Twitter-♥ im März 2016

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Die gute Anne sammelt wieder alle unsere Twitter-Liebe. <3, Anne!

Wie immer mit „was zum Lachen“, „was zum Nachdenken“, was Klugem und erschreckend vielen Bildchen. Dieses Web wird doch noch ein Multimedia-Medium.


ÖPNV auf dem Land

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Seien wir realistisch: Die meisten Blogs werden von anderen Bloggern (Twitterati, crazy Internet-People) gelesen und die leben zu einem Großteil in der (Groß-)Stadt.
Liest man also in Blogs etwas über Autos und den öffentlichen Personennahverkehr, dann liest man „versteh ich nich, wozu man ein Auto braucht“, „man kann doch alles mit dem Bus oder Zug machen“ oder ähnliches.

Wenn ich erwähne, dass wir zu zweit zwei Autos haben, dann hat auch schon mancher mal ein bisschen die Augenbraue hochgezogen.

Ich erzähl Euch mal ein bisschen was.

Als ich mit drei in den Kindergarten kam, musste ich zum Kindergarten den Bus nehmen. Der Bus war ein Schulbus, wir hatten feste Plätze und der Fahrer kannte uns. Das war super.

Mit sechs war ich umgezogen und wohnte auf DEM Dorf.

Zum nächsten Ort und damit zur Grundschule fuhr sechsmal am Tag ein Bus, netterweise exakt passend jeweils im 45-Minuten Abstand. Und dann nochmal einer nachmittags gegen vier.

Mit zehn wollte ich aufs Gymnasium; das Gymnasium lag in der anderen nächsten Stadt.
Der Bus dorthin verließ das Dorf morgens um 6.55 Uhr, um 3 Minuten nach 7 stieg ich im Nachbarörtchen in die nächste Linie um, um 7:18 Uhr war ich in Menden. Selbst wenn ich schlenderte (wozu man je nach Wetter ja auch nicht immer Lust hat) war ich um 7:40 in der Schule. Ging ich normal um 7:33Uhr, da war die Schule meist noch nicht auf. Machte mindestens zwanzig, später 25 Minuten Warten auf den Unterrichtsbeginn.
Begann mein Unterricht erst zur zweiten oder dritten Stunde hatte ich Pech.

Die fünfte Stunde endete um 12:25 Uhr, der Weg zur Bushaltestelle dauerte 15 Minuten. Die Anschlusslinie ins Dorf fuhr um 13:30 Uhr im Nachbarörtchen ab. Bedeutete, dass ich 30 Minuten in der Stadt rumhängen musste. Oder im Nachbarörtchen. Beide hatten ab 12:30 Uhr die Läden zur Mittagspause geschlossen.

Die sechste Stunde endete um 13:15 Uhr. Wer aufmerksam mitgerechnet hat, der weiß: Unerreichbar. Der nächste Bus ins Dorf fuhr um 17:45 Uhr. Also hat mich bis zur achten Klasse meine Mutter mittags abgeholt.

Hatte ich nur drei oder vier Stunden, dan kam ich mit dem Bus wenigstens bis ins Nachbardorf, von dort konnte man zu Fuß in guten 20 Minuten (weils so fuckin’ steil den Berg raufging) ins Dorf kommen. Wenn man Glück hatte, kam wer vorbei und nahm einen mit.

Als ich in die fünfte Klasse kam, war die nächst-ältere Gymnasiums-Schülerin in der elf und ging dann ab.
Als ich in die sieben kam, kam der nächst-jüngere nach, im Jahr danach dann sogar nochmal drei.
Eine der drei hatte einen energischen Vater, der der örtlichen Verkehrsgesellschaft erklärte, dass man die Kinder nach der sechsten nicht immer abholen könne und ab der neun gab es dann einen Einsatzwagen. Der fuhr um 13:28 ab. (Wir erinnern uns: Schul-Ende 13:15, 15 Minuten reguläre Wegzeit. Ich war also ganz gut zu Fuß damals, trotzdem konnte einen so ein lehrertypisches „ich bestimme, wann die Stunde zu Ende ist und nicht die Klingel“ schon ganz schön ins Rennen bringen.

Wollte ich nachmittags Schulfreunde besuchen, musste ich direkt zum Mittagessen mitfahren. Will auch nicht jeder. So etwas wie ein spontanes Treffen nachmittags in der Eisdiele gab es für mich nicht.
Und auch wenn Eltern einen prinzipiell immer fahren würden, so möchte ein Teenager vielleicht manchmal auch nicht fragen oder diskutieren müssen, ob „Da treffen sich alle. Ja, alle halt.“ ein valider Grund für einen Erwachsenen ist, den Wagen zu starten.

