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Icon zum ThemaWait for it… wait for it…

Ooooh… gleich ist es soweit… nur noch wenige Minuten… ich komme in 5… 4… 3… 2… 1… nein doch nicht. Aber jetzt, jeden Augenblick muss es doch so weit sein, gleich kommst Du durch.

2.05.2008 :: 10:01 Uhr :: 0 Kommentare » ::

Icon zum ThemaEine starke Gemeinschaft

Kennt Ihr die aktuelle Fernsehwerbung der WWK? Wo die Klasse eine Karikatur der Lehrerin an die Tafel gemalt hat und auf die Frage „Wer war das?” alle nacheinander aufstehen, weil so keiner bestraft werden kann?

Alles Lüge.

In der elften Klasse habe ich auf die harte Tour gelernt, dass nie! nie! niemals eine Klasse oder ein Kurs komplett das Gemeinschaftsinteresse vor den Eigennutz stellen wird. Nie.

Wir hatten eine Physik-Kurs, den wir wochenlang immer wieder nur laut lachend verließen, weil wir in der Doppelstunde vorher wieder absolut nichts verstanden hatten. Der neue Lehrer, den wir seit den Sommerferien hatten konnte einfach nicht erklären. Gar nicht.

Das ganze war natürlich nur lustig, bis die erste Klausur vor der Tür stand.
Ich stellte am Nachmittag vorher endgültig fest, dass mir weder Formeln noch irgendetwas anderes auch nur im Entferntesten etwas sagten und gab auf. Man muß auch mal die Eier haben, Null Punkte zu schreiben.

Morgens unterhielten wir uns und zuerst stellten wir im engereren Freundeskreis fest, dass es uns allen gleich gegangen war. Und einem Silberstreifen gleich erschien eine Idee am Horizont – und die ging so:

  • Wenn wir alle in unser Klausurheft statt der Lösung der Aufgaben einen Brief schreiben würden, dann würden wir alle Null Punkte bekommen, klar. In dem „Brief” sollte stehen, dass wir uns nicht genügend vorbereitet gefühlt hätten.
  • Wenn wir alle Null Punkte bekommen würden, dann müsste die Klausur von der Schulleitung abgezeichnet werden. Dann würde die unsere Briefe lesen.
  • Und da rechneten wir uns dann eine gute Chance aus, dass erstens die Klausur nicht gewertet und zweitens nachgeschrieben werden müsste. Mit besserer Vorbereitung.

Der Kenner bemerkt schon den Haken: Alle, also der gesamte Kurs, nicht nur wir 5 langhaarigen Outsider mussten mitziehen.

Wir marschierten also zu den anderen. Erstmal nachfragen, wie die Klausurvorbereitungen gelaufen waren. Schlecht, sehr schlecht sogar – das fanden wir prima.
Wir rückten mit unserem Plan heraus.

Und tatsächlich – sogar die ängstlichsten Punktesammler verstanden, dass der Plan funktionierte, wenn sie mitmachten und erklärten sich bereit, keine Formeln, sondern einen freundlichen Brief an Lehrer und Schulleitung im Heft zu hinterlassen:

Leider habe ich mich auf Grund mangelnder Vorbereitung im Unterricht nicht in der Lage gesehen, die Klausur zu schreiben und gebe deswegen mein Heft leer ab.

Und dann wollten wir die erarbeiteten Freistunden zusammen abfeiern.

Es fühlte sich großartig an. Wir hielten zusammen, wir hatten zusammen Stärke gegen die Schule entwickelt, es war toll. Adrenalin pur. Außerdem hatte ich mir Null Punkte gespart, das war ja auch nicht schlecht.

Wir verteilten uns im Raum. Wir packten Etuis und Klausurhefte aus. Wir bekamen die Aufgabenzettel – ein kurzer Blick bewies mir, dass der Plan immer noch richtig war.
Ich sah mich siegesgewiss im Raum um – und sah 10 Hinterköpfe. Und noch 4 Augenpaare, die ebenfalls verwirrt suchend im Raum umherblickten. Jedenfalls bis von vorne eine Ermahnung kam, wir sollten bitte mit unseren Blicken bei uns bleiben.

Ich war zwar verwirrt, schrieb aber los. Den vereinbarten Text. Klappte mein Heft zu, und stand auf. Verwirrt kam der Lehrer angelaufen, ich könne doch nicht jetzt… „Ja genau, und weil ich nicht kann, gehe ich jetzt” konterte ich.

Er nötigte mich, mir doch wenigstens hier noch diese Teilaufgabe anzusehen und musste zum nächsten flitzen, der gehen wollte. Auch da erzwang er noch eine kurze Beschäftigung, aber nach 20 Minuten standen wir zu viert vor dem Schultor.
Sehr hin- und hergerissen zwischen dem Herzklopfen über unseren Mut, über den Bammel, dass der Plan aber jetzt für die Tonne und die Null Punkte sicher waren und voller Wut auf die anderen, die beim Rausgehen unseren Blicken ausgewichen waren.

Aber fürs Leben hatten wir was gelernt.

