Was macht eigentlich das Projekt 365, Christian?

Aus der Kategorie »just pix«

Dass ich das letzte Mal von meinem kleinen, selbstauferlegten Foto-Projekt erzählt habe ist länger her. Warum? Es mag dort bei flickr vielleicht sogar so aussehen, als wenn nichts mehr passiere.
Na gut, im Moment passiert dort etwas weniger. Das letzte Bild ist vom 27.11., der Titel „Tag 246 – 125/365“ zeigt, dass der Plan jeden Tag ein Bild zu machen nicht ganz aufgegangen ist und so gab es davor auch eine größere Lücke.

Aber?
Ja, es gibt ein aber: Aber der Plan insgesamt ist für mich doch ziemlich aufgegangen. Ich habe sehr viel mehr fotografiert als in der Zeit davor. Schaut man auf die aktuelle Collage, sieht man zB sehr wenige Farben und ich habe das Gefühl, dass ich dabei bleiben werde. Wer sich thematisch mit den Bildern beschäftigt und durchgängige Themen findet, der darf sie auch gerne behalten; ich sehe welche, aber ich bin ja der Künstler und werde den Teufel tun und sie erklären.
Ich habe dieses Jahr meine Ausrüstung um ein neues Objektiv und eine neuen Kamera ergänzt, weil ich merkte, was ich brauchte (und nicht weil ich las, was andere so haben). Und wer will: Auf meinem Wunschzettel liegt noch ein Objektiv herum (just kidding).

Und warum gibts keine neuen Bilder?
Das hat verschiedene Gründe. Zum einen war in den letzten Wochen sehr viel Alltag und sehr schlechtes Wetter und aus der Phase der Verlegenheits-Katzenbilder bin ich raus. Das ist natürlich zum einen doof (das Projekt sollte ja den Alltag besiegen), zum anderen aber auch ein Fortschritt (keine Verlegenheitsbilder!).

Außerdem sitze ich quasi jedes Wochenende im kleinen Zimmertheater und begleite dort die Proben zur diesjährigen Weihnachtsaufführung „Antigone“. Ich mache also sogar unendlich viele* neue Bilder, kann die aber noch nicht zeigen. Kommt aber, versprochen.
Da es eine direkte Kette** von der letzen Bestandsaufnahme zu dieser Proben-Reportage gibt, ist auch das eine Folge meines kleinen Projektes und die freut mich sehr.
*) Konkret sind es im Moment satt über 1500 und wir sind noch nicht ansatzweise fertig.
**) Oh, ich fotografiere gerne Bühne. Oh, ich brauche anderes, lichtstärkeres Equipment. Kleineres Equipment. Oh guck, eine neue Kamera! Und ich sollte das richtig üben. Oh, Menschen, die ich kenne auf einer Bühne!

Aha.
Ja, das macht das Projekt 365. Ich bin immer noch recht zufrieden. Nur diesen Alltags-Aufbrech-Teil, den vermisse ich gerade.

collage365


WMDEDGT Dezember 15

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WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Viertel nach sechs – uuuuuund wach. Na, das fängt ja super an, an einem Samstag.
Was aber schön ist: Das Katz kommt schnurrend ins Bett gesprungen und schiebt sich unter mein Kinn. Sie scheint sich langsam an die Medikamante zu gewöhnen und wirkt wieder fröhlich und wach. Naja, ich erinnere mich dunkel, dass die Betablocker mich damals auch erst einmal ziemlich rausgehauen haben.

Außerdem entdecke ich im Facebook-Messenger eine Nachricht. Gestern Abend hatte ich mich noch getraut, dort eine isländisch-luxemburgerische Sängerin (na, wer errät, wer das wohl ist?) anzusprechen, ob sie mir ein Interview geben würde. Ich liebe an facebook ja, wie unkompliziert man dort mit Künstlerinnen in Kontakt kommen kann, habe aber auch jedes Mal arg Bammel, wenn ichs dann tue. Aber: Sie macht gerne mit. Jippie!

