Was meint Sat1 genau, wenn Sie „das weiss ja jedes Kind” als „die neue Erfolgsshow” ankündigen? Dass bei der ersten Folge jemand zugesehen hat?
Wenn man bei BurgerKing vegetarisch essen will hat man nicht nur das Glück, dass der Coutry Burger echt lecker ist, sondern zusätzlich noch das, dass niemand das Ding isst und so immer frisch zubereitet wird.
Die Cold-Call-Schlampen, die hier so anrufen haben eine neue Methode zu reagieren, wenn ich danach frage, woher sie die Nummer haben: Sie rattern ohne Atempause einen Satz herunter, dass ich wohl meine Adresse irgendwo angegeben hätte und selbst schuld sein und in Zukunft besser aufpassen müsse und legen auf. Ich kam echt nicht mehr dazwischen.
Wer meinen last.fm-Account im Blick hat und sich wundert: Ja, ich höre im Moment alle meine Musik von A bis Z. Muss man auch mal machen – ich entdecke viel neues.
21.07.2007 :: 10:32 Uhr ::
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Im Mittelalter kamen die Minnesänger an einen Hof und beteten die Burgfräulein aus der Ferne an.
Das ganze musste natürlich platonisch bleiben und so entstand neben allerlei Tanderadei das Ideal der wahren, reinen Liebe. Oder so.
Wir sind da natürlich alle viel weiter. Wir können abends im Club jemanden fragen „Hey, Du siehst toll aus, ich seh Dich schon den ganzen Abend. Willst Du mit mir schlafen?” und bekommen manchmal (falls wir Jungs sind) oder meist (falls wir Mädchen sind), was wir wollen. Manchmal sogar Frühstück. Selten Respekt.
Tolle neue Zeit.
Vor ein paar Tagen kam ja die neue CD der Fantastischen Vier bei mir rein. Kurz danach wollte sich die ebenfalls in-vier-zierte Frau serotonic über die CD unterhalten.
Und obwohl das Ding quasi auf Dauer-Repeat lief konnte ich nicht so recht mithalten.
Und jetzt habe ich mich die letzten Tage gefragt, woran das liegt.
Ok, früher hatte ich mehr Zeit. Ich lebte auf dem Dorf und hatte wenig Abwechslung.
Und wenn mir jemand eine LP geliehen hatte…
… wenn ich sie dann in der engen 30×33cm-Tüte vorsichtig durch das Chaos eines mittaglichen Schulbusses manövriert hatte…
… wenn Papa und Mama nicht mehr das Wohnzimmer mit der guten Anlage blockierten …
… wenn die nächste Cassette aus dem 10er-Pack Maxell XL II 90 aus der statisch klebenden Hülle gefummelt war …
… wenn die Platte sorgfältig gereinigt war …
… wenn mit dem Refrain des ersten und dem des dritten Songs sorgfältig bis hart unter den Rand des roten Bereiches ausgesteuert war …
… wenn sich dann endlich endgültig die Nadel senkte und die Pause-Taste losgelassen wurde …
… dann war das etwas wie eine kleine Feier, Ihr merkt es schon. Sehr bedächtig, sehr bewusst, vielleicht sogar etwas erotisch. Je nach Künstler.
Dann musste noch die Hülle beschriftet werden. Das setzte sorgfältiges Studium des Covers zur Auswahl der übernommenen Informationen und zur genauen Imitation von Logo und verwendeter Schrift voraus – darüber konnte dann so eine A-Seite schon mal vergehen. Vor allem wenn man sich beim zweiten