Auf elf reimt sich nur elf.

Aus der Kategorie »just people«

Wisst Ihr, was richtig schön ist? Wenn man morgens, noch halb schlaftrunken, im Feedreader einen klassischen Blog-Stöckchen-Artikel liest und so auf der Hälfte denkt: „Ach ja, Stöckchen, da täte ich auch gerne mal wieder mit“ und dann am Ende seinen Namen findet. Das ist schön.

Frau Nessy tat eben dieses und ich komme der Aufforderung gerne nach.

  1. Lieblingskuchen?
    „Wie? Nur einen?“ mag man da zuerst denken. Aber: Es gibt einen. Also einen und noch einen, so viel Auswahl beim Kuchen muss erlaubt sein. Zum einen macht die Bäckerei hier auf dem halben Weg den Berg runter ins Städtchen eine ganz wunderbare Torte … Ha! Das eine ist kein Kuchen, sondern eine Torte! Dann kann ich mich problemlos auf einen Kucken beschränken!
    Eine ganz wunderbare Torte also. Sahnig, aber etwas fester, mit Birnen, einem Schokoteig unten, einen unfassbar guten Boden, bei dem ich nicht begreife was drin ist und mit einer dünnen Marzipanschicht oben, auf der noch ganz, ganz dünn Schokolade ist. Ein Traum.
    Aber die Frage war ja nach Kuchen und da schätze ich einen guten Marmorkuchen – und das ist weder so öde noch so einfach wie es sich anhört. Ein guter Marmorkuchen ist zum Beispiel nicht so trocken, dass er in Krümel zerfällt, wenn die Gabel ihn das erste Mal berührt. Er ist auch nicht so hart, dass er bei dieser ersten Begegnung gleich in Teile zerspringt.
    Nein, ein guter Marmorkuchen ist saftig, aber nicht wirklich weich. Um Himmels Willen nicht matschig. Beim ersten Biss wirkt er frisch, um dann im Mund zu einer schlonzigen Masse zu werden.
    Ich sage es natürlich ungern, aber Starbucks hatte oft wirklich guten Marmorkuchen. Wenn man allerdings keine Eier isst, dann ist das alles nicht gaz so einfach.
  2. Wenn ich nicht meinen aktuellen Beruf ausübte, wäre ich …
    …relativ ratlos. Vielleicht wäre ich bei der Arbeit mit Kindern geblieben, nicht als Lehrer, sondern irgendwo anders. Eventpädagogik? Oder vielleicht wäre ich Fotograf?
    Der Computer ist dummerweise so sehr die perfekte Maschine für meinen rastlosen Geist, dass ein Leben ohne ihn oder das Web zu schwer vorstellbar ist.
  3. Schonmal vom Zehner gesprungen?
    Aber nein. Ich kann kaum vernünftig schwimmen, da sollte ich das lassen.
  4. Welche Sprache(n) würdest du gerne lernen?
    Das ändert sich bei mir gelegentlich und hängt immer sehr davon ab, zu welchem Land ich gerade einen Bezug habe. Lange hätte ich gesagt: „Französisch“ und es hätte zum einen mit meinem letzten echten Urlaub zu tun gehabt, der dort und der so schön war. Und vielleicht auch damit, die in der Schule mit dieser Sprache erlittene Schande wieder auzumerzen und mir und allen zu zeigen, dass ich es doch kann.
    Im Moment ist es dänisch. Regelmäßige Leserinnen denken jetzt im Loriot-Tonfall: „Ach was.“
  5. Berge oder Meer?
    Als wir nach Italien fuhren haben mich die Alpen, die ich seit meiner frühen Kindheit nicht mehr gesehen hatte, zwar wirklich schwer beeindruckt. Aber ich mag es zu sehr, wenn der Horizont weit ist – jaja: wörtlich und im übertragenen Sinne.
    Am Meer stehen, den Blick ins Nichts zu richten – Wind auf der Haut, Salz auf den Lippen und Rauschen und Möwen in den Ohren. dann weiß ich: Als nächstes kommt – je nach Blickrichtung – Grönland, Amerika oder der Nordpol und das erfüllt mich auf der Stelle mit einer großen Demut und einem tiefen Frieden. Das ist dann Glück.
    Äh ja: Meer also. Nordisches Meer. Nicht das Mittelmeer, das ist nicht mehr als eine pullerwarme Badewanne.
  6. Drei Reiseziele für die nächsten 10 Jahre:
    Ach wissen Sie, ich verreise ja nicht so viel, andererseits ist da schon eine große Sehnsucht. Bevor ich sage wohin, öffnen Sie bitte in einem neuen Tab dieses Video für die angemessene Hintergrundmusik. Wenns geht laut.
    Ich möchte also nach Island (»They say you can get lost for days. In landscapes of big emotions«), nach Kanada und wenn es unbedingt drei sein sollen, dann noch irgendwo in eine andere nordische Weite. Die Schweden waren nette Menschen – warum also nicht Schweden?
  7. Angela Merkel?
    Ich verachte sie dafür, wie sie jahrelang die Dinge, alle Dinge ausgesessen hat. Ebenso dafür, wie sie aus Machtgier (die unterstelle ich mal) jeden Menschen mit Profil oder einer eigenen Meinung aus dem Weg geräumt hat, so dass sie innerhalb ihrer Partei wohl jetzt (haha, Achtung:) alternativlos ist. Ich mache sie und ihre Verwaltermentalität in direkter Linie und Nachfolge Helmut Kohls dafür verantwortlich, dass unser Land keinerlei Haltung mehr hat und in großen Teilen bräsig zufrieden ist, wenn alles so bleibt, wie es scheint.
    Und ich bin arg überrascht, dass sie in dem Moment, wo es knallt auf einmal eine Haltung zeigt. Ob sie die auch hat oder nur zeigt, das habe ich noch nicht herausgefunden.
  8. Parfum/Eau de toilette? Falls ja, welches?
    Normalerweise keins. Wenn, dann selten mal der Liebsten ihr Sun. Überhaupt ein guter Trick für große Männer: Ein feminines Accessoire. Und gerade ein Duft wirkt ja sehr subtil, das überrascht und macht interessant. (Wussten Sie eigentlich, dass ich damals, vor dem Internet, jahrelang Cosmopolitan, Elle und ähnliches las?)
  9. Dschungelcamp – ja oder nein?
    Nein, natürlich überhaupt nicht. Hey, in den siebzigern gab es noch kritische Fernsehspiele und Bücher darüber, dass sich in einer düsteren Zukunft Menschen für Geld oder Ruhm bis an die Grenzen ihrer Gesundheit oder ihres Lebens in sogenannten Fernsehshows selbst darbieten würden. Und das Dschungelcamp ist da verflixt nah dran.
    Dummerweise bin ich zum einen zu sehr in Frau Zietlow verliebt und lache mich weiterhin regelmäßig zu Dreck, wenn zB irgendein C-Promi bemerkt, dass der Dschungel wirklich heiß ist. Und so freue mich wie hulle auf die nächste Staffel. Guilty pleasure galore.