2015-12-05-digmedienKurz nach Acht, ich hab noch ein bisschen gelesen. Vor einer Woche kam ein Buch über den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht hier an und die Praxisbeispiele treiben mir die Tränen in die Augen: Es könnte so einfach sein. (Klassenblogs! Schulwikis! Skype-Schulpartnerschaften!)
Aber alle Lehrer mit denen ich spreche, denken gleich an Computerräume und Informatikunterricht und das schreckt sie so sehr ab, dass sie lieber gar nichts tun. (Ich nutz’ das deswegen hier mal eben für eine kurze schamlose Eigenwerbung: Ich hab drüben bei Bits•N•Kids letztens eine Möglichkeit erfunden, ohne jeden Computer ein paar digitale Grundfertigkeiten in der Schule zu lernen. Einsetzbar so ca ab der dritten Klasse.
Und jetzt geh ich ein bisschen arbeiten. Ja, trotz des Samstags. (Home-Office, sweet Home-Office)

Viertel vor zwölf: Die Tagesarbeit ist geschafft und vermutlich habe ich nächste Woche deswegen eher Weihnachtsurlaub. Strike! Getreu dem Motto „Was machst Du eigentlich“ will ich das aber gerne für die vielen neu-Besucherinnen, die von Frau Brüllen rünberkommen etwas weiter ausführen:
Ich bin Webdesigner und im Moment beschäftige ich mich hauptsächlich damit, für einen Kunden die Website auf ein CMS umzustellen. Wer von Euch selbst blogt kennt ja ein CMS – WordPress oder jedes andere Blogsystem ist eins. Ich nutze hier aber ein anderes, ein flexibleres – und baue für die Kundin gerade ihre ganz eigene Oberfläche zusammen – sie hat nämich kein Blog, sondern eine „ganz normale“ kleine Website.
Ich schaue also: Aha, sie braucht auf der Startseite eine kleine Diashow, einen Einleitungstext und einen kleinen Kasten, der auf die Quartalsangebote verweist. Und richte dann im CMS entsprechende Felder ein, in denen sie die jeweiligen Texte oder in diesem Fall Texte und Bilder eingeben und hochladen kann. Und so weiter, bis sie jede einzelne Seite ihrer Website selbst pflegen kann.

Aupßerdem bin ich – und Ihr alle mit Kindern müsst jetzt ganz stark sein – nochmal ins Bett gegangen und hab noch ein bisschen Schlaf nachgeholt. Bevor Ihr jetzt zu neidisch seid: Ich bin davon wieder aufgewacht, dass ich mir endgültig einen Wirbel verlegen habe und innerhalb von Sekunden beide Hände tief schliefen. Note2me: Montag den Ostheopathen anrufen.

Um acht Uhr abends bin ich endlich wieder zu Hause. Um drei war Probe. Also nicht ich habe geprobt, sondern die kleine Truppe, die zu Weihnachten hier in der Stadt „Antigone“ aufführen will und die ich gefragt habe, ob ich die Proben mit der Kamera begleiten darf. Da das auch die Truppe war, die mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, sie mit der Kamera zu begleiten bin ich jetzt ein paar mal die Woche mit der Kamera im Theater. Beziehungsweise heute in der Aula der Schule oder Liebsten, denn das Theater war belegt.
Das ist unglaublich schön, weil ich so sehr gerne Menschen auf der Bühne fotografiere aber auch manchmal sehr anstrengend, denn heute zum Beispiel hieß es, zwei Stunden lang bis auf den Auslösefinger an der Kamera bewegungslos zu sitzen.
Die Fotos wird es in ein paar Wochen drüben auf der Foto-Website sehen können.

Dann haben wir noch den neuen Burger-Lieferdienst ausprobiert. Man könnte dort online bestellen! In einem Kaff wie diesem! Aber leider … indiskutabel teuer. Nun denn.

So wie ich das absehe, werden wir jetzt Ant-Man anmachen und ich werde dabei einschlafen.

(to be continued)


Twitter-♥ im November 2015

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Anne sammelt wieder aller Leute ♥-Tweets. Danke, Anne!

Und aus naheliegenden Gründen:


Liebe Firma Audi,

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… gestern hatte ich Post von Euch im Briefkasten. Ich freute mich, denn im Radio hatte ich in letzter Zeit viel verwirrendes von Euch gehört. Aber irgendwie bin ich jetzt nicht viel schlauer.

Ich muß vorwegschicken: Ich liebe Audi. Seit guten 30 Jahren. Ich weiß nicht genau wie, aber mein Freund, dessen Vater einen Audi 100 fuhr schaffte es, dass der Audi seines Vaters cooler war als der 5er BMW meines Vaters. Vielleicht war auch es die Werbung, die damals das erste Mal das Wörtchen cw-Wert nutzte oder beides zusammen? Ich weiß es nicht. Ich wusste nur: Wenn ich groß bin, will ich einen Audi fahren.

