Soundtrack meines Lebens: Autobahn.

Aus der Kategorie »just music«

Beim Lesen beim Bosch etwas entdeckt und für gut und nachahmenswert befunden. In loser Folge stelle ich hier Stücke vor, an die ich mich erinnere und/oder mit denen ich besondere Situationen verbinde. Mehr Erklärung muss eigentlich sein, steht aber beim Bosch.

Obwohl das erste Lied, das in meine Leben eine Rolle gespielt hat den Erzählungen nach wohl Abbas »Waterloo« sein wollte erinnere ich mich an etwas anderes:

Wir wohnten von meinem dritten bis zu meinem sechsten Geburtstag – also von 1975 bis 1978 – in Belgien. Am Ende der drei Jahre bauten meine Eltern ihr Haus auf dem Dorf und wir fuhren noch deutlich öfter hinüber nach Deutschland. Irgendwann auf den für mich als Kind endlosen Fahrten hat sich Kraftwerks »Autobahn« dann wohl festgebrannt.

Dass meine Eltern das Lied auf irgendeiner Cassette mit ins Auto genommen hatten kann ich mir nur mit ihrem absolut fehlenden Musikgeschmack erklären – sie nahmen halt was kam.

Und ich? Ich muss gestehen, dass ich es – obwohl mir die Bedeutung von Kraftwerk natürlich bewusst ist – immer noch einfach nur stinklangweilig finde. Langweiliger, als eine zu lange Autobahnfahrt.
Trotzdem ist es eine meiner ersten musikalischen Erinnerungen und soll hier seinen Platz haben.

Alle Beiträge dieser Reihe kannst Du dann hier finden.


Neger, Neger, Schornsteinfeger

Aus der Kategorie »just people«

Als ich so ca. 16 Jahre alt war, da begann ich – durch Pubertät, Philosophieunterricht, Freunde, wasweissich angeregt – mich mit den »großen Werten« des Lebens auseinander zusetzen. Toleranz gehörte dazu – und natürlich wollte ich ein Guter und somit eben auch ein Toleranter sein.
Tolerant gegenüber andersdenkenden Mitmenschen eh, aber natürlich erst recht gegenüber allem, was man damals auf meinem Dorf noch so als Randgruppen definierte (evangelisch, behindert, abstinent, schwul, Ausländer, Neger, zugezogen). Das war auf dem Dorf eh und auch auf meiner strikt katholischen Privatschule recht einfach, denn man konnte ja ständig friedlich über diesen ach so hehren Wert reden, während einen gleichzeitig quasi garantiert niemals Ausländer, Schwule oder Behinderte begegnen konnten. Ein paar evangelische gabs. Aber wenige.

Kurz nach dem Abi – ich trug inzwischen lange, rotgefärbte Haare und gebatikte Klamotten, war also quasi die personifizierte Toleranz und Gutmenschigkeit, Komma Du – lernte ich ein paar schwule Männer kennen. Schwul war irgendwie hip in der Clique in der ich da gerade so ankam und so kam ich nicht drumherum, mich jetzt nicht nur in der Theorie, sondern auch beim täglichen Aufeinandertreffen auseinanderzuetzen.
Und stellte fest: Das war mir erst einmal komisch. Sehr sogar. Dummerweise konnte ich mit niemand rüber reden, weil drüber-reden schon intolerant war und abgebügelt wurde.
Ich hab mich dann halt alleine eingewöhnt und Menschen, die mich länger kennen, wissen, dass ich nicht lange später auch gerne mal zu BO.YS oder zum CSD fuhr und einer dieser Männer noch heute mein bester Freund ist. Und über sexuelle Präferenzen schon lange nicht mehr nachdenke, wenn ich jemanden kennen lerne.

Was ich viel wichtiger fand, war: Selbst zu erleben, dass es einen wichtigen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, zwischen Lippenbekenntnis und Erleben gibt.

Nun lebe ich ja in einem Land, das sich – durch seine etwas unglückselige Vorgeschichte – nicht leisten kann, auch nur in irgendeiner Form intolerant gegenüber auch nur irgendwem zu scheinen. Was – meiner unmaßgeblichen Meinung nach – dazu führt, dass es in Deutschland den mantramäßig wiederholten Anspruch gibt, quasi die toleranteste, menschenfreundlichste Nation der Welt zu sein, gleichzeitig aber absolut keinen echten Umgang mit jedweder Form der Andersartigkeit.
Oder anderes: Es gibt viele Lippenbekenntnisse und wie es dem einzelnen wirklich damit geht ist ein Tabuthema und wird – abseits der berühmten »Stammtische« totgeschwiegen. Und von diesen Stammtischen kann man sich dann ja auch prima distanzieren und schon ist alles wieder in bester Ordnung.

