Flatwounds, Baby!

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Flatwounds, Baby!


[*.txt] – Gratwanderung

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Was ist denn bitte *.txt? Ganz einfach: *.txt ist ein Blogprojekt von Dominik Leitner, an dem ich teilnehme.
Mehr dazu bei Dominik. Alle meine Artikel finest Du hier.

gratwanderung

Mit zehn lief ich mit meinen Eltern durch eine Klamm im Allgäu. Ich fand das spannend und turnte lustig am Geländer herum. Meine vorsichtigen Eltern verstand ich nicht; später erfuhr ich, wie gefährlich die Strecke von den Einheimischen eingestuft wurde.

Mit sechzehn besuchte ich einen Freund und wir machten eine Radtour im nahen Steinbruch. An einer steilen Stelle rutschte ich mit dem fremden Fahrrad weg und kippelte ein paar Sekunden am Abgrund rum. Als ich wieder stabil fuhr, sah ich, wie blass er geworden war. Ich hatte nichts gemerkt.

Mit achtzehn brach ich von heute auf Morgen meine Zelte im Dorf ab und zog meiner Freundin hinterher, die zum Studieren in die ferne Stadt zog. Ich hatte wenig Ahnung, wie es dort weiter gehen sollte, aber als ich da war und mich gerade für eineinhalb Jahre gebunden hatte, machte sie Schluss und ich saß alleine in der Stadt. Ich hatte erst vier der beschissensten und dann siebzig der besten Wochen meines Lebens.

Mit zwanzig hatte ich eine Band, eine richtige Rockband. Wir probten in einer alten Fabrik, in der es bestimmt zwanzig Proberäume und dementsprechend viel langhaariges Rockmusiker-Pack gab. Wenn man sich abends nach der Probe noch in einem der Räume traf, reichte ich kreisende Tüten oder hochprozentige Flaschen einfach weiter. Als einige meiner Bandkollegen auf härteren Stoff um- und sich dabei beinahe umbrachten, wunderte ich mich.
Meine Freunde erzählten mir später, wie groß ihre Sorgen zu der Zeit gewesen wären.

Mit fünfundzwanzig warf ich eine langjährige Beziehung und ein ebenso langjähriges Studium über Bord und verließ die Stadt um mit ihr zu leben. Alle Freunde fanden das vollkommen wahnsinnig und ließen mich alleine, weil sie mich nicht verstehen konnten.
Wir sind jetzt seit siebzehn Jahren zusammen.

Mit fünfunddreißig verließ ich meine kleine Agentur, um wieder alleine selbstständig zu sein. Ich hatte jahrelang schon gekämpft, ich wusste, es würde hart werden. Ich machte mir Sorgen, lag nachts oft wach und überlegte, ob das alles richtig war.
Es wurde so hart, dass es mich krank machte.

Mit zweiundvierzig umwarb mich jemand, um mit ihm ein StartUp zu gründen.
Ich zweifle und grüble und weiß nicht, ob ich mich traue.

Vermutlich bin ich am besten, wenn ich nicht weiß, wie nahe an der Abrisskante ich mich bewege.

Dieser Text gehört zum Projekt *.txt und entstand zum ersten gemeinsamen Begriff „Gratwanderung”


Filmtipp? Filmtipp.

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Jahres-Charts 2014

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Wie gute Traditionen es erfordern habe ich mich auch dieses Jahr auf den Weg zu last.fm gemacht und habe dort die Jahrescharts aufgerufen. Ich habe doppelte Interpreten rausgeworfen, all die Musik, die ich nicht gehört, sondern zum Play-along-Bass-Spielen genutzt habe ebenfalls großzügig übersehen und den Rest für Euch hier aufgeschrieben und in eine schicke Spotify-Playlist gepackt.
Ja, so bin ich zu Euch.

