Die VersichertenGesundheitskarte und ich.

Aus der Kategorie »just people«

Einer der größten Späße der letzten Zeit habe ich mit der VersichertenGesundheitskarte erlebt. Wir erinnern uns: Ende 2011 bekam auch ich ein mittel-aufwändig gestaltetes, miserabel getextetes Infoblättchen, in dem mir die Vorteile der neuen Gesundheitskarte gegenüber der bewährten Versichertenkarte angepriesen wurden.

Da ich von den Vorteilen jetzt nicht so überzeugt war, mag es vielleicht sein, dass ich den Zettel erst einmal weggeworfen ignoriert verlegt habe, aber irgendwann kam dann ein Drohbrief, es wurde mit irgendwelchen Paragraphen gewedelt und dann habe ich resigniert, habe ein Foto hochgeladen und das alles vergessen. Das war vermutlich irgendwann Anfang 2012.

Als ich dann zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 diverse Male beim zahnärztlichen Notdienst vorsprechen durfte, erinnerte ich mich dunkel, dass 2014 doch das Jahr des endgültigen Wechsels sein sollte. Und richtig: Auf dem Tresen an der Anmeldung war auch ein Info-Zettelchen geklebt, das genau darauf hinwies: Versichertenkarte: ungültig, Gesundheitskarte: gültig (leicht verkürzt zusammengefasst).
Lustigerweise trug das Zettelchen auch noch Logo meiner Kasse, der TK.
Mich störte das trotzdem erst einmal nicht, die Dame hinter dem Tresen auch nicht. Sollte mir ja recht sein.

Erst als ich mich dann im Januar mit leerem, aber nervösen Magen gerade auf die OP-Liege legte und mir der Anästhesist links schon die erste Nadel im Unterarm platzierte, sprach mich von rechts eine Helferin an: Das Kärtchen, dass ihr die Liebste gerade draußen in die Hand gedrückt hätte, wäre leider ungültig und man könne mich jetzt nicht operieren. „Ach?” sprachen der Anästhesist und ich parallel. Ich fand den Zeitpunkt für diese Unterhaltung ja eher ungünstig gewählt und die anschließende Erklärung der Helferin ging dann auch darin unter, das der Anästhesist befahl, ich solle jetzt mal von zehn auf null runter zählen. Ich kam leider nur bis sieben und dann wurde alles angenehm schwarz vor meinen Augen.

Nach der OP war das dann aber alles furchtbar wichtig. Ich solle bitte entweder in den nächsten zehn Tagen das gute Kärtchen nachreichen – oder eine Bescheinigung der TK, dass ich wirklich bei ihnen versichert wäre. Sonst müsse! ich das alles! selber zahlen! Sobald ich also wieder sprechen konnte, rief ich die TK an.

Die erklärte mir, das wäre ja alles totaler Unsinn. Auf meinem Versichertenkärtchen stände ein Gültigkeitsdatum, das wäre bei mir irgendwann in 2016 und die Karte wäre auch genau das: Nämlich gültig. Bis 2016.
Fand ich ja töfte, ich hatte aber trotzdem keine Lust, auf den OP-Kosten sitzen zu bleiben und ließ mir eine Bescheinigung mailen. Verstand die Dame am Telefon dann auch.
Wer denn da eigentlich etwas anderes behauptet hätte?
Ich erwähnte den von der TK gestalteten Zettel bei meinem Arzt und sie seufzte. Ob sie mir vielleicht sicherheitshalber dann mal das neue Kärtchen schicken solle? Na gut.

Ich vergaß das ganze natürlich sofort wieder, bis ich letzte Woche wieder eine ähnliche Unterhaltung hatte. Eine Arzthelferin pochte auf das neue Kärtchen, das sei sehr! wichtig, schließlich stände da jetzt „Gesundheitskarte” drauf (WTF??).
Ich wiederholte tapfer, was mir die TK gesagt hatte, sie deutete auf den Zettel der TK, der auch bei ihr auf dem Tresen klebte und ich rief, wieder zu Hause, dann doch nochmal bei der Kasse an.
Das KärtchenMan wunderte sich dort zwar, warum diese Zettel denn überhaupt in den Umlauf geraten wären, aber das konnte ich ihnen leider auch nicht erklären.
Man wunderte sich ebenfalls, warum ich immer noch kein neues Kärtchen hätte, denn das wäre doch Anfang 2012 und vor acht Wochen noch einmal an mich verschickt worden – aber: man wollte mir ein neues schicken.

