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Die Links der Woche (II)

Aus der Kategorie »just linked«

Pinboard und QUOTE.fm sei gedankt!

Irgendein Gejammer auf irgendeinem Niveau.

Aus der Kategorie »just people«

Und dann lese ich nachts um vier einen Artikel, wie den hier von Kati, die erst einmal brav vorneweg schickt, dass es ihr natürlich besser geht, als jemand, der in Burkani Faso lebt, die sich aber trotzdem beschwert. Irgendwo, bei irgendwem.

Und ich denke: Scheiße, das geht so nicht. Doch nicht schon mit Anfang zwanzig. Weil: Ich kenn das doch alles, was Du da schreibst. Und das soll nicht so sein. Doch nicht schon mit Anfang zwanzig. Gut, ich bin nicht mehr irgendwasundzwanzig, ich bin vierzig. Und ich habe keinen Migrationshintergrund und meine Grundschullehrerin war auch davon überzeugt, ich müsse aufs Gymnasium. Aber dafür waren auf dem Gymnasium, als es darauf ankam, alle gar nicht mehr überzeugt und mein Oberstufenkoordinator, der mich hätte beraten sollen, der hat mir gar nichts empfohlen, nur, möglichst schnell den Raum zu verlassen und ich habe zwar auch eine drei in meinem Abischnitt, aber die steht woanders als bei Kati. Was auch nur beweist, dass ein schlechter Abischnitt überhaupt nichts aussagt.

Aber ich habe dann Zivildienst gemacht bei einer Stelle, der ich noch heute dankbar bin für alles, was ich da lernen durfte, denn die haben mir vertraut, das war ein bis dato sehr unbekanntes Gefühl, das habe ich sehr gemocht. Und dann habe ich begonnen, etwas zu studieren, und da hat mir zwar niemand mehr vertraut, aber immerhin haben sie mich in Ruhe gelassen und wenn ich mal nicht da war, dann war ich halt nicht da und wenn die Klausur, die ich am Ende geschrieben habe, nicht von mir war hats auch nicht wirklich gestört und irgendwie hat das alles schon gepasst und ich hatte einen Job, zu dem ich dreimal in der Woche gefahren bin und das war alles schon irgendwie ganz gut und ich hatte gelegentlich Zeit auf dem Pädagogenhügel zu sitzen – was nichts anderes bedeutete, als zwischen 98% Frauen vor dem Unigebäude in der Sonne zu liegen.
Und dann denke ich: Ja, so sollte das auch sein, so im dritten Semester, so mit Anfang oder Mitte zwanzig.

Ok, die Depressionsschübe, die kamen dann ja erst später und der BurnOut ja erst kürzlich, aber das ist ja ok, ich bin ja auch schon vierzig. Und dann merke ich, was für ein verfickter Unsinn das ist, es ok zu finden, wenn man mit vierzig BurnOut hat und statt dessen nur noch darüber erschrocken zu sein, dass andere schon im dritten Semester müde Briefe an das Leben schreiben müssen.
Und ich müsste vielleicht eigentlich auch einen müden Brief schreiben, aber im Moment wandere ich so haarscharf at the edge – damit ich immer wenn mich jemand fragt, wie es mir geht „Och jo” sagen kann und das auch stimmt weil es alles ja schon viel schlimmer war – dass ich gar keine Kraft für müde Briefe habe.
Und dann gucke ich mich um, sehe die Menschen, die ich liebe und auch viele andere, sehe wie sich abstrampeln und rudern und kämpfen und immer tapfer lächeln dabei oder sarkastische Sprüche machen und denke: Irgendwie müsten viel mehr müde Briefe geschrieben werden. Und dass es gut ist, dass Kati diesen Brief geschrieben hat, Burkina Faso hin oder her. Denn so lange wir alle tapfer denken, dass es irgendjemand anderem bestimmt noch etwas schlechter geht und wir deswegen kein Recht haben, zu klagen, so lange tut sich eh nichts.

