Wir rufen an wegen der Stelle

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Ein Anruf auf der Mailbox: „Ja guten Tag, Müller von Meier und Schmidt, ich rufe an wegen der Stelle, ich habe hier einen Schrieb von der Bundesagentur für Arbeit, können Sie mich wohl unter 12 34 56 zurückrufen?!”

Jetzt bekomme ich (natürlich) häufiger Anfragen nach Ausbildungsplätzen und regelmäßig jedes halbe Jahr kommt hier auch eine Welle mit Praktikumsgesuchen an – aber der Teil mit der Agentur für Arbeit, der war mir neu. Und suspekt.

Ich rief also an.

„Ah ja, Herr Fischer. Ja, das ist ja schon anderthalb Stunden her und jetzt kurz vor Feierabend muss ich das natürlich erst wieder raussuchen … [Pause, Papiergeräusch] … Ja, es geht also um diese Stelle …”

Ich: Wenn ich da kurz unterbrechen darf: Was für eine Stelle?

„Ja, das wollte ich Ihnen ja gerade darlegen …”

(Ich begann zu ahnen, dass nicht er bei mir arbeiten wollte)

„Wir haben also Ihre Adresse von der Agentur für Arbeit und Sie suchen …”

Ich: Halt, ich unterbreche noch mal, denn das ist sicher falsch. Ich bin seit 15 Jahren selbstständig und suche keine Stelle und ich bin nicht und war noch nie bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Aber wenn Sie meine Adresse von denen haben, dann würden mich Details jetzt sehr interessieren.

„Äh, Sie suchen nicht? Sie sind selbstständig?”

Genau.

„Ah so …”

Und das war dann der interessante Moment: Er war vorher nicht unhöflich. Er war vorher nicht von oben herab. Aber in dem Moment als er begriff, dass er nicht mit einem Bewerber sprach, da musste er ganz offensichtlich sein Gesprächs-Status-Benimm-Protokoll neu ordnen. Da wechselte ich vom Bittsteller zum Unternehmer. Da merkte ich, dass er sich innerlich aufraffte, dass er aufmerksamer wurde und sich gerade gerader hingesetzt hatte.

Und das finde ich schade.

Es stellte sich übrigens heraus, dass die Firma zwar die Namen möglicher Bewerber bekommen, aber nicht unbedingt eine Adresse. Dass er sich die aus dem Telefonbuch suchen muss.

Und das ist auf einer ganz anderen Ebene auch schade.


Da lang

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Da lang


Woanders

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Es ist kein angenehmes Thema, aber ich möchte diesen Link an den Anfang stellen, weil es wichtig ist, sich ein Viertelstündchen Zeit zu nehmen und diese Geschichte zu lesen. Ich selbst hatte schon einmal einen mitteldoofen Fernsehbericht zum Anlass genommen, über das deutsche Asylrecht zu schreiben* und ein paar Dinge zu erklären; die Zeit hat einen weniger sachlichen Zugang gewählt und hat einige Flüchtlinge besucht und eine Zeit lang begleitet. Es macht keinen Spaß, das zu lesen und trotzdem kann man nur hoffen, dass es viele Menschen tun. Und zwar mit einem halbwegs offenen Köpfchen und Herzen.

Apropos „guter Text” – ein gewisser Herr Matussek schrieb letztens selbstgefällig das exakte Gegenteil davon – und provozierte wiederum viele gute Reaktionen. Einer der Gründe, weshalb seine Worte so schlimm waren, ist der: Menschen lesen, was er schreibt; Menschen hören, was er sagt und Menschen glauben ihm. With great Reichweite comes great responsibility, das vergessen viele da draußen mal. Oder, um es mit den Worten von Nilz Bokelberg zu sagen: Nur um mal ach-so-wichtige Aussagen wie “Ich bin homophob und das ist auch gut so” und ihre Wirkung einzuordnen.

Und auch an anderer Stelle hat wieder mal jemand diese Verantwortung nicht bedacht. Herrn Matussek die Stirn zu bieten finde ich persönlich jetzt sehr ok, aber auch das kann man bedacht tun, oder eben unüberlegt. Ihn einen „verrückten Bordeliner” zu nennen zum Beispiel ist nur so mittelschlau, wie Kati erklärt – in dem sie mal kurz erzählt, wie es so ist als Borderliner.

Bei all diesem „man wird ja wohl mal sagen dürfen”-Mist kann man ja fast schon froh sein, wenn in einem Forum oder in irgendwelchen Kommentaren nicht gehasst, sondern nur getrollt wird. Wer schon länger im Web unterwegs ist, der hat es sich auch vermutlich schon gedacht: Trolle sind auch außerhalb des Web keine netten Menschen. Aber jetzt gibt es eine Untersuchung, die man zitieren kann.