Ich finds also insgesamt super, wie sehr da wieder mal die rechte und die linke Hand zusammenarbeiten und wie reibungslos und sicher das alles läuft. Trotzdem: seit ein paar Tagen habe auch ich also eine Gesundheitskarte. Mit einem Foto darauf, dessen schlechter Druck es mir übrigens auch deutlich einfacher macht, mich krank zu fühlen. Ach, und vorhin habe ich kurz überlegt, ob und wer sich denn wohl mit meinen beiden anderen Karten gerade Gesundheitsleistungen erkauft.

Aber Quatsch – die Karten sind ja personalisiert und fälschungssicher, da kann ja gar nichts passieren.


Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Diese Woche war ja nur eine halbe Woche, daher fällt der Link-Rückblick diesmal etwas kürzer aus als sonst.

Werden wir erst einmal kurz politisch, dann haben wir das schon einmal hinter uns. Wer nicht vollkommen mit Scheuklappen durch das Netz und das Leben gelaufen ist, der hat mitbekommen, dass es ein Europäisches Urteil zur Vorratsdatenspeicherung gab. Richtig, darum gab es schon länger Streit, die sogenannte „Netzgemeinde” (was auch immer das sein soll) war dagegen, während unsere Innenminister und die Polizei ohne sie den Untergang des Abendlandes prognostizierten. Eine gute Gelegenheit also, sich mal anzusehen was passiert, wenn ein Rechtsanwalt die gängigen Argumente zur Vorratsdatenspeicherung einmal anschaut. Besonders wertvoll finde ich diesen Satz:

Mythos 6: Der Polizei müssen alle technisch möglichen Instrumentarien auch zur Verfügung gestellt werden
Nein. In einem Rechtsstaat gibt es keine Strafermittlung um jeden Preis. Darin besteht nämlich gerade der Unterschied zu Unrechtsstaaten wie der DDR, die jede Form der Überwachung und Kontrolle des Bürgers für legitim hielten.

Da kann man mal einen Moment drüber nachdenken.

(Ja, auch gerne jetzt und hier. Ich warte.)

(…)

(…)

(…)

Nachdenken ist ja eh immer prima. Zum Beispiel über das, was man so täglich seinen facebook-Freunde per „teilen”-Button ins Gesicht wirft. Wer dort ein paar aktivere Freude hat, der wird vermutlich schon auf die Website gestoßen sein, um die es jetzt gehen soll: heftig.co. Kleine Geschichten, die irgendwie rührend, aufregend, emotional sind und alle ein bisschen arg reißerisch geschrieben scheinen. Herm hasst diese Seite und schreibt, warum. Und die Rhein-Zeitung schaut etwas hinter die Kulissen. Nicht schön.

Zeit also, zu den schönen Dingen in diesem Web zu kommen, dazu ist diese kleine Kolumne am Wochenende ja auch ausdrücklich gedacht. Zum einen gibt es da eine kleine Seite mit Fotos, die ich seit längerem gerne und regelmäßig besuche. Sie sammelt „rare, beautiful, fun, strange and awesome celebrity photos” – Bilder abseits der gephotoshopten Hochglanz-Welt, abseits von „drunken leaving a pub”, BeachCandids, NipSlips und Upskirts. Dafür viel Backstage und behind-the-scenes-Bilder. Zum Beispiel von Yoda und Herrn Lucas. (By the way: Happy Star Wars day!) Man kann sich dort problemlos länger von Seite zu Seite durchklicken.

Und zum anderen war dem Herrn Buddenbohm sein Kind krank, das ist natürlich eigentlich gar nicht schön. Aber der Herr Buddenbohm hat sich da Zeit für genommen und hat darüber geschrieben. Und das wiederum ist sehr schön geworden. Falls Sie also nicht aus meiner engeren Internetblase kommen und das eh schon kennen …?!

Mein Lieblingslied in der letzten Woche war „On your radio” von Joe Jackson. Good ole times revisited, oder wie der Nachbarsjunge gerne sagt: Alter Sack.


Back To Front

Aus der Kategorie »just music«

Die geneigte Leserin – also eher: Die sehr treue Leserin mag sich erinnern, dass sie vor circa zehn Jahren davon genervt wurde, dass ich wochenlang nur Bilder von Peter Gabriel mit darunter-stehenden Lyrics postete. Vor Freude weil er – für mich vollkommen überraschend – endlich wieder auf Tour war.
Aber so ist das halt mit der Liebe; manchmal geht sie anderen eben auf den Sack.

Gestern Abend wieder, gestern Abend „Back To Front” – Herr Gabriel zelebriert nämlich seit einiger Zeit, dass seine kommerziell erfolgreichste Platte, die „So” vor 25 Jahren erschien. Dazu hat er die Band von damals noch einmal zusammen geholt und ist mit ihnen auf Tour gegangen. (Inzwischen sind es 27 Jahre, aber er feiert eben ausgiebig.)