  1. Tina Dico – The Woman Downstairs
    Vollkommen überraschenderweise findet sich auf Platz eins Tina Dico. Wer hätte das gedacht? Meine Liebe zu ihrer Musik habe ich hier schon diverse Male ausgeführt, ich will Euch damit nicht langweilen. Dass „The Woman Downstairs” vorne liegt, überrascht mich hingegen gar nicht – ich habe das neue Album, das im Herbst erschien sofort sehr, sehr sehr geliebt.
  2. Aura Dione – Glass Bone Crash
    Eher bekannt für „I Will Love You Monday” oder „Geronimo” hat mich der zarte Opener ihres 2008er Albums vollkommen umgehauen, als ich – wie immer Jahre zu spät – auf Aura stieß. So ein wunderschönes kleines Stück. Überhaupt gilt auch hier: Wer nur die Chart-Songs oder die etwas provokativen CD-Cover kennt, sollte ruhig mal reinhören.
  3. U2 – The Miracle (Of Joey Ramone)
    Dieses Jahr schenkte uns U2 in Zusammenarbeit mit Apple ein Album. Wir alle schenkten U2 dafür die benötigte Aufmerksamkeit, als wir uns darüber empörten, beschenkt zu werden und dass diese bösen konservativer Estabilshment-Kommerzrocker dafür etwas innovatives ausprobierten.
    Ich fand das Album übrigens recht angenehm und vermutlich ist dieser Song hier in den Charts, weil er der Album-Opener ist.
  4. Me And My Drummer – Don’t Be So Hot
    Eines der Dinge, die an Spotify sehr mag ist es, den Playlists anderer Menschen folgen zu können. Die eh ganz wunderbare Tina hat zum Beispiel eine Playlist „Musik zum Dabeiarbeiten”. Und neben der vollkommen korrekten Wertung, die dieser Name ausdrückt mag ich auch die Playlist sehr gern. Und auch diesen Titel, der sie eröffnet.
  5. Tobias Fröberg – The Frantic Walk
    Tobias wer? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Der Song aber ist Teil des Soundtracks zum Film „Someone You Love”, zu dem Tina Dico auch einen Teil beigetragen hat – ein perfekt atmosphärischer, meist sehr ruhiger Soundtrack der mich einigermaßen neugierig auf den Film gemacht hat.
  6. Heather Nova – Sugar
    Ach guck, ein Oldie. Heather liebe ich sehr, ich finde, man kann ihr immer noch anhören, dass sie auf dem Meer aufgewachsen ist und das geht mir aus bekannten Gründen natürlich direkt durch mitten ins Seelchen.
  7. Wayne Krantz – It’s No Fun Not To Like Pop
    Eine lustige kleine Funk-Jazz-Nummer, be der ich absolut keinerlei Ahnung mehr habe, wie sie in mein Spotify geriet. Wayne lag auf jeden Fall eine ganze Weil im Ordner „maguckn” rum und gefiel vor allem beim Autofahren immer sehr.
  8. Wallis Bird – River Of Paper
    Wallis habe ich vermutlich auch wieder mal deutlich zu spät – als Gast bei Anke Engelke entdeckt. Dieser Titel ist eher untypisch ruhig, aber das macht ja mal überhaupt nichts.
  9. Mike Stern – After All
    Noch ein Oldie. Mike Stern habe ich so rund ums Abi kennen gelernt, als wir alle versuchten uns in die weite Welt des Jazz hinein zu hören. Meine Versuche hatten bekanntermaßen als Ausgangspunkt meist Miles und Mike war einer derjenigen, die eine Zeit lang beim Prince Of Darkness gespielt haben. Ein schönes Beispiel, was man aus einem gar nicht so komplizierten musikalischen Thema machen kann, wenn man sich nur mal sieben Minuten Zeit nimmt.
  10. Rainbirds – Not Exactly
    Die Rainbirds – also die frühen Rainbirds mit Rod und Beckmann – sprangen mir irgendwann auf einem Foto mit vielen LPs in Kosmars Facebook ins Auge und ich erinnerte mich, dass ich doch damals an den beiden Alben viel Spaß gehabt hatte. War immer noch so.

Die Links gehen zu iTunes und machen mich reich bringen mir ein paar Cent, wenn Ihr draufklickt und kauft.