Das Dorf war sicher sehr, sehr krass, aber als wir älter wurden und auch einmal abends etwas unternehmen wollten, da war ich zum einen wieder außen vor, denn der dritte Bus am Tag, der zum Dorf fuhr war dann auch der letzte. Aber auch die Freunde aus den andren Städtchen drumherum mussten sich abends um zehn vor zehn überlegen, ob sie jetzt die letzte ÖPNV-Möglichkeit in Anspruch nahmen oder ob der Abend so gut war, dass man durchmachen würde.

Ich kannte Mitschüler, die hatten es schlechter. Die mussten zur Haltestelle erst noch zwanzig Minuten laufen.

Ich will auch nicht über meine Jugend jammern, jedenfalls nicht hier. Was ich möchte ist: Einmal schildern, was für Dinge auch Realität sind. Man übersieht das Leben auf dem Land gern, wenn man in einer Stadt lebt, ich verstehe das. Aber ein Drittel aller Deutschen, sogar mehr als ein Drittel der Deutschen mit Kindern möchte gerne auf dem Land leben.
Und das bedeutet neben vielem anderen eben auch eine Entscheidung für schlecht ausgebauten ÖPNV und eine klare Entscheidung für ein Auto für jedes Familienmitglied über 17.

Und für alle andern bedeutet das: Ups, da gibts mehr Einschränkungen als dass die 315 ab acht nur noch alle zehn Minuten fährt.


Schutzengel galore.

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Wisst Ihr, mir fällt es ja so schwer, regelmäßig tagebuchzubloggen, weil da meist stände: „Bin ins Büro gegangen, habe programmiert, es gab etwas zu essen“

Aber wenn mal etwas anderes geschieht, dann will ich das ja auch gerne erzählen.

Gestern zum Beispiel begann eher doof. es war so gegen fünf, als ich wach genug war um festzustellen, dass die doofen Kopfschmerzträume keine waren, sondern eine mittelsolide Migräne. Solide genug, um die Augen nicht aufzukriegen, nicht schlimm genug, um den Mageninhalt nicht behalten zu wollen, wenn Sie wissen was ich meine.

Ich bleib also im Bett und hatte Glück, es wurde über den Vormittag langsam erträglicher.

Dafür rief die Tierärztin an. Wir hatten vorgestern neue Herztabletten für das Katz bestellt. Sie teilte uns mit, sie könne die wohl bekommen, aber es gäbe da ca zwei Wochen Lieferzeit. Ach?, wenn wir jetzt nur noch bis zum Mittwoch Abend welche hätten, dann müssten wir sie wohl in Duisburg abholen, da hatten wir sie auch her. Hurra.

Naja, der Kopf war frei genug um guter Hoffnung zu sein, also ab auf die Bahn, einmal quer durch das komplette Ruhgebiet. In Duisburg die Tabletten geholt, der Uschi gesagt, dass sie mich wieder nach Hause führen soll, ab auf die Autobahn und rein in den Stau.
Ich stop-and-go-te mich durch die ersten Kilometer und rein in irgendein Kreuz. So eines von den großen im Ruhrgebiet, wisst Ihr? Rechts ne Wand, links ne Wand und dazwischen kommen 4 oder 5 Spuren zusammen. Uschi sagte mir, ich solle sofort wieder rechts rausfahren, also stand ich rechts an der Wand. Fuhr wieder 5 Meter, stand wieder und hörte links ein komisches Geräusch, als ob ein Blech gebogen wird.
Guckte mich um und es war ein Blech, genauer: Meine linke hintere Tür, die gerade von einem LKW eingedrückt wurde. Fand ich doof, so mit der Mauer rechts erst recht, aber mit beherztem Gasgeben kam ich noch raus. Hmpf.

So hab ich dann also die nächsten zwei Stunden auf dem nächst erreichbaren Standstreifen in einem Duisburger Autobahnkreuz verbracht, habe die Polizei gerufen und konnte (Navigationsystem sei Dank quasi überhaupt nicht erklären wo ich war – dass 50m weiter die Kollegen eine Blitze aufgebaut hatten hat mich dann da gerettet). Habe gewartet und hin und wieder mit dem des Deutschen voll nicht mächtigen polnischen LKW-Fahrer sowas wie „yes, we are waiting really long“ ausgetauscht, hatte Glück, dass seine Skizze den Polizisten exakt das beschrieb, was ich auch sagte, nämlich: „Ich stand, er fuhr rein“. Und bin jetzt im Besitz eines unfassbar liebevoll ausgefüllten Unfallberichts, einer polnischen Versicherugskarte und werde ehrlich gesagt gleich versuchen, als Leihwagen irgendetwas mit einer kleinen S-Applikation im Kühlergrill zu bekommen.

