Boing?

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Kennt Ihr Zipp-Zapp-Boing? Ein Kinder- oder Warmmachspiel für Erwachsene. Alle stehen in einem Kreis. Einer startet und zeigt mit gefalteten Händen und ausgestreckten Zeigefingern auf einen Nebenmann und sagt „Zipp“ oder auf irgendwen anderes im Kreis und sagt „Zapp“. Wer ein Zipp oder Zapp (beide mit weichem Z) zugespielt bekommt, muss es weitergeben – wieder mit „Zipp“ an einen Nachbarn oder mit „Zapp“ an irgendwen im Kreis. Oder, wenn er keinen Bock hat, dann hebt er die Hände und sagt „Boing“. Dann kriegt der Absender es zurück und muss versuchen, es woanders hin loszuwerden.

Ich fühle mich von Frau serotonix geboingt; sie hat mir die 11 Fragen zurückgespielt. Das Buch mit den Regeln für gutes Bloggen aus dem Jahr 2004 ist ja leider während der großen Credibility-Kriege 2007 verloren gegangen und so konnte ich nicht nachschlagen, ob das überhaupt erlaubt ist. Nun denn. Auf gehts.

  1. Wie hast Du Deinen ersten Kuss Korb erlebt? (receiving)
    Ich tat, was ein Mann tun muss: Ich soff, ich zog, schmutzige Lieder singend durch die Stadt und schleppte wen anders ab. Ich saß während des Rests der Party frustriert in der Ecke. Um zehn wurde ich eh abgeholt und zu Hause lief dann noch Rocky im Fernsehen.
    Deswegen kann ich übrigens auch heute noch nicht „Eye of the tiger“ hören, ohne melancholisch zu werden – ein Zusammenhang, den natürlich keiner versteht.
  2. Wie hast Du Deinen ersten Kuss Korb erlebt? (giving)
    Das war Klassenkameradin S., die sich in der letzten Nacht in der Jugendherberge auf dem Mädchenzimmer immer wieder etwas zu dicht an mich dran setzte. Ich mochte das nicht und wir wechselten (erst ich flüchtend, dann sie, mir lüsternd direkt folgend) ein paar Mal das Bett. Und dann brachte ich mein Desinteresse verbal zum Ausdruck. Sie antwortete mit der angestrengten Würde einer arg angetrunkenen: „Du bisss ein Aschloch, Chrisssian Fischer. Aber ein sssüsses Aschloch.“ Und wechselte zum Kameraden M., mit dem sie zwei Minuten später knutschend unter irgendeiner Decke verschwand.
  3. Wenn Du nochmal zurück könntest, worum würdest Du Deine erste Grundschullehrerin (m/w) bitten?
    Ich weiß es genau, aber vollkommen überraschenderweise gibt es auch im fünfzehnten Jahr des jawls Dinge, die hier nicht gesagt sein wollen, weil sie zu privat sind.
  4. Zahnseide oder Munddusche?
    Zahnzwischenraumbürste. (Die Magentafarbene.) Und Munddusche.
  5. Notlüge oder bittere Wahrheit?
    Hängt arg davon ab, in welchem Verhältnis ich zum Gegenüber stehe. Nochmal treffen oder nie wieder sehen? Freund oder Feind? Die Mühe wert oder LmaA? Ich glaube: Je werter der Mensch, desto bitterer auch die Wahrheit, die ich zu sagen bereit bin.
  6. Hütchenspiel oder Skat?
    Ich beherrsche beides nicht. Scrabble anyone?
  7. Musical oder Oper?
    Musical ist Kultur light, da steh ich drüber. Der Satz käme deutlich geiler arrogant rüber, wenn ich nicht im gleichen Zusammenhang sagen müsste, dass ich für Oper zu doof bin.
    Ich bin eher in der Pop- Rock- oder Jazzmusik zu Hause.
    Ach ja, und „Cats“ hör ich gelegentlich noch mal; das habe ich damals sogar mehrfach gesehen und das mochte ich. Aber den Hype um Musicals heute, den mag ich nicht.