Eine kleine Geschichte über EU-Normen, Globalisierung und unzufriedene Bürger in einem zufriedenen Land

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Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in einer kleinen Stadt nicht allzuweit entfernt, dass es dort auch eine Schule gab. An der Schule arbeiteten Lehrerinnen und Lehrer, ein Hausmeister und ein paar Putzfrauen. Sie arbeiteten fleißig und froh, denn sie alle liebten ihre Schule und ihre Kinder und sie wollten eine schöne Schule und zufriedene Kinder haben. Die Lehrerinnen unterrichteten so gut sie konnten, weil sie gerne schlaue Kinder haben wollten. Der Hausmeister kümmerte sich um Rasen und Schulhof, defekte Lampen und klemmende Türen, weil er stolz auf sein Gebäude war. Und die Putzfrauen wienerten nachmittags alles wieder auf Hochglanz, was die geliebten Kinder morgens befleckt hatten. Alle blitzte und blinkte und sie sahen auf ihre Schule und sie alle waren stolz und froh.

Dann aber schlitterten alle zusammen in eine globalisierte EU hinein und das Leben wurde etwas schwieriger.

Im nahen Rathaus hatte man die neusten Erlasse der fernen Bundesregierung gehört, der Regierung, die die Bestimmungen des noch ferneren Brüssels umsetzen musste. Und einer dieser Erlasse sagte, dass die Putzfrau ab sofort nicht mehr von der Schule angestellt werden durfte. Nein, die Putzfrauen sollten ab sofort für das Rathaus arbeiten. Sie vermuteten, dass es effizienter wäre, wenn man dort an einer Stelle zentral verwalten würde, denn sie hofften, dass vielleicht ein paar der Putzfrauen an einer Schule noch ein bisschen Zeit über haben könnten und diese Zeit an einer anderen Schule nutzen könnten. Das wäre insgesamt ja total viel effizienter und man könne so Geld sparen und das klingt ja nun auch nicht dumm.

Auch in Brüssel in der fernen Landeshauptstadt1 hatte man sich diese Gedanken natürlich schon gemacht und so setzte sich also ein EU-Büttel zusammen mit dem großen Zauberer Excel-Sius zusammen und die beiden rechneten aus, wie lange eine Putzfrau denn brauche, um ein Klassenzimmer zu putzen. Der Büttel in Brüssel war schon lange nicht mehr in einer Schule gewesen, und erst Recht nicht in einer deutschen. Er wusste nicht, wie es dort aussieht und so musste er sich ein bisschen selbst behelfen: Er schritt sein kleines Büro ab, überlegte, dass sein Büro ein Drittel so groß wie ein Klassenzimmer sei und dass sein Büro in etwa zwei Minuten durchzufegen sei. Und so richtig dreckig war es ja bei ihm auch nicht, da reichte es, einmal die Woche durchzufegen – in einer Schule bestimmt mehr, vielleicht Montags und Donnerstags? Also notierte Excel-Sius folgerichtig sieben Minuten für ein Klassenzimmer. Das machte ebenso folgerichtig zweimal die Woche je siebzig Minuten für zehn Klassenzimmer. Und sie freuten sich, weil sie so viel Geld gespart hatten, wo doch früher eine Putzfrau tatsächlich eine ganze halbe Stelle für diese zehn Klassenzimmer – naja und die paar Klos – gehabt hatte.
Der Büttel und der Zauberer Excel-Sius legten ihre Berechnungen dem großen Meister der Bürger sowie dem Rat der Stadt vor und die fanden das alle logisch und so wurde es beschlossen.

In Brüssel wiederum hatte man ebenfalls beschlossen, dass dererlei öffentliche Stellen Europaweit ausgeschrieben sein sollten.

Als dann die Putzfrau an unserer kleinen Schule zu alt war und eine neue eingestellt wurde, veröffentlichte der Büttel im Rathaus eine Meldung im Europaboten. Weit flogen die Brieftauben in alle Länder und erzählten, dass in unserer kleinen Stadt eine Putzfrau gesucht würde.