Wir feierten zusammen in der Lanxess-Arena; er stand unten auf der Bühne, wir saßen recht sehr weit oben auf dem Rang. Guter Blick, große Leinwände rechts und links der Bühne: alles prima.

Peter Gabriels Back To Front-Bühne

Punkt acht betrat er die Bühne, um seinen Support-Act anzukündigen: Jennie Abrahamson & Linnea Olsson die im weiteren Verlauf des Abends auch die Backing-Vocals übernehmen sollten.
Im Vorprogramm bedienten sie ein Cello und ein Dings (Musiker-Fachbegriff für ein nicht-erkennbares Instrument, das wie ein E-Xylophon wirkte). Da ich ja – wie bekannt sein sollte – sehr auf skandinavische Pop-Musikerinnen stehe, hat mir das schon sehr gut gefallen.
Und: Ich liebe das ja, wenn Haupt-Acts ihre Supports ansagen, das zeigt so viel Respekt, das ist einfach toll.

Die beiden spielten vier Stücke, zwei von jeder und räumten dann die Bühne, so dass gegen viertel vor neun Herr Gabriel selbst wieder auftauchte und sich zuerst mal an den Flügel setzte. Er begrüßte uns in seinem typischen liebevoll schlechten, meist abgelesenen Deutsch und erklärte, es gäbe heute Abend drei Teile: Eine akustische Vorspeise, denn es wäre ja manchmal spannend zu sehen, wie Dinge so entständen. Manchmal ja sogar spannender als das eigentliche Ergebnis. Das Saallicht bliebe dabei übrigens noch an.
Dann eine elektrische Hauptspeise und wenn wir die alle gut überlebt hätten als Dessert alle Songs der „So”. Ja, exakt dafür waren wir gekommen.

Part I überraschte mich schon sehr. Ich verbinde Peter Gabriel so sehr mit „Sound-Tüftler”, dass es wirklich toll zu sehen war, wie gut die Songs auch akustisch, mit Kontrabass, Akkordeon und Westerngitarre funktionieren. Eigentlich doof, ich halte ihn seit Jahren für einen der größten Komponisten, da wäre alles andere doch seltsam gewesen. Nun denn, doof kann ich ja gut.
Ach, apropos „doof”: Ich glaube, ich habe noch nie so viele gealterte, fusselbärtige Sozialpädagogen auf einen Haufen gesehen wie gestern Abend im Publikum. Gealterte, fusselbärtige Sozialpädagogen bewegen sich übrigens nicht bei Musik. Sie singen auch nicht. Naja.

Er begann also mit einem neuen, noch unfertigen Song „But”, dann folgten „Come Talk To Me”, „Shock The Monkey” und „Family Snapshot” in dessen Verlauf das Licht ausging und die großartige Licht- und Videoshow das erste mal zum Einsatz kam. Er kommentierte das mit einem lapidaren „part two”.

Der elektrische Teil: „Digging In The Dirt”, „Secret World”, „The Family And The Fishing Net”, „No Self Control”, „Solsbury Hill”, „Why Don’t You Show Yourself?”
Na, das waren doch gleich noch mal vier meiner all-time-favourites, ein schon-ok und ein mir unbekannter Song. Mehr als zufriedenstellend also.
Vor allem „Digging in the Dirt” haut mich jedes Mal wieder um. Der Mann ist inzwischen Mitte sechzig, man sieht und merkt es ihm auch immer wieder an – aber das ist einer Songs, wo man wirklich in seine dunkle Seite sehen kann. Düster, wirklich böse und unfassbar laut. Melanie Gabriel, seine Tochter, die auch gerne mal mit ihm auf Tour war sagte einmal sinngemäß: „Bei dem Song bin ich immer sehr alleine auf der Bühne. Ich weiß nicht genau, wohin Dad und seine alten Freunde da geraten, aber es ist dunkel und ein bisschen arg »weird«. Und ich will nicht mit dahin”. Ich verstehe sie. Und ich liebe, dass er nicht einfach hübsche Versionen seiner alten Hits spielt, sondern auch diesem unfassbaren Krach seinen Platz gibt.