Und ich weiß, dass ich in Relation zu den beteiligten Einzelzutaten „Unfall auf der Autobahn“ und „Unfall mit Sattelschlepper“ einfach ganz, ganz unfassbares Glück gehabt habe.

Ich beschließe, dass man in einem normalen Autofahrerleben statistisch einen Unfall mit einem Laster auf der Bahn hat und bin jetzt sehr beruhigt.

Wie gesagt: Wenn mal was los ist, dann blogg’ ich das ja auch gerne.


WMDEDGT März 2016

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WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

Sieben Minuten nach fünf
Das Katz steigt auf mir herum. Schnurrt, ist schmusig, will sich aber partout nicht einfach bei mir unters Kinn klemmen und da noch eine Stunde schlafen. Nein, sie will mich wach haben. Aber so richtig.
Als ich wach bin, geht sie zufrieden raus.
Hoffentlich kann ich nochmal einschlafen.

Sechs Uhr zwei
Das Katz steigt auf mir herum. Schnurrt, ist schmusig, will sich aber partout nicht einfach bei mir unters Kinn klemmen und da noch eine Stunde schlafen. Nein, sie will mich wach haben. Aber so richtig.
Als ich wach bin, geht sie zufrieden raus.
Ha, aber wo ich einmal wach bin, gehe ich ihr nach und gebe ihr ihre Tabletten Frischkäsekugeln mit knackiger Füllung. Seit wir letzte Woche in der Tierklinik waren, hat sie neue Herztabletten und die sollem im Idealfall wirklich exakt alle 8 Stunden gegeben werden. Das ist für uns Menschen ein ziemlicher Scheißrhythmus, aber nun ja.
Katz freut sich größtenteils über den Frischkäse, spuckt auch nur eine der drei Tablettenteile wieder aus und ist nachher kaum mit Frischkäse verschmiert. Ich werte das als Erfolg.
Auf dem Weg nach oben begegnet mir die Liebste und fragt „Sind wir jetzt wach?“ Ich zeige ihr stumm einen Vogel und lege mich nochmal hin.

Acht Uhr dreißig
Na gut, dass geht. Ich gehe runter und wir frühstücken vor dem Kinderfernsehen. Checker Can und dann die Pfefferkörner. Wir highfiven darüber, das wir keine Kinder haben und schmieren eine extra Schicht Nutella auf die Brötchen.

Neun Uhr zwanzig
Ich wandere ins Büro hoch; grob geschätzt sollte ich die letzten Übersetzungen, die mir der Kunde gestern geschickt hat, in einer halben Stunde online haben.

Ein Uhr
Logisch, ne? Es wurde etwas mehr als eine halbe Stunde. War aber nicht schlimm.