Im weiten Spanien las dies ein böser, böser Unternehmer. Er hatte zwar keine Ahnung vom Putzen noch von Schulen in Deutschland, aber er hatte Helfer und Helfershelfer in allen Ländern des großen Europas und diese Helfer wiederum kauften arbeitssuchende Menschen für alles mögliche – da würde schon jemand bei sein, der putzen konnte.
Der Unternehmer rechnete also aus, wie billig er unserer kleinen Stadt die Putzfrau anbieten könne, so dass er dabei noch seinen Porsche neu betanken konnte und schickte eine Brieftaube in unsere kleine Stadt.

Der Büttel öffnete den Brief und freute sich über den Preis und so bekam der Unternehmer den Zuschlag.
Der freute sich auch und beauftragte seine Helfershelfer, Putzfrauen anzustellen. Die Helfershelfer wiederum mussten ihre BMWs tanken und gerne auch sparsam sein und so stellten sie keine Putzfrauen ein, die sie hätten sozialversichern müssen, sondern sie arbeiteten mit selbstständigen Putzfrauen zusammen. Denn von denen gab es sehr viele und so mussten sie auch sehr, sehr billig sein und an sehr, sehr vielen Schulen putzen, um ihren Kindern morgens noch ein Glas Milch auf den Tisch stellen zu können. Oft waren sie sogar zu billig und standen drei Monate nach ihrer hoffnungsvoll begonnenen Selbstständigkeit wieder beim Herzog Hartz auf der Matte.
Den Helfershelfer des bösen Unternehmers störte das wenig, denn für jede verloren gegangene selbstständige Putzfrau kamen zwei nach, die sich aus den Fängen des bösen Herzogs Hartz lösen wollten – meist waren die wiederum beim bösen Hartz gelandet, nachdem sie vorher selbstständige Regal-Auffüller für die Händler Ede Ka und Re We gewesen waren – auch eine Aufgabe, die nicht genug zum Leben aber zu viel zum Sterben einbrachte. Weil es nämlich auch zu viele selbstständige Regal-Auffüller gab.

Um zu unserer kleinen Schule zurückzukommen: Es war dort inzwischen sehr dreckig. Niemand derer, die dort putzten kannte die Schule, geschweige denn, dass sie sie mochten oder gar die dort lernenden Kinder kannten. Sie wussten nur, dass sie, wenn sie nachts um vier an der Schule ankamen um zehn nach fünf wieder draußen sein mussten – denn mehr als diese siebzig Minuten bekamen sie ja nicht bezahlt.
Sie flitzten also sechs Minuten mit dem Besen durch die Klassenzimmer und jeweils eine halbe Minute von einem Raum zum anderen. Sie hatten leider keine Zeit, mal einen Tisch abzuwischen, auf dem Morgens einem der Kinder das Wasserfarb-Wasserglas umgekippt war. Und als die Kinder dummerweise ausgerechnet Dienstags einen Ausflug in den Wald machten und mit dreckigen Schuhen zurück kamen, da war es dann eben bis zum Donnerstag dreckig in der Klasse.
Und die Lehrerinnen trafen ihre Putzfrauen nicht mehr – und wenn sie zufällig mal eine kennen lernten, dann war die vier Wochen später auch schon wieder weg.

Und als eine der Lehrerinnen mal einem der Mitglieder des Rats der Stadt erzählte, dass es in ihrer Schule dreckig sei, da sagte der: „Aber es kann in Eurer Schule nicht dreckig sein, ich hab doch dafür abgestimmt, als wir den Putzplan aus Brüssel im Rat hatten – das klang alles logisch und gut”
Und als wir versuchten, ihm die ganze hier notierte Geschichte zu erzählen, da sprach er: „Aber wenn die Putzfrauen unzufrieden wären, dann könnten sie doch streiken – es gibt doch europaweit festgelegte Arbeitsschutzbestimmungen”
Und als wir vom Prinzip de Sub-, Sub-Sub- und Sub-Sub-Sub-Unternehmertums sprachen, da schaute er uns an, als hätten wir lustige Aluhüte auf dem Kopf.

