Phoenix West

Aus der Kategorie »just pix«

phoenixwestpreview

Ich war in Dortmund und habe Fotos gemacht. Bitte hier entlang.


Oh Captain my captain.

Aus der Kategorie »just people«

Robin Williams ist tot. Vermutlich hat er sich umgebracht. Vermutlich war er depressiv. So weit momentan das, was man so weiß.

mycaptainViele Menschen finden das traurig und dieses öffentliche Trauern im Web nimmt manchmal Formen an, die uns noch seltsam vorkommen, wir üben ja alle noch.
Manche Menschen – auch wir – haben sich auf einen Tisch gestellt und das fotografiert. Sie beziehen sich auf eine Szene aus dem „Club der toten Dichter” in der die Schüler protestieren, dass ihr Lehrer, gespielt von Robin Williams gehen soll.

Manche andere Menschen nehmen das zum Anlass, über Depressionen zu sprechen: Er hatte doch alles, war erfolgreich, hatte einen Oskar und wir alle liebten ihn.

Sorry, was für ein Bullshit; das nehme ich jetzt mal zum Anlass, auch über Depressionen zu schreiben.
Ich werde nicht darüber schreiben, was man erlebt und wie es einem geht, wenn man an Depressionen erkrankt ist. Das wäre vermessen, denn ich bin sicher, das schwarze Loch erlebt jede und jeder anders.

Aber ich möchte mir wünschen, dass wir alle einmal versuchen, Depressionen als das wahrzunehmen, was sie sind: Eine Krankheit. Wie Schnupfen. Wie ein Bänderriss. Wie eine Bindehautentzündung. Wie eine Querschnittslähmung. Wie kreisrunder Haarausfall.

Und natürlich auch überhaupt nicht so, wie alle diese Krankheiten – genau so wie alle meine Beispiele auch alle ganz unterschiedlich sind. Aber nehmen wir mal diesen einen Aspekt: Jede dieser Krankheiten beeinflusst uns, mit jeder können wir manches tun wie immer und manches nicht. Jede schränkt uns in irgendetwas ein und lässt andere Teile von uns unangetastet.

Hast Du einen heftigen Schnupfen, überrascht es Dich, wenn auf einmal stehen, sitzen, liegen anstrengend ist. Dann kannst Du auf einmal nicht mehr den ganzen Tag am Rechner sitzen, weil sich Dein Hirn zusetzt und die Knochen schmerzen.
Hast Du einen Schnupfen mit Fieber und allem was dazugehört, wird niemand von Dir verlangen, Dich nicht so anzustellen.
Hast Du einen Bänderriss wird niemand von Dir verlangen, den Treppenlauf im EmpireStateBuilding mitzulaufen.
Hast Du eine Bindehautentzündung, wird niemand von Dir verlangen, den ganzen Tag durch ein Fernglas die Sonne zu beobachten.

Hast Du Schnupfen, bist Du kein anderer Mensch. Hast Du Schnupfen, bist Du nur dann ein anderer Mensch, wenn man Dich auf Deine Fähigkeit zu denken, wach und fit zu sein beschränkt. Du bist der gleiche, nur langsamer und vielleicht etwas genervt. Und ob Du Dich „anstellst” oder nicht – manches geht eben nicht. Dein Imunsystem ist eben gerade krank.

Hast Du einen Bänderriss, dann bist Du kein anderer Mensch. Hast Du einen Bänderriss, bist Du nur ein anderer Mensch, wenn man Dich auf Deine Fähigkeit, schnell zu laufen beschränkt. Du bist der gleiche, nur langsamer und vielleicht etwas genervt. Und ob Du Dich „anstellst” oder nicht – manches geht eben nicht. Dein Fuß ist eben gerade krank.