Jetzt ist ja gerade – und so komme ich endlich zum Thema – Fußballweltmeisterschaft in Südafrika; der ein oder andere mag es mitbekommen haben. Südafrika hat zwar auch eine sehr unglückselige Geschichte hinter sich, ist aber, weil diese Geschichte glücklicherweise nicht vom Erfolg gekrönt war zu großen Teilen von Ausländern bewohnt (also von uns aus gesehen). Und von Schwarzen. Und ob die alle katholisch sind …?

Und genau wie ich damals feststellen musste, dass zwischen einem Vorsatz, Schwule genau so zu behandeln, wie alle anderen auch und meinen verwirrten Gefühl beim Anblick eines groß an die Wand projezierten rasierten Schwanzes in einem Männerarsch bei BO.YS Welten lagen (und ich mich so mal wirklich mit dem Thema auseinandersetzen konnte), so erlebe ich jetzt seit zwei Tagen, wie weit es mit der Toleranz gegenüber den Weltmeisterschaftsgastgebern wirklich ist.

Durchgängiger Tenor: Natürlich sollen die da mal alle so sein, wie sie halt sind, aber
Und wenn ich zuhören muss …
… wie jemand gönnerhaft bemerkt, dass die Afrikaner ja zu feiern verstehen, aber dass diese Vuvuzelas ja doch nerven …
… dass es ja hier eine reichhaltige Essenskultur gibt, aber man doch sehr schauen muss, was man zu sich nimmt …
… wenn ich Videos wie dieses hier sehen muss, …

… dann möchte ich eigentlich hier und jetzt eine Wette anbieten:
Bis zum Ende der WM wird irgendwer in Radio oder Fernsehen »diese Neger« sagen.


Virales Schuhgedöns

Aus der Kategorie »just people«

Ich trag ja gerne mal Chucks. Letztens hab ich mal überlegt, dass ich schon fliederfarbene, dunkelrote, grüne, weiße, blaue und hellblaue Paare besaß – naja, und dass ich mich jedes Mal wieder über die gleichen Abnutzungsstellen geärgert habe ist wohl klar. Wer auch Chucks trägt weiß eh, wovon ich spreche.

Vor einigen vielen Wochen fand ich einen Hinweis von Pia irgendwo, dass es bei »limango« billige Chucks gäbe. Man müsse nur Fan bei facebook werden und ein bisschen die News spreaden. Eine klassiche virale Kampagne also, eine von denen, die normalerweise bei mir in dem Moment vergessen sind, wenn ich beim Lesen des Hashtags angekommen bin.

Aber Chucks. Also: Hey, Chucks. Da kann man schon mal in den sauren Apfel beißen; die Dinger sind ja nun schlichtweg völlig überteuert, wenn man sich so in den freien Handel bewegt.
Also Fan geworden und 2 Paar bestellt.

Dann geschah: Nichts.

Ich schwankte zwischen Belustigung, dass ich jetzt auch endlich mal auf so ein Dings reingefallen bin und dem festen Vorsatz, endlich mal zu schauen, ob ich eigentlich im Voraus bezahlt hatte.

Dann kam eine eMail, die ein neues Lieferdatum ankündigte. Die war freundlich geschrieben. Hm, ok.

Und gestern kam dann erst ein Brief, in dem sich limango entschuldigte und mir dazu einen 10,€-Gutschein beilegte und dann auch ein Hermes-Männchen, der das Paket mit den Chucks ablieferte.

Ich füge also die nächsten Paare in dunkelblau und greige hinzu. Ist ja doch alles noch gut geworden. Und limango kann ich vielleicht doch ein bisschen empfehlen.

(Sehen wieder mal total schief aus, hm?)

Edit: Nico hat sich auch so seine Gedanken gemacht.


the story goes on …

Aus der Kategorie »just people«

Es war doch gar nicht so lange her, dass ich ein bisschen über die Praktiken des hiesigen T-Punktes schimpfte.

Gestern kam die Auftragsbestätigung, irgendwie kam sie mir seltsam vor und ein Anruf bei der Hotline zeigte zwar, dass der Auftrag an sich ok war, mir die Mitarbeiterin vergessen hatte mitzuteilen, dass meine Hotspot-Flatrate auch betroffen ist wenn ich den Vertrag downgrade. „Betroffen“ means: Sie fällt weg.
Die brauche ich aber.

Er empfahl mir (aus dem Kopf zitiert): »Gehen Sie in den T-Punkt, gehen Sie am besten zum gleichen Mitarbeiter und stornieren Sie. Wenn der Ihnen dann dumm kommt lassen Sie sich sofort den Vorgesetzten geben – Sie sind falsch und unzureichend beraten worden, das reicht für eine Stornierung. Aber die stellen sich da gerne quer.«

Sagt mal, liebe Telekom: Wenn Eure Mitarbeiter so etwas schon sagen (müssen) – wie weit soll das eigentlich noch weiter gehen?