Ja richtig, das sind nur neun Antworten. Sorry, es gibt Gründe.

Ich schaue mir das übrigens gerade an und sehe: Die ausführlichste Antwort ist die nach dem Kuchen. Ich glaube, ich muss mal über ein paar Dinge nachdenken.

Aber egal, elf neue Fragen sollen es also sein. Mal sehen:

  1. Couch oder Club?
  2. Hast Du Dich mal in einer Partei, einer NGO oder ähnlichem engagiert?
  3. … und warum (nicht)?
  4. Schon mal einen Roadtrip gemacht?
  5. Dein Verhältnis zur EU?
  6. Hast Du so etwas wie eine Lebensphilosophie?
  7. Land oder Stadt?
  8. Wandern? Am Strand grillen? Oder Städtereise mit Kultur?
  9. Monk oder „Mal sehen, wie’s kommt?“
  10. Was wolltest Du als Kind werden?
  11. … und hat das irgendwo noch etwas mit dem zu tun, was Du heute machst?

… und ich würde mich arg freuen, wenn Franzi, Frau Brüllen, Johannes, Serotonic und Ellebil da etwas zu sagen mögen.


Du erzählst immer, Du würdest so viel fotgrafieren, Christian …

Aus der Kategorie »just pix«

… aber wo sind denn die Bilder?

Hier:

lightroom

Also jedenfalls ein paar davon :)

Aber fangen wir vorne an: Der kleine Theaterverein hatte mich und ich hatte mich beim kleinen Theaterverein eingeladen, um dort die Proben und Aufführungen zum Weihnachsstück 2015 mit der Kamera zu begleiten. Ich wollte gerne unter den eher extremen Lichtsituationen üben, die so eine Bühne zu bieten hat und sie freuten sich über Fotos von den Proben und von den Aufführungen. BWLer dürfen jetzt „win-win-Situation“ denken. Aber bitte bitte nur leise.