Meine Liebe stieß nicht auf viel Zustimmung. Wie gesagt: „Wir“ fuhren BMW und so beschränkte sich meine Liebe erst einmal auf das Auswendiglernen von Audi-Prospekten, die ich von den grinsenden Verkäufern im örtlichen VAG-Haus erbettelte.

Dann begann ich, mich in einem eher ökigen Freundeskreis zu bewegen und auch dort war ich natürlich dann sehr einsam mit meiner Vorliebe. Rostige R4s oder bunte alte VW-Busse waren angesagt. War mir egal. So egal, das mir eine Freundin im Streit mal an den Kopf warf, wir würden doch eh nie ein eigenes Haus haben, bis ich nicht meinen blöden Audi 80 Kombi besäße. „Avant“ korrigierte ich mit gequältem Gesicht, was den Streit aber auch nicht schneller beendete. Insgeheim aber stellte ich fest: Abgesehen davon, dass wir noch nie über ein eigenes Haus gesprochen hatten, fand ich das aber eine durchaus logische Reihenfolge.

Es dauerte dann noch ein paar Jahre aber vor ein paar Jahren konnte ich mir dann meinen ersten Audi leisten. Für viele Leserinnen in meiner kleinen, sehr urbanen Blog-Blase mag das jetzt doof klingen – lese ich doch von Euch meist eine grundsolide allgemeine Autoverachtung – aber mir hat das etwas bedeutet.
Und auch nach sechs Jahren mit einem A3 macht es mich immer noch froh, wenn ich vors Haus trete oder auf einem Parkplatz zurück zu meinem Auto komme und ich kann mich immer wieder an der Schönheit dieses Wagens erfreuen. Ebenso, wie ich, wenn ich drin sitze mich daran erfreue, dass er mich zuverlässig, komfortabel, schnell und sparsam überall hinbringt, wo ich möchte. Und er ist so schön.

Außerdem bekomme ich, seit ich von VW zu Audi umgestiegen bin immer wieder mal hübsche Post. Eure Kundenzeitung kommt schon ziemlich lifestylig daher, aber es macht mir Spaß sie zu lesen.

Gestern das, das war aber keine Kundenzeitung. Ich dachte, es wäre jetzt vielleicht einmal eine Information zu den von Euch verbauten Motoren, eine Info darüber, ob jetzt Ihr oder ich oder wer sonst oder niemand Steuerbetrug begangen hat, vielleicht Infos darüber, wer den Mist jetzt ausbadet, vielleicht ein Sätzchen oder zwei dazu wie Ihr es damit haltet, dass mein Auto doch jetzt vermutlich einen ziemlichen Wertverlust hingenommen hat und ich zum Ende meiner Leasingdauer vielleicht echt gekniffen bin, weil irgendwer bei Euch eventuell meinte betrügen zu müssen. Muss ich ab jetzt mehr Steuern zahlen? Oder habe ich „Glück gehabt“, nur andere nicht?
All das zu erfahren hätte mich gefreut. Bis jetzt ist die Informationslage eher dürftig und als ich letztens im Autohaus war, da stammelte der Meister dort irgendwie rum, meinte, ich bekäme auch noch Post von Euch, aber er wisse leider nicht was da drin stehe. Er wisse leider auch nicht genau, wie es weiter ginge, ich müsse aber vermutlich Anfang des Jahres mal in die Werkstatt kommen. Softwareupdate wahrscheinlich. Was dann da gemacht würde wisse er nicht und vielleicht wäre mein Verbrauch danach höher, das wisse er aber nicht so genau.

Das. Ist. Keine. Gute. Kommunikation, liebe Firma Audi. Das ist crap.

Gestern also wieder ein dickes Päckchen von Euch. Endlich. Aber …: Es ist ein Hochglanz-Prospekt, der mir den neuen A4 schmackhaft machen soll. Ich soll den „Fortschritt spüren“ weil „sich die Welt verändert“ und meint damit, dass ich mich über eine weiße Beleuchtung, Verzeihung: „Illumination der Tieftöner“ freuen soll. Ihr meint damit die „Schulterlinie, die an den Ecken der Scheinwerfer ansetzt und einen eleganten Bogen zum Heck“ schlägt oder dass der „Unterschnitt an den Seiten ein intensives Spiel von Licht und Schatten erzeugt“. Und ich darf feiern, dass ich im Jahr 2015 mein Handy mit dem Auto verbinden kann. Seriosly?
Und: Abgas-, CO2- oder Emmissionswerte kommen nur in kleinen Fußnoten vor und ich finde sie „am Ende des Prospekts“.