Schlimm war dann die nächste Stunde. Letztens rief hier nämlich die Telekom an und erklärte mir, ich wolle doch jetzt bestimmt auf die attraktive VoIP-Telefonie umstellen. Als ich erklärte, die wäre nicht attraktiv und ich wolle nicht, erklärten sie, ich müsse trotzdem.
Außerdem müssen Sie wissen: Ich lebe hier in der DSL-Diaspora. DSL 1450, um genau zu sein. Zahlen tue ich aber DSL 16.000, weil mir die Telekom jahrelang versprach, da würde bestimmt bald ausgebaut. Und ein bisschen wegen „never change a running system“.
Mein Internet beziehe ich aber seit Jahren von Unitymedia. Die bieten mir auch einen VoIP-Telefonanschluss, den ich bis jetzt nur nie genutzt habe. Man hört ja soviel schlechtes über VoIP.
Meine Logik also nmach dem Anruf der Telekom: Wenn ich jetzt eh VoIP nutzen muss, dann kann ich ja auch komplett zu Unitymedia wechseln.
Da ich aber eine dunkle Ahnung hatte, dass das nicht ganz leicht würde, außerdem befürchtete, dass unsere Handyverträge irgendwie an den Festnetz-Vertrag gekoppelt sind, wollte ich gerne mit einem Menschen sprechen. Am besten mit einem fähigen. Und da ich weiß, dass in unserem T-Punkt fähige Menschen anzutreffen sind, bin ich runter in die Stadt gefahren.
Ich traf im Laden aber zuerst einmal: Meinen ehemaligen Oberstufenkoordinator. Der, der sich nicht zu blöde war, mich damals vor der halben Schule zur Sau zu machen, weil ich seiner Meinung anch nicht anständig gegrüßt hatte. (Er hatte dummerweise vergessen, dass wir uns morgens schon gesehen hatten.) Der, der die katholische Privatschule verließ, als sie ihm zu modern und offen wurde und sich nach einer traditionelleren Schule umsah. Man munkelt, dort hätte dann noch Zucht, Ordnung und bewährte Erziehungsmethoden wie Knieen auf Erbsen oder Wasserfolter geherrscht.
Ich lächelte ihn freundlich an und grüßte, er raffte nicht wer ich war und guckte schnell weg. Wir wiederholten dieses Spiel mehrfach, weil er dort war, um sich „einige Videodokumentationsschnipsel von seinem alten Handy auf sein neues Handy überspielen zu lassen.“ Wahrscheinlich Schüler auf Erbsen.
Außerdem traf ich den ehemaligen Vorsitzenden der CDU-Fraktion des Ortes – unser Verhältnis war überraschenderweise schon immer von einer herzlichen Abneigung geprägt.
Und vor mir war ein ehemaliger Kunde, der mich ebenfalls nicht erkannte. Naja, nachdem er zehn Minuten lang die Identifikations-SMS an seine Frau hatte schicken lassen, weil er seine und ihre Handynummer verwechselt hatte und seine Frau danach nicht in der Lage war, den richtigen Ident-Code durchzugeben, hatte der wohl auch anderes zu tun.
Kaum 45 Minuten nach Betreten des Ladens stand ich also bei der fähigen Frau am Tresen. Sie ging in aller Ruhe (die 12 Leute hinter mir werden mich sehr gehasst haben) alle unsere Verträge durch und wir stellten fest, dass ich eine Handykarte zuviel habe, dass der Festnetzvertrag viel zu teuer ist – weil heute nicht mehr so angeboten – und dass sie mir vermutlich nichts bieten kann, was Unitymedia nicht besser hat. Ich gehöre noch zur Generation „Telefon kommt von der Post“ und bedaure das sehr.
Dass wir ab Mitte des Jahres dann monatlich etwa 65,- sparen werden finde ich aber ganz ok.

Halb drei
Schon nach 18 Minuten in der Warteschleife habe ich eine eMail-Adresse bekommen, bei der ich schon mal die überflüssige CombiCard kündigen kann. Das muss nämlich heute passieren, weil exakt heute in drei Monaten der Vertrag verlängert wird. Hab ich ein Glück, das ich heute und nicht Montag zum T-Punkt bin.

Währenddessen buk mir die Frau einen Marmorkuchen. Ich liebeliebeliebe Marmorkuchen und war dementsprechen erfreut. Sie hatte extra ein neues, veganes Rezept genommen und …
Man denkt ja, dass man als Erwachsener nicht mehr in die Verlegenheit kommt, etwas, was man in den Mund gesteckt hat umgehend wieder ausspucken zu müssen, aber ich habe soeben gelernt: Kann doch passieren. Möchte jemand einen veganen Marmorkuchen mit einem undefinierbaren aber mich extrem störenden Untergeschmack? So ein Mist.

Jetzt den Wochenendmarathon „Shopping Queen“ oder noch ne Runde Schlaf?

Kurz nach acht
Es ist ein halbes Stündchen Schlaf geworden und danach sind wir ins Kino gefahren, genauer ins Lieblingskino.

Das Lieblingskino ist zwar 31km weit weg, aber es gibt diverse gute Gründe, die Strecke auf sich zu nehmen. Nette Menschen an der Kasse, leckeres Essen und Trinken zum Film, bequeme Sessel, Kuscheldecken und -Kissen auf den Sitzen, 4k-Technik, ein solides „where everybody knows your name“-hGefühl, wenn man öfter hinfährt. Einzelne Teile davon gibts auch näher, aber nie alles zusammen. Und nette Menschen nirgends sonst.
Wir schauten übrigens Zoomania und ich gehe davon aus, dass Sie alle den Trailer gesehen haben? nein?

Zoomania ist einer der seltenen Fälle, wo der Film deutlich besser ist, als der Trailer verspricht. Gehen Sie rein, das lohnt sich sehr.

Und jetzt gibts Nachos und Dip und Spectre im Fernsehen.

(To be continued)


Twitter-♥ im Februar 2016

Aus der Kategorie »just twittered«

Und Anne sammelt wieder aller Menschen Twitter-Liebe. Wie schön das ist!


Liebes Unitymedia,

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(Updates unten. Teil mit Lobhudelei auf @UnitymediaHilfe.)

