noch über alle Vororte. Aber immerhin warm. Naja, so buswarm halt, Ihr kennt das: bullenheiss auf dem Vierer wo die Heizung ist und immer wieder sehr erfrischend auf allen Plätzen im Umkreis von 5m um die Türen.

Hatte ich dummerweise sechs Stunden, musste ich abgeholt werden. „Aber – vierzig Minuten sind doch fast eine Schulstunde? Konnte der Bus dann nicht fünf Minuten später fahren?” höre ich jemanden fragen. Nein, konnte er nicht, wir haben gefragt. Ich war ja auch der einzige.
Erst nach fünf Jahren auf dem Gymnasium waren noch ein paar leider-zu-kluge Kinder nachgewachsen (in Worten: fünf), auch im nächsten Dorf gab es Bedarf und so ließ sich die Busgesellschaft immerhin auf den Einsatz eines sogenannten Einsatzwagens ein.
Der fuhr – bei Bedarf – zwölf Minuten nach Schulschluß vom Bahnhof los. Wer oben aufgepasst hat weiß, dass der Fußweg zehn Minuten dauerte.

Oder anders: Es war eher zeitlich eng. Kam der Lehrer der sechsten Stunde auf die lustige Idee mit „Die Stunde ist zu Ende, wenn ICH es sage”, dann wurde auch sehr eng.

Der nächste Bus danach fuhr übrigens abends um viertel vor sechs.

Hatte ich unverschämterweise nur drei oder vier Stunden, fuhr der Bus nur bis ins Dorf vor unserem Dorf und ich konnte die letzten fünfzehn Minuten und 80 Höhenmeter laufen.

Für jede Form von außerschulischem Sozialleben aka. „mal Freunde treffen” musste ich meine Eltern bitten, mich zu fahren.

Jahrelang wurde der Einsatzwagen von einem militanten Kinderhasser gefahren, der seine Bustüren gerne mal schloss, wenn man noch drinsteckte, gerne haarscharf zu früh losfuhr, uns gerne aus dem Dorf wieder mit rausnahm und im Wald im Gebüsch aussteigen ließ, weil wir „nicht rechtzeitig geklingelt” hatten (an der Endstation!) und auch sonst jede Gelegenheit mitnahm, uns zu schikanieren.

Das ist natürlich alles lange her, aber heute hat sich das nicht großartig geändert.
Als ich mich das letzte Mal gekümmert habe war abends nach zehn Schicht mit allem, was kein Taxi-Schild auf dem Dach hat. Zu Schulzeiten konnte man sich deswegen (falls man hier in der Stadt wohnte) entscheiden, ob man Freitagsabends um kurz vor zehn die Kneipe verließ oder bis zum nächsten Morgen und zum Physik-LK in der ersten durchmachen wollte.

Der Bahnhof in Menden war von den siebzehn Jahren die ich jetzt hier lebe, vierzehn Jahre geschlossen und mit Brettern vernagelt und wurde von den einsLive-Hörern mit großer Mehrheit zum hässlichsten Bahnhof des Sektors gewählt. Wir haben in drei verschiedenen Straßen im Umkreis von 100m drei Bushaltestellen namens „Bahnhof” und da das Busunternehmen selbst das total logisch findet ist es ihnen egal, wenn das Reisende verwirrt.

Vor zwei Jahren bestanden zwei Freundinnen aus dem Nachbarstädtchen darauf, mit dem Bus zu uns zu kommen – weil es zu viele Umstände gewesen wären, wenn ich sie abhole. Ich fuhr dann quasi die gleiche Entfernung in die andere Richtung, weil der Busfahrer keinen Bock hatte, vernünftig mit ihnen zu sprechen und sämtliche Ausschilderungen auch für Menschen, die sich virtuos weltweit in Bussen und Zügen bewegen vollkommen für die Tonne sind. Wenn es überhaupt welche gibt, die nicht angekokelt oder mit Tags geschmückt sind.

Alles in allem: Deswegen fahre ich Auto. Nicht, weil hier die Busse nur noch zweimal pro Stunde fahren.
Das ist auch Realität, wenn wir uns über Individual- und öffentlichen Personen-Nahverkehr unterhalten.

Und das nächste Mal erzähle ich Euch die Geschichte, dass man in kleinen und mittelständischen Betrieben im Sauerland vom Geschäftsführer beim ersten Kennenlernen selbstverständlich auf das Auto angesprochen wird, mit dem man als selbstständiger Dienstleister gerade auf den Hof gefahren ist. Ist der eigene Audi gerade in der Werkstatt und hat man den Fiat 500 der Liebsten, muss man auch schonmal erklären, dass es der Firma aber gut geht und man den Job wirklich hinbekommt. Aber wie gesagt, das soll eine andere Geschichte sein.