Schon damals auf der Tour zur „So” hatte Gabriel auf der Bühne mit beweglichen Lichtmasten gespielt, die ihm folgten, ihn teilweise auch verfolgten und ihm auch mal sehr, sehr nah kamen. Fast dreißig Jahre später hat die Technik ja den ein oder anderen Fortschritt gemacht und das Konzept fand sich bis zur Perfektion ausgereizt wieder auf der Bühne. Neben den Lichtmasten gab es dazu an jeder Ecke der Bühne Kameras und eine perfekte Bildregie, die dafür sorgte, das nicht einfach platt die Musiker auf den Leinwänden zu sehen waren, sondern dass rechts, links und hinter der Bühne ein eigenständiges Konzertvideo lief. Mit vielen Details und perfekten Schwenks und immer wieder mit Animationen und Videoschnipseln zu den Songs. Ganz groß.

Apropos „ganz groß”. Hatte ich erwähnt, dass dort auf der Bühne die alte Band der „So” stand? Die Band, die mir damals, Ende der Achtziger zeigte, was geniale Popmusik sein kann – nachdem ich als tapferer Metalhead jahrelang alles, was Tasteninstrumente bediente mit Verachtung gestraft hatte? Die Band, die immerhin meinen Lieblingsdrummer und meinen Lieblingsgitarristen in einer Band vereint – ganz zu schweigen von diesem Menschen am Bass, bei dem ich zwar nie begreife, was genau er da tut, der mich aber immer wieder voller Bewunderung und Faszination zusehen lässt, was man aus diesem, meinem Instrument so alles rausholen kann.
Wahrscheinlich hätte mich jeder einzelne von ihnen schon vollständig glücklich gemacht.

Dann also die Part III, die „So”. Was soll ich sagen? Wer es bis hier zu lesen geschafft hat, der hat begriffen, dass diese Platte für mich wichtig war. Ich breite das also nicht weiter aus. Es war perfekt.

Um dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen bestand die Zugabe aus „Ja, jetzt kommt die Flut”, „The Tower That Ate People” (erwähnte ich, wie ich es liebe, wenn er Krach macht?) und: „Biko”.
Call me cheesy, aber mir bedeutet der Song etwas. Ich bin aufgewachsen in einer Zeit, die manche rückblickend als „arg betroffen” bezeichnen. In der Rockstars auf die Bühnen gingen, um Geld für Afrika zu sammeln oder die Bühnen verließen, um ihren Einfluss zu nutzen. Ja, heute sind wir alle so supercool, dass wir das peinlich finden, Live Aid belächeln und Bono hassen – aber ich denke oft, dass es ein Teil unseres großen Problems ist, dass die Arschlöcher es geschafft haben, Mitgefühl als uncool zu brandmarken.

Biko also. Einer der Songs, die mich zu einem politischen Menschen gemacht haben, einer der kraftvollsten Rocksongs die je geschrieben wurden. Nach „San Jacinto” das zweite Mal einer dieser magischen Momente, dass mir nur weil ich es so viele Jahre später noch einmal live hören durfte, das Glück die Tränen in die Augen trieb. Yihla moja, yihla moja. The man is dead.

Wer eine ganz doll super-viel-sachlichere Konzert-Kritik lesen will, der kann hier zur Süddeutschen gehen. Sachlich kann ich bei dem Album nämlich nicht. Und pseudo-cooles „Da steh ich ja heute drüber” auch nicht. Ich stehe lieber zu meiner Liebe.

Nachtrag: So sah das Knonzert von der Bühne aus aus.


Die Filme im April 2014

Aus der Kategorie »just movies«

Alle Filme – egal ob @Kino oder @home im Februar 2014.