… ich bin eigentlich gerne Kunde bei Euch. Ich habe auch schon mehrfach über Euch gebloggt und diese Artikel waren auch immer so erfreut, wie ich es über Euer Angebot und Euren Service bin.

Heute Morgen ist aber was komisches passiert.

Vielleicht kurz zur Vorgeschichte: Da ich ein vorsichtiger Mensch bin, habe ich neben dem Komplett-Paket (TV, Internet, Telefon) von Euch auch noch einen Anschluss der Telekom hier im Haus. Von denen nutze ich nämlich den ISDN-Anschluss und als Fallback, falls bei Euch mal was passieren sollte, habe ich auch noch DSL. Dieses DSL heißt DSL 16.000, die Telekom kann mir aber leider nur DSL 4500 zur Verfügung stellen von denen dann faktisch bei der letzten Messung DSL 1460 hier ankamen. Ihr könnt Euch also vorstellen, warum ich voll froh bin, dass es Euch gibt.

Leider musste ich heute bei Euch im Laden lernen, dass es zwar Euch, aber mich nicht gibt. Und das kam so:

Nachdem die Telekom jetzt ihre ISDN-Kunden zum für die Kunden für sie attraktiveren VOIP drängt befand ich, dass ich dann, wenn ich schon VOIP nutzen muss (ich möchte das nicht), dass ich dann also auch Euer ja schon bis in meinem Büro liegenden VOIP nutzen kann. Und der Telekom endgültig den Rücken kehren.

Da ich aber auf die vier Festnetznummern angewiesen bin, die unser ISDN-Anschluss hat (es waren mal zehn, aber daran erinnert sich im T-Punkt niemand) muss ich diese Festznetznummrn ja jetzt irgendwie zu Euch kriegen. Und das ohne lange Umschaltzeiten, ohne Ausfälle und ohne „Ups, wirklich alle vier, wir dachten Sie brauchen doch bestimmt nur eine“
Für so etwas gehe ich gerne in einen Laden und spreche mit einem Menschen. Zufällig stieß ich in Soest, wo ich gerade war auf einen Laden und ging hinein.

Ich: Guten Tag! Ich bräuchte da mal Beratung!

Er: Ja gerne.

Ich: Ich habe einen Anschluss bei Ihnen. TV, 100er Internet, Telefon. Und ich habe momentan parallel auch noch einen Telekom-Anschluss und möchte aber gerne komplett zu Ihnen wechseln. Ich brauche aber die Nummern, die jetzt bei der Telekom sind. Vier Stück. Das ist wichtig.

Er: Soest?

Ich: Bitte?

Er: Sie kommen aus Soest?

Ich: Nee, ist das wichtig? Ich will mich ja erstmal ums Prinzip erkundigen.

Er: Also Sie wollen zu uns wechseln?

Ich: Jein, ich bin schon Kunde und will ein paar Nummern zu Ihnen kriegen.

Er: Jaja, bei einer Neuanmeldung können Sie die einfach mitnehmen.

Ich: Es ist aber keine Neuanmeldung!

Er: Ach?

Ich: Nein, ich bin schon Kunde, ich möchte nur ein paar Nummern hinterherziehen.

Er: Soest?

Ich: Nein. Menden. Warum?

Er: Postleitzahl?

Ich: 58706

Er: 5 – 8 – 7 – 9 …

Ich: Null. Sechs.

Er: Straße:

Ich: Bischof-Henninghaus.

Er: Bischof-Henninghauser … gibts nicht.

Ich: Stimmt – Bischof-HenningHAUS.

Er: Ach, die heißt Bichof-Henninghaus-STRASSE. Das müssense auch sagen.

Ich: Äh?

Er: Hausnummer?

Ich: 8b

Er: Nö.

Ich: Bitte?

Er: Da gibts nur 3 und 43. Also sind Sie kein Kunde bei uns.

Ich: Moment. Ich bin mir zum einen sehr sicher, wo ich wohne, und zum anderen, dass ich Kunde bei Ihnen bin. Ich bin so lange Kunde, da hießen Sie noch ISH und das jetzige Paket hab ich seit ca 4 Jahren.

Er: Nö. Nicht in der 8.

Er nimmt sich sein Telefon und wählt was. Steh ich ja total drauf, wenn jemand ohne Erklärung mitten im Gespräch anfängt zu telefonieren.

Ich: Doch.

Er: Komisch. Wissen Sie Ihre Kundennummer?

Ich: Nein, nicht auswendig …

Am Telefon geht jemand dran. Er guckt mich argwönisch an und nuschelt seine Händlernummer in den Hörer und bittet um eine Kundennummernabfrage. Die Hotline bestätigt ihn: In unserer Straße nur die Nummern 3 und 43. Uns gibts nicht.