(Wen es interessiert: Auch die, die es versucht hatten mussten abbrechen und kamen nicht über eine solide Vier minus. Und die Streber-Sau die verzweifelt als einziger bis zum Ende der Zeit geblieben war hatte die fünftschlechteste Arbeit. Wenn sie denn gewertet worden wäre. Wurde sie nicht, der Lehrer stellte den Unterricht um und wir lernten was. Die Nachschreibklausur schrieb ich mit 13 Punkten)

Ach und ich glaube nächste Woche erzähle ich Euch, wie der Herr Nachbar und ich unter dem Tisch mit den Hosen in den Kniekehlen (Nein, nicht so wie Ihr jetzt denkt) im selben Physikraum über die Entstehung des Universums philosophierten. Herr Nachbar, das ist doch inzwischen verjährt, oder?

29.04.2008 :: 20:15 Uhr :: 8 Kommentare » ::

Icon zum ThemaStrange World

Großer Sonntag-Morgen-Spaß: In der Wikipedia über Kindersendungen lesen, die ich nicht aktiv verfolge oder am besten gar nicht kenne. Innerhalb dieses Logik-Kosmos gibt es dann so wunderbare Sätze, die außerhalb absolut keinen Sinn machen:

Er arbeitet im Schnellrestaurant Krosse Krabbe als außergewöhnlich motivierter und begabter Burgerbrater und wurde dort 26 Mal hintereinander zum Mitarbeiter des Monats gewählt.

(Spongebob)

Bei einem Kampf gegen das böse wird er in einen Frosch verwandelt.

(Power Rangers)

Dabei bekommt er die mystischen Affenkräfte

(Kim Possible)

Und so weiter …

27.04.2008 :: 12:20 Uhr :: 4 Kommentare » ::

Icon zum ThemaOffener Brief an RTL 2

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Erschrecken habe ich gestern Abend während der Sendung „Big Brother” mitangesehen, wie der Bewohner Serafino die neue Mitbewohnerin Steffi so lange bedrängte, bis sie mit ihm schlief. Das alles wurde von Ihnen vor der Werbepause mit den Worten „heisse Liebesnacht” (oder sinngemäß ähnlich) angekündigt und mit launiger Musik unterlegt – die mich und auch sicherlich andere Zuschauer nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass dort quasi eine Vergewaltigung stattfand.

Nur weil Serafino keine körperliche Gewalt angewendet hat (sondern statt dessen den von ihm bereits im Tagesverlauf aufgebauten psychischen Druck noch weiter verstärkt hat) bedeutet das ja nicht, dass keine Gewalt stattfand. Denn auch die zuständigen Redakteure müssten wissen, dass auch psychischer Druck Gewalt ausübt.
Der Zuschauer sah, dass Steffi ausdrücklich „Nein” zu Serafinos Wunsch nach Sex sagte – und als nächstes das miteinander schlafende Paar.
Ob und wie sie ihre Meinung noch ausdrücklich geändert hat war nicht ersichtlich und so muss ich davon ausgehen, dass Serafino gegen ihren Wunsch mit ihr schlief.

Ich bin entsetzt, dass Sie statt – wie es meiner Meinung nach Ihre Pflicht gewesen wäre – sofort einzugreifen diese Szene auch noch – durch Musik, Ankündigung und Platzierung direkt am Schluß der Sendung – besonders heraus gestellt haben.

Leider bin ich nicht in der Lage, etwas von Ihnen zu fordern, sonst würde ich Sie hiermit auffordern, Serafino sofort aus dem Haus zu verweisen. So bleibt mir nur zu hoffen, dass Sie zumindest im nachhinein selbst auf die Idee kommen, zu dieser Situation eindeutig Stellung zu beziehen.

Für den Fall, dass die Situation in Wirklichkeit anders war, als sie von mir während der Sendung gestern Abend wahrgenommen wurde und Sie selbst durch Schnitt und fehlende Zeiteinblendungen den Eindruck der Situation derart verschärft haben möchte ich Ihnen hiermit mein Entsetzen darüber zum Ausdruck bringen, dass Sie es für unterhaltsam erachten, wenn ein Mann eine Frau so lange bedrängt, bis sie bereit ist mit ihm zu schlafen.

Ich veröffentliche diese eMail zeitgleich in meinem Weblog www.jawl.net und hoffe, dass ich von Ihnen eine Antwort bekomme und die auch dort veröfentlichen darf.

Viele Grüße
Christian Fischer

4.04.2008 :: 16:33 Uhr :: 4 Kommentare » ::

Icon zum ThemaAlles eine Frage des Blickwinkels

Den meisten von uns ist das Wort Gehirnwäsche schon einmal begegenet – aber genaueres können sich wahrscheinlich die wenigsten vorstellen.

Wikipedia erklärt im Einleitungssatz: „Gehirnwäsche ist ein Konzept zu so genannter psychologischer Manipulation” und mir hat Robert Anton Wilson in seinem Buch Der neue Prometheus das erste mal ein Bild davon vermittelt, wie man ein Gehirn – also eigentlich ja ein Denken, wie man Überzeugungen – komplett ändern können könnte.

