Defizitär?

Aus der Kategorie »just links«

Bitte gehen Sie doch alle mal rüber zu Isa. Die erklärt nämlich die Liebe für so Dummies wie Herrn M.

Menschen lieben einander, und das ist toll. Liebe ist nicht defizitär. Etwas, was man jemandem schenkt, kann nicht defizitär sein. Sie ist unterschiedlich, und niemand kann bestimmen, dass seine eigene Form des Liebens die einzig „richtige“ wäre.
Man kann Menschen doch nicht dafür verachten, dass sie lieben, das will mir nicht in den Kopf. Und dann, um noch einen draufzusetzen, auch noch mit dieser Verachtung kokettieren.

Isabel Bogdan: Defizite

Und damit dürfte alles gesagt sein.


#jawlremixt

Aus der Kategorie »just music«

… unter diesem Hashtag habe ich in den letzten Tagen und Wochen hier und da ein paar Status-Updates veröffentlicht. Und ich bin Thomas sehr dankbar, dass er mich irgendwann dann fragte:

… denn so habe ich einen prima Aufhänger, ein paar Worte dazu zu verlieren:

Die meisten von den regelmäßigeren Leserinnen wissen, dass ich früher ein paar Bands hatte. Bands gehen meist irgendwann den Weg alles irdischen, das ist mit Mitte zwanzig, bei jugendlichen Rockmusikern und in der Kleinstadt, aus der alle zum Studieren wegziehen einfach so. Dann hatte ich zwar irgendwann meinen ersten Rechner, irgendwoher *hust* ein bisschen Musik-Software, aber dann war lange Funkstille.

RemixingendspurtIm Rahmen einer neuen Work-Life-Balance-Policy hier im Haus habe ich dann ja im April zuerst begonnen, mir einen Bass zu bauen (und damit auch, wieder mehr zu spielen) und auch, am Rechner wieder ein bisschen mehr Musik zu machen. Und pünktlich zum Beginn meiner Weihnachtsferien begann die c’t einen Remix-Wettbewerb.

Seit Mitte Dezember erfreue ich also Frau, Katz und Nachbarn damit, einen lustigen kleinen Jazz-Song in ein nicht minder lustiges kleines Pop-Liedchen zu wandeln.

Gerade habe ich meinen Remix abgeschickt …

Und jetzt kommt Ihr ins Spiel!
Bereitet Euch doch bitte schon einmal seelisch darauf vor, Euch im Heise-Forum anzumelden. Denn ab Mitte März kann dort abgestimmt werden. Und so ich denn den ersten Teil, die Jury-Bewertung überstehe kann ich dort sicherlich jede Hilfe gebrauchen.

Stay tuned, ich werde Euch berichten. Jetzt könnt Ihr mir aber schon mal die Daumen drücken.
Merci.


Musik am Freitag

Aus der Kategorie »just music«

Mir wurde auf facebook vorgeworfen, ich wäre etwas eindimensional in meinen Musiktipps.
Deswegen hier mal wer anderes:

Nikka Costa war ein Kinderstar, dann ein 80er-Pop-Mädchen und dann eine Musikerin. Sie schnauzte als Kind Sly Stone an, weil der bei ihrem Vater im Wohnzimmer am Klavier saß und sie schlafen wollte und kannte das Rat Pack, bevor sie zehn war.

Sie spielt genau diese dreckige Mischung aus Funk, Rock und Soul, mit der man mich immer kriegt. Zweimal habe ich erlebt, dass mir Besucher eine CD von ihr mitbrachten, weil ich sie unbedingt kennen lernen müsse – und wir sehr lachten, weil ich ihre CDs auch schon rausgelegt hatte, um sie demjenigen zu zeigen.

Der Clip hat zwar einen miserablen Sound, aber er zeigt schön, wie sich die gute den Hintern abrockt, wenn sie live spielt; ich sah sie mal in Dortmund vor 34 Menschen (7 davon kannte ich persönlich) und sie spielte, als ob es Rock am Ring wäre. (Und ich begriff übrigens bei der Gelegenheit das Phänomen „Groupie”. Hätte sie mit dem Finger geschnippst, wäre ich gegangen. Wohin auch immer)

Alle Alben von Nikka Costa bei itunes: Everybody Got Their Something, Pebble to a Pearl, Can’tneverdidnothin’ und Pro*Whoa! (affiliate-Links)


Strategie, um eine Runde durch das Social Web zu überleben

Aus der Kategorie »just people«

Sie kennen das: Sie haben gerade ein Stündchen Zeit und freuen sich auf Ihre facebook-Freunde und auf Ihre Lieblings-Blogs – und dann lesen Sie nur noch „vegetarische Schnitzel”, „ausgebeutete Kinder”, „ausgebremste Frauen”, „verarschte Hartz-4-Bezieher”.

