Die ein oder andere treue Leserin mag sich ja erinnern – ich habe einige Jahre meines Lebens in einem Dorf gelebt. Lange Jahre. [dramatische Pause] Bittere Jahre [mitleidheischender Blick ins Publikum].
Naja, egal [tapferes Atmen] jetzt leb ich ja in der Kleinstadt. Die ist dummerweise wirklich recht klein, vor allem im Kopf.
S. und ich haben uns schon verschiedentlich unsere Gedanken darüber gemacht – eine unserer Therorien war eine geschichtliche: Menden gehörte – ganz im Gegensatz zur Umgebung – zum katholischen Köln und musste sich ständig verteidigen. Das macht natürlich mißtrauisch gegenüber allem jenseits der Stadtmauer und so mögen so Grundprinzipien wie »Trau (Dich mit) niemandem hinter der Ruhr« entstanden sein. Grundprinzipien, die die echten Mendener »Poalbürger« noch heute tief in sich tragen.
(Eine andere Theorie beruht mehr darauf, dass man zum Studieren aus Menden wegziehen muß und so nur die doofen hierbleiben. Aber das ist eine andere Geschichte)
Wir waren auf jeden Fall am Samstag Abend jenseits der Ruhr. Denn dorthin hatte uns die Frau hammwanich eingeladen, zu einem ganz bezaubernden Theaterfestival (Wissen Sie eigentlich, dass ich im ersten Anlauf reproduzierbar IMMER »Thetare« tippe?) , das sich durch die Altstadtgassen des Nachbarstädtchens zog.
Wir sahen, wie relativ »verrückt« und »normal« ist, sahen blaue Frauen auf Balkonen und depressive Roboter im fruchtlosen Zwiegespräch mit Gartenzwergen. Wir hörten Dinge, die an erste Geigenstunden erinnerten und mal wieder eine weitere Version von »Bohemian Rhapsody«.
Und wir kamen eine Stunde zu spät, weil wir zu blöd waren, ein Programmheft zu lesen. Hauptsache, man hat das PDF in der Dropbox auf dem Handy, jaja …
Aber wisst Ihr was? War egal. Weil sich das Nachbarstädtchen eine ganz wunderbare Atmosphäre in die Altstadt gezaubert hatte und weil wir in netter Dreierrunde mal hier mal da mal dorthin schlenderten.
Und nur gelegentlich überlegten S. und ich, warum wir im achtzehnten Jahr zum ersten mal von diesem Festival gehört hatten. Warum man sich in Menden überhaupt so wenig für die Nachbarstädte interessiert. Nicht für die Landesgartenschau im Süden und nicht für das Theater im Westen. das kann doch nicht alles der kurkölnische Einfluss von 1340 sein?
princess, you might like it: Die ein oder andere treue Leserin mag sich ja erinnern - ich habe einige Jahre meines Lebens in einem Dorf gelebt. Lange Jahre. [dramatische Pause] Bittere Jahre [mitleidheischender Blick ins Publikum].
Naja, egal [tapferes Atmen] jetzt leb ich ja in der Kleinstadt. Die ist dummerweise wirklich recht klein, vor allem im Kopf.
S. und ich haben uns schon verschiedentlich unsere Gedanken darüber gemacht - eine unserer Therorien war eine geschichtliche: Menden gehörte - ganz im Gegensatz zur Umgebung - zum katholischen Köln und musste sich ständig verteidigen. Das macht natürlich mißtrauisch gegenüber allem jenseits der Stadtmauer und so mögen so Grundprinzipien wie »Trau (Dich mit) niemandem hinter der Ruhr« entstanden sein. Grundprinzipien, die die echten Mendener »Poalbürger« noch heute tief in sich tragen.
(Eine andere Theorie beruht mehr darauf, dass man zum Studieren aus Menden wegziehen muß und so nur die doofen hierbleiben. Aber das ist eine andere Geschichte)
Wir waren auf jeden Fall
29.08.2010 :: 22:55 Uhr :: 2 Kommentare »