Wisst Ihr was? Ich habe mich noch nicht vollkommen vom Auto verabschiedet wie gefühlt 75% meiner Freunde. Ich würde mich an exakt diesen Dingen freuen. An guten Innenraumbeleuchtungen, an Head-Up-Displays, an schönen Schulterlinien und an den neuen Blinkern die mich draußen, wenn ich sie in-the-wild sehe, so neidsch machen, dass es mich erschrickt. Ich liebe Eure Technik und Euer Design. Immmer wieder, wie oben schon gesagt.
Aber auch wer schön daher kommt darf mich nicht belügen; ich hätte jetzt gerne mal ein paar Antworten: Fahre ich ein Auto, dessen Software auf dem Prüfstand falsche Werte zustande kommen lässt? Fahre ich ein Auto, das durch dieses kleine Kommuikationsmanöver jetzt an Wert verloren hat? Bade ich das am Ende des Leasing-Zeitraums aus oder Ihr?
Und, genauso wichtig: Habt Ihr noch irgendwelche anderen Ideen für die Zukunft des Autos in der Tasche als Software-Lösungen, die so-tun-als-ob? Wisst Ihr, ich saß letztens in einem Tesla. Und abgesehen davon, dass es mir eine Rippe aus der ihr angestammten Gelenkpfanne hob, als der Fahrer grinsend den rechten Fuß ins Bodenblech drückte und ich diese Testfahrt mit einem Besuch beim Chiropraktiker bezahlte: Das war alles sehr, sehr überzeugend. Habt Ihr sowas auch? Wie gesagt, ich liebe Audi und ich würde das gerne bei Euch kaufen. In schön, nicht als SUV und nicht als lustige, knubbelige Designstudie, die eh keiner kauft. Als Auto, als richtiges Auto, mit einem Vorsprung durch Technik. Und nicht Vorsprung durch Schummeln.

Ach, eins noch: Bitte, bitte bitte sagt mir nicht, dass Ihr das zeitlich nicht hinbekommen habt weil ja schon alles gedruckt war. Als an unserem letzten Schultag morgens um 9:05 mein alter Lateinlehrer einem Kameraden eine Ohrfeige verpasste, weil der ihn angeblich mit der Wasserpistole erwischt hatte, hatten wir um 9:30 zur großen Pause einen Einleger mit der Geschichte in 500 Abi-Zeitungen liegen. Innerhalb von 25 Minuten. Mit 18. Im Jahr 1991. Ich denke also, im Jahr 2015 hätte es bei Euren Möglichkeiten wenigstens zu einem Anschreiben und einem kleinen Info-Onepager gereicht.

Liebe Firma Audi, unsere Liebe hat irgendwie einen kleinen Riss.
Ich würde ihn gerne kitten, also: Wie siehts aus?
Dein Christian


Refugees welcome?

Aus der Kategorie »just people«

Eine (etwas längere) Frage, die mir in den letzten Tagen so durch den Kopf waberte:

Wenn …

… Ihr Euch darüber streiten könnt, ob und welche Form der Aufmerksamkeit an alle Geschlechter in der Sprache jetzt scheiße / vollkommener Blödsinn / unlesbar / totaler Dreck / vollkommen überflüssig oder angemessen ist …

… wenn es wichtig ist, nur wegen des Fußballs den Namen einer andere Stadt nicht auszusprechen. Oder nur fürs Bier und die richtige Ausführung des Karnevals …

… wenn Ihr Menschen, die spontan in ihrer Bestürzung ihre facebook-Profilbilder blauweißrot anmalen erklärt, dass das jetzt patriotisch und damit dumm ist …

… wenn andere Menschen, die für die Toten und die Angehörigen beten wollen auch über den Mund gefahren bekommen …

… wenn Ihr Euch eigentlich sogar trefflich darüber aufregen könnt, ob jemand links unten ein Fähnchen oder links oben einen Apfel auf seinem Computer hat …

… wenn ein Satz mit „ich esse Fleisch“ oder einer mit „ich esse kein Fleisch“ dazu führen können, dass Ihr Euch auf facebook blockt …

… wenn Euch sicherlich noch tausend Gelegenheiten einfallen, wo Dinge in der öffentlichen Diskussion eine unfassbare Heftigkeit angenommen haben …

… wie genau soll das dann eigentlich klappen, mit diesem Miteinander der sich noch fremden Kulturen?