  • Tangled (Rapunzel neu verföhnt) (IMDB)
    @home
    Die alte Gothel findet eine Zauberblume, die sie verjüngt. Nach jahrelangem Gebrauch gerät die Blume jedoch auch noch an Rapunzel, die übernimmt die Zauberkraft, dafür übernimmt die Alte dann Rapunzel, sperrt sie in einen Turm und es dauert achtzehn Jahre bis jemand vorbei kommt.
    Animationsfilm von Disney, den ich leider nicht bis zum Ende ausgehalten habe, so uninteressant fand ich ihn.
    Hübsch animiert (ein Stern) und bestimmt war die Auflösung super und ich hab sie verpasst (noch ein Stern).
    Bechdel-Test: Jup.
    ★★☆☆☆☆☆☆☆☆
  • The counselor (IMDB)
    @home
    Ein Counselor wird von einem Drogenbaron in ein Drogengeschäft hineingezogen. Alles geht aber irgendwie ein bisschen schief.
    Ridley Scott hat hier Regie geführt und ich hatte an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass er vorher ein bisschen viel Tarantino geguckt hat. Die Leute reden stundenlang miteinander, manch einer mag es auch schwafeln nennen und zwischendurch passiert heftige, sehr skurrile Gewalt.
    Und irgendwo dazwischen marschiert Cameron Diaz her und ist sehr cool.
    Und ich mag sowas.
    Bechdel-Test: Ich denke nicht.
    ★★★★★★★★★☆
  • Silver Linings (IMDB)
    @home
    Pat Solitano Jr. (Bradley Cooper) kommt gerade aus der psychiatrischen Klinik – er hatte dort einige Zeit verbracht, nachdem er den Liebhaber seiner Frau Nikki ins Krankenhaus geprügelt hat. Er hätte seine Frau gern zurück, darf sich ihr aber – mit einer einstweiligen Verfügung gestützt – nicht nähern. Bei einem Abendessen lernt er Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen, die nach dem Tod ihres Mannes auch heftige psychische Probleme hat. Die bietet ihm erst Hilfe an, wieder mit Nikki zusammen zu kommen, aber irgendwie werden dann auch die beiden Freunde.
    Jennifer Lawrence hat für ihre Rolle den Oscar gewonnen. Zu Recht. Aber auch alle anderen und die sehr schräge Story und überhaupt der ganze Film sind sehr grandios.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★★★★★★★★☆
  • Zack and Miri Make a Porno (IMDB)
    @home
    Miri und Zack, zwei Freunde, die sich seit der High School kennen und auch zusammen wohnen, sind eh andauernd pleite – und eines Abends hat man ihnen Strom und Wasser abgestellt. Um an Geld zu kommen beschließen sie, einen Porno zu drehen. Außer sich selbst als Hauptdarsteller finden sie noch ein paar Freunde, die ihnen helfen. Die Idee scheint gut, die Freunde sind begeistert und der Beginn der Dreharbeiten setzt bei allen viel Energie frei – doch irgendwie haben die beiden ewigen platonischen Freunde übersehen, dass sie sich sehr mögen.
    Ich bin durch Zufall in die ersten drei Minuten reingezappt und hängen geblieben, weil das alles so liebevoll und schön gemacht war. Zack und Miri sind zwei sympathische Loser, die nicht begreifen, wie sehr sie sich lieben und auch wenn das Ende absehbar ist (Naaa? Ob sie sich wohl kriegen??) ist das ein sehr, sehr hübsches kleines Filmchen.
    Extrem traurig finde ich zu lesen, dass in Amerika teilweise der Titel geändert wurde, um das Wort „Porno” zu vermeiden und dass es verschiedene Filmplakate gibt – eines mit einer Strichzeichnung – um jeden Schmuddelverdacht weit genug von sich zu weisen.
    Bechdel-Test: Nicht ganz, denke ich.
    ★★★★★★★★☆☆
  • Unknown identity (IMDB)
    @home
    Der Amerikaner Dr. Martin Harris, ein Biologe, landet mit seiner Frau in Berlin um auf einem wichtigen Kongress zu sprechen. Nach einem Autounfall liegt er vier Tage im Koma und als er wieder aufwacht weiß niemand mehr wer er ist. Seine Frau erkennt ihn nicht, auf dem Kongress läuft ein Dr. Martin Harris herum und er soll verhaftet werden.
    Auf Basis einer der klassischen Alptraum-Situationen entwickelt sich ein spannender Thriller mit einem ganz soliden Auflösung. Konnte ich mir gut angucken.
    Bechdel-Test: Nope.
    ★★★★★★☆☆☆☆
  • The Amazing spiderman 2: Rise of Electro (IMDB)
    @SuperDuperKinoInAltena
    Peter Parker ist ein HighSchool-Schüler und im Nebenjob der Superheld „Spiderman”. Dieser Job beeinträchtigt hin und wieder seine Beziehung zu seiner Freundin Gwen. Der kleine Oscorp-Angestellte Max fühlt sich unbedeutend und ewig übersehen und wird bei einem Unfall zu einem Dings mutiert. Der Dings beschließt, böse zu sein und will sich aus Gründen an Spiderman rächen. Nachdem der alte Oscorp-Chef gestorben ist, braucht sein Sohn und Nachfolger, Harry, Spidermans Hilfe – der muss ihm die aber verwehren. Harry beschließt, sich zu rächen.
    Obwohl das alles ja weder neu noch bisher nicht schon mal verfilmt gewesen wäre also eine Menge zu erzählen – und man ging auch mit viel irgendwas dran. Irgendwas wurde leider nicht genauer definiert und so fand ich das atemberaubendste an dem Film, wie er alle Handlungsfäden kurz aufnimmt um sie dann gekonnt vollkommen zu vergessen und schnell irgendetwas anderes (nicht) zu erzählen. Als Handlungsersatz gibts viele stille Momente mit Großaufnahmen von traurigen Gesichtern oder Wände anschreiende, Dinge werfende Protagonisten. Ich fürchte, das soll gehaltvoll sein.
    Auf facebook schrieb ich: „Die habe auf dem Kinoplakat was vergessen – der Film muss »The amazing much to long spiderman« heißen.” Und damit ist alles gesagt.
    Bechdel-Test: Überraschenderweise auch das nicht.
    ★★★☆☆☆☆☆☆☆
  • Außerdem habe ich, Stromberg durch. Großer Spaß.
    Und bei Mad Men* bin ich in der vierten Staffel angekommen. Ebenfalls ganz großes Kino.
    Ach ja: Im Fernsehen läuft Homeland und The Blacklist und das sind auch noch mal zwei Serien, die wirklich Spaß machen und nicht von ProSieben totgesendet werden (da muss ich auch dringend mal was drüber bloggen).
  • Und ganz dringend ans Herz legen möchte ich Euch noch Sing my song, eine wunderhübsche Sendung Dienstags Abends auf vox, in der Xavier Naidoo sich Sandra Nasic, Sarah Connor, Sascha, Andreas Gabalier, Roger Cicero und Gregor Meyle eingeladen. In jeder der sieben Folgen steht eine oder einer der sieben im Mittelpunkt und die anderen sechs singen jeweils eines der Lieder des siebten. Und die ersten beiden Folgen waren ganz wunderbar, weil alle sieben wirklich großartige Musiker sind, die mit großem Respekt und großer Freude an die Hits der anderen gehen. Wenn man Musik mag, dann lohnt das wirklich sehr.