Puh. Lotsa heavy stuff bis hierher.
Atmen wir durch und kommen wir zu schöneren Dingen. Wer Percantas Blog liest, der kennt schon seit langem die wunderbaren Einblicke in die Fragen, die sich ein kleines Kind so stellt. Aber da finden wir natürlich nicht nur Fragen, in so einem Kopf, da entstehen ja auch Antworten.

Und während das eine Kind sich die Welt erklärt, geht das andere schwimmen. Was ein Glück, dass es sich als Patentante Isa ausgesucht hat, sonst hätten wir nie davon erfahren.

Überhaupt sollte man den Blick nicht nur auf die Deppen dieser Welt richten, sonst verliert man aus den Augen, dass und wie viel Gutes da auch passiert. Ich stiess da vor einiger Zeit auf den Newsletter Neues aus der Zukunft und es ist wirklich schön, alle 14 Tage einfach mal gute Nachrichten zu lesen.

Mein Lieblingslied in der letzten Woche war Mike Sterns After All. (Hach ja, damals)

*) Hier nämlich


Twitter-♥ im Februar 2014 (übern Daumen die zweite Hälfte)

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Außerdem machte der Aufreger des Monats, der Verkauf von WhatsApp an facebook auch im Twitter-Dorf seine Runde:

Die anderen bei Anne, denke ich.


Musik am Freitag

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Mir wurde auf facebook vorgeworfen, ich wäre etwas eindimensional in meinen Musiktipps.
Deswegen hier mal wer anderes:

Steely Dan fanden sich Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre in Amerika zusammen. Ihr Stil ist mit nichts zu vergleichen, was ich kenne – eine Mischung aus scheinbar leichtem easylistening-Westcoast-Rock mit hoch anspruchsvoll komplexem Funk, Jazz, Blues. Oder anders ausgedrückt: Man kann das prima nebenher plätschern lassen und es ist vollkommen kompatibel zu langen Autofahrten auf denen man Hintergrund-Geplätscher braucht. Wenn man aber richtig hinhört oder versucht, es nachzuspielen, begreift man …

Ihr Sound, ihre Arrangements und ihre Produktionen waren schon seit der ersten Platte absolut perfekt (ich nehme „Everything must go” ihre letzte CD von 2003 gerne, wenn ich in Hifi-Läden Boxen anhören gehe und die Verkäufer ärgern möchte). Um mal kurz die Wikipedia zu zitieren, die da jemanden zitiert:

Der Gitarrist Dean Parks bezeichnet in der Fernsehserie Classic Albums über das Aja-Album den Produktionsstil von Steely Dan als „one step beyond perfection“: Man arrangierte einen Titel bis zur absoluten Perfektion, um ihn dann nochmals zur Gänze von vorne einzuspielen, damit er eine gewisse Lockerheit bekam („to loosen it up a little bit“). Es kam nicht selten vor, dass Gastmusiker, auch aufgrund der oftmals gnadenlosen Kritik von Becker und Fagen, entnervt das Studio verließen.
(Wikipedia: Steely Dan)

Inzwischen sind beide – Walter Becker und Donald Fagen, der Kern der Band – natürlich komische alte Musiker:

Es gibt neun Studioalben und ich kann alle empfehlen: Can’t Buy a Thrill, Countdown to Ecstasy, Pretzel Logic, Katy Lied, The Royal Scam, Aja, Gaucho, Two Against Nature und Everything Must Go (affiliate-Links)


Die Filme im Februar 2014

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Alle Filme – egal ob im Kino, auf DVD, im Stream oder im Fernsehen im Februar 2014.