Ohne sich zu sehr in Details zu verlieren geht Wilson davon aus, dass man einen Menschen zuerst von allem Überlebenswichtigem abschotten kann – indem man ihm z.B. Nahrung, Schlaf und psychische Sicherheit, also zB einen Rückzugsraum und vertraute Personen nimmt.

Wenn man ihm dann in der Phase tiefster existenzieller Verunsicherung neue Sicherheiten – also wieder Nahrung, Sympathie, … – anbietet und die aber mit fremden Gedankengut verbindet wird das Opfer leicht bereit sein, diese neuen Überzeugungen anzunehmen, um eben die neuen, lebenswichtigen physischen und psychischen Sicherheiten zu bekommen.
Unsere moderne Gesellschaft spricht von Folter und ächtet so etwas.
Ähnliches – aber von den Tätern wohl eher unbeabsichtigtes ist im Umfeld von Geiselnahmen unter dem Namen Stockholm-Syndrom bekannt.

Das alles ist natürlich total widerlich, wenn man ein bißchen intensiver drüber nachdenkt. Menschen werden in ihrem tiefsten Innern manipuliert und gebrochen, um irgendwelche Ziele zu erreichen.

Heute Abend lief im Fernsehen wieder „Teeenager außer Kontrolle – letzter Ausweg wilder Westen”
Die Teenager, die bei dieser Maßnahme – warum auch immer – mitmachen werden aus ihrem Umfeld gerissen und finden sich mitten in der Wüste wieder. Sie haben weder ihre gewohnten Bezugspersonen noch etwas anderes oder jemand Vertrautes um sich herum. Sie sind 200km entfernt von jedem Ausweg und haben nichts, woran sie sich noch festhalten können.
In dieser Phase tiefster existenzieller Verunsicherung kommn Betreuer und bieten ihnen wieder Sicherheit, Stabilität und Freundschaft. Aber nur in Verbindug mit den Regeln, von denen sie sich in der letzten Zeit so weit entfernt haben.

Das alles ist natürlich ein total cooles pädagogisches Konzept wenn man mal genau hinguckt. Kriminelle Jugendliche werden in der Einsamkeit der Wüste auf ihr innerstes zurückgeführt, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen.

26.03.2008 :: 23:10 Uhr :: 3 Kommentare » ::

Icon zum ThemaTimes are-a changing

(Absolut ziel- und pointenloses vor – mich – hin – sinnen)

Hier läuft gerade MTV. Fetter Fettes Brot Tag ist heute. Nachdem ich die Jungs damals™ mal kurz kennenlernen durfte und ihre musikalisches Schaffen eh recht interessiert verfolge bin ich natürlich hängen geblieben. Im MTV-Masters bekamen die jüngeren unter den Zuschauen einen kleinen Rückblick in die Bandgeschichte. Spannend: Zwei Geschichten waren dabei, an die ich mich anders erinnere – naja, vielleicht vertue ich mich ja auch.

Aber jetzt mal weg von den Broten – ich überlege ob das wohl so ist, wenn man ein Star ist – ob man dann die Geschichten, die man irgendwann als offizielle Version vom Manager serviert bekommen hat so oft erzählt hat, dass man sie selbst glaubt? Oder ob man auch nach 10 Jahren noch einen kleinen Stich bekommt, wenn man wieder die alte Lüge erzählt?
Ich werde es nicht mehr herausfinden.
Obwohl – Al Jarreau hat sich auch erst mit 30 endgültig für die Musik entschieden…

Inzwischen läuft Werbung.
Rock am Ring ist ausverkauft. Nach Jahren, in denen ich teilweise feststellen musste, dass mir die Namen nichts mehr sagten und ich mich mehr tot als alt fühlte werben sie jetzt mit einem Line-Up das ich nicht nur kenne, sondern wo ich auch jede Band gerne mal sehen würde. Aber nicht zusammen mit 70000 ungewaschenen anderen zusammen auf einer Wiese. Dafür war ich schon mit 20 zu alt.

Überhaupt war meine erste Reaktion auf die Festival-Ankündigungen ein wohliges Gefühl von Wiederholung und Vertrautheit. So, wie wenn samstags morgens der Eiermann klingelnd durch die Strassen fährt – so wie er es schon immer getan hat.
Ein gutes Gefühl nach dem langen Winter – es wird heller draussen, alle planen wieder etwas und man kann sich auf die Konzerte des Sommers freuen. Und gleichzeitig habe ich damit abgeschlossen, mich an den Festival-Wochenenden in die Eifel zu wünschen.

Erwachsen? Oh GottOhGott. Aber vielleicht älter. Vielleicht kauf ich mir nächstes Jahr mal einen Volvo KombiAudi.

Apropos Kombi: Bin ich eigentlich der einzige, den die Isi aus dem Container ganz extrem an Miss Piggy erinnert?

18.03.2008 :: 19:38 Uhr :: 3 Kommentare » ::

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