Und morgen, oder vielleicht auch gleich, wenn es heller geworden ist und die Schatten der Nacht gegangen sind, dann denke ich bestimmt wieder, dass man so etwas ja nicht schreiben kann. Wenn ein Kunde das hier liest. Oder wenn jemand von Euch, die ihr schon immer hier wart gar kein Bild von mir habt, dass ich müde Briefe schreiben sollte. Oder wenn ich heimlich, so zwischen den Zeilen schon immer nur müde Briefe geschrieben habe und es allen auf den Sack geht.
Aber dann ist es halt vielleicht einfach so. Und ich bin – auch wenn ich müde bin – meist ein netter Mensch und ein guter Webdesigner und Interneterklärbär. Aber wer weiß schon, was passiert, am Ende der Nacht, wenn das Nachdenken die Fassaden wieder glätten will.

Die Links der Woche

Aus der Kategorie »just linked«

Ihr habt ja Recht: Wöchentlich kommentierte Links sind viel schöner als täglich unkommentierte

Der musikalische Wochenrückblick III

Aus der Kategorie »just listen«

  1. Dandylion
    Dandylion ist Marianne Sveen ist ein Viertel der von mir sehr geschätzten Katzenjammer. In den drei oder vier Tagen, die Katzenjammer in den vergangenen drei Jahren nicht irgendeine Bühne gerockt haben, hat sie ein Soloalbum aufgenommen. Hat es in drei Teilen nach und nach veröffentlicht und ich liebe es sehr. Diese Woche kam Teil drei raus, deswegen führt Marianne diesmal meine persönlichen Wochencharts an. Ich schreib’ da noch mal mehr drüber.
  2. Tina Dico
    Ich muss nichts mehr über Tina sagen, oder? Nach dem vollkommen missglückten Konzert in Essen waren wir dann noch in Köln und die Kölner haben uns nicht enttäuscht; sie haben auch Tina nicht enttäuscht und es war eindeutig der schönste Abend des Jahres. Soulwarming.
  3. Ellie Goulding
    Ellie fiel mir über ihre sehr gelungene Version des alten Elton John-Liedchens »Your song« auf, den ich irgendwo hörte und zum Glück schnell shazamen konnte. Der Rest des Albums ist auch sehr schön und Ellies Lied war eines von denen, die mich zu meiner kleinen Spotify-Playlist »Neuer ist immer besser«* inspiriert haben. Falls Sie, liebe Leserin also auch so auf schöne und gelungene Cover-Versionen stehen wie ich, dann bitte hier entlang.
    (*Na, wer weiß, warum die Playlist so heißt?)

Twitter-♥ im September 2012. Und auch im Oktober.

Aus der Kategorie »just twittered«

Wieso hab ich das denn letzten Monat vergessen? Könnt Ihr mich nicht erinnern?

Die anderen: Anke Gröner, Carsten/Flashfonic, Das Nuf, Don Dahlmann, e13/Kiki Teil 1 / Teil 2, ellebil, Ennomane, Jan Eidens, Journelle, Patschbella, Pop64 (“in abgewandelter Form”), Stadtneurotiker, Vorspeisenplatte, wirres.net, Nessy

Die Flüchtlinge auf dem Pariser Platz in Berlin

Aus der Kategorie »just politics«

Auf dem Pariser Platz in Berlin demonstrieren aktuell Flüchtlinge für menschenwürdige Unterkünfte. Wobei „demonstrieren“ ein ziemlicher Euphemismus ist – sie befinden sich im Hungerstreik. Einige sind zu Fuß von Würzburg nach Berlin gelaufen, Google Maps gibt mir für diese Strecke von 435 Kilometern zu Fuß einen Zeitraum von 90 Stunden an, was wohl eher optimistisch geschätzt ist. Die Berliner Polizei nimmt den Demonstrierenden Decken und Isomatten weg – bei Bodenfrost.

Und weil man darüber nichts mitbekommt, wenn man sich auf die klassischen Qualitätsmedien verlässt, verweise ich mal auf Kiki, die das alles mal sehr schön zusammengefasst hat. Und ich benutze das Wort eigentlich nicht, aber diesmal handelt es sich um eine Art Lesebefehl.

Reden wir über das Internet

Aus der Kategorie »just linked«

Da mein Buch ja irgendwie *hust* nicht aus dem Quark kommt kann ich ja ruhig mal etwas Werbung für das Buch der Familie Spreeblick machen. Erstens bin ich sehr zuversichtlich, dass es ein gutes Buch ist und zweitens passt der Spot so gut zu meinen neuen Visitenkarten.

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