Da haben wir verstanden, wie die Büttel im Rathaus und die in Brüssel denken konnten, es sei alles prima, während drumherum alles den Bach runterging und haben sehr traurig geseufzt. Und auch nicht mehr so gewusst, wie man da noch glücklich und zufrieden bis an sein Ende kommen soll.

1) (Ein paar Stunden nach dem Schreiben) Anmerkung nachdem mir verschiedentlich „Brüssel-Bashing” vorgeworfen wurde:
Zum einen war meine Info, die Norm käme aus Brüssel, es handelt sich aber um eine DIN, die die Mindeststandards für das reinigen von Schulen festschreibt.
Zum anderen ist es mir aber wichtig anzumerken: Ich will weder die EU noch Berlin noch Düsseldorf oder unser Rathaus bashen. Ich will darstellen, wie eine Kette von Vorschriften, die jede für sich alleine Sinn macht und gut gemeint war zu unerwarteten Ergebnissen führen kann – vor allem, wenn auch noch die freie Wirtschaft mit spielt.
Und ich finde, es ist nicht nur an dieser kleinen Schule in der kleinen Stadt wichtig, dass es Politiker und Beamte gibt, die in einer Einzelsituation weiter denken als bis zum „Aber es sind doch alle Vorschriften eingehalten, dann muss doch alles ok sein”.


Twitter-♥ im Dezember 2014.

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Anne sammelt wieder alle Twitter-♥


Merry …

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XMAS!


Hingucken macht Mut.

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Darf man bei einer Monate-alten Blogparade noch mitmachen? Ach bestimmt.

Seit ein paar Jahren läuft immer mal wieder eine Werbung für … ups. Keine Ahnung. Vermutlich Cola? Egal. Eine Werbung also, die uns als erstes erzählt, dass auf jeden produzierten Panzer 100.000 Kuscheltiere kommen.
Und abgesehen davon, dass das natürlich ein ziemlich plumper Vergleich ist, der spätestens bei der Gegenüberstellung der jeweiligen Produktionskosten in sich zusammenbricht, erwischt mich diese Werbung irgendwie.
Der Versuch, nicht immer nur auf das Negative zu schauen, der Versuch, dem übermächtigen Übel der ganzen Welt etwas tagtäglich kleines Gutes gegenüber zu stellen ist vielleicht gar nicht doof. Denn sonst kann man an dem großen Ganzen schon verzweifeln.
Dabei passiert immer wieder etwas, was Mut macht.

Also versuche ich, immer wieder genauer hinzusehen und immer wieder die manchmal winzigen Kleinigkeiten den Zwanzig-Uhr-News gegenüber zu stellen …:

Der Überwachung durch die NSA die Freunde, die mich fragen, was mich daran so aufregt und wie man denn nun eMails verschlüsselt.

Dem Frauenhass im Internet und den dummen Sprüche auf dem Firmen-Flur die Freundin, die nach dem Gespräch nicht mehr ruft, sie wäre natürlich keine Feministin und im Briefing fordert, die Software, die ich für sie schreiben soll, solle bitte gendern.

Den 15000 Menschen, die gegen Ausländer auf die Straße gehen den Bekannten, der die Gutscheine für Asylbewerber in Bargeld tauscht und abends Deutschunterricht gibt.

Den Bildern aus den Schlachthöfen die wachsende Zahl von Freunden, die sich mit uns über vegane Rezepte austauschen wollen.

Und wenn ich weiter nachdenke, fallen mir noch viele, viele weitere Beispiele ein. Das ist das Schöne daran.

Keiner von uns kann alleine das ganze System ändern – aber je nachdem, was für Nachrichten man so liest, in welcher Filterbubble man sich so aufhält wirkt es zu oft so, als müsse man genau das tun.
Nein, muss man nicht. Aber wenn es gerade wieder mal so scheint, dann drehe ich mich ein paar Zentimeter, setze die andere Brille auf und sehe: Ja, da läuft ganz schön viel Mist. Aber nicht nur.
Und auch, wenn das natürlich irgendwie Allgemeinplätze sind – wenn ich sehe, dass ich nicht alleine bin, dass überall auch Gutes passiert: Das macht mir dann Mut.

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