Aus den 3287 Bildern, die ich gemacht habe, wurden 204, die ich den anderen in der facebook-Gruppe zeigen mochte und aus denen werde ich jetzt nochmal auswählen. Die Auswahl bekommt dann auch die Öffentlichkeit zu sehen.

Außerdem bin ich ziemlich glücklich über das alles. Ich habe echt viel gelernt und bin momentan schon ganz zufrieden mit dem, was ich da so gemacht habe. Die neue kleine Kamera* kann ich inzwischen im Schlaf bedienen und demnächst fahre ich dann mal wieder auf Konzerte.

Und, viel wichtiger: Das war ein tolles Ensemble und das waren tolle Aufführungen. Ich habe tolle Menschen wieder getroffen und tolle Menschen kennen gelernt. Das alles hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.

Eine Win-win-win-Situation quasi.

*) Affiliate-Link


Neues aus Absurdistan

Aus der Kategorie »just work«

Am Telefon, Tag 1:

Kunde: Ja, und dann schreiben Sie mir bitte noch das Impressum und dann haben wir doch alles, oder?

Ich: Wenn Sie mir die Impressumsangaben schicken: gern.

K: Das wissen Sie doch sicher. Was da halt so rein muss.

I: Ich kann und darf das nicht für Sie entscheiden, da gibt es klare rechtliche Vorgaben. Ich empfehle Ihnen also dringend, sich da zu erkundigen. Im Zweifelsfall kann ich Ihnen einen guten Anwalt empfehlen. Aber bestimmt ist auch Ihre Innung oder Kammer ein guter Ansprechpartner.

K: Was gehört denn da rein? Meine Adresse und was noch?

I: Das wäre wie gesagt Rechtsberatung, die ich nicht geben darf. Und auch gar nicht kann, das ist von Berufsgruppe zu Berufsgruppe auch mal unterschiedlich. Fragen Sie am besten Ihre Kammer oder Innung oder sonst eine Berufsvertretung. Oder einen Anwalt. Falls Sie keinen wissen …

K: Was soll ich denn jetzt da rein schreiben?

I: Ich weiß nicht.

K: Nicht? Soll ich mich mal erkundigen? Wo denn wohl?

I: Die SIHK wäre vielleicht auch ein guter Ansprechpartner …

K: Die kenne ich. Ja gut, ich meld mich.

Am Telefon, Tag 2:

K: Ich weiß jetzt, was ins Impressum gehört: Mein Name (Pause), meine Anschrift, also die Straße (Pause) und der Ort (Pause). Und die Postleitzahl natürlich. Haben Sie das?

I: Schicken Sie es mir bitte per Mail?

K: Und dann noch dieses „nach Paragraph Dings“, das wissen Sie ja besser, wer verantwortlich ist. Bin ich das?

I: Weiß nicht.

K: Schreiben Sie‘s so.

I: Schicken Sie es mir bitte per Mail?!

K: Muss sonst noch was? Wenn Sie wollen, schreiben Sie sich auch rein.

I: Tue ich eh, das hatten wir im Vertrag vereinbart. Schicken Sie es mir bitte per Mail?!

K: Was schicke ich Ihnen?

I: Das, was ich bei Ihnen ins Impressum schreiben soll.

K: Ach so, ja klar.

Am Telefon, Tag 3:

K: Ich bin gerade bei Ihnen auf der Website im Impressum, das sieht doch alles super aus. Den langen Text mit dem ganzen Rechtskram lassen wir weg, das ist zu viel Text, aber dann machen Sie‘s so, wie auf Ihrer Website.

I: Ich möchte anmerken, dass das ja mein Impressum ist. Ich bin in einem anderen Beruf und mit einer anderen Rechtsform tätig (Gedacht: und ich heiße auch anders und wir wohnen nicht zusammen …) – ich empfehle Ihnen, das nicht zu kopieren.

K: Ach so.

I: Schicken Sie‘s mir dann?

K: Jup.

Per E-Mail, Tag 3:

„Hallo Herr Fischer, hier wie besprochen die Impressumsangaben …“
Es folgen Name und Adresse und der Einleitungstext zu einer Datenschutzerklärung, der inhaltlich exakt das Gegenteil von dem aussagt, was – vom Anwalt abgesegnet – schon auf der Website steht.