  8. Nachschlag oder Nachtisch?
    Ich verstehe die Frage nicht.
  9. Wenn Du eine Sache an Deinem Körper ändern könntest, welche wäre das?
    Hm, weniger Bauch oder mehr Haar.
  10. Wenn Du eine Sache an Deinem Charakter ändern könntest, welche wäre das?
    Da ich grundsätzlich der Meinung bin, dass man seinen Charakter auch bewusst bilden und/oder ändern kann und ich seit langen Jahren daran arbeite bin ich eigentlich aktuell recht zufrieden.
    Was natürlich nicht bedeutet, dass ich der Supertyp bin, sondern dass ich dem, was ich möchte einigermaßen nah gekommen bin. Aber da sich die Dinge immer ändern, wird sich auch das wieder ändern. Charakter ist ein laufender Prozess.
  11. Wenn Dir ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen würde, Dich – anstatt zu arbeiten – einer Aufgabe zu widmen – welche wäre das?
    Im Moment wäre es wohl, Schulen dabei zu unterstützen, mal einen vorsichtigen Schritt in Richtung Digitalien zu tun, ohne dabei auf die Kompetenz deutscher Schulbuchverlage zu hoffen. Aber die wahre Freiheit wäre wohl, sich nicht auf ein Ding konzentrieren zu müssen, sondern mein Wissen und Können je nach Bedarf mal hier mal da einsetzen zu können.
  12. Deine größte irrationale Angst ist …?
    Als Kind hab ich mir mal folgende Geschichte ausgedacht: Wenn ich es nicht schaffe, dass mindestens immer ein irgendwas – also Schublade, Kühlschrank, Herd, whatever … offen ist, kommen die Geister raus. Manchmal packt mich heute die Erinnerung daran und Du siehst mich eine Schublade zuwerfend aus der Küche rennen – damit die Türe hinter mir zu ist, bevor die Schublade zu ist.
    Naaa? Ist DAS mal eine irrationale Angst??
  13. Gibt es einen Film, den Du immer wieder gucken kannst?
    Ich hatte da lange diverse Kandidaten*, aber viele haben es dann nicht mal bis heute geschafft – und „immer“ ist ja noch mal viel länger.
    Deswgen fällt es mir schwer, neue auf die Liste aufzunehmen, selbst das heißgeliebte „Friends“ wirkt beim siebten Mal auf einmal so alt wie es ist.
    *) Water, 2001, Blues Brothers, Die Hard zum Beispiel.
    Im Moment fielen mir aber der Herr der Ringe und Dogma ein.
  14. Wie stehst Du zu Deinen Füßen?
    Ich find die prima. Dass ich irgendwann hörte, ich hätte die falsche Fußform hat mich kurz getroffen, aber ist mir auch wieder egal.
    Neben meiner linken Hand sind meine Füße übrigens die Körperteile mit den meisten Narben. Die an der Hand sind selbstgemacht (Messer, Fuchsschwanz, Stichsäge), die an den Füßen alles OP-Narben.
  15. Kann serotonic bis elf zählen?
    Nein.

Wenn noch irgendjemand mag – hier wären noch ein paar Fragen:

  1. Schon mal vegetarisch/vegan gelebt?
  2. Dancing queen oder die Füße leicht neben dem Beat?
  3. Was ist Dein guilty-pleasure-Song?
  4. Bravo oder PopRocky?
  5. Du bekommst ein Sabbatical geschenkt. Wohin geht die Reise?
  6. Kirche – yay or nay?
  7. Punks sind …?
  8. Für immer nur noch die Küche eines Landes. Welches Landes?
  9. 3 CDs Download-Alben für die einsame Insel?
  10. Schon mal was selbst genäht/gestrickt/gehäkelt und dann auch getragen?
  11. Hier fehlt welche Frage? Und was ist Deine Antwort?

It’s just a tool?! – Oh, no!

