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But sometimes it’s just too much or not enough or something else
It’s so much bigger than my head, it’s too demanding


Icon zum Thema 'everyday People' Liebe Menschen

… ich muss Euch etwas sagen:
Unser Kalender – also der, der uns sagt, dass am 31.12. das Jahr zu Ende ist – der ist nur einer von vielen. Man kann die Zeit auch nach Mondphasen, nach dem Sirius und vermutlich auch nach den Ausscheidungen des bevorzugten Haustieres berechnen.
Es ist also purer Zufall, dass das Jahr bald zu Ende ist. Und deswegen wäre es auch purer Zufall, wenn am 1.1.2012 um 0:01Uhr die Welt aufhören würde, sich zu drehen.

Und deswegen: Ehrlich, Ihr müsst nicht am Rad drehen. »Es« muss nicht vor Weihnachten fertig sein – was auch immer »es« ist. Ehrlich nicht. Dinge, die zum Beispiel schon seit Monaten liegen, Dinge auf die ich schon seit Jahren warte, die müssen jetzt nicht in den nächsten zwei Wochen erledigt werden. Ehrlich nicht.

Ich hätte eventuell noch was anderes zu tun. Mal wieder was bloggen. Oder mal wieder was leben.


Icon zum Thema 'everyday People' Herr Martenstein hat da was gelesen

Normalerweise bekomme ich nicht mit, was der Herr Martenstein so schreibt, aber letztens stieß ich bei facebook an diversen Stellen auf einen Link zu dieser Kolumne: »Die Kinder hören einen Satz und schreiben: ‘Die Schulä fenkt an.’«

Die Links hatten eher einen »Oh mein Gott, die armen Kinder«-Tonfall – wenn man als einzige Info den Martenstein-Artikel hat kann ich das auch zunächst verstehen.

An einer Stelle habe ich mich dummerweise auf eine Diskussion eingelassen, eine Diskussion aus der ich mich dann irgendwann aus Gründen auch wieder ausklinken musste. Trotzdem denke ich seitdem ein paar Dinge im Kreis, die ich – wozu hat man denn ein Blog? – hier jetzt einmal sortieren muss.

Zunächste einmal finde ich Martensteins Ansatz

Ich war überrascht, als ich in der Zeitung las, wie Kinder heutzutage das Schreiben lernen.

mutig. Wenn der sich durchsetzt, dann fahre ich demnächst nach Genf zum LHC, ich hab nämlich letztens Galileo geguckt, das sollte dann doch reichen, oder?

Aber im Ernst: Die hier im Haus lebende Lehrerin warf einen Blick auf die Kolumne, schüttelte den Kopf und grummelte was von »Unsinn, natürlich werden Kinder korrigiert, nattürlich verbietet ihnen niemand, richtig zu schreiben«. Und zu dem Teil mit dem seelischen Schaden hat sie dann noch mit den Augen gerollt.
Ich kenne von ihr die Methode mit der Anlautabelle auch viel mehr als eine Möglichkeit, zum einen das Gehör zu schulen und zum anderen sehr, sehr früh einen großen Spaß am Schreiben zu entwickeln.
Wer erinnert sich nicht noch begeistert an Reihen voller »Lilo will Salat.«, »Umi am Ast.«, »Umi will Ast.« und ähnlich sinnvoller Sätze? Da haben wir doch alle unsere spätere Schriftsteller-Karriere klar vor Augen gesehen, oder?

Aber eigentlich haben sich meine Überlegungen längst an eine andere Stelle bewegt. An mehreren Stellen der Diskussion meldeten sich Menschen zu Wort, die berichteten, auch die Lehrer ihrer Kinder hätten Dinge gefordert, die sie selbst dann aber als unsinnig abgetan hätten – und denen sie dann auch nicht nachgekommen wären.

Jetzt stellt sich mir die Frage: Mir gibt also ein ausgebildeter Fachmann, jemand der diverse Semester studiert und vermutlich in den meisten Fällen dazu noch ein paar Jahre Berufserfahrung hat, einen Rat. Sagt mir, dass er oder sie für die Ausbildung meines Kindes einen bestimmten Weg gewählt hat – und wie ich diesen Weg unterstützen kann. Wie zum Teufel komme ich dann auf die Idee, diesen Weg zu unterlaufen, mein Kind zu verwirren, ihm im schlimmsten Fall also entweder das Vertrauen in die Lehrerin oder das Vertrauen in die eigene Kompetenz zu nehmen? Dass es eines der wichtigsten Grundprinzipien der Erziehung ist, konsequent zu sein, an einem Strang zu ziehen und keine widersprüchlichen Signale zu senden, das sollte doch bitte jedem inzwischen klar sein, der sich auch nur einmal mit dem Thema befasst hat.

Trotzdem sind Eltern stolz, dass sie sich den Anforderungen der Lehrer widersetzen und genau all das tun.
Warum? Weil sie mit jahrelanger Erfahrung als Kolumnist, als Werbetexter, als wasauchimmer den totalen Durchblick über Pädagogik haben? Oder weil »Pädagoge« irgendwann in den achtzigern ein Schimpfwort für fusselbärtige Birkenstockträger wurde, die man eh nicht ernstnehmen kann?

