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Icon zum Thema 'everyday People' Einfach nicht daran denken

Seit 2001 sind in Europa 247 Personen durch einen Anschlag ums Leben gekommen. (Quelle: untenstehender Film)

Seit 2001 hat es in Deutschland ca. 900 neue Lotto-/Toto-Millionäre gegeben. (Quelle)

Also? Don’t be frightened.

Doch einfach zu sagen, »Denk doch nicht daran« ist quasi unmöglich, denn unser Gehirn kann nicht nicht denken. Wenn ich jetzt hier zum Beispiel sage »Denk nicht an eine Banane« – na, woran hast Du gerade gedacht?
Und da wir ja gerade eher in Zeiten leben, in denen uns ständig gesagt wird, dass wir daran denken müssen ist das nicht leicht.
Aber zu wissen, wie unser Denken funktioniert hilft oft, zu sehen, wenn es manipuliert werden soll.

Und daher: Ich habe keine Angst.
Hätte ich welche, dann sollte ich dringend anfangen, Lotto zu spielen.


Icon zum Thema 'linkwertig' (Be-)Merkenswertes vom 22.11.2010

Am 22.11.2010 aus dem Feedreader gepickt:

  • Im Netz stieß ich neulich auf eine Stellenausschreibung: „Suchen kreative Texter, bieten super Bezahlung!“ Hört sich doch toll an, dachte ich. Kreativ bin ich, Texter bin ich und super Bezahlung ist auch immer super. Ich schrieb also eine E-Mail, ich hätte vielleicht Interesse an dem Job, was denn zu tun sei und ich würde mich über weitere Informationen freuen.

    Keine halbe Stunde später klingelte das Telefon.

    (tags: cfischercom)
  • Niemand von uns Bürgern kann kontrollieren, ob das alles stimmt. Und überhaupt mag ich diese Panikmache nicht. Als Naturwissenschaftler habe ich gelernt, Risiken quantitativ zu vergleichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich von einem Auto oder einem Schäferhund getötet werde, ist weit größer, als Opfer eines Terroranschlags in Deutschland zu werden. Nein, ich habe keine Angst, und selbst dann, wenn alle Polizisten Hamburgs um mein Bett stehen, behalte ich meinen klaren Kopf. Das, was hier passiert, ist eine Inszenierung.
    (tags: twitthis)

delicious sei Dank.


Icon zum Thema 'everyday People' Vielen Dank für Deine eMail

Ich verstehe, dass Du diese PowerPoint-Präsentation die Du gerade bekommen hast sehr lustig fandest. Ist sie bestimmt auch. So lustig, dass Du sie sofort an alle Deine Bekannten (aka. „gesamtes Adressbuch”) weiterleiten wolltest. Verstehe ich.

Aber: Ich sitze jeden Tag am Web. Jeden. Jeden Tag zwischen zehn und fünfzehn Stunden. Oder mehr. Ich lebe „always on”. Die Chance, dass ich all die lustigen Bilder schon gesehen habe, die da jemand sorgsam in das am wenigsten geeignete Format zusammengestellt hat, diese Chance ist also sehr, sehr groß.

Apropos „groß”.
PowerPoint, wenn es von unkundigen bedient wird, hat die Eigenschaft, recht große Dateien zu produzieren. Natürlich habe ich – wie Du bestimmt schon ganz richtig vermutet hast – einen schnellen DSL-Anschluss, so das große eMails nicht mehr so ein Problem sind.
Da ich aber – wie gesagt – „always on” bin, aber nicht den ganzen Tag an meinem Schreibtisch sitze, rufe ich eMails auch gerne mit meinem Handy oder über ein WLAN im nächsten McDonalds ab.
Da sind solche eMails schon wieder etwas anstrengender.

Apropos „anstrengend”.
Ich bekomme am Tag zwischen fünfzig und hundert Mails. Plus täglich mehrfache Lotto-Gewinnbenach­richtungen, Tipps, wie ich meine Geschlechtsorgane ins Unermessliche vegrößern kann, Tipps, wo ich am besten Geld anlege, Angebote, Uhren zu kaufen oder sogar vertrauliche Anfragen, Geld aus Nigeria hinaus zu transferieren. Und ein paar einige zig nie gewollte „Newsletter”.
Eine meiner Hauptaufgaben jeden Tag ist es also, gedanklich zu filtern. Innerhalb von Sekunden festzustellen, ob etwas unwichtig oder wichtig, privat, geschäftlich, von meinem Verein oder meiner Partei kommt, ob es jetzt!, jetzt, gleich, später, irgendwann einmal oder aber nie wichtig ist. Ob es archiviert werden muss oder aber beherzt sofort gelöscht werden kann.
Da wir beide ja befreundet sind bekommen Deine eMails da in der ersten Microsekunde einen Vertrauensvorschuss, der aber – wie Du vielleicht nach den schon genannten Punkten fast befürchtet hast – im nächsten Moment dann verpufft. Das ist doch schade. Ich könnte dann ja eventuell aus Versehen Deine nächste „echte” eMail ungelesen löschen.