Hast Du eine Depression, eine depressive Phase, whatever you may call it, dann bist Du der gleiche. Nur manches geht eben nicht. Oder langsamer. Nicht wie gewohnt. Du stellst Dich nicht an, sondern Dein Gehirn tut Dinge anders als sonst. Dinge, die Dich sonst froh gemacht haben, lassen Dich vielleicht gleichgültig. Manches geht eben nicht. Dein Gehirn ist eben gerade krank.
Dinge die Dir wichtig waren, sind vielleicht egal. Dein Gehirn ist nämlich gerade krank.

Und vielleicht bist Du müder, wahrscheinlich trauriger und es besteht eine große Chance, dass Du jede Menge Deiner verbliebenen Energie dafür aufbringst, nach außen möglichst gesund zu erscheinen, weil auch alle anderen sich genau diese Gedanken hier noch nie gemacht haben und Dich komisch behandeln.

Wenn ein Schnupfen vorbei ist, dann kannst Du Dich nicht mehr erinnern, wie sich das anfühlte, dann kannst Du es Dir nicht mehr vorstellen. So wie man sich im Sommer keinen Schnee, zu Weihnachten keine Sonne vorstellen kann.
Sei also bitte nicht so vermessen, jemandem zu sagen, er soll sich nicht so anstellen, nur weil Du auch schon einmal ein paar Tage mies drauf warst. Depression ist eine Krankheit und nicht eine Laune.
Hast Du diese Krankheit nicht kannst Du sie Dir nicht vorstellen. Das kann nicht mal ein Depressiver, wenn er gerade keinen akuten Schub hat. Du kannst Dir ja auch keine Grippe vorstellen, wenn Du gerade keine hast.
Aber wenn Du einen depressiven Schub hast, dann kannst Du Dir keine Sonne vorstellen.

 

Ja, ich weiß: Natürlich ist das auch alles etwas vereinfacht, weil ein gebrochener Fuß das Wesen eines Menschen nicht verändert, eine Depression augenscheinlich aber schon.

Aber irgendwo dahinter ist es so. Unter der Krankheit, da ist der gleiche Mensch. Er oder sie stellt sich nicht an, er oder sie ist nicht undankbar – er oder sie ist gerade krank. Lassen wir ihn oder sie dann nicht zusätzlich auch noch alleine. Bestrafen wir sie nicht auch noch dafür, dass es ihnen nicht gut geht.


Die neue Kamera und ein bisschen drama in the sky, baby.

Aus der Kategorie »just pix«

Cloudporn


Neues aus Absurdistan

Aus der Kategorie »just work«

(Vorgeschichte: Hilferuf bei mir, weil $Hoster den Webspace des $Kunden komplett gesperrt hat. Grund: Ein veraltetes CMS öffnete $Mistkerl eine Sicherheitslücke und $Mistkerl nutzte die, um Spam zu verschicken)

Ich versuche also, das CMS upzudaten.
Erster Schritt dabei (immer): Daten sichern.
Die Dateien per FTP zu sichern ist kein Problem, aber ich komme nicht an die Datenbank; PhpMyAdmin ist nicht erreichbar.

Anruf beim Hoster. Ich erkläre. Es geht los.

Er: Genau, Sie kommen an PhpMyAdmin nicht dran, bevor Sie uns nicht versichert haben, dass Sie alle Schadsoftware beseitigt haben und der Webspace wieder sicher ist.

Ich: Das will ich ja gerne tun, aber dazu muss ich das CMS updaten.

Er: Genau.

Ich: Dazu muss ich an die Datenbank.

Er: Nein, das geht erst, wenn der Webspace wieder sicher ist.

Ich: Ähhhhmm.

Wir haben dann noch ein bisschen im Kreis geredet und dann hat er mir empfohlen, alle Dateien vom Server herunter zu laden und auf dem PC mit einem normalen Virenscanner zu scannen. Wenn sich da nichts mehr findet, dann ist alles gut.
Meine Frage, ob ein PC-Virenscanner denn wohl sicher auch schadhafte Server-Scripte identifizieren könne, verstand er nicht. Virus sei doch Virus; ich bin mir da nicht ganz so sicher.
Dass ich gar keinen PC habe, habe ich erstmal gar nicht erwähnt.