Was ist eigentlich dieser Bechdel-Test? Guckstu hier. Banner und Links mit Sternchen führen zu iTunes und sind affiliate-Links



Twitter-♥ im April 2014

Aus der Kategorie »just twittered«

Anne sammelt wie immer alle Twitter-♥-Listen


Switch im Home-Office. Nachtrag.

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Vor knapp einer Woche schrieb ich ja über meinen Wechsel der Arbeitsumgebung – und schon ist es Zeit für einen kleinen Nachtrag:

komodo u transmit

Editor und FTP:
Dank eines Telefonats* mit meinem Webhoster stieß ich auf die beiden Programme, die sich in den Tagen danach sofort ihren Platz im Standard-Workflow gesichert haben.
Da ist einmal Komodo Edit, der als Editor schon in der Standard-Einstellung ca. 90% von dem mitbrachte, wie ich gerne arbeiten möchte. Da er aber auch extrem offen dafür ist, sich an jeder Ecke anpassen zu lassen war es nicht sehr schwer, die gewohnten Tastenkürzel fest zu legen und schon merkte ich gar nicht mehr, dass ich mit einem neuen Programm arbeite.

Außerdem erwähnte er Transmit, ein FTP-Programm. Ich kannte bis dahin nur FileZilla und Cyberduck auf dem Mac – und die fand ich beide ganz ok und hatte keinen Ersatz gesucht. Vor allem, wo ich ja davon ausging, dass mein Traum-Editor eh FTP-Funktionen mitbringt.
Transmit macht aber alles irgendwie etwas besser und bietet vor allem die Funktion, die lokalen Daten und den Server zu synchronisieren – was mir erspart darüber nachzudenken, was ich denn jetzt eigentlich gerade bearbeitet habe.
Außerdem kann ich Komodo als Standard-Programm für alle Dateitypen eintragen, so dass ich im Komodo eine Datei auf dem Server doppelklicke, Transmit eine lokale, temporäre Kopie anlegt und mir die im Komodo öffnet. Wenn ich die bearbeite und speichere kümmert sich Transmit dann wieder um den Upload. So mag ich das.

synergy

Arbeitsumgebung:
Außerdem vergaß ich im ersten Artikel zu erwähnen, dass natürlich immer noch das MacBook links neben mir steht. Da ich mich aber, wenn ich da mal kurz etwas tippen muss, nicht halb nach links drehen möchte, nutze ich Synergy (genauer: Die UI SynergyKM), um das MacBook zu bedienen. Ich kann also den Mauszeiger nach links aus dem Bildschirm des MacMini heraus schieben und Synergy erkennt: Oh, es geht auf dem MacBook weiter. Und bewegt dann da die Maus und hört auf die Tastatur.
Neben dem Vorteil, dass ich eine Maus/Tastatur ohne Kabelgedöns für zwei Rechner nutze, gleicht Synergy auch die Zwischenablagen ab, so dass ich auf dem MacBook etwas in die Zwischenablage kopieren und auf dem Mini woanders einfügen kann.
Wer mit zwei Rechnern arbeitet, dem dürfte der enorme Nutzen klar sein. Synergy arbeitet übrigens auch OS-übergreifend.