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Große Geister können auch mal ein Zentimetrchen über den Tellerrand gucken.


digitale Medien im Unterricht im Jahr 2016

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Es ist zweitausendsechzehn und dass unsere Kanzlerin dieses Internet „Neuland“ genannt hat ist jetzt auch schon wieder ein paar Jahre her. Auch die Einsicht, dass Kinder die Zukunft unseres Landes sind und wir sie durch eine gute Bildung auf das Leben vorbereiten müssen, hat sich in der breiten Masse durchgesetzt. (Na gut, an der Umsetzung haperts manchmal noch aber … )

Heute hatte die Liebste, die ja bekanntlich Lehrerin ist, einen Schulbuchkatalog in der Post.
„Na, mal schauen, was die da so anbieten“, dachte ich mir.

Der Katalog hat in etwa 250 Seiten; ich scanne das Inhaltsverzeichnis. Deutsch … Mathe … Sprachen … ah: Sachkunde/Internet/Medien: Seite 204-208. Vier Seiten? Oha …

Ich schlage Seite 204 auf und sehe: Arbeitsblätter. Keine Screenshots, keine CDs (das hätte ich mir ja noch gefallen lassen), sondern Arbeitsblätter.
Ich beginne zu lesen.

„Biologie als Vorbild für Technik! Hier geht es darum zu erforschen, was die Wissenschaft von der Natur lernen kann“

Häh? Was hat das mit Computer oder Medienkompetenz zu tun? Ich lese weiter.

„Jedes Heft der Reihe bietet 20 Arbeitsblätter als Kopiervorlagen“

Arbeitsblätter. Cool, es könnten ja auch Matrizen sein.

„Eine jeweils vorgegebene Internetadresse führt zu kindgerechten Webseiten, die die Antworten auf die gestellten Fragen enthalten. Durch Nachforschen auf diesen Internetseiten können die Kinder die Arbeitsblätter selbstständig bearbeiten“

Es gibt 35 Hefte und exakt eines der Themen hat etwas mit Computer, Web oder Medien allgemein zu tun.

Mit anderen Worten: Für einen Schulbuchverlag ist „Lernen im Netz“ (so der Titel der Reihe), wenn Kinder eine Adresse abtippen und ihre Antworten dann von einer Website abschreiben statt vom Arbeitsblatt, Tafelbild oder der Overheadprojektor-Folie.

Nicht unterschlagen will ich, dass es außerdem noch „Lernen am PC“ (Arbeitshefte mit jeweils 20 Arbeitsblättern zu Themen wie „Rechtschreibung mit Word“, „Kunst und Mathe mit Paint“, „Gestalten mit Word“ usw) sowie „Lernen mit Software“ gibt. Zitat: „Entsprechend dem schmalen Geldbeutel der meisten Schulen handelt es sich bei der ausgewählten Software nicht um teure, im Handel erhältliche Spiele, sondern um Freeware [anderer Hersteller, die wir gesammelt haben (Anmerkung des Autors)].“

Ach ja, und: Vier Bücher zu facebook, Smartphone, Computer und Internet sowie einen PC-Führerschein. Der abgebildete Computer hat Tower, Monitor, Scanner und Drucker und damit mit der Lebensrealität von Schülerinnen oder Schülern vermutlich ebensoviel zu tun, wie das Post-zugelassene Telefon-Sondermodell Dallas von 1983.

Ich bin einigermaßen fassungslos.


Wochenrückblick 2/2016

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Ich probier das jetzt auch mal. Blog-Füllung und Seelenhygiene in einem.

Work
Die Woche hatte wieder so langsam etwas von einer echten Arbeitswoche. Mehrere langjährige Kunden freuen sich, dass ich wieder mit Ihnen arbeite – und das ist natürlich der schönste Vertrauensbeweis, den man sich so wünschen kann. Beides sind schöne Jobs, die auch schön losgehen.
Und dann war da noch der eine, der mich mit einem Anwalt verwechselte und sowieso etwas unaufmerksam war. Aber das ist jetzt auch abgeschlossen.