Grill die Fischers

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Ich mache jetzt mal was ganz seltsames – ich schreib mal wieder übers Fernsehen.
Eigentlich sind wir ja auch soweit im Streaming-statt-TV-Modus, dass wir letztens feststellten, dass sich unser Receiver offensichtlich aufgehängt hatte – und wir am eingeblendeten Datum sahen, dass er da seit drei Wochen hing. Aber hin und wieder gibts da Dinge die wir schauen.

Wie konnte es dazu kommen? Vor circa einem Jahr musste ich Sonntags abends immer früh ins Bett. Das Wochenende reichte nie aus, um mich von der Woche zu resetten und ich ging früh schlafen. Also nee: Ich ging früh ins Bett. Schlafen klappte nicht. Also Zappen. Außerdem ist die Frau ja bekennende Tatort-Guckerin und ich nicht so – das passte schon.

Beim Zappen also entdeckte ich eine Kochshow (gähn) bei VOX (gähn). Mit Ruth „Big Brother“ Moschner. (aha)
Nach ein paar Wochen merkte ich, dass ich da jetzt schon zum vierten oder fünften Mal hängengeblieben war. Die Sendung war chaotisch, anarchistisch, die gekochten Gerichte spielten kaum eine Rolle und Ruth und der Koch hatten sehr viel, meist deutlich zweideutigen Spaß miteinander, so dass die eingeladenen B-, C- und D-Promis keine störende Rolle spielten.

Ich erzählte der Frau davon und bin bis heute traurig, dass ich DEN Blick nicht fotografisch festalten konnte. Eine Kochshow?? Naja, irgendwie.

Die Staffel war zu Ende und ich vergaß das Ganze.

Dann bekam ich mit, dass die nächste Staffel starten sollte. Aus irgendeinem Grund hatte ich durch das Mitgucken einiger Tatorte genügend Good-Will-Punkten gesammelt, so dass sie einwilligte.
Wir hatten unfassbar viel Spaß.

Das Konzept ist simpel. Auf einer großen Bühne stehen zwei Küchen und drei Promis kochen im Wettkampf gegen Steffen Hensler drei Gänge (Vorspeise, Hauptgang, Dessert). Welche Gerichte, bestimmen die Gäste; Herr Hensler erfährt erst in der Sendung was er jetzt kochen muss. Ein Profikoch coacht die Promis und hilft beim Anrichten, damit man nicht sofort sieht, was vom Profi kommt. Eine Jury mit Fein- oder Vielschmeckern bewertet, wer besser gekocht hat. Dazwischen gibts kleine Spielchen, damit die Küchen aufgeräumt werden können und die Promis bessere Chancen haben. Alles also recht simpel.

Warum ich trotzdem es mag: Ruth Moschner verdient unfassbaren Respekt. Ich fand Moderation ja immer so eine „kann sonst nix, will aber vor die Kamera“-Tätigkeit, aber fast drei Stunden lang dieses Chaos zu beherrschen – das verdient Respekt. Sie ist immer am richtigen Ort, plaudert locker mal hier mal da, lenkt dabei unauffällig perfekt die nötigen Abläufe, man merkt, dass sie so Dinge wie das rechtssichere Wiederholen der Regeln immer unauffällig einbettet ohne dass irgendwas steif wirkt – und hat bei all dem sichtlich die ganze Zeit total Spaß.

Noch was? Ja, Herr Hensler beeindruckt mich. Sehr. Im stillen Küchelein Rezepte auszuarbeiten – das kann ich mir vorstellen, dass man so etwas kann. Aber ein Gericht genannt bekommen in dem ein paar Zutaten vorkommen müsssen und dann eine befristete, eher kurze Zeit zum Kochen zu haben und damit regelmäßig Dinge zu kreieren, die die Jury in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt – Respekt. Wirklich Respekt.

Und die Gäste sind meist ok. Trotz B- oder C-Prominenz. Haben ja auch was zu tun und kommen manchmal nicht mal dazu, Ruths lockere Plauderei zu beantworten. Egal, dann geht sie halt wieder. (Erwähnte ich die unfassbar gute Moderation?)

Die Sendung ist beste Samstagsabend-Unterhaltung am Sonntag – und die letzten drei Minuten jedes Gerichtes wird es so hektisch, dass Familie Fischer danach vollkommen gegrillt im Bett liegt und hellwach an die Decke starrt.
Ja genau, von einer Kochshow. Im weitesten Sinne.