Sie ahnen: Das werden jetzt wieder nur anstrengende Artikel und Postings; nur dazu geschrieben, Ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen.

… so könnte ich hier anfangen – nachdem ich ja gerade mit den freundlichen Service-Artikeln zum Überleben in unserer anstrengenden Welt begonnen habe.

Leider geht es nicht so bequem weiter. Keine super-duper-Tipps, keine vorformulierten Sätze. Statt dessen *gähn* etwas Mathematik.

Ein durchschnittlicher facebook-User hat (das weiß ich) ca. 150 Kontakte. Ich habe aber leider keine Ahnung, wie viele Twitter-Follower oder Blogleser man durchschnittlich hat, also nehme ich ganz jawl-o-zentrisch mich als Maßstab und erkläre:

  • 250 facebook-Kontakte
  • 700 Twitter-Follower
  • übern Daumen ein paar Hundert Blogleser, bei gut besuchten Artikeln deutlich in Richtung vierstellig.

Wenn wir weiter davon ausgehen, dass so ein privates kleines Blog wie dieses hauptsächlich fröhlich halt so darüber schreibt, twittert, postet, was seinen Befüller so tagtäglich beschäftigt, dann kannst Du Dir selber ausrechnen, wie groß die Chance ist, dass ein Artikel (Post/Tweet) dafür geschrieben wurde, Dich, genau Dich persönlich anzugreifen, aufzuregen, zu provozieren, zu missionieren.

Genau. Sehr gering. Reg Dich einfach nicht auf.


Strategie, um einen Abend mit einem Vegetarier zu überleben

Aus der Kategorie »just people«

Sie kennen das: Sie sitzen mit einem Bekannten im Restaurant und freuen sich gerade auf ihr 500g-Steak, liebevoll dem Mozart-beschallten, täglich mit frischem Bier massierten Rind aus der Keule geschnitten – und dann bestellt dieser Typ einen vorwurfsvoll guckenden Salat. Und erklärt: „Sabine und ich essen ja kein Fleisch mehr”.

Sie ahnen: Diese dämlichen roten Zwiebelringe die immer oben liegen, die werden Sie jetzt Ihr gesamtes Steak lang nicht aus dem Augen lassen. Sie werden jeden Bissen beobachten, während es irgendwo unter der Joghurtsauce leise „Mörder” flüstert, „Mörder!”

Oder, in anderen Worten: Wenn Ihnen jetzt nicht ganz schnell etwas einfällt, dann war’s das mit dem ungestörten Essgenuss.
Jetzt heißt es: Ruhe bewahren.

Beginnen Sie am besten mit einer harmlosen Frage, wiegen Sie Ihren Gegner erst einmal in Sicherheit: „Auch kein’ Fisch?”
Die Frage ist deswegen der ideale Einstieg, weil beide möglichen Antworten ein beherztes Abbiegen auf den wichtigsten Platz der Welt ermöglichen – den Nebenschauplatz.

  1. „Nein, auch kein’ Fisch”
    => „Das ist aber nicht gesund, Du bekommst ja gar kein Eisen!”
  2. „Doch, Fisch schon noch”
    => „Das ist aber nicht konsequent, das sind auch Lebewesen!”

Das war’s eigentlich schon. Schon sind Sie abgebogen.
Aber stoppen Sie jetzt nicht ab, treten Sie nach, der Gegner ist nur angezählt.
Und wie? Einfach: Vorwürfe! Vegetarier sind ein unsicheres Völkchen. Die angeborene Charakterschwäche, die dazu geführt hat, dass sie „keine Tiere mehr töten” wollen, sorgt auch dafür, dass diese dummen kleinen Menschen sich leicht selbst in Frage stellen. Nutzen Sie das, zeigen Sie der kleinen Wurst, dass ein echter Mann so etwas nicht tut, gehen Sie in die Offensive!
Den ersten Schritt haben sie ja mit der Einleitungsfrage schon gemacht. Zögern Sie jetzt nicht, stoßen Sie beherzt rein in die offene Flanke!