  • Red 2 (R.E.D. 2 – Noch Älter. Härter. Besser. ) (IMDB)
    @home
    Frank Moses, dem ich ja erst kürzlich dabei zusah, wie er seine Liebe fand und ein paar Dinge in die Luft jagte, wird weiterhin verfolgt. Es gibt eine Geheimorganisation, es gibt Verschwörungen in den gängigen Geheimdiensten, es gibt einen Verrückten und eine Bombe, man muss in den Kreml einbrechen und Franks neue Freundin hat eine kindliche Freude an all dem.
    Sehr verliebt bin ich in Hellen Mirren, außerdem dabei Bruce Willis, John Malkovich, und Mary-Louise Parker. Der Film ist noch einmal schneller als der erste, es knallt und rummst natürlich und: er ist selbstironischer als der erste Teil. Deswegen auch zwei Sternchen mehr; ich fühlte mich großartig unterhalten.
    Bechdel-Test: Ich glaube nicht.
    ★★★★★★★★★☆
  • The To Do List (Die To-Do Liste) (IMDB)
    @home
    „Erotik-Kommödie” über ein Mauerblümchen, die endlich erwachsen werden möchte, sich dazu eine Sex-Liste erstellt und dann abarbeitet.
    Guter Beweis, dass man dem maxdome-Newsletter nicht unbedingt glauben muss, wenn der die neusten Hits vorstellt.
    Den einen Stern gibts, weil ich einmal lachen musste und weil ja eventuell zwischen dem Punkt wo ich gelangweilt abgestellt habe und dem Schluss noch etwas unterhaltsames passiert ist.
    Bechdel-Test: Hahaha.
    ★☆☆☆☆☆☆☆☆☆
  • The Mechanic (IMDB)
    @home
    Arthur Bishop (Jason Staham) ist ein „Mechaniker”, ein professioneller Auftragskiller. Er wird angeheuert, seinen langjährigen Freund und Mentor zu töten; nach dem Mord beginnt er, dessen Sohn auszubilden. Und dann ist natürlich doch alles etwas anders, als es aussieht.
    Wer den „Transporter” kennt weiß, wie schnell, hart und direkt Jason Staham-Filme sein können. Wenn der sich dann also einen Charles Bronson-Klassiker von 1972 vornimmt ist vorhersehbar, wie das Ergebnis ausfällt.
    „Gewaltverherrlichender Actionfilm voller dümmlicher Männlichkeitsposen, Klischees und homophob-rassistischer Ressentiments.” schreibt das Lexikon des internationalen Films. Wie soll ich denn jetzt bloß noch sagen, dass ich sowas manchmal gern gucke und mich gut unterhalten fühlte?
    Bechdel-Test: Nein; das war doch jetzt schon klar, oder?
    ★★★★★★★☆☆☆
  • Gravity (IMDB)
    @home
    Die Missionsspezialistin Dr. Ryan Stone und der Astronaut Matt Kowalski (Sandra Bullock / George Clooney) schrauben gerade am Hubble-Teleskop herum, als die Russen einen Sateliten zerstören. Dessen Trümmer lösen eine Kettenreaktion mit vielen durch die Umlaufbahn rasenden Trümmern aus, die auch Hubble und ihr Shuttle treffen. Ihre einzige Chance: Rüber zur ISS zu manövrieren und zu versuchen, dort hinein zu gelangen. Oder zur chinesischen Station?
    Das ist sicher ein ganz großartiger Film. Die Aufnahmen sind toll, ich liebe es, die Erde von oben zu sehen und das ist auch alles meist richtig gut gemacht. Im Kino, da bin ich mir sicher, hauen Dich die Bilder um und ich hätte das gerne alles in 3D auf einer fetten Leinwand gesehen.
    Dummerweise habe ich zu viel über die Nasa-Misionen und über den Weltraum (den echten, nicht den von StarWars/-Trek) gelesen, dass mich die (sicherlich insgesamt wenigen) technischen Fehler wirklich störten. Vor allem, weil eine der wichtigsten Szenen auf einer falschen Darstellung aufbaute.
    Von daher gibts zwei Wertungen und den Rat: Bist Du Space-Nerd, überlegs Dir nochmal, sonst vermutlich wow.
    Bechdel-Test: Nein. Aber in einem zwei-Personen-Stück mit einem Mann und einer Frau ist das auch unmöglich.
    ★★★★☆☆☆☆☆☆ / ★★★★★★★★☆☆
  • Despicable Me 2 (Ich – Einfach Unverbesserlich 2) (IMDB)
    @home
    Gru, der ehemalige Superschurke, lebt nach Teil 1 mit Margo, Edith und Agnes und den Minions jetzt ein ruhiges Leben und sucht nach der perfekten Marmelade. Dann entführt ihn die Agentin Lucy Wilde ins Hauptquartier der Anti-Verbrecher-Liga – und die bitten ihn um Hilfe bei der Suche nach einem Schurken, der am Südpol eine komplette Forschungstation gestohlen hat.
    Wertung: Hihi.
    Und eigentlich sind es eh die Minions.
    Und Martina Hill, die sich faszinierenderweise oft exakt so bewegt wie die von ihr gesprochene Lucy.
    Bechdel-Test: Sind das eigentlich männliche und weibliche Minions? Über was sprechen die? Nein.
    ★★★★★★★☆☆☆

Nicht viele Filme, ich weiß. Aber ich hab „Mad Men” weiter geguckt und das ist ja nun auch eine richtig gute Beschäftigung.