Life
Wir haben die Peanuts im Kino gesehen. Im Lieblingskino, und wir hatten es ganz für uns alleine. Monntags nachmittags scheint kein Zeitpunkt für Altenaer Jugendliche zu sein.
Der Film ist natürlich grauenhaft, weil es CGI-Figuren und nicht mehr Schulz’ Strichfiguren sind. Und wenn man das zusammen mit „früher war alles besser“ über Bord werfen kann, dann ist das ein wunderschöner kleiner Film. Respektvoll zu Schulz’ Figuren und Geschichten und an ein paar Stellen lief sogar der lustige Jazz, den ich in den alten Filmen so geliebt habe.
Auf der Werkbank liegt der Jazz-Bass, den ich letztes Jahr gebaut habe. Ich habe das übers Jahr genau beobachtet: Ich hab ihn, obwohl er sehr geil klingt, quasi nie gespielt. Und ich vermute, weil er geschätzte acht Tonnen wiegt. Inzwischen wiegt er die nicht mehr, dafür liegt auf der Werkbank eine zentimeterdicke Schicht Schleifstaub. Und aus dem eher ganz normalen, klassischen Jazz-Bass wird jetzt eine modernere, weniger dicke Variante. Ich bin selbst sehr gespannt.

Und? Balance?
Work: 1 / Life: 1, denke ich


Gelesen: Slash. Die Autobiographie.

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Slash mit Anthony Bozza: Slash Die Autobiographie

Slash Die Autobiographie auf amazon bestellenGuns N‘ Roses waren für mich in den 90ern eine dieser Hairspray-Metal-Bands. Ich hörte erst Thrash und vielleicht die NWOBHM und später SkatePunk und Grunge und ich hasste Guns N‘ Roses.
Na ja, jeder macht mal Fehler.

GnR waren dann ja auch fix wieder weg und ich fand es nicht schade. Doch dann tauchte Slash aus der Versenkung auf und machte irgendwie guten, ehrlichen Rock. Dummerweise hörte ich aber keinen guten, ehrlichen Rock mehr und so dauerte es ein paar Jahrzehnte, bis erstens Slash und zweitens GnR wieder auf meinem Schirm erschienen. Und dann nochmal ein paar, bis ich auf diese Biographie stieß.

Worum geht’s?
Slash erzählt sein Leben: von frühen Kindheitstagen bis ca 2007; Inklusive the raise and fall von GnR – inklusive vermutlich aller Eskapaden, die er in den Jahren er- und gelebt hat. Inklusive aller Heroin-Phasen, jedes Tropfens Alkohol und eines mehrminütigen Herzstillstandes, als sein Körper nicht mehr mochte. Relativ sachlich, teilweise schon fast distanziert arbeitet er sich chronologisch durch die Jahre; und ich vermute, er würde auch nicht mehr leben, wenn es nicht inzwischen eine gewisse Distanz hätte.
Es klingt übertrieben – was aber nicht heißt, dass es nicht passiert ist“ steht oben auf dem Buchdeckel. Das ist sicher ein bisschen effektheischend, aber passt als Motto ganz gut zum Buch.

Hab ichs gemocht?
Generell haben es Biographien bei mir leicht. Rock-Biographien von Musikern die ich mag erst recht. Als GnR berühmt wurden, traf ich mich zweimal die Woche in Menden in einem schimmeligen Raum mit meiner Band und wir probten auf die große Karriere hin, vermutlich ohne den Hauch einer Ahnung, was diese Karriere bedeutet hätte. Geschichten von zerstörten Hotelzimmern, von Heroinsucht und billigen Alkohol und billigen Mädchen gehörten natürlich irgendwie zu den Legenden, die wir alle im Hinterkopf hatten – aber eher so als Relikte einer lang vergangenen Zeit.