Bildschirmkalibrierung:
Ach ja: Ich habe mir einen neuen Spyder gegönnt. Den Spyder4Express gibt es gerade zum Sonderpreis und ich kann es ja nur empfehlen, sich vor einen kalibrierten Monitor zu setzen, wenn man etwas mit Grafik oder Fotos macht.

Sonst ist weiter alles schön, Danke der Nachfrage. Und an Herrn Kocks von Inetsiteworld an dieser Stelle noch einmal ein großes Danke!

Jaja, wenn man bei Strato oder 1&1 ist, passiert einem so etwas natürlich nicht :)


Woanders

Aus der Kategorie »just links«

Ups? Wo ist denn der Monat hin? Ach ja, es war ja Ostern, da gibts natürlich keine kommentierten Links. Aber jetzt wieder.

Beginnen wir mit einem Thema, mit dem wir als Gesellschaft irgendwie noch nicht so richtig Übung haben: Mit dem Tod eines bekannten Menschen und wie wir in diesem sozialen Internet damit umgehen. Viele meinen ja, das Web sei hauptsächlich ein Ort für Hass und Häme, für Tratsch und Dummheit und abgesehen davon, dass ich unter anderem deswegen hier als Gegenbeweis immer wieder lesenswertes verlinke ist das an vielen Stellen oft wahr. Auch Frau Quadratmeter nimmt den Tod einer Prominenten als Anlass, mal kurz darüber zu schreiben, was sie alles nicht lesen möchte. Und ich finde, sie hat sehr recht.

Machen wir aber einen kurzen Abstecher zu einem etwas älteren Filmchen. Wollen wir das Web verstehen, wollen wir verstehen was es mit der Gesellschaft und die Gesellschaft mit dem Web macht, dann müssen wir auch auf die schauen, die das alles anders sehen und verstehen als wir. Es müssen ja nicht gleich zu Beginn unsere Innenminister sein, die wir verstehen wollen.
Aber nehmen wir als Beispiel mal ein paar Prominente in einer der angenehmeren deutschen Talkshows.
Der Anlass ist schon etwas her; der Anlass ist der PoetrySlam-Beitrag von Julia Engelmann, der ja auch schon genügend durchs Dorf getrieben worden ist. Lassen wir den selbst heute mal beiseite und schauen statt dessen, was passiert, wenn eine Web-Prominente, die einen unfassbaren Web-Hype erlebt hat, in eine Runde traditioneller deutscher Promis kommt. Gucken wir uns den Film mal daraufhin an, wie sie alle versuchen, das Phänomen zu verstehen, wahlweise Julia Engelmanns Geschichte in ihre eigenen Erfahrungshorizonte zu pressen. Wie sie staunend feststellen, dass auch gutes im Web passiert. Wie sie alle betonen, ja nicht zu surfen. Wie sie immer wieder nach schlechtem im Hype suchen. Das ist alles eher subtil, aber es ist da. Und ich find’s spannend: Julia Engelmann bei 3 nach 9.

So, das war ja jetzt alles sehr Meta, kommen wir doch zu drei eher praxisorientierten Beiträgen; man soll ja den Service-Gedanken auch in so einer kleinen Link-Reihe nicht vergessen.

Da ist erstens für alle iPhone-Besitzer ein Artikel von einem langjährigen Genius-Bar-Mitarbeiter. Und der erzählt, wie man bei seinem iPhone Strom sparen und so die Laufzeit des Akkus verlängern kann.

Dann ist da ein kleiner Leitfaden (haha, ich hätte fast Leid-faden geschrieben. Du lustiges Unterbewusstsein, Du!), ein kleiner Leitfaden also zum korrekten Verhalten, wenn man einen Vertrag kündigen möchte. Mit Ratschlägen zum Umgang mit Briefen von Russland-Inkasso und so. Kann man ja vielleicht auch mal brauchen.

Und drittens hat facebook ja für uns entschieden, dass Videos in der Timeline automatisch starten, wenn sie ins Sichtfenster gescrollt kommen. Hurra. Man kann das abschalten – hier steht, wie.
Wer – wie ich – PlugIns eh komplett nur auf Anforderung aktivieren möchte und sich dazu in die Konfigurations-Hölle begeben mag, findet für Firefox und Chrome eine Anleitung, alle PlugIns auf „Click to play” zu stellen.