Ich erinnere mich an den Kundenbereich online und schau im 1Password nach, ob ich das Passwort dabei habe. Ich habe.

Ich: Hören Sie, ich hab die Zugangsdaten zum Kundenbereich dabei, da können wir nachschauen.

Er: Geht nicht.

Ich: Ach, haben Sie hier keine Internet?

Er: Doch aber Sie dürfen nicht an den Rechner.

Ich melde mich also auf dem Handy an. Dass ich erst noch (am neunundzwanszigsten!!) „SpeedOn“ an die Telekom schicken muss, weil mir gestern das Datenvolumen ausging, da kann er ja nix zu. Aber es erhöhte den Spaß auf meiner Seite auch nicht wirklich.

Ich: Ich hab hier unsere Kundennummer: 123 456 789

Er (tippt): Ah, Sie wohnen ja woanders!

Ich: Nein.

Er: Doch, Sie haben mir die falsche Postleitzahl gesagt: 58708. (Erklärbär-Stimme:) Wissen Sie, Menden hat ja mehrere Postleitzahlen und da müssen Sie mir schon die richtige sagen – das macht ja einen Unterschie…

Ich: Stopp. Ich habe Ihnen die richtige PLZ gesagt. Ich wohne da seit 10 Jahren, ich habe deutlich länger einen Vertrag mit Ihnen und wenn Sie trotz wiederholter Bitte um Korrektur meine Postleitzahl nicht korrigieren können, dann ist das langsam nicht mehr mein Problem. Ihre Briefe an uns sind übrigens immer mit der richtigen Postleitzahl adressiert. Können Sie das bitte jetzt ändern?!

Er: Nein. Die Postleitzahl kann man nicht ändern.

Ich: ?????

Er: Wenn ich die Postleitzahl ändere, dann haben Sie ab sofort kein Internet mehr. Nie wieder. Alle.

Ich: ???????

Es gibt nur eine einzige kleine Möglichkeit, die zu ändern. Da müssen Sie zu Ihrem (wichtige Stimme) Hausverwalter oder vielleicht sogar zum (noch wichtigere Stimme) Hausbesitzer gehen und der muss das schriftlich machen. So per Brief. Sonst haben Sie alle nie wieder Internet.

Ich: Ich bin der Hausbesitzer.

Er: Nein.

Ich: Ach wissense was: Wir brechen das jetzt hier ab. Ich wollte mit Ihnen darüber reden, wie ich sicher und ohne Pannen oder Ausfälle ein paar Nummern zu Ihnen kriege. Sie haben mir aber bis jetzt ehrlich gesagt nicht ganz so viel Vertrauen eingeflösst und ich mach das dann anderes.

Er beginnt, mich unflätig zu beschimpfen, weil er sich ja schließlich die ganze Zeit voll kümmert und es eine Unverschämthei… aber das höre ich nicht mehr, weil die Ladentür dann zu ist.

Liebes Unitymedia, Ihr versteht sicher, dass das weder schön war, noch dass es mir Vertrauen darein gemacht hat, dass dieser junge Mann, der offensichtich in einer Mietwohnung lebt und keinen guten Draht zu seinem Hausverwalter hat, diese Aktion für mich vernünftig stemmen kann.
Ich habe also einen Wunsch an Euch:
Ihr nennt mir jemanden, der das kann. Ich möchte gerne: Keine Textbausteine, keine wechselnden Ansprechpartner, keine anonymen Hotline-Nummern in Kasachstan, wo dann jemand meinen Vorgang nicht findet.
Dafür überlege ich, ob ich in einen Business-Tarif wechsle und ob ich mein Handy mitbringe. Deal?

Dein Christian

Update 1:
Eine sehr freundliche Dame von @UnitymediaHilfe hat mich angerufen und neben viel Spaß, haben wir uns einigen können. Ich checke jetzt mal, wann die Telekom mich entlässt, sie ruft mich nochmal an und dann steigen wir um. Geht nämlich alles, ganz problemlos, vielleicht passte dem jungen Mann in Soest ja einfach meine Mütze nicht. Ich hoffe, dann Anfang April hier das Erfolgs-Update hinzufügen zu können.


#MiMiMiMi – das Video

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Für den vollkommen unwahrscheinlichen Fall, dass Du es noch nicht mitbekommen hast: Ich war ja am Samstag Abend in Bonn. Auf der Bloglesung, genau. Genau, bei #MiMiMiMi.