17 Jahre, Alter

Aus der Kategorie »just pix«

11.8.1997 – 11.8.2014

Verzeihung: 17 Jahre, Alte muss es natürlich heißen!


Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Hach ja, dieses Internet. Wir hier, also ich, der ich als Blogger-Urgestein sowieso unantastbar bin und Du, der Du ja auch aufs virtuoseste zwischen zig Browserfenstern, zwischen Desktop und mobile und Deinen vielen Social-Web-Profilen wechselst, wir kennen uns ja aus. Sind ja alte Hasen. Oder? Angenommen, Du bist älter als 25 (was ich vermuten kann wenn Du überhaupt hier dieses vollkommen altmodische Blog liest) – weißt Du dann, was die jungen Leute im Web tun? Also jetzt nicht die, die Frau Merkel „die jungen Leute” nennt (das sind ja wir), sondern die wirklich jungen Leute? Sind Dir vielleicht schon einmal Hashtags begegnet, mit denen Du absolut nichts anfangen konntest? Und? Ignoriert, oder? Ich auch.

Es gibt ja auch genug zu tun in diesem Web, man kann sich ja nicht um alles kümmern. Shoppen muss man zum Beispiel. Wir haben ja sonst keine Zeit – also keine Zeit, offline durch die Läden mit ihrer lächerlich begrenzten Auswahl und ihren fehlenden Vergleichsmöglichkeiten zu rennen. Obwohl man dort den Vorteil einer echten Beratung abseits von automatiserten Fake-Bewertungen bekommen könnte. Das jedenfalls könnte der letzte Vorteil dieser Läden sein denke ich, ein Vorteil, der sie vor dem Aussterben retten könnte. Dummerweise erlebe und lese ich zu oft anderes. Manchmal unterhaltsam aber schade.

Da war also jemand in einem Laden nahezu bürokratisch und das ist doof. Wobei es natürlich überhaupt nicht im geringsten an echte Bürokratie heranreicht. So wie die, die einem begegnet, wenn man arbeitslos ist. Arbeitslose Akademiker zum Beispiel könnten zum Beispiel … hmmmm, mal überlegen … hmmmmmmm, was ist denn total absurd … genau: Die könnnten mal googeln lernen. Weil ja klar ist, dass man das nicht von Heute auf Morgen lernt, plant man am besten ein halbes Jahr Zeit ein.

Der eine will also arbeiten und findet nichts; ist aber immerhin aus der Statistik raus. Für den ein oder anderen Politiker mag das – fürchte ich – schon reichen. Der andere arbeitet, arbeitet gerne, verdient damit auch Geld, darf aber wiederum dieses Geld nicht behalten. Also: Ein bisschen schon, aber zum Beispiel nicht so viel, dass er sich eine eigene Alterssicherung aufbauen könnte, auch wenns reichen würde. Gibts nicht? Klar gibts das, das ist gesetzlich so geregelt.

Die nächste wiederum arbeitet – manchmal in Amerika und manchmal in Deutschland. Und gelegentlich ist es ja gut, wenn jemand von außen einen Blick wirft, wir werden ja alle so schnell betriebsblind. Wenn so ein Maschinchen erstmal läuft, dann denken wir ja so schnell „alles prima” und dann tut so ein Blick von außen ja gut, dann zeigt sich ja oft noch Verbesserungspotential. Man könnte ja nutzen, wenn jemand das Arbeitsleben in Amerika und Deutschland kennt – und aus der vergleichenden Perspektive heraus mal auf Deutschland gucken. Ok, manchmal ist das vielleicht dann aber etwas schmerzhaft – wenn dann zum Beispiel jemand erklärt, warum sie auf keinen Fall dauerhaft in Deutschland arbeiten und leben möchte.