Apropos „befreundet”.
Wir beide kennen uns ja schon ein paar Tage. Ich habe auch ein paar Deiner anderen Freunde schon einmal kennen gelernt – aber: Ich kenne nicht Deinen ganzen Bekanntenkreis (aka. „gesamtes Adressbuch”). Und vielleicht hat das sogar an mancher Stelle auch gute Gründe, man weiß es ja nicht. Und deswegen möchte ich nicht, dass Deine ganzen Freunde und Bekannten als erstes von mir meine eMail-Adresse haben.

Du sagst, dass meine eMail-Adresse aber doch offen im Web steht? Ja, das ist die öffentliche. Menschen wie Du kennen eine andere Adresse, eine private. Die ist nicht Spam-verseucht und hat deswegen beim oben erwähnten gedanklichen Filtern ebenfalls einen Vertrauensvorschuss.
Wie Du vielleicht verstehen kannst, möchte ich nicht, dass diese private Adresse sich willkürlich verbreitet.

Außerdem sammeln viele eMail-Programm jede Adresse, derer sie habhaft werden können automatisch. Und wenn dann einer Deiner Bekannten demnächst eine PowerPoint-Präsentation auch lustig findet und sie an sein ganzes Adressbuch schickt, dann bekomme ich sie auch. Von einem mir unbekannten Menschen. Will ich das? Würdest Du das wollen?

Apopos „wollen”.
Falls Du das alles gar nicht lesen wolltest, Dir das alles schon wieder viel zu lang und zu kompliziert war und Du findest, ich soll mich nicht anstellen, dann kann ich das auch kürzer sagen:

Verschon mich mit Deinem PowerPoint-Scheiß und lerne endlich, BCC zu benutzen!


Icon zum Thema 'linkwertig' (Be-)Merkenswertes vom 21.11.2010

Am 21.11.2010 aus dem Feedreader gepickt:

Mit bestem Dank an delicious.


Icon zum Thema 'movietime' Red

Trotzdem waren wir wieder im Kino. Red haben wir geguckt. Einen netten, belanglosen Abend nach einem anstrengenden Wochenende nach einer anstrengenden Woche hatten wir erwartet.

Und was soll ich sagen? Überrascht wurden wir. Weil uns die überdrehte Mischung irgendwo zwischen A-Team und Guy Ritchie, zwischen Ocean’s Eleven und Tarantino gefallen hat.
Nichts war neu, die Geschichte eines Ex-Agenten der überraschend überfallen wird, sich gegen eine scheinbare Übermacht durchsetzen muss und dazu erst sein altes Team wieder zusammensucht hat man so oder in Abwandlungen schon diverse Male gesehen.
Aber die Zusammensetzung stimmte eben, Tempo, Humor und Gefühl ebenfalls. Ein guter Wochenabschluss.

Und den Nachtsichtgerät-bewehrten Sheriffs war die letzte Vorstellung, die der Film noch gezeigt wurde auch keine Mühe wert. Man fühlt den Unterschied, ob man beobachtet wird oder nicht.


Icon zum Thema 'linkwertig' Die Links vom 19.11.2010

Am 19.11.2010 aus dem Feedreader gepickt:

delicious sei Dank.


Icon zum Thema 'everyday People' Überwachungs-Kino

Falls hier jemand mit juristischen Grundkenntnissen mitliest …

Nehmen wir mal an, jemand geht ins Kino. Kauft sich unten im Foyer seine Eintrittskarte und marschiert ca. eine halbe Stunde später hoch zum Kino.
Sieht dann beim Öffnen der Tür eher zufällig an der Innenseite der Kinotür, dass da ein »Raubkopierer sind Verbrecher … (sehr groß) … und deswegen überwachen wir diesen Raum mit Nachtsichtgeräten (recht klein)« – Plakat hängt.
Wird dann von einer sehr unfreundlichen Frau dazu gezwungen, sein Handy auszuschalten – nein, es geht nicht um lautlos, Sie können sonst den Film mitschneiden, Sie machen das aus sonst kommen Sie nicht rein.
(Wundert sich nach dem Film, dass das Plakat verschwunden ist)

Nehmen wir das also mal an …
Erstens: Ist das insgesamt rechtlich ok?
Und zweitens: Falls ja – das müsste doch schon unten an der Kasse angekündigt werden, oder?

Abgesehen davon: Liebe Filmindustrie, falls Ihr also gerade nach wirklich wirkungsvollen Möglichkeiten sucht, die Menschen aus den Kinos zu treiben – so geht’s.
Geht doch sterben.



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