Außerdem kann ich zwei neue Wörter: Schlonzig. Und Röstaromen.


Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Und wieder ist einer der Tage, wo man überlegt, ob man hier einfach so bloggen kann, ob man einfach hier Dinge ins Netz schreiben kann.

Viel war es eh nicht, diese Woche. Zum einen ging es um Empathie, ein nie falsches Thema. Wie sie entsteht, warum sie manchen fehlt. Das sind ja nicht unwichtige Fragen dieser Tage. Nein, nicht dieser Tage, das ist eigentlich immer interessant. Empathie können wir alle nie genug haben.

Und zum anderen fand ich einen netten kleinen Artikel, der auch für Anfänger erklärt, wie man auf dem Laternen- (oder: St. Martins-Umzug, wie er Säkularisierung-hin-oder-her mancherorts immer noch genannt wird) schöne Fotos hinbekommt. Jetzt ist der Umzug zwar schon rum, aber dunkel ists immer noch und Kinder bleiben ja auch meist noch ein paar Jahre länger. Also ruhig mal reingucken.

Aber je länger ich hier tippe: Ich mag nicht in Angst erstarren. Ich glaube, dass das stärkste, was man Terror entgegensetzen kann, keine-Angst ist. Also hinaus in die Welt, mit meinen kleinen Links hier.

Warum ich manches, was im Moment so auf mich einprasseln möchte nicht an mich heranlassen kann, hat Patricia in einem Satz perfekt zusammengefasst: Ich will aber nicht handlungsunfähig sein, ich will meinen Teil zu einer besseren Welt beitragen, egal wie verschwindend winzig und am Ende lächerlich er sein mag.

Und darüber hinaus sage ich nichts, ich weiß nichts zu sagen. Wenn überhaupt wüsste ich was zu fragen, aber alle Fragen hat Jan Böhmermann schon gestellt. Ich schließe mich da an.


#12 von ach

Aus der Kategorie »just pix«

Seit Monaten beobachte ich, wie Menschen, die ich gerne habe auf instagram am zwölften eines Monats #12von12 spielen. Das heißt, sie posten über den Tag hinweg 12 Bilder, die ihren Tagesablauf ein bisschen dokumentieren.

Und da ich ja alles mitmache, mache ich auch bei #12von12 mit. Schon seit Monaten. Also theoretisch. Ein paar Monate lang habe ich jeweils abends am 12. festgestellt, dass ichs wohl verpasst hatte. Am 13.10. bin ich dann auf die kluge Idee gekommen, mir einen Kalendereintrag anzulegen. Mit Erinnerung am Vorabend und einer Erinnerung am Morgen.

Heute Morgen also: Pieppiep.

Aber ich lag ja noch im Bett und mochte nicht wach werden, auch wenn Frau und Katz schon lustig rein und raus wechselten.

November_12__2015_at_0716AM-Mag_noch_nich_wachwerden__1von12__12von12

Naja, einschlafen ging nicht mehr, also bin ich eine Treppe hochgestiegen und habe mich in den Codeflöz begeben. Ich kann das prima, coden bevor ich das erste Wort gesprochen habe. Mein Kopf läuft dann im Automatik-Modus und ich hab im Moment so furchtbar viel zu tun, da kann ein bisschen Automatik-Modus nicht schaden.

November_12__2015_at_0820AM-Welcome_to_the_Code-Fl_z__12von12

Ein bisschen später kam die Sonne raus und ich saß immer noch im Codeflöz. Ob ich schon wieder meinen Bildschirm fotografiere?
Auch auf Twitter teilte man meine Bedenken.

Aber dann kam zum Glück die Sonne raus. Da konnte ich ja die Tageslichtlampe ausmachen. Wie gehaltvoll.

November_12__2015_at_0924AM-Tageslichtlampe_vs._Blue_Sky.__12von12

Ich habe dann noch ein bisschen gecodet und dann Mittagspause gemacht. Zum Glück für mich gibts auf Netflix ja die Kinderecke und Tim und Struppi sind exakt mein Niveau wenn ich aus dem Codeflöz komme.

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Und dann fand ich meinen nicht-das-Haus-verlassenden Arbeitsalltag so unfassbar langweilig, dass mein Dünndarm mir signalisierte, dass er hochkommen und mich erwürgen würde, wenn ich mit diesem Scheiß weiter machen würde.

Sorry, schöne Aktion aber in Zukunft leider ohne mich.