„Ja mein Gott, eine! angepisste Amerikanerin. Und überhaupt, haben wir denn keine echten Probleme, das sind doch bloß Einzelfälle. Die paar wenigen Deppen, die ihr da begegnet sind. Soll sich halt nicht so anstellen und ihren Mann stehen. Das ist überhaupt das Problem mit Euch Gutmenschen, das Ihr immer alles so hochsterilisiert. Alle sind immer frauenfeindlich, sind schlecht zu Tieren, sind ausländerfeindlich und ungerecht zu Behinderten und was weiß ich. Ach ja, seit ein paar Wochen ja auch noch antisemitisch, jetzt stellt Euch doch nicht so an, man wird doch wohl noch mal sagen dürfen!”

Na? Ist Dir gerade die Hutschnur hochgegangen? Schon fast ins Kommentarfeld gescrollt, um mal so richtig loszuranten? (Anmerkung für nicht regelmäßige Leserinnen: Natürlich war der letzte Absatz nicht meine Meinung sondern eine Sammlung der übelsten „Argumente”, die uns immer wieder so begegnen.) Aber mir geht es auch so, wenn ich so einen Müll lese, dann will ich mich sofort aufregen.
Aber: Schlaf erstmal ’ne Nacht drüber. Ehrlich. Übrigens triffst Du nicht nur im Internet am anderen Ende immer einen Menschen, das ist auch im RealLife so.
Liest man, was schon eine harmlose Frage an Hass nach sich zieht weiß man: Man kann da gar nicht oft genug dran erinnern.


Woanders. Und die anderen. Und: Anders sein

Aus der Kategorie »just people«

Diese Woche habe ich nicht viele Links und beide sind nicht schön. Aber sie passen sehr zu etwas, was mich arg beschäftigt und deswegen ist das heute Linksammlung und normaler „Christian-denkt-so-rum”-Artikel in einem.

Da ist zum einen die Geschichte aus irgendeinem der Nachbarkäffer, in der jemand Schützenkönig wurde, um dann feststellen zu müssen, dass er wohl nicht Schützenkönig sein darf. Oder anders: Im Gegensatz zu Frauen dürfen auch Moslems Schützenbrüder sein, aber eben nicht Schützenkönig (jedenfalls in diesem speziellen Kaff).

Die andere Geschichte ist gar keine, sondern nur eine Antwort eine sächsischen Politkers auf eine Frage bei abgordnetenwatch.de. Aber sie erzählt eine Geschichte.

Und das bringt mich zu einem Thema, über das ich dieser Tage viel nachdenke. Das ist alles noch sehr ungeordnet, aber ich werfe die Puzzlestücke hier einmal rein. Wer weiß, was entsteht.

Diese beiden oben verlinkten Geschichten eint ja, dass dort jemand nach Regeln und vor allem wohl nach: Werten(!) lebt, die nicht meine sind. Schaue ich mir die Reaktionen meiner Filterbubble an, die die Links im Laufe der letzten Woche gesehen hat, sind sie auch nicht Deine Regeln und Werte, nicht unsere Werte (ich sag das jetzt der Einfachheit halber mal so)

Aber: Das ist nur eine Filterbubble. Unsere Filterbubble. Meine, Deine, unsere Werte scheinen nicht gesellschaftlicher Konsens zu sein, denn in beiden Fällen stellt sich jemand – sei es ein Schützenverein, sei es ein Politiker – hin und vertritt selbstbewusst, dass das Leben bitte anders zu sein habe.

Wer hat Recht? Niemand. Wer möchte Recht haben? Beide. Das nennt sich dann wohl gesellschaftlicher Diskurs. Man müsste drüber reden. Man müsste Lösungen finden.

Schaut man im großen Rahmen auf gesellschaftliche Entwicklungen, dann hat sich Gesellschaft, dann hat sich das Zusammenleben von Menschen in den letzten Jahrhunderten laufend verändert; ich picke mal zwei bekannte Besipele heraus:

Adelige zum Beispiel haben nicht mehr automatisch das Recht, den Bauern, die zufällig auf dem willkürlich abgesteckten Stück Land leben, dass die Adeligen als Besitz betrachten, alles wegzunehmen.
Ich habe das im Geschichtsunterricht als Fortschritt beschrieben bekommen. Wäre ich ein Adeliger sähe ich das eventuell anders.

