Qualitätsjournalismus

Aus der Kategorie »just people«

Natürlich, die Überschrift ist unfair. Gerade Lokalzeitungen müssen auch mal einfach nur eine Pressemitteilung eines Vereins abdrucken. Und so müsste die Überschrift vielleicht besser „Wenn dann auf einmal jemand texten muss” lauten. Oder so.
Aber irgendwie find ich’s auch schön. Was ja an sich völlig normal ist.

Der jetzige Amtsinhaber [...] hatte rechtzeitig erklärt, nicht wieder zu kandidieren, schließlich ist er auch Bundesoberst. Darauf einigte sich der Kreisschützenbund auf [...] als Kandidaten. Dieser hatte im vergangenen September zu einer Nachfeier seiner Hochzeit eingeladen, in deren Folge es massiven Ärger zwischen dem gastgebenden Ehepaar und dem Vorstand des Kreisschützenbundes gegeben hat. Dieser Ärger führte schließlich dazu, dass in der Obristenversammlung im November [...] als Kandidat für das Amt des Kreisobersten benannt wurde. Damit stehen zwei Kandidaten zur Verfügung, was an sich völlig normal ist.
(Mendener Zeitung)


Nicht alleine da draussen

Aus der Kategorie »just people«

Dieser Tage sprach mich jemand an, weil ich in letzter Zeit so wenig getwittert hätte. Das war schön.
Da konnte ich daran glauben, dass dort draußen Menschen mit Menschen sprechen.

Und dann mußte ich daran denken, welchen der 256 Feeds im Reader ich wohl vermissen würde, bei welchen ich wohl bemerken würde, wenn sie verstummten.
Tote Feeds riechen ja nicht unter der Wohnungstür durch.

Nachtrag kurz danach:
Und dann lese ich, dass es ihr gut geht und bin erleichtert.


Intelligente Menschen sind eher Atheisten und gehen nachts später schlafen

Aus der Kategorie »just jawl«

Nach einem Evolutionspsychologen können die intelligenteren Menschen besser mit evolutionär Neuartigem umgehen.
Religiös oder auch konservativ zu sein, zeugt nicht von hoher Intelligenz. Schon vor zwei Jahren hatte eine Studie herausgefunden, dass mit steigender Intelligenz der Menschen der religiöse Glauben sinkt.
(telepolis)

*Guckt auf die Uhr und geht grinsend ab*


eine wilde Romanze

Aus der Kategorie »just music«

„Herman Brood. Wie zum Teufel kommt der Typ auf Herman Brood?” wird sich die geneigte Leserin gestern Morgen vielleicht gefragt haben. Oder auch „Was ist das denn bitte für ein abgefuckter Typ?”

Jep, das ist er. Großartig, nicht wahr?

Ich weiß gar nicht mehr warum, aber der Name Herman Brood sagte mir irgendwie etwas, als eine Freundin mir einen Stapel Platten zeigte, die sie von ihrer großen Schwester geerbt hatte. Mitten in dem Stapel war auch eine seltsame blaue LP bei der ich das Angebot „nimm ruhig mit, ich kenn das alles eh nicht” gerne annahm. Später kam da noch die Shpritz dazu – viele Platten kannte ich also wirklich nicht, als ich auf dem ersten Konzert landete.

Es wurde trotzdem eines der besten auf dem ich je war. Die Vorzeichen waren zwar erst einmal eher negativ – Herr Brood ließ sich nämlich erst einmal Zeit. Reichlich Zeit. Und meine damalige Freundin – und auch der Rest des Saals – wurde langsam missmutig.
Um acht sollte es losgehen, so gegen halb zehn schlenderten in der allergrößten Arroganz ein paar abgefuckte Rocker-Typen auf die Bühne. Die Stimmung war inzwischen hart vor „die werden hier mit Wurfgeschossen empfangen, falls sie noch auftauchen”, kippte aber innerhalb der ersten drei Minuten wieder komplett.
Rückblickend behaupte ich, der Kerl wollte genau diese Energie haben, um dann dagegen zu halten.
Er hielt. Er spielte fast drei Stunden durch – und wenn ich „durch” sage, dann heisst das, dass er keine Zeit mit Ansagen vergeudete, sondern jede pfeifende Rückkopplung am Ende eines Stücks direkt zum ersten Akkord des nächsten wurde.
Drei Stunden pure Energie also. Und vermutlich ein relativ kompletter Überblick über sein Schaffen, denn auch live waren seine punkig harten Rocksongs kaum länger als zweieinhalb Minuten.

Im Probenraum 1995

Auf diesem etwas unscharfen Bild (ein Video-Screenshot, I’m sorry) sieht man übrigens neben dem gutausehenden jungen Bassisten, dass ich begeistert genug war, unseren sonst eher HipHop-geprägten Probenraum mit dem geklauten Tourplakat zu schmücken. Und das auch mit Zähnen und Klauen gegen die Sprechgesangs-Jungs durchfocht.

Herman Brood war Musiker, Lyriker, Maler und Rock’n’Roll Junkie. Und ich muss dringend beim nächsten Holland-Besuch endlich mal eine Ausstellung seiner Bilder erwischen.

Nach seinem letzten Entzug befand er, dass das Leben ohne Drogen keinen Sinn machen würde, schrieb „I don’t feel like it anymore. Maybe I’ll see you around.” in einen Abschiedsbrief und sprang vom Amsterdamer Hilton.

That’s why: Dope sucks.


Motto des Tages: Dope sucks

Aus der Kategorie »just music«

I hate to see you fade away in a Heartbreak Hotel room
I don’t like to see you running hot like a disease in the doom
We search for an honest answer
See what you honestly feel
You better do it from the heart
And don’t you do it from the head
You better do it from the heart


und ich habe ihn schon vorher gekannt*

Aus der Kategorie »just music«

*) das wollte ich schon immer mal sagen.

Dendemann im Interview from artschoolvets on Vimeo.

Die geneigte Leserin wirft auch mal einen Blick in die Vergangenheit.


das jawl für Dich

Aus der Kategorie »just jawl«

Kurzer Hinweis des Hauses: Auch hier kann die geneigte Leserin jetzt Antworten auf Kommentare abonnieren. Wo Ihr doch schon so fleissig kommentiert …

(Ja, ich feile noch am Text der Mail.)


Auf Wiedersehen Herr Westerwelle

Aus der Kategorie »just politics«