Sie sagen also im Falle …:

  1. („Nein, auch kein’ Fisch”)
    Das ist nicht gesund! Du bekommst nicht genug Eisen! Kriegen Eure Kinder etwa auch kein Fleisch? Die sind doch noch im Wachstum! Und, kannst Du überhaupt noch arbeiten bei dem Mineralienmangel? Denkst Du mal an die Volkswirtschaft?
  2. („Doch, Fisch schon noch”)
    Aber Fische sind doch auch Lebewesen! Wo ist denn da für Dich der Unterschied? Und die Käfer, die in Deinen Gräsern leben? Die Kaninchen auf dem Feld? Hamster? Hast Du mal überlegt, wie viele Tiere in so einem Kornfeld leben – die sterben ja auch, wenn Dein Gras gemäht wird!

Soweit so gut, haben Sie den Rohkostfresser hier, sind Sie schon quasi auf der Zielgeraden. Aber hören Sie jetzt nicht auf. Um endgültig zu siegen brauchen Sie noch weitere Nebenschauplätze damit dieser Freak sich endgültig verläuft und verheddert.
Auch hierfür wieder einige Tipps:

  • Der Mensch ist ein Allesfresser. Das ist biologisch. Guck Dir doch Deine Zähne mal an.
  • Du isst unserem Essen das Essen weg, denk mal an den Hunger in der dritten Welt.
  • Die Tiere sind doch eh schon tot, da kann ich sie auch essen. Wo sollen die ganzen Tiere denn sonst hin?
  • Gras empfindet auch Schmerz.
  • Und jetzt sollen alle immer Rücksicht auf Euch nehmen? Findest Du dann auch gut, dass die Grünen ganz Deutschland vorschreiben will, was wir essen? Bist Du etwa auch fürs Rauchverbot?
  • Peta geht aber auch schlecht mit seinen Mitarbeitern um, hab ich mal gehört.
  • Für Eure Monokulturen stirbt der Urwald! Und die Metzger werden dann alle arbeitslos!
  • Hitler war ja übrigens auch Vegetarier.

Hat Ihr Gegenüber auf einen Punkt eine Antwort, wechseln Sie das Thema. Denken Sie an Muhamed Ali, bleiben Sie beweglich. Sie wollen doch jetzt nicht wirklich diskutieren.

Ist Ihr Gegenüber aber schließlich verwirrt, kommt er nicht mehr hinterher, dann können Sie etwas auf ihn zu gehen. Reichen Sie ihm großmütig die Hand, schließlich wollen Sie ja irgendwie auch noch das gemeinsame Essen genießen.
Werfen Sie ihm also ein paar Brosamen zu: „Sooo viel Fleisch essen Sie ja nun auch nicht mehr. Und am liebsten ja Bio, das schmeckt auch wirklich besser.”

Und dann zeigen Sie ihm, wie „der Fleischsaft aus ihrem Steak auf den Teller läuft, wenn Sie mit der Gabel drauf drücken”. Das ist aber auch lecker.


Synje Norland am 1.2.2014 in Dortmund

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Synje Norland in Dortmund 10Wie angekündigt war ich gestern Abend in Dortmund und habe Synje Norland wieder einmal zugehört. Und obwohl Synje zu Beginn ankündigte, sie könne »erkältungsbedingt vermutlich nicht mit der angekündigten glockenklaren Stimme dienen« und habe etwas Angst »Herr Becker und sie könnten eventuell musikalisch ausnahmsweise etwas auseinanderdriften, sie habe aufputschendes Aspirin-Zeugs genommen, während er auf dämpfendem Hustensaft unterwegs sei«, war weder von dem einen, noch von dem anderen etwas zu merken.