Und das war vor allem wunderschön. Nicht, weil ich die Lesung moderiert habe, sondern weil vier kluge und witzige und gutaussehende und sprachlich gewandte Menschen dort ein paar ihrer Werke vorgetragen haben. Und weil dort zwei Menschen waren, die einen ganz besonderen Platz in meinem kleinen Herzchen bewohnen.

Einen vollkommen unvollständigen Eindruck von der ganzen Geschichte könnt Ihr hier bekommen, die Digitalspezialisten von @bundesstadt haben nämlich eine Superduper Profi-Kamera ein Handy mitlaufen lassen.

Wesentlich bessere Bildqualität, dafür weniger Ton gibts bei den Fotos, die ich gemacht habe.


Auf zwölf reimt sich nur zwölf

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Beim Stöckchen-Schreiben letztens habe ich mich erinnert, warum es früher sogar eine eigene Website gab, die uns Blogger Freitags mit 5 willkürlichen Fragen bewarf: Weil es Spaß macht, sich mal ein paar Gedanken zu machen. Percanta fragt, ich antworte.

  1. Du wirst vom Radio zu einer Sendung eingeladen, sie führen eine Stunde lang ein Gespräch mit Dir. (Sowas wie „Doppelkopf“ auf HR2). Du darfst Dir dafür fünf Musikstücke wünschen. Welche?
    Doppelkopf auf HR2 kenne ich nicht und das entlässt mich aus der Pflicht, darüber nachzudenken, ob ich einen gewissen Stil treffen muss. Die Sendungen dieser Art die ich so kenne, die fragen jeweils noch, warum denn jetzt genau dieses Musikstück gewählt wurde und so nehme ich welche von menschen, die mir aus irgendeinem Grund für mein Leben wichtig waren oder sind. Dann hat die Moderatorin auch gleich was zum Anknüpfen.

    1. Miles Davis: The DooBop Song.
      Weil dann noch alle denken, ich wäre ein Jazz-hörender Intellektueller; aber in Wahrheit, weil die echten Jazzer Miles für das Stück hassen und er ihnen deswegen seinen Mittelfinger entgegenstreckte.
    2. Rage against the machine: Killing In The Name Of
      Weil dann niemand mehr denkt, ich sei ein Jazz-hörender Intellektueller und weil nichts so befreiend ist, wie ein herzhaftes „Fuck You, I won’t do what you tell me“.
      (Na, gemerkt, dass die Intention die gleiche wie beim ersten Song ist?)
    3. Patti Smith: Smells Like Teen Spirit
      Weil die Leute, denen es wichtig sein könnte, ob ich ein Musik-Intellektueller bin jetzt endgültig verwirrt sind. Und weil: Patti und Nirvana in einem Stück, da hab ich quasi eins dazugeschmuggelt.
    4. Peter Gabriel: Red Rain
      Weil: „I came to you with the trust of a child“
    5. Tina Dico: Count to ten
      Weil es zum einen das intensivste Lied ist, das ich kenne und gleichzeitig so eine tiefe, immer wieder mein Leben rettende Wahrheit beinhaltet

    Boah, das waren ja jetzt schon die ersten 5 Fragen…

  2. Frösche, Pinguine, Eulen. Welches putzige Tierchen wird als nächstes unsere Kaffeetassen, Umhängetaschen, Postkarten, Shirts und Dekokissen bevölkern, bis auch die treusten Fans es nicht mehr sehen können? Waschbären? Langohrigel? Irgendjemand, den wir noch gar nicht auf dem Schirm haben?
    Faultiere, sind, denke ich, gerade an der Schwelle von Geheimtipp zum Hype. Gleichzeitig sind sie nicht so auf den ersten Blick niedlich, dass es jemals eine „Alles blöd ohne Dich“-Sonderedition geben wird.
  3. a. Was war Dein liebstes Was-ist-Was-Buch?
    b. Hast Du Deinen Beruf entsprechend ausgewählt?