Vom Adeligen bis zum Bauern, vom Städter bis zum Beamten haben alle das gleiche Recht mittels eines Bleistiftkreuzchens eine Stimme darüber abzugeben, wer in den nächsten vier oder fünf Jahren die Geschicke von Stand, Land oder Bund vertritt.
Auch das ist Fortschritt, habe ich gelernt; wäre ich adelig sähe ich auch das vermutlich anders.

Bei beiden willkürlich herausgepickten Beispielen (und bei einigen mehr) gibt es aber einen breiten gesellschaftlichen Konsens: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und daraus abgeleitete Werte, die dann in Verfassungen und Grundgesetzen mündeten, sind halbwegs anerkannte Werte.

Schaut man sich die Ausgestaltung dieser Werte an, scheint es aber noch einiges an Redebedarf zu geben. Nimmt man zum Beispiel den Abgeordneten Sebastian Fischer, so hat er offentsichtlich noch einen höheren Wert: Den christlichen Glauben.
Liest man seine Antwort, so schafft er ja folgenden, für mich arg mutigen, Gedankensprung:

  1. Jeder soll sich frei entfalten dürfen
    (Da bin ich dabei: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit usw; siehe oben)
  2. Keine Idee sollte als höherwertiger angesehen werden
    (D’accord; immer noch: Freiheit, Gleichheit, Dings usw)
  3. Als Christ finde ich es richtig, dass die Ehe etwas ist, was höherwertig ist und nicht allen zur Verfügung steht
    (Äh?)

Hups, wo ist denn die Gleichheit hin? Merkt er denn nicht, dass er die gerade über Bord gekippt hat? Merkt er nicht, dass Aussage drei den ersten beiden widerspricht?

Meine persönlichen Erfahrungen in Diskussionen mit wertkonservativen, christlichen Menschen in ländlichen Gebieten weisen statistisch signifikant nach, dass genau dieser Widerspruch nicht gesehen wird. Die gänge Argumention beginnt mit „Ja, aber …”.
Schaut man sich an, wie der Glaube an einen Gott konstruiert ist, kann es auch nicht anders sein:
„Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir”, heißt es – und nicht: „Ich bin der Herr, dein Gott, komm, hier steht Tee und jetzt lass uns mal drüber diskutieren, wie wir denn jetzt hier den Laden am Laufen halten”

Dass ich jetzt übrigens christliche Werte rauspicke soll gar nicht Religion allgemein bashen. Diese Regeln und Werte, die in Hinterköpfen rumspuken sind nur selten so klar formuliert wie dort. Sie können, fürchte ich, aber auch wenn sie sich eher auf nachbarschaftliches Zusammenleben oder andere Traditionen beziehen ebenso stark sein. Wenn nicht noch stärker.

Und während einer meiner höchsten Werte die Harmonie zwischen den Menschen ist, während ich fest daran glaube, dass man über Dinge reden kann und gemeinschaftliche Lösungen finden kann, muss ich wohl akzeptieren: Es gibt Menschen, die setzen zum Beispiel die Vorstellung eines Gottes (oder einer „das ist nun mal so”-Regel) darüber.

Und wenn Gott oder die Nachbarn oder die Schützen-Satzung sagen, dass der Moslem nicht Schützenkönig werden darf und der Schwule nicht heiraten und die Frau nicht so viel Geld verdienen und das Kind keine langen Haare haben, dann ist das eben so.

Und dann weiß ich manchmal nicht weiter. Aber vielleicht – und bevor das hier alles endgültig verschwurbelt – ist es gut, darüber gelegentlich nachzudenken. Sich das gelegentlich ins Gedächtnis zu rufen, dass es andere Meinungen gibt und dass die nicht per se doof sind, nur weil die halt doof sind.
Das ist ja by the way auch demokratisch. Wenn auch manchmal etwas schwer auszuhalten.