Synje spielte einen Querschnitt durch die beiden Alben »Skipping Stones« und »To the other side« sowie einige neue Songs.
Und während ich mich schon beim ersten Konzert damals daran erfreute, wie Michael Becker, ihr Cellist nicht nur sein Instrument, sondern auch äußerst songdienlich ein bisschen angedockte Technik ausreizte, haben die beiden das sowohl auf der Bühne als auch im Songwriting weiter ausgebaut.
Und so wechseln sich intimste Momente mit Stimme und Gitarre ab mit großen Klang- und Beat-Collagen, in denen ein gesampelter Schlag aufs Mikro, ein paar tiefe Cello-Noten Beat & Bass geben und beide dann darüber spielen, bis zum Schluss Synje ihre eigene Stimme sampelt und mit sich selber mehrstimmig große Refrains aufbaut. Ganz groß.
Denn gerade wenn »nur« jemand mit einer Gitarre auf der Bühne steht, dann kann das ja ehrlich gesagt langweilig werden. Gitarren-Schrumm-Schrumm, you know? Aber mit Synje Norland und Michael Becker ist man da auf der sehr sicheren Seite. Dabei dient die Technik nie dem Selbstzweck, sondern erweitert Songwriting und Konzert, sorgt für Abwechslung und unterstützt die wunderbaren Songs und Synjes Stimme perfekt.
Dazu kamen noch einige Solo-Parts von Michael Becker an seinem Cello (wow.) die das Ganze perfekt abrundeten.

Es war toll.

Die Pauluskirche kann man übrigens gut mal im Auge behalten; dort finden anscheinend regelmäßig Konzerte statt, die Stimmung dort ist gut, der Sound klasse. Kann man gut machen.

Ps: Ja, das ist die Synje Norland, die auch mit Santiano unterwegs ist. Nein, die Musik, der Auftritt ist ganz anders.

Nachtrag: Auch die Dortmunder Nordstattblogger haben über das Konzert geschrieben: Synje Norland bietet erdigen Folk, experimentellen Elektropop, Streichquartett und spirituelle Sinnsuche

Synje Norlands Alben: Skipping Stones und To the Other Side (affiliate-Links)


Musik am Freitag

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Mir wurde auf facebook vorgeworfen, ich wäre etwas eindimensional in meinen Musiktipps.
Deswegen hier mal wer anderes:

Von uns Bassisten haben viele ja das Bild, dass wir am Rand der Bühne im Dunkel stehen, nicht tanzen können (meist richtig) und man nicht so genau weiß, was wir tun. Irgendwelche tiefen Töne, die man nicht so hört halt.

Das hier ist Marcus Miller, den ich sehr mag, weil er Miles Davis noch einmal mit Kraft und Ideen versorgt hat. Er spielt ein bisschen Solo über ein Stück von Jaco Pastorius, den jeder Bassist mag, weil er den Bass aus exakt dieser oben beschriebenen Ecke heraus geholt hat.

Ja, so etwas geht mit dem Bass auch. Nein, ich kann das auch nicht.


Me’Shell Ndegéocello

Aus der Kategorie »just music«

Schaut nur, was mir spotify gerade vorschlug:

Meshell Ndegeocello ist eine US-amerikanische Musikerin und Komponistin. Meshell Ndegeocello kam als Tochter des in Deutschland stationierten US-Soldaten und Saxophonisten Jacques Johnson in Berlin zur Welt. Anfang der 1970er Jahre übersiedelte die Familie nach Virginia (USA), wo sie aufwuchs und die Duke Ellington Highschool of the Arts (Washington D.C.) besuchte. Als Teenager lernte sie Bass zu spielen und begann schon während ihres Studiums an der Howard University in den 1980er Jahren in den Clubs der Stadt ihre musikalische Karriere. Ihr Hauptinstrument ist der E-Bass. Daneben spielt sie auch Keyboard, E-Gitarre und hat ihren eigenen Stil aus einer Mischung von Gesang und Rezitation entwickelt. Ihre Musik bewegte sich auf ihren ersten fünf Alben vor allem im Spannungsfeld zwischen Funk, Soul, Hip-Hop und Jazz und zeigte auch Einflüsse aus Reggae und Rock.
Wikipedia

Leider ist bei dem Video keine weitere Information, wo es aufgenommen wurde oder wie der Song heißt. Mir kommen aber diese „Artists”-Shirts bekannt vor; ich verbinde sie mit einer Sendung, die ich eigentlich kenne. Aber ich komme nicht drauf.
Weiß wer mehr?

Nachtrag: „Ecclesiastes: Free My Heart” von der CD „Peace Beyond Passion” sei es, wusste jemand bei facebook, während an anderer Stelle vermutet wurde, es sei das Ambiente von Manu Katchés „One shot not”.



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