    Du schummelst mir doch schon wieder Doppelfragen unter!
    Ich hätte gewettet, dass es irgendetwas mit dem Weltall war – aber ein Blick auf die Bücher, die hier noch im Regal liegen zeigte: da ist gar nix mit Weltall dabei. Und dann wähle ich Nr 28, „Die Welt des Schalls“. Weil es mir den Blick für die Welt der Physik öffnete.
    Und: Nö, mein Beruf hat damit rein gar nichts zu tun
  4. Wenn ja: alles richtig gemacht? Wenn nein: Warum nicht? Und wäre das Was-ist-Was-Thema besser gewesen?
    Alles bestens. Der Job ist quasi selbst-ausgedacht, selbst-gewählt und nach all den Jahren immer noch super.
    Die was-ist-was-Alternative wäre dann Hörgeräteakustiker gewesen? Ach, ich weiß nicht. Vielleicht hats mir in meiner Zeit im Tonstudio und als Live-Mischer geholfen.
  5. Sternzeichen, Aszendent, Blutgruppe, Geschwisterposition oder die Gene. Steht Dein Leben unter irgendeinem ‚Stern‘ oder hast Du Deine Charakterbildung selbst in der Hand?
    Wie ich letztens schon sagte: Charakter ist ein laufender Prozess. Und zwar einer, den ich selbst in der Hand habe.
  6. White wine to the fish?
    No fish, no wine – das war einfach.
  7. Mustermix, Patchwork, Color-blocking oder doch eher Ton in Ton? (In Kleidung, Haaren, Familie. Du entscheidest.)
    Ich wähle Kleidung. Ich trage eigentlich alle Farben, so lange sie schwarz oder blau sind. Oder mal ein fröhliches grau. Bitte keine Muster, keine Eulen oder Herzchen. Manchmal Streifen und – für alle jetzt wahrscheinlich vollkommen überraschend – gerne mal Paisley. (Prince ist Schuld)
  8. Eine Frage aus der Mottenkiste: Welche Comic- oder Zeichentrickfigur bist?
    From all the Charlie Browns in the World, I am the Charlie Brownest
  9. Welcher Einfall der Natur hat Dich zuletzt überrascht? Oder hört nicht damit auf, Dich zu faszinieren?
    Puh. Die Natur allgemein hört nicht auf, mich zu faszinieren. Ich liege nachts unglaublich oft wach und schaue daher viele Dokus auf den öffentlich-rechtlichen Digitalen Kanälen. ich habe unfassbar Spaß daran, mich bei der großen Physik (Universum und so) so wie der ganz kleinen (Quarks, Strings, Gene, …) erst einmal wieder auf den Stand gebracht zu haben. Mein Schulwissen ist ja auch schon ein paar Jahre her und wenn man, wie ich, gelegentlich mitbekommt, mit was für einem Anspruch mancher Lehrer an seinen Unterricht geht, dann wars eventuell schon damals veraltet.
    Gleichzeitg begreife ich immer mehr – also so richtig begreifen im Sinne von Fühlen-können – wie groß dieses Naturdings so ist, und wie unwichtig wir dabei sind. Wir müssen die gar nicht schützen, die Erde, die kommt prima alleine klar.
    Nur, wenn wir weiter hier in diesem klitzekleinen Bereich passender Lebensbedigungen leben wollen, in denen wir es aushalten, dann sollten wir endlich mal aufpassen. Wir töten uns gerade selbst, nicht die Natur.
    Neben den ganzen Dokus hat mir das alles auch @astro_alex und seine BlueDot-Mission sowie der unglaublich schöne Film „Overview“ gezeigt. Nehmt Euch ruhig mal ne Minute.
  10. Was hast Du gerade in Deinen Hosen- und/oder Jackentaschen?
    Gerade trage ich eine Jogginghose und die hat nix in den Taschen. Aber auch Jeans sind inhouse hier immer leer. Outside sind da: iPhone, Geldbörse und Schlüsselbund. Manchmal noch die Fernbedienung für die Kamera wenn ich langzeitbelichtete Bilder machen will. Oder Objektivdeckel, die ich dann tagelang suche.
  11. Sehr schön. Ich würde mich freuen, wenn Du über einen dieser Gegenstände ein Gedicht schreiben könntest. Einen Haiku, einen Limerick, einen Vierzeiler für’s Tageblatt, ein Sonett, egal. Wenn es Dir lieber ist, kannst Du auch was zeichnen. Oder tanzen. Oder eine Oper dazu komponieren. Nur: Wir würden das hier gerne sehen!
    Und wenn die Antwort aus 9 Dich nicht inspiriert, nimm die 2.

    Nö, die neun geht schon:
    Es war mal ein Junge in Menden
    auf der Autobahn musste er wenden
    Das iPhone war leer
    und so war es schwer
    von unterwegs eMails zu senden.
  12. Geht es eigentlich auch wieder etwas weniger hysterisch? (Bzw.: alle bekloppt?)
    Ich fürchte: Nein (Bzw: Ja).
    Die letzte Zeit arbeitet hart daran, mich doch noch zum Kulturpessimisten zu machen, irgendwas anständiges mit Holz zu lernen und mich in Kanadas Wälder zu verziehen. Ernsthaft.
  13. Haben Sie denn noch irgendwelche Frage an uns?
    Bloggen Sie mal wieder mehr? Machen Sie mal wieder mehr Fotos? Das wäre schön.