#CDU-

Aus der Kategorie »just politics«

Ach ja: Der letzte Tweet gestern war natürlich nur Spaß.

Erstens war das Essen viel zu wenig, um verlässlich festzustellen, ob es schlecht war.

Zweitens: Natürlich ist die CDU nicht schuld, wenn das Essen schlecht ist. Wer daran gestern Schuld trug, das konnte mir die Frau serotonic nach einem Blick in die Küche ziemlich genau sagen.

In Wahrheit war der Tweet natürlich ein kleiner Seitenhieb auf die Reflexhaftigkeit des typischen Piraten, der alles! immer! mit #CDU- taggt.
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Alles neu macht der Dings

Aus der Kategorie »just jawl«

Na? Wer von Euch beiden, die das jawl noch auf der Seite und nicht im Feedreader lesen ist zufällig reingeschlittert? Das sah zwischendurch ganz schön komisch aus hier – ich operiere ja ganz gerne am offenen CSS-Herzen.

Die Überschrift ist natürlich – wie alles hier – total gelogen: Es ist gar nicht alles neu. Aber ich hab ein paar Dings eingefügt. Gefällt mir besser.


GEZ-Haushaltspauschale statt Gerätegebühr?

Aus der Kategorie »just people«

Ich habe jetzt ein paar Tage darüber nachgedacht, was diese Refom im GEZ-Gebühren-Modell bedeutet. Wo sie gedanklich herkommt und was sie bezwecken soll. Und heute ist es mir eingefallen:

Früher hatten die verächtlich »GEZ-Schnüffler« genannten Mitarbeiter ja immer das Problem, dass sie zum Überprüfen in die Wohnungen gemusst hätten – aber eigentlich nicht durften. Sie versuchten das dann immer oft gelegentlich angeblich manchmal durch puren Druck doch zu erzwingen – aber immer mehr Bürger wussten ja, dass man die Leute auch einfach draußen stehen lassen konnte. Die GEZ hatte also ein Problem – und das ist jetzt gelöst:
Jetzt müssen die Mitarbeiter ja nicht mehr in die Wohnungen, um dort Geräte zu zählen – und Häuser zählen kann schließlich jeder.

(Disclaimer: Natürlich zahl‘ ich.)


Keep pushin! Keep pushin!

Aus der Kategorie »just music«

Ja, ich habs tatsächlich wieder getan. Habe mir noch eine Freundin – eine die auch in Dortmund dabei und entsprechend begeistert genug war – ins Auto gepackt und bin noch einmal zu Frau Costa gefahren.
Wir haben uns nett erst zur falschen Luxemburger Straße führen lassen (Hey Kölner, es ist NICHT lustig, Straßennamen doppelt zu vergeben!), haben dann aber an der richtigen Straße schon nach der ersten Runde um den Block geparkt, in Sichtweite ein Fachhandelsgeschäft für Rohfisch-auf-Reisröllchen gefunden, sind eigentlich viel zu spät ins angenehm übersichtlich gefüllte Luxor gekommen, haben uns vorne hingestellt und fast genau dann kamen wieder die vier Herren in den schwarzen Hemden und mit der leichten GreenDay-Attitude auf die Bühne und dann Frau Costa in der knallengen Hose und auf den meterhohen HighHeels und mit den seltsamen Schulterpolstern und sie war so schön wie beim letzten Mal und so sexy und sie war so gut drauf wie beim letzten Mal und es war angenehm voller und gute Stimmung und wir sahen:
Es war gut.

Nikka Costa am 9.6.2101 im Luxor

Und dann erzählte sie, sie habe den ersten Abend in Deutschland vor knapp zwei Wochen im Vorprogramm von Pink gespielt vor gefühlten 56.000 Menschen und das wäre doch recht groß gewesen und sie wären alle recht schüchtern gewesen, hätten sich an ihren Instrumenten festgeklammert und hätten versucht, sich zu erinnern, was sie denn bei den Proben so geprobt hätten. Aber dann hätten sie den ersten Clubgig gespielt – in einer Stadt, die sie nicht mehr aussprechen könne – und da wären dann wohl nur so ca 56 Menschen gewesen, aber meine Herren, die hätten gerockt und sie hätten 2 Stunden mit denen Party gefeiert, mit den Bergleuten da und danach wärs dann alles gut gewesen, auch im Vorprogramm von Pink. Und da haben wir beide gejubelt und gehüpft und ge-highfived und wir wussten:
Es konnte nie mehr besser kommen.