Oder etwa weil früher alles besser war? Weil außerhalb unserer kleinen text-affinen und wort-verliebten Blase alle so super fit im Gebrauch der deutschen Sprache sind? Weil wir seit vielen Jahren in den Pisa-Test so super abschneiden?
Soll Schule also so sein wie sie immer war? Wie denn bitte? So wie 1930, so wie 1960, so wie 1980? Ich saß 1982 zu Beginn des Gymnasiums mit 41 anderen in einem Klassenraum der aus Platzgründen nur strikten Frontalunterricht (das Wort erklärt sich von selbst, oder?) zuließ. Ich habe nicht wegen des Unterrichts, sondern trotzdem gelernt.
Sollen Kinder heute wirklich noch so lernen? Tja. Nicht nur Klassenraumgrößen, auch andere Dinge haben sich in den letzten 30 Jahren geändert.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich generell eher dazu neige, wenig von deutschen Lehrern zu halten. Und ich bin mir auch dessen bewusst, dass vermutlich jeder, der eigene Kinder hat oder jemanden mit Kindern kennt auch gleich eine Geschichte parat hat, die mit den Worten »Bei X in der Schule hat die Lehrerin letzten ja auch …” beginnt. Pars pro toto-Argumente sind nur nie so sonderlich zielführend.
Denn jeder kennt immer Einzelfälle. Und jeder kennt immer eine Geschichte, die man nicht so richtig verstanden hat. Das geht mir übrigens bei quasi jedem anderen Berufsstand auch so.
Aber wäre es nicht einmal eine kluge Sache, einen Schritt zurück zu gehen und darauf zu vertrauen, dass sich da ein paar Fachleute ein paar Gedanken gemacht haben?


Icon zum Thema 'linkwertig' I apologize

Ich muss – und es fällt mir einigermaßen schwer – an dieser Stelle öffentlich Abbitte leisten. Warum? I’ll tell ya:

Kennt Ihr das? Ihr stoßt auf ein Blog, beginnt zu lesen und regt Euch auf, quasi sofort. Das Blog ist schön, die Themen an sich interessant, die Schreiberin offensichtlich nicht dumm, aber irgendetwas im Tonfall stört. Irgendetwas regt Euch auf.
Was macht man also klugerweise? Genau, Einfach weitergehen.

Dummerweise stoßt Ihr in der nächsten Zeit immer öfter auf dieses Blog. Es ist hier und da und dort verlinkt, die Autorin wird immer mal wieder in Eure Twitter- oder facebook-Timeline hinein retweetet oder zitiert und Ihr denkt jedesmal »Mal gucken, scheint ja etwas dran zu sein« und jedesmal regt Ihr Euch wieder auf.

Bei mir ging das letztens soweit, dass ich das Blog um das es geht irgendwann in meinen Bookmarks gespeichert hatte – um zu sehen, ob ich mich wieder aufregen konnte; es aber niemals öffentlich in meine Blogroll aufgenommen hätte. Nennt es leicht obzessiv, das ist ok.

Soweit, so doof also.

Dann hat dieser gehassliebte Blogger dummerweise letztens ein StartUp gegründet, ein StartUp auch noch, das ganz gute Kritiken bekam und auch hier und da erwähnt wurde; ein StartUp, über das er auch fleißig bloggte und das in seinen Kommentaren den schönen Satz »Egal was es ist, es ist von Marcel also wird es gut« erzeugte. (Ratet, ob mich diese fundierte Meinung eher aufgeregt hat oder eher nicht.)

Ich hab das StartUp also tapfer ignoriert, obwohl ich ja sonst eher gerne ganz vorne mit dabei bin. Habe dann irgendwann einen Referrer von dort gefunden und immerhin mal draufgeklickt. Aha. Nur mit Einladung. Ach ja, hatte ich ja gelesen.
Also Zähne zusammenbeissen und ignorieren.
Noch ein Referrer. Egal.

Dann bekam ich eine Einladung quasi auf dem Silbertablett angeboten, habe meinen Stolz quasi über Bord geworfen und mich angemeldet.

Und was soll ich sagen: Es ist ein ganz wunderschönes kleines Web-Dings. Die Mails sind voller Liebe. Die User die dort sind auch, sie haben eine Sinn für Schönheit und Klugheit und ich bin gerne dort. Es ist eine kleine heile Insel im lauten, doofen Internet.

UARRR, I apologize. Ich reg mich immer noch meist auf, wenn ich Dein Blog lese, aber quote.fm ist wunderschön. Mach es bitte genau so weiter.


Icon zum Thema 'just watch' More than a car.

via Frau serotonic


Icon zum Thema 'just pix' I like the fireplace

I like the fireplace

(Made with iPhone, GLIF, loopc.am and a soulwarming fireplace.)



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