Filme und Serien im Juli 2014

Aus der Kategorie »just movies«

Alle Filme und (neu! neu!) Serien – egal ob @Kino oder @home im Juli 2014.

  • 24: Live another day (IMDB)
    Serie, 2014, @home
    maxdome beglückte uns mit der aktuellen Staffel 24, noch während sie in Amerika im Fernsehen lief. Läuft. Gelaufen ist.
    Eigentlich müsste diese Staffel „12” heißen, mehr Zeit hat Jack Bauer nämlich diesmal nicht, um die Welt zu retten. Diesmal haben (Überraschung!) Terroristen eine (Überraschung!) streng geheime Technik in ihren Besitz gebracht um damit (Überraschung!) die Welt zu bedrohen. Jedes Wort mehr würde spoilern und das will ich hier gerade nicht.
    Das Muster ist also nicht neu aber dafür erleben wir ein paar alte Bekannte in neuen Rollen. Trotzdem gab es ein paar Situationen, in denen ich in betont gelangweiltem Tonfall sprach: „Jetzt tut … gleich …” – und ich hatte jedes Mal recht. Trotzdem ist es wie 24 immer spannend und wird nur zum Schluß etwas hudelig. Vielleicht wären 16 Stunden gut gewesen, um die ganze Story unterzubringen.
    Bechdel-Test: Nein, eher nicht. Es sind zwar ein paar Frauen an wichtigen Positionen im Einsatz, aber eigentlich sprechen alle über Jack und Jack spricht über die Rettung der Welt.
    ★★★★★★★★☆☆
  • Blue Lagoon: The Awakening (Blue Lagoon: Rettungslos verliebt) (IMDB)
    Film, 2012, @home
    Emma ist eine beliebte, gut in ihre Mädels-Cliquen eingebundene Highschool-Schülerin, Dean ist eher so der Nerd. Also so der schöne, sonnengebräunte, bodygebuildete Nerd. (Häh?)
    Auf einer Party fällt sie vom Boot, er springt hinterher um sie zu retten, das zufällig anwesende Rettungsboot reißt sich los und treibt aus dem Hafen quer über den Pazifik zu einer einsamen Insel. Die beiden richten sich und ihre makellosen Körper auf dem Inselchen ein, er darf sie noch deflorieren und es ist unvergesslich und nachdem sie sich sehr verliebt haben, werden sie überraschenderweise dann doch noch gerettet. Ups. Jetzt hab ich die vollkommen innovative Storyline gespoilert.
    Leider weiß ich nicht, welcher Teufel mich geritten hat, diesen Film zu gucken. Nebenher habe ich ein bisschen programmiert. Dabei hats nur wenig gestört.
    Bechdel-Test: Nein. Bikinibody-Test inklusive Slomo von Fuß bis Brust: Ja. Was es nicht besser macht.
    ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆
  • Prometheus (Prometheus – Dunkle Zeichen) (IMDB)
    Film, 2012, @home
    Wissenschaftler finden in einer Höhle Zeichen, die sie als Schöpfungsgeschichte einer außerirdischen Spezies und als Einladung zu diesen Schöpfern verstehen. Es wird ein Raumschiff gebaut, gepackt und gestartet und man macht sich auf den Weg. In einer Höhle auf dem erreichten Zielplaneten ganzweitweg finden die Forscher ein paar Leichen, ein paar Urnen und Zeichen wie die auf der Erde – und natürlich haben sie aus den gängigen ScienceFictionFilmen nichts gelernt und nehmen den Schmonz mit an Bord und beginnen, darin herum zu bohren.
    Außerdem haben natürlich alle an Bord heimlich noch unterschiedliche Interessen und hintergehen sich lustig gegenseitig und wenn man weiß, dass Ridley Scott den Film als Prequel zu den Alien-Filmen gedacht hat, dann ahnt man, wo das alles hinfühen wird.