Jetzt, Jahre später, ist es irgendwie befremdlich, diese Geschichten exakt so und noch viel schlimmer zu lesen. Zu lesen, dass eine Band, die ich nur als Stadien-füllend kannte, noch viel chaotischer angefangen hatte als wir es je waren. Dass implodierte Hotelzimmer, Alkohol und Heroin, Mädchen und endloser Suff so vollkommen selbstverständlich zu jedem einzelnen Tag gehört hatten. Und dass während der Tourneen die Band teilweise nicht miteinander sprach und sich nur auf der Bühne sah.
Wirklich interessant.
Slash erzählt, wie gesagt, alles relativ emotionslos einfach der Reihe nach runter – was aber gerade zu der Beschreibung einer Karriere viel besser passt als irgendwelche thematischen Einheiten, die dann Zeitsprünge nötig machen würden. Ich stieß – trotz meiner damaligen Abneigung – immer wieder auf Passagen, die ich damals in Funk und Fernsehen mitbekommen hatte und da wars natürlich interessant, die Lücken dazwischen gefüllt zu bekommen. Slash schont sich nicht, er wäscht angenehm wenig dreckige Wäsche und das ganze ist von Anthony Bozzy sehr unterhaltsam in Form gebracht. Ja, ich habs gemocht.

Das Buch kann man im Buchhandel oder hier bei amazon kaufen. Fällt Deine Wahl auf „hier bei amazon“ bekomme ich ein paar Cent ab.


Ein Nachtrag aus Absurdistan

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Ihr erinnert Euch? Wir hatten ein paar Tage lang darüber gesprochen, was denn in so ein Impressum einer Website gehört und wo man diese Informationen am besten herbekommt, wenn man es selbst nicht so weiß.

Was ich schön fand: Die Datenschutzerklärung hatte er schon vorher auf meinen Rat vom Anwalt absegnen lassen. Um es nochmal deutlich zu sagen: Die stand schon letzte Woche auf der Website, war anwaltlich abgesegnet und ich war darüber nicht unglücklich gewesen.

Zu früh gefreut …

Am Telefon

Kunde: Sagen Sie mal, ich hab jetzt diese Datenschutzerklärung mal gelesen. Da steht ja mein Name drin und meine E-Mail-Adresse?

Ich denke: „Jetzt erst??“ und frage: Ja? Und …?

K: Das will ich nicht. Da steht ja auch, dass ich Auskunft gebe. Das soll jemand anderes tun.

I: (Mein „Ich bin kein Anwalt“-Mantra kurz vergessend) Ja, wer sonst?

K: Das soll der Server tun. Sagen Sie dem das.


Auf elf reimt sich nur elf.

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Wisst Ihr, was richtig schön ist? Wenn man morgens, noch halb schlaftrunken, im Feedreader einen klassischen Blog-Stöckchen-Artikel liest und so auf der Hälfte denkt: „Ach ja, Stöckchen, da täte ich auch gerne mal wieder mit“ und dann am Ende seinen Namen findet. Das ist schön.

Frau Nessy tat eben dieses und ich komme der Aufforderung gerne nach.