Was ist eigentlich dieser Bechdel-Test? Guckstu hier. Die Banner führen zu iTunes und sind affiliate-Links



Lose Enden (Tagebuchbloggen)

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Seit ein paar Tagen hatte ich das Gefühl, ich würde den Überblick verlieren; hatte sowohl das Gefühl, ständig etwas wichtiges zu vergessen als auch, nicht hinterher zu kommen. War dauernd mit dem Abarbeiten von irgendwelchen Kleinigkeiten beschäftigt als auch dabei, alles irgendwie vor mir her zu schieben.

Also normale Arbeit. Aber hoch zehn.

Und obwohl ich das nach den Freuden des Januars recht logisch fand … Hatte ich eigentlich erzählt, dass mich direkt die erste Arbeitswoche mit einer defekten Festplatte in meinem Home-Serverchen beglückt hatte und mir so neben der verlorenen Woche mit der Zahn-Op eine weitere Woche durch Warten-auf-Festplatten-Lieferung und Datensicherungen und Datenrücksicherung verloren gegangen ist? Nein? Dann wisst Ihrs jetzt. War so. War doof.

Also obwohl ich das recht logisch fand war es doch unangenehm und so setzte sich die die unterstützendste Ehefrau von allen am Wochenende vor mich und sagte: „Nimm doch mal einen Zettel in die Hand oder mach ein Programm Deiner Wahl auf, wir sammeln und sortieren jetzt mal die losen Enden.”

Das Programm der Wahl war Excel. Damit kann man hinter die Projektnamen noch den geschätzten Zeitaufwand, die Priorität und weitere Parameter schreiben und dann nach allem sortieren – so kann man dann auch gleich am Ende sortierte Listen generieren.

Wir sammelten exakt 27 lose Enden und ich verstand. Und jetzt habe ich auf dem Desktop eine Datei „endlich-ein-grund-zur-panik.xls” liegen und arbeite die ab. Geht gleich viel besser.

Sehr empfehlenswert, auch wenn eine Ecke des Kopfes noch vorgaukelt, den Überblick zu haben. (Aus der Reihe ”Binsenweisheiten nachts um vier”)

Wir Sind Helden – Endlich Ein Grund Zur Panik von WirSindHelden-Official


Woanders

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Die Nerds betrachteten es schon lange mit Kopfschütteln: Ein eher zweifelhafter Dienst (Whatsapp) wird zum quasi-Standard im Messenger-Markt. Und erst als der an den meistgehassliebten Internetdienst (facebook) verkauft wird, posten alle bei eben facebook an ihre Chronik, dass sie aber nun nicht mehr bei WhatsApp bleiben können. Wahlweise – weil es ja cool ist dagegen zu sein – dass sie jetzt erst Recht zu WhatsApp gehen. Oder dass ihnen das alles egal ist. Hauptsache man hat bei facebook seine Meinung gesagt. Aber: Was wäre denn sicher?

Apropos „sicher”. Denkt man an Hacker, denkt man meist an Jungs in Hoodies, die, nur vom Bildschirmflimmern beleuchtet, nachts zwischen leeren Pizzakartons Passwörter entschlüsseln und Firewalls niederringen. Und da muss man sich als Normalbürger ja nun wirklich nicht drum kümmern. Aber vielleicht war ja auch der nette neue Kollege gestern ein Hacker und Sie haben ihm beim ersten Plausch an der Kaffeemaschine den Firmenserver geöffnet? Kann man mal drüber nachdenken.

Keine Überleitung. Kalle Krawinkel ist tot und das ist schade, wie immer wenn jemand stirbt, der mal irgendwie präsent und gefühlt wichtig war. Auch wenn man es erst Jahrzehnte später merkt. Ich hatte zum Beispiel mal eine gewidmete Autogrammkarte von Trio, weil ein Freund auf dem Weg aus dem Urlaub an Großenkneten vorbei kam und einfach geklingelt hatte. Damals nicht zu schätzen gewusst, verklüngelt. Doof.

Von Trios Dadaismus zu meinem dieswöchigen Lieblingswort ist es nicht weit. Von Trios Dadaismus zur Geschichte, um die es da geht ebenso wenig. Das Wort ist „kokolorösesten” und es geht darum, dass die Hamburger ein Geräusch gegen ein anderes ersetzt haben, weil die Menschen das Geräusch immer falsch gedeutet haben. Das neue werden sie bestimmt dann jetzt wie vorgesehen deuten.

Naja, die Menschen tun ja eh meist alles anderes, als man sich das in den Meetings so ausdenkt. Trotzdem (Webdesign-Link), kann man ja wenigstens versuchen, ihnen entgegen zu kommen.

Mein Lieblingslied in der letzten Woche war „Gift with a golden gun”. (officially alter Sack)