    Bechdel-Test: Jep. Das Raumschiff ist halbwegs quotiert besetzt und alle reden eh nur über die Aliens.
    ★★★★★★☆☆☆☆
  • Wir sind die neuen (IMDB)
    Film, 2014, @the movies
    Anne wird von ihrer Familie aus ihrer Wohnung gedrängt, sucht ihre alten Studi-WG-Kumpels Eddie und Johannes zusammen und gründet mit ihnen eine neue WG. Über ihnen wohnen Katharina, Barbara und Thorsten, die alle aktuell an der Uni sind.
    Entgegen aller Klischees sind die drei Alten die lauten und unsauberen, die junge WG hat eher geregelte Lernzeiten im Kopf als Grundsatzdiskussionen bei Tee am Küchentisch.
    Was lustig und klamaukig daher kommen könnte ist dann zwar durchaus an vielen Stellen zum lachen, hat aber deutlich mehr Tiefgang als befürchtet. Und: In dem Moment, als ich dachte „Jetzt wäre der perfekte Moment den Film zu beenden, aber deutsche Filme müssen ja immer noch …” – da hörte der Film auf. Thumbs up. Und sogar Herrn Lauterbach hab ich gut ertragen können.
    Wir – als sozialpädagogisch sozialisiertes Pärchen in den vierzigern – haben noch lange über den Film gesprochen.
    Bechdel-Test: Nop. Die WGs sind zwar insgesamt quotiert besetzt aber die beiden jungen Mädels sprechen quasi gar nicht miteinander. Und auch Anne spricht nur mit Thorsten.
    ★★★★★★★☆☆☆
  • Veronica Mars (IMDB)
    Film, 2014, @home
    Zehn Jahre nachdem sie Neptune verlassen hat, kehrt Veronica zurück, als ihr Exfreund Logan unter Mordanklage steht und einen Anwalt braucht. Sie bleibt in der Stadt und taucht wieder tief ein in das korrupte Leben in der Kleinstadt, die sich in der Zwischenzeit nicht zum besseren entwickelt hat.
    Vor zehn Jahren spielte Kristen Bell die Teenie-Detektivin in der miesen kalifornischen Kleinstadt; leider war nach der dritten Staffel Schluß. Im letzten Jahr nutzte sie eine Kickstarter-Kampagne, um die Geschichte weiter zu erzählen.
    Ja, „Teenie-Mädchen spielt in der HighScholl Detektiv” klingt recht grauenhaft, aber die Serie war wirklich ganz wunderbar. Und dieser Film setzt einen würdigen Abschluss hinter die etwas abrupt beendete Serie.
    Bechdel-Test: Ja. Veronica spricht mit jeder und jedem und dabei fast nur über ihren Fall.
    ★★★★★★★★★☆
  • Fantômas (IMDB)
    Film, 1964, @home
    Der Journalist Fandor schreibt einen Artikel, in dem er anzweifelt, dass es den genialen verbrecher Fantomas wirklich gibt. Der kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und entführt Fandor – und missbraucht ihn für seine nächsten Verbrechen.
    Louis de Funès wäre am 31.7. 100 Jahre alt geworden und so zeigte KabelEinsClassics die drei Fantomas-Filme an einem Abend. Ich habe sie aufgenommen, habe aber erst den ersten geschafft. Der Film entstand zu Beginn von Louis’ Filmkarriere und er ist viel weniger „Ja? Oah! Nein! Oah!”-klamaukig als später und 50 Jahre später hat der Film einen ganz wunderbar gemächlichen Charme – sowohl im Erzähltempo, in den Action-Szenen als auch in Tricks und Stunts.
    Bechdel-Test: Nope, Frauen sind nur Beiwerk.
    ★★★★★★★☆☆☆

Was ist eigentlich dieser Bechdel-Test? Guckstu hier. Banner und Links mit Sternchen führen zu iTunes und sind affiliate-Links