  1. Lieblingskuchen?
    „Wie? Nur einen?“ mag man da zuerst denken. Aber: Es gibt einen. Also einen und noch einen, so viel Auswahl beim Kuchen muss erlaubt sein. Zum einen macht die Bäckerei hier auf dem halben Weg den Berg runter ins Städtchen eine ganz wunderbare Torte … Ha! Das eine ist kein Kuchen, sondern eine Torte! Dann kann ich mich problemlos auf einen Kucken beschränken!
    Eine ganz wunderbare Torte also. Sahnig, aber etwas fester, mit Birnen, einem Schokoteig unten, einen unfassbar guten Boden, bei dem ich nicht begreife was drin ist und mit einer dünnen Marzipanschicht oben, auf der noch ganz, ganz dünn Schokolade ist. Ein Traum.
    Aber die Frage war ja nach Kuchen und da schätze ich einen guten Marmorkuchen – und das ist weder so öde noch so einfach wie es sich anhört. Ein guter Marmorkuchen ist zum Beispiel nicht so trocken, dass er in Krümel zerfällt, wenn die Gabel ihn das erste Mal berührt. Er ist auch nicht so hart, dass er bei dieser ersten Begegnung gleich in Teile zerspringt.
    Nein, ein guter Marmorkuchen ist saftig, aber nicht wirklich weich. Um Himmels Willen nicht matschig. Beim ersten Biss wirkt er frisch, um dann im Mund zu einer schlonzigen Masse zu werden.
    Ich sage es natürlich ungern, aber Starbucks hatte oft wirklich guten Marmorkuchen. Wenn man allerdings keine Eier isst, dann ist das alles nicht gaz so einfach.
  2. Wenn ich nicht meinen aktuellen Beruf ausübte, wäre ich …
    …relativ ratlos. Vielleicht wäre ich bei der Arbeit mit Kindern geblieben, nicht als Lehrer, sondern irgendwo anders. Eventpädagogik? Oder vielleicht wäre ich Fotograf?
    Der Computer ist dummerweise so sehr die perfekte Maschine für meinen rastlosen Geist, dass ein Leben ohne ihn oder das Web zu schwer vorstellbar ist.
  3. Schonmal vom Zehner gesprungen?
    Aber nein. Ich kann kaum vernünftig schwimmen, da sollte ich das lassen.
  4. Welche Sprache(n) würdest du gerne lernen?
    Das ändert sich bei mir gelegentlich und hängt immer sehr davon ab, zu welchem Land ich gerade einen Bezug habe. Lange hätte ich gesagt: „Französisch“ und es hätte zum einen mit meinem letzten echten Urlaub zu tun gehabt, der dort und der so schön war. Und vielleicht auch damit, die in der Schule mit dieser Sprache erlittene Schande wieder auzumerzen und mir und allen zu zeigen, dass ich es doch kann.
    Im Moment ist es dänisch. Regelmäßige Leserinnen denken jetzt im Loriot-Tonfall: „Ach was.“
  5. Berge oder Meer?
    Als wir nach Italien fuhren haben mich die Alpen, die ich seit meiner frühen Kindheit nicht mehr gesehen hatte, zwar wirklich schwer beeindruckt. Aber ich mag es zu sehr, wenn der Horizont weit ist – jaja: wörtlich und im übertragenen Sinne.
    Am Meer stehen, den Blick ins Nichts zu richten – Wind auf der Haut, Salz auf den Lippen und Rauschen und Möwen in den Ohren. dann weiß ich: Als nächstes kommt – je nach Blickrichtung – Grönland, Amerika oder der Nordpol und das erfüllt mich auf der Stelle mit einer großen Demut und einem tiefen Frieden. Das ist dann Glück.
    Äh ja: Meer also. Nordisches Meer. Nicht das Mittelmeer, das ist nicht mehr als eine pullerwarme Badewanne.
  6. Drei Reiseziele für die nächsten 10 Jahre:
    Ach wissen Sie, ich verreise ja nicht so viel, andererseits ist da schon eine große Sehnsucht. Bevor ich sage wohin, öffnen Sie bitte in einem neuen Tab dieses Video für die angemessene Hintergrundmusik. Wenns geht laut.
    Ich möchte also nach Island (»They say you can get lost for days. In landscapes of big emotions«), nach Kanada und wenn es unbedingt drei sein sollen, dann noch irgendwo in eine andere nordische Weite. Die Schweden waren nette Menschen – warum also nicht Schweden?
  7. Angela Merkel?
    Ich verachte sie dafür, wie sie jahrelang die Dinge, alle Dinge ausgesessen hat. Ebenso dafür, wie sie aus Machtgier (die unterstelle ich mal) jeden Menschen mit Profil oder einer eigenen Meinung aus dem Weg geräumt hat, so dass sie innerhalb ihrer Partei wohl jetzt (haha, Achtung:) alternativlos ist. Ich mache sie und ihre Verwaltermentalität in direkter Linie und Nachfolge Helmut Kohls dafür verantwortlich, dass unser Land keinerlei Haltung mehr hat und in großen Teilen bräsig zufrieden ist, wenn alles so bleibt, wie es scheint.
    Und ich bin arg überrascht, dass sie in dem Moment, wo es knallt auf einmal eine Haltung zeigt. Ob sie die auch hat oder nur zeigt, das habe ich noch nicht herausgefunden.
  8. Parfum/Eau de toilette? Falls ja, welches?
    Normalerweise keins. Wenn, dann selten mal der Liebsten ihr Sun. Überhaupt ein guter Trick für große Männer: Ein feminines Accessoire. Und gerade ein Duft wirkt ja sehr subtil, das überrascht und macht interessant. (Wussten Sie eigentlich, dass ich damals, vor dem Internet, jahrelang Cosmopolitan, Elle und ähnliches las?)
  9. Dschungelcamp – ja oder nein?
    Nein, natürlich überhaupt nicht. Hey, in den siebzigern gab es noch kritische Fernsehspiele und Bücher darüber, dass sich in einer düsteren Zukunft Menschen für Geld oder Ruhm bis an die Grenzen ihrer Gesundheit oder ihres Lebens in sogenannten Fernsehshows selbst darbieten würden. Und das Dschungelcamp ist da verflixt nah dran.
    Dummerweise bin ich zum einen zu sehr in Frau Zietlow verliebt und lache mich weiterhin regelmäßig zu Dreck, wenn zB irgendein C-Promi bemerkt, dass der Dschungel wirklich heiß ist. Und so freue mich wie hulle auf die nächste Staffel. Guilty pleasure galore.