Abschließen noch etwas Eigenwerbung: Diese Woche schrieb ich im Techniktagebuch über eine Erinnerung daran, wie ein Großmarkt schon Ende der siebziger die Kasse und das Warenwirtschaftssystem verbunden hatte und seine Kunden dazu zwang, mit Lochkarten zu hantieren.

Mein Lieblingslied in der vergangenen Woche war Morenika von Avishai Cohen. Die Musik erinnert mich sehr an das Esbjörn Svensson Trio und das ist fast das beste, was mir musikalisch so passieren konnte.


Science Slam in Dortmund am 25.4.2014

Aus der Kategorie »just people«

Als ich ihr gestern Mittag davon erzählte, staunte die weltbeste serotonic „Ach, sowas gibts in Eurem Kaff?” Nein, natürlich nicht. Aber in Dortmund; und Dortmund ist ja nicht weit.

Was gibts nicht in unserem Kaff? Einen Science Slam. Du weißt nicht, was ein Science Slam ist? Ganz einfach: Man braucht eine Bühne, einen Beamer, ein paar Wissenschaftler oder Menschen, die zu einem wissenschaftlichen Thema etwas erzählen mögen und ein bisschen Publikum. Nicht verkehrt ist ein guter Moderator. Als Hilfsmittel ist alles erlaubt, was in den Raum passt und „nicht mit den Brandschutzvorschriften kollidiert”.
Die Wissenschaftler bekommen jeweils zehn Minuten Zeit, ein Thema ihrer Wahl vorzutragen und das Publikum stimmt mittels Applaus-Lautstärke über den Sieger des Abends ab.
Der breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde das Format durch Giulia Enders und ihren wunderbaren Vortrag zum menschlichen Darm. Kann man sich auch mal angucken.

zeche-zollernGestern also Science Slam in Dortmund und wir waren dabei. Genauer: In der Zeche Zollern.
Mit einer Zeche kriegst Du mich ja eh sofort, mit so einer wunderschönen mit ganz viel zu gucken und einer tollen Halle als Veranstaltungsort erst recht. Ich kann so was immer schlecht schätzen, aber gefühlt zweihundert Menschen waren gestern Abend da – eine schöne Kulisse also.

Den Anfang macht ein ganz wunderbarer Moderator, der die Leute blitzschnell auf Stimmung brachte – obwohl die Abstimmung ergab, dass höchstens ein Viertel von ihnen vorher schon einmal auf einem Slam waren. Die Reihenfolge der fünf Slammer wurde ausgelost und dann begann der erste Vortrag zum Thema „tödlicher Genuss” und klärte die Frage, ob man wirklich die Kerngehäuse von Äpfeln nicht isst. (Spoiler: Ja, es entsteht Blausäure).

Dann erzählte eine kleine Goth-Psychologin von ihrem Lieblingsthema „Der Unterschied zwischen Sadisten und grausamen Sadisten. Und Psychopathen.”. Sie zog das alles am allseits bekannten und beliebten Harry-Potter-Psychopathen Lord Voldemort auf und fand interessante Parallelen zu den sieben Todsünden aus der guten alten Bibel.

science-slamEs folgte ein Forensiker der erzählte, was man aus einer abgefeuerten Waffe alles heraus lesen kann. Also er, wir nicht. Spoiler: Wenn Ihr mal jemanden erschießt, ist ein laufender Hochofen danach ein guter Ort für die Waffe, wenn ihr nicht erwischt werden wollt. Alternativ der Marianengraben oder der Mond.

Nach einer kurzen Pause berichtete eine Archäologin vom Im-Schlamm-Robben in engen Höhlen und von den Gesichtern der Museumskuratoren, wenn sie mit der Bohrmaschine an Ausstellungsstücken Proben nehmen will.

Und den Schluss machte ein Paläontologe, der seine Behauptung, er wäre Paläontologe geworden, um ewig Kind bleiben und weiter mit Dinos spielen zu können zumindest mit seinem grandiosen Humorverständnis vollkommen belegen konnte. Spoiler: Ob man einen Knochen oder einen Stein vor sich hat, kann man durch einfaches Lecken an der Probe feststellen. Das ist auch garantiert nicht unhygienisch, jedenfalls wenn man der erste ist, der es testen möchte.

Und das alles war so unfassbar unterhaltsam und spannend, so witzig und lehrreich, dass wir erstens schon nach weiteren Terminen Ausschau gehalten haben und uns zweitens den ganzen Rückweg darüber unterhielten, wie geil es gewesen wäre, wenn uns damals in der Schule in den obligatorischen Berufs-Orientierungstagen mal so jemand etwas über seinen Beruf erzählt hätte. Oder ob man vielleicht heute an Schulen dieses Format etablieren kön… und dann haben wir geseufzt.