Und ein Link zu einer Datenschutzerklärung, die mir zeigt, aus welcher Website der Text rauskopiert ist. Es sind die Webdesigner-Kollegen unten in der Stadt.


WMDEDGT Januar 2016

Aus der Kategorie »just people«

WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Total praktisch: Es ist halb eins und damit ganz deutlich schon heute und nicht mehr gestern und deswegen kann ich auch schon anfangen mit dem #wmdedgt-Bloggen.
Und was mache ich also? Ich lieg im Bett rum, komme gerade zum zweiten Mal aus Star Wars und befinde: Nein, ich mag 3D-Filme nicht so, erst in 2D war er toll!.

Außerdem ist morgen, also heute, also: nach dem Schlafen, Sie verstehen schon?! der zweite Arbeitstag nach dem Weihnachtsurlaub und ich sag Ihnen was: Ich bin noch nicht soweit. Was sich unter anderem darin niederschlägt, dass ich noch sehr, sehr wach bin. Und gerade nebenbei einen Film gucke, der „Lollipop Monster“ heißt. Ich werde mal versuchen, mehr darüber heraus zu bekommen …:

Eine wilde Mixtur aus Trash und ernsthaftem Jugenddrama, aus gerne mal überzeichneter Pop(sub)kultur, Comic, Sex und Musik. Die zahlreichen, bunt zusammengewürfelten Elemente geben Lollipop Monster seinen ganz eigenen Charme und seine unverwechselbare Handschrift.
sagt kino-zeit.de, sagt die wikipedia.

Aha.

Halb neun. Na, wenigstens lang geschlafen (der Film war seltsam, seltsam geil zwar, aber ich bin dann trotzdem darüber eingeschlafen). Die Liebste hat noch Ferien und schläft noch, also leise sein. Der Katz ist das egal, die krakeelt empört, dass sie normalerweise früher Frühstück bekommt. Alles prima also, jeder tut, was in seiner Aufgabenbeschreibung für den heutigen Tag steht.
Was steht denn in meiner? Ach ja: Frühstücken, irgendwie gedanklich wieder im Büro ankommen und ein Layout für einen Kunden von „typisch 2011“ nach „typisch 2016“ bringen.
Außerdem vermute ich empörte E-Mails, weil ich einem Kunden gestern mitteilen muste, dass ich kein Rechtsanwalt bin und ihm dementsprechend keinen rechtlichen Rat geben darf. Gerade das akzeptieren Kunden oft gar nicht. (Das war eine Anekdote aus der Reihe „Absurditäten aus dem Berufsalltag anderer Leute“)

Außerdem muss ich dringend mal den ganzen Kram abbestellen, der in meinem Postfach ankommt und den ich immer ungelesen lösche. Der Jahresplan war ja: „Ballast abwerfen“ und da kann ich prima mal anfangen. Am besten exakt JETZT.

Zwölf Uhr. Diverse Newsletter sind abbestellt, das Layout ist zur Ansicht beim Kunden und eine kurze Frage der dänischen Sängerin, die manchmal meine Unterstützung in Anspruch nimmt, ist zwar nicht beantwortet aber auf einen Weg gebracht. Man muss ja gar nicht alles wissen – manchmal reichts ja zu wissen, wer was weiß.

Und dann beendete mein Körper mit einem kurzen aber sehr effektiven Schwindelanfall den heutigen Tag. Mal sehen, was das noch gibt. Vielleicht erzähle ich dann ab jetzt nur noch was über das Fernsehprogramm – im Moment erzählt mir eine Wissens-Sendung, dass man den Benutzungs-Kreislauf einer Wasserflasche beendet, wenn man zB Himbeersirup in die Flasche kippt. Ups. Das tun wir. Immer.

Fünf Uhr. Wie un-unterhaltsam von mir, ausgerechnet am #wmdedgt. Immer wieder Schwindel, Übelkeit und viel Nachmittags-TV-Programm.
Wenigstens: Einmal noch aufgerafft und das befürchtete „ich bin kein Anwalt“-Gespräch geführt.
Dann noch einem ehemaligem Kunden erklärt, dass seine Website nicht codiert ist, er befürchtete das. Außerdem kurz einen Screenshot davon gemacht, dass er auf Platz eins bei Google steht, wenn man nach „Branche Stadt“ sucht. Er beschwerte sich, er würde nicht gefunden.
Ich fürchte zwar, das will er nicht hören, aber ich kann ruhigen Gewissens sagen: Ich hab ordentlich gearbeitet.
Wenn er dann auf dem Golfplatz jemanden trifft, der ihm einredet, er habe eine schlechte Website (und ich weiß zufällig: es war exakt so), dann kann ich da wohl nicht für.