Ja richtig, das sind nur neun Antworten. Sorry, es gibt Gründe.

Ich schaue mir das übrigens gerade an und sehe: Die ausführlichste Antwort ist die nach dem Kuchen. Ich glaube, ich muss mal über ein paar Dinge nachdenken.

Aber egal, elf neue Fragen sollen es also sein. Mal sehen:

  1. Couch oder Club?
  2. Hast Du Dich mal in einer Partei, einer NGO oder ähnlichem engagiert?
  3. … und warum (nicht)?
  4. Schon mal einen Roadtrip gemacht?
  5. Dein Verhältnis zur EU?
  6. Hast Du so etwas wie eine Lebensphilosophie?
  7. Land oder Stadt?
  8. Wandern? Am Strand grillen? Oder Städtereise mit Kultur?
  9. Monk oder „Mal sehen, wie’s kommt?“
  10. Was wolltest Du als Kind werden?
  11. … und hat das irgendwo noch etwas mit dem zu tun, was Du heute machst?

… und ich würde mich arg freuen, wenn Franzi, Frau Brüllen, Johannes, Serotonic und Ellebil da etwas zu sagen mögen.


Du erzählst immer, Du würdest so viel fotgrafieren, Christian …

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… aber wo sind denn die Bilder?

Hier:

lightroom

Also jedenfalls ein paar davon :)

Aber fangen wir vorne an: Der kleine Theaterverein hatte mich und ich hatte mich beim kleinen Theaterverein eingeladen, um dort die Proben und Aufführungen zum Weihnachsstück 2015 mit der Kamera zu begleiten. Ich wollte gerne unter den eher extremen Lichtsituationen üben, die so eine Bühne zu bieten hat und sie freuten sich über Fotos von den Proben und von den Aufführungen. BWLer dürfen jetzt „win-win-Situation“ denken. Aber bitte bitte nur leise.

Aus den 3287 Bildern, die ich gemacht habe, wurden 204, die ich den anderen in der facebook-Gruppe zeigen mochte und aus denen werde ich jetzt nochmal auswählen. Die Auswahl bekommt dann auch die Öffentlichkeit zu sehen.

Außerdem bin ich ziemlich glücklich über das alles. Ich habe echt viel gelernt und bin momentan schon ganz zufrieden mit dem, was ich da so gemacht habe. Die neue kleine Kamera* kann ich inzwischen im Schlaf bedienen und demnächst fahre ich dann mal wieder auf Konzerte.

Und, viel wichtiger: Das war ein tolles Ensemble und das waren tolle Aufführungen. Ich habe tolle Menschen wieder getroffen und tolle Menschen kennen gelernt. Das alles hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.

Eine Win-win-win-Situation quasi.

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