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Icon zum Thema 'Politik' Das Web funktioniert nun mal anders als der deutsche Datenschutz es möchte

Frisch gebloggt: Das Web funktioniert nun mal anders als der deutsche Datenschutz es möchte
Eines der großen Probleme (in Deutschland?) ist, dass oft die die Regeln machen, die nicht wirklich verstehen, was sie gerade zu regeln versuchen. Ich fürchte die Zeiten, als ein Wirtschaftsminister Wirtschaftsminister wurde, weil er eine solide Ahnung von dem hatte, was er tun sollte sind schon länger vorbei. Und so werden Politiker heute aus einer wilden Mischung aus Beratern, Mitarbeitern, Lobbyisten, Fraktionszwängen und vielleicht auch noch einem Schuss eigenem Halbwissen oder Wissen bei ihren Entscheidungen geleitet.

Im Bereich „Netzpolitik” bekomme ich dummerweise mit, wie groß der Unsinn sein kann, der dabei raus kommt – wenn ich das auf andere Bereiche übertra… ach, lieber nicht drüber nachdenken.

Henning Tillmann hat ein nettes kleines Beispiel dafür gebaut, dass das Web seit vielen Jahren schon anders funktioniert, als es unter datenschutzrechtlichen Voraussetzungen vielleicht ideal wäre – Einschub mit meiner Meinung: Es funktioniert unter anderem gerade deswegen so gut – das Ergebnis seht ihr als Bild hier.

PrivacyImg – Ein interaktives Beispiel.

Spread the word, über etwas wirklich Bescheid zu wissen kann auf Dauer Entscheidungen nur verbessern. (Und morgen schreibe ich über die phantastische aktuelle Ausgabe der BrandEins, die erschreckend gut zu dieser Thematik passt)

Dieser Artikel war aufgrund eines Server-Dings zwischendurch weg, ich musste ihn neu schreiben und falls Ihr hier kommentiert habt: Sorry. Weg. Kommentiert nochmal. Danke.


Icon zum Thema 'linkwertig' Duckface!

(Entschuldigt, ich bin mal wieder Grippe-geplagt, mehr als Videos ist nicht)


Icon zum Thema 'linkwertig' Burning Man

Vor ein paar Tagen Wochen weißnichmehr hab ich bei Formspring meine Follower gefragt, ob sie – ähnlich meinen Traum, irgendwann mal zum Montreux Jazz Festival zu fahren – ähnliche Träume hätten.

Die einzige Antwort, die mehrfach kam war „zum Burning Man fahren” – und ich musste dummerweise erstmal googeln, was der/die/das „Burning Man” ist. Peinlich.


Icon zum Thema 'everyday People' Bekenntnis eines digital natives

Ich nutze die Cloud nicht. Jetzt ist es raus.

Also, konkret: Ich habe keine Daten (nur) in der Cloud. Und wichtiges eh nicht.
Meine Bookmarks habe ich im Browser gespeichert. Im delicious-Account liegen hauptsächlich Links, die ich via Twitter oder facebook oder via Blog1 weiter verbreiten wollte.
Außerdem habe ich eine lokale Kopie aller Links.
Mein Kalender heisst Outlook, mein Adressbuch auch.
Meine eMail-Adresse endet nicht auf gmail, sondern auf c-fischer.com.
Und auch mein RSS-Reader synchronisiert sich nur mit dem beliebten GoogleReader, aber arbeitet lokal.
Mein Arbeitsserver steht unter dem Schreibtisch und nicht in den USA.
In meiner dropbox liegen nur Kopien von Daten, die noch an anderer Stelle gespeichert sind – und die Daten, die dort liegen, kann von mir aus jeder sehen.

Und dass Kundendaten nichts auf einem fremden Server zu suchen haben versteht sich in meiner Welt quasi von selbst.

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe »die Cloud«.
Ich liebe es, wenn sich das Wissen vieler dort potenziert. Ich liebe es, wenn kluge Dienste (wie zum Beispiel mein aktuelles Lieblingsspielzeug ifttt) mir Arbeit abnehmen. Ich liebe es, wenn meine RSS-Reader auf allen Endgeräten immer den gleichen Stand haben.
Das alles – und noch viel mehr – ist toll und ich liebe alle diese Bequemlichkeiten.
Aber ich bin nicht von ihnen abhängig.

Ich muss nicht aufhören zu arbeiten, wenn ein Konzern in den USA seine Nutzungsbedingungen ändert. Oder wenn er von einem Kollektiv anonymer Aktivisten ins Visier genommen wird und the service temporarily unavailable ist. Ich muss auch nicht zitern, weil meine Daten auf einmal dann doch eine Schnittstelle zum Geheimdienst eines anderen Landes bekommen haben.

Es ist schön, wenn selbst T-Online auf einmal damit wirbt, dass man alles in die cloud legen soll. Aber wer einmal im Konfigurationsmenu der Business-Accounts versucht hat, seine Website einzurichten, der kann dem einfach nicht trauen. Wer jemals monatelang ohne Telefon und Internet war, weil irgendwer in magenta ein Häkchen falsch gesetzt hatte auch nicht.