Abends dann Besuch gekriegt; die Liebste hatte vorgeschnibbelt und ich hab das Curry dann noch liebevoll gerührt und geköchelt.
Dann noch eine überraschende Folge „Jessica Jones“ gesehen und jetzt liegt das Katz schnurrend neben meinem Kopfkissen, im Fernsehen hauen ein paar Orks ein paar Zwergen die Hucke voll (ich hab gerade vier Anläufe gebraucht, fehlerfrei „Zwergen“ zu tippen), Gollum sucht seinen Sssssschatzz und ich werde gleich einschlafen. Morgen um acht gibts wieder Manualtherapie, das ist eine schöne Aussicht.

(to be continued)


Terror in München an Silvester 2015?

Aus der Kategorie »just people«

Und sie so: In München ist übrigens gestern nichts passiert.

Und ich so: Doch, in München, in ganz Deutschland sogar, ist gestern ganz etwas passiert.
Nein, keine Bombe, aber …

Viele Menschen hatten Angst.

Viele Menschen denken jetzt vielleicht, dass es vielleicht nicht schlimm ist, wenn die Polizei ihre Handys und Computer ausspioniert, wenn man so doch „den Terroristen“ auf die Schliche kommen kann.
Sie denken vielleicht, dass die Polizei und der Staat mehr Befugnisse und wir weniger Privatsphäre brauchen.

Vielleicht denken auch mehr Menschen, dass es ja anscheinend doch nicht so gut ist, diese Flüchtlinge ins Land zu lassen – wenn sie doch „dann“ die erste Terrorwarnung im Leben erleben.

Und deswegen muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen, was Terror will:
Er will nicht eine Disko, ein Flugzeug, ein Fußballspiel stören. Er will uns alle permanent verunsichern. Uns gegeneinander aufbringen. Die Keime für Unruhe, Unzufriedenheit und Instabilität legen und hegen.

Ob das gelingt liegt in der Hand von jedem einzelnen. Und es ist unfassbar schwer, diese Ängste wegzudenken – weil es gegen unsere Instinkte geht.
Aber wir sind Menschen. Wir können eine Haltung entwickeln und danach handeln; das unterscheidet uns von Tieren.

Dennoch: Deswegen gab es gestern einen Terroranschlag in München. Und ich befürchte, er hat „uns“ getroffen.


Happy Old Year?

Aus der Kategorie »just jawl«

Es wäre an der Zeit für den Jahresendfragebogen. Aber: Der ist mir zu beengt. Fragen ums Gewicht und den besten Sex, das beste Konzert und die beste CD? Man könnte diese Fragen als Impulse ansehen, über das letzte Jahr nachzudenken. Aber manche Dinge werden zu einem Ritual, wenn man schon so lang dabei ist.
Und wenn man Rituale nicht gelegentlich in Frage stellt, dann weiß man hinterher plötzlich nicht mehr, warum man sich jetzt gerade hinkniet oder warum der Priester vorne gerade von einem Jugendlichen im Nachthemd die Hände gewaschen bekommt. Und vor allem, was das alles mit den Cola-Trucks zu tun hat.

2015 also.
Ein Jahr, das uns mit dem nächsten BurnOut überraschte, das uns eine herzkranke Katze mit Lungenödem, eine überraschende „Am besten noch diese Woche“-Operation und zweimal ein paar sehr ungemütliche Tage des Wartens auf die Antwort nach „Harmlos oder bösartig?“ bescherte.
Es bescherte uns Hassattacken von den Menschen die für uns da sein sollten und Freunde, die dann vielleicht doch keine waren.
Ach ja, und einen halben und einen ausgewachsenen Nervenzusammenbruch.

Die Zeiten zwischen diesem Scheiss fühlten sich oft höchstens an wie Wiederaufrappeln oder wie ein trotziges „Jetzt aber trotzdem“.

Und dann haben wir beide hier in den letzten beiden Tagen etwas sehr kluges getan. Wir haben alle Foto-Ordner angeschaut, die „2015“ im Namen trugen und uns angeschaut, was wir wirklich so gemacht haben.
Und das war gar nicht wenig.

