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Schaukel mich wie ein Wirbelsturm

Aus der Kategorie »just listen«

Ja, ich weiß. Die Scorpions sind ein absolutes NoGo. Spätestens als Klaus „Kangoo-Mütze” Meine und Rudolf „Wasserstoffperoxyd” Schenker beschlossen haben als Botschafter des Rock’n'Roll durchs Unterschichtenfernsehen zu ziehen und zu Stammgästen auf Herrn Balders und Herrn Geissens Couch wurden ging gar nichts mehr.

Und seien wir ehrlich: Wäre David „ich spreche mit Autos” H. aus A. nicht so verdammt stolz darauf, dass er die Berliner Mauer mit seinem Lied zum Einsturz gebracht hat, hätten wir alle doch viel mehr im Blickfeld, dass Meine immer noch glaubt, er ganz alleine habe den Ostblock niedergepfiffen. Da haben die Hannoveraner Rocker einfach nur Glück gehabt, dass David einen unerreichbar größeren Sprung in der Schüssel hat.

Trotzdem: Die Scorpions waren meine erste Begegnung mit Rockmusik. Also so richtiger Rockmusik – als ich begann mich musikalisch zu emazipieren hielt man ja Duran Duran für harte Jungs.
Es war – wenn ich mich richtig erinnere – mein 14. Geburtstag und ich hatte mir das erste Sandra-Album gewünscht, bekam aber Besuch, der mir World Wide Live von den Scorpions mitbrachte.
Das Sandra-Album hab ich dann verkauft.

Mein Musikgeschmack wurde sehr schnell noch härter, aber das Scorpions-Live-Album blieb lange auf der Favoritenliste. Auch wenn mein headbangender Freundeskreis mich dafür damals schon verachtete.

Mein Musikgeschmack änderte sich noch ein paar mal und die Jungs blieben dabei immer mehr auf der Strecke – und als sie dann anfingen zu pfeifen waren sie endgültig für mich gestorben.

Und jetzt? Jetzt penetriert mich die Vorabendwerbung mit Werbung fürs letzte Album und die letzte Tour und irgendwie bin ich traurig. Schon seltsam.

Apropos „seltsam”: Heute Nacht bin ich irgendwann aufgewacht und summte im Geiste „Big City Nights” vor mich hin. Merkte dann, dass ich wohl nicht wieder einschlafen konnte und machte den Fernseher an.
Da lief ein Scorpions-Konzert.

Dann hatte ich Angst.

Wie auch immer: Machts gut Jungs.

Kommentare

18.04.2010
12:47 Uhr

joerg kommentierte:

Keine Rechtfertigungen, the exact same here: das Live Album, das “Love at the first sting” Album von 84 (kann man immer noch hören!), der schulterbreite selbstgemalte Aufnäher auf meiner Jeansjacke, auf der ansonsten auch die Logos von Sodom, Accept und Destruction usw. versammelt waren: meine Jugend und mir überhaupt nicht peinlich. Ja sogar die verdammten Balladen wie Always Somewhere, Holiday, When the smoke is going down, mal ganz zu schweigen von der Über-”Powerballde” Still loving you … (halt alles VOR Wind of change).

Naja, und dann kamen die Talkshowauftritte. Wie auch immer: CALIFORNIAAAAA!!!


18.04.2010
13:02 Uhr

Christian antwortete:

… ja, Aufnäher, genau …

Spooky, diese Parallelen. Entweder es gibt doch eine über allem stehende Instanz von “guter” und “nicht guter” Musik oder .. ich weiß es nicht.

> CALIFORNIAAAAA!!!
Ich hab sofort die Stelle wieder vor Ohren :)


Dein Kommentar:


Anderswo wird auch darüber gesprochen:

Am 15.04.2012 um 15:48 Uhr

[...] die Scorpions und meinen Weg zur etwas härteren Rockmusik hatte ich ja schon letztens geschrieben. Der Weg ging recht schnell – vermutlich weil man als [...]


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