Wir beschweren uns, dass die Regierungen das Web nicht verstehen, wir schauen Politikern zu, wie sie aus dem WorldWideWeb ein schleswig-holsteinisches machen wollen – und lagern unsere Daten auf einem Server in den USA, dem Land der unbegrenzten Geheimdienste?

Och nö.
Wenn meine Daten mal weg sind möchte ich lieber selbst dafür verantwortlich sein, als dass ich darüber nachdenke, wo ich doch vielleicht die AGBs hätte lesen und verstehen sollen.

1) »Via Blog« ist schon ein schönes aktuelles Beispiel, das funktioniert nämlich im Moment nicht, weil da eine Firma den Besitzer gewechselt hat.


Icon zum Thema 'getwittert' Twitter-♥ im September

Die Lieblinge im letzten Monat:


Icon zum Thema 'Tool Time' Anruf von Microsoft: PC von Viren befallen

Gestern rief mich ein Kunde an, er hatte einen Anruf von Micosoft bekommen und sei jetzt unsicher, ob das alles so seine Richtigkeit gehabt habe. Hatte es natürlich nicht, aber ich fand das Vorgehen durchaus interessant und man muss als Blogger ja auch seinem Lehrauftrag nachgehen, also schreib ich’s mal auf:

Er bekam also einen Anruf und die Anruferin erklärte ihm in dialekt-gefärbtem Englisch, sie rufe »von Windows« an. Man bekäme dort bei Windows dauernd Fehlermeldungen von ihm, weil sein Rechner mit vielen, vielen Viren befallen wäre und die Fehlermeldungen liefen jetzt alle dort bei Microsoft auf.

Danach führte ihn die Anruferin durch ein paar Fenster, die alle jeweils den Virenbefall des Rechners zeigen sollten – konkret rief er jeweils durch [Windows-Taste]-R das »Ausführen«-Fenster auf und öffnete von dort den Prefetch- und den Inf-Ordner sowie eines der Windows-Verwaltungs-Tools. Jedes Mal, wenn in den Fenster auch nur irgendetwas erschien (und irgendetwas erscheint natürlich immer), behauptete die Anruferin, das seien alles Viren.
Abschließend sollte mein Kunde dann – ebenfalls im »Ausführen«-Fenster »www.ammyy.com« eingeben und auf der erscheinenden Website dann das Tool herunterladen.
Da brach er dann – obwohl ihm nicht klar war, dass er nun im Web war – zum Glück ab. Zum Glück, denn es handelt sich bei Ammyy ja um eine Fernwartungssoftware, die vermutlich im nächsten Schritt der Anruferin uneingeschränkten Zugriff auf seinen Rechner erlaubt hätte.

Das Vorgehen ist natürlich recht klug: Die meisten Anwender haben schon einmal ein Fenster gesehen, in dem sie nach einem Absturz des Rechners oder eines Programms gefragt werden, ob sie die Info darüber an Microsoft senden möchten – die Behauptung, dass Infos über Fehlfunktionen bei Microsoft ankommen wirkt also erst einmal glaubhaft.
Der Shortcut [Windows]-R (und Shortcuts überhaupt) sind kaum jemand geläufig, das »Ausführen«-Fenster auch eher nicht.
Auch die aufgerufenen Ordner kennt niemand, der sich nur in Anwender-Software wie Word, Excel oder seinem eMail-Programm bewegt; die Dateinamen dort sind eher kryptisch und die Menge an Dateien im inf-Ordner ist deutlich höher, als ein Anwender das aus eigenen Explorer-Fenstern kennt.
User, die Webadressen normalerweise ins Suchfeld von Google eingeben, wisen dann auch nicht, dass man URLs ebenfalls ins »Ausführen«-Fenster eingeben kann und so genau so ins Web gelangt, wie mit dem Start des Browsers.

Bei Nachfragen wiederholte die Anruferin ständig, das Opfer kenne ich wohl nicht richtig aus, bei Microsoft bekäme man von ihm eine Menge Fehlermeldung und man würde »lots of trouble« verursachen. Es wurde also auch auf das Gewissen und die Unkenntnis des angerufenen Druck ausgeübt.

Insgesamt also ein psychologisch recht ausgeklügeltes Vorgehen, das

  1. sowohl auf dem Unwissen der meisten User
  2. als auch erst recht auf dem schlechten Gewissen über eben dieses Unwissen
  3. und auch auf dem schlechten Gewissen, dass diese Unkenntnis jetzt anderen Arbeit verursacht

aufsetzt.

Ist es noch nötig zu sagen, das Micosoft natürlich nie jemanden anruft, um ihn dann per Telefon zu irgendeiner Software-Installation zu lotsen?
Ok, sicherheitshalber: Micosoft wird nie jemanden anrufen und ihn telefonisch zu irgendeiner Installation bewegen. Microsoft bekommt keine Meldungen, wenn ein Rechner einen Virus hat.
Ich persönlich bezweifle sogar, dass die seltsamen Fehlermeldungen, die man nach einem Absturz senden kann irgendwo landen, geschweige denn gelesen werden, aber das ist eine andere Geschichte.

Noch ein paar Links:



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