Wir waren so oft am Teich, am See und am Meer wie noch nie. Es ist immer unfassbar gut, aufs Wasser zu schauen. Immer. Jedes einzelne Mal.

Wir haben nach zehn Jahren in diesem Haus dem Keller einen oder zwei kritische Blicke gewidmet. Und dann alles weggebracht, was wir am Einzugstag hineingeräumt hatten, um es in den Wochen danach zu sortieren und zu benutzen. Erstens ist es schön, wenn einen die Männer am Bringhof mit Namen begrüßen („… where everybody knows your name …“) und zweitens rockt so ein leerer und damit benutzbarer Keller arg. Was eigentlich sogar noch mehr rockt ist: Wegwerfen. Es ist unglaublich befreiend, Ballast abzuwerfen.

Man kann danach übrigens prima ein Schlagzeug in so einen freien Keller hineinstellen. Und dann die Nachbarn daran Teil haben lassen, dass man absolut unfähig ist, alle vier Gliedmaßen auch nur einigermaßen unabhängig zu bewegen.

Nachdem wir den Keller angeschaut hatten, wurden wir uns unfassbar schnell darüber einig, dass die vor zehn Jahren für die Küche ausgesuchte Wandfarbe uns beiden gehörig auf den Senkel ging. So wie der Küchenschrank auch. Und die Vitrine im Wohnzimmer erst. Vermutlich wussten wir all das auch schon länger, aber: Wir haben es in Angriff genommen. Ballast abwerfen und so.

Ich habe alle Fotos seit 1997 geordnet, ich habe das Netzwerklaufwerk „Videos“ entrümpelt. Bis jetzt habe ich über 120 GB Daten einfach dahin gespeichert, wo sie hingehören: In den Papierkorb.

Ich habe begonnen, jeden Tag ein Foto zu machen und bin darüber wieder mal in den kleinen Theaterverein geschliddert und habe dort die Proben zum Weihnachtsstück fotografisch begleitet. Mit vielen netten Menschen, einem tollen Stück und mit ein paar hundert Fotos mehr Übung.

Ich habe mich zusammen mit fernseherprobten und in echten Verlagen verlegten Autoren zusammen auf eine Bühne getraut und was aus dem jawl vorgelesen. Glaube ich dem, was ich in diesem Internet las, hat es Euch gefallen. Das war toll.

Wir haben auf netflix unglaublich viel tolles Fernsehen geschaut und nachdem ich die Bedienung gerafft hatte, habe ich auf appleMusic meine Musiksammlung vervollständigt. Ich mag die Beatles immer noch nicht.

Wir haben diverse Filme nicht nur im besten Kino der Welt, sondern sogar im Bundesstart gesehen. Und Katzenjammer auf und Tina Dico auf und hinter der Bühne besucht. Eines Sonntags habe ich beschlossen, am folgenden Mittwoch mit der Schwester die ich gerne immer gehabt hätte auf ein Konzert zu gehen und so, gute 25 Jahre nach Beginn dieser großen Liebe Roxette endlich live gesehen.

Im Frühjahr habe ich mich bei einer Fremden auf ein Frühstück eingeladen und dort wunderbare Menschen getroffen. Und zum Ende des Jahres habe ich festgestellt, dass es nicht reicht, liebe Menschen zweimal im Jahr zu sehen und bin morgens um neun spontan ein drittes Mal hingefahren.

Es war in anderen Worten ein unglaublich gutes und ein unglaubliches Scheißjahr und es hat dazu geführt, dass die Vorsätze fürs nächste Jahr ziemlich klar sind: Sometimes the fastest way to get there is to go slow. Es ist nicht schlimm, sich Hilfe zu holen, wenn man Hilfe braucht. Nicht für die Arbeit leben, sondern fürs Leben arbeiten.
Und ich möchte nie wieder mehr Dinge um mich herum besitzen als jetzt. Für alles, was hier neu reinkommt, fliegt etwas altes raus. Vielleicht sogar zwei altes.

Nur eins kommt jetzt noch neu hier rein, denn wir haben uns aus den Fotos dieses Jahres ein Fotobuch gemacht. Das werden wir übrigens jetzt jedes Jahr tun und ich kann es nur empfehlen. Man vergisst sonst so viel. Vor allem so viel Gutes.


Happy New Year

Aus der Kategorie »just jawl«

suelwester


Twitter-♥ im Dezember 2015

Aus der Kategorie »just twittered«

Anne sammelt wieder alle Eure Twitter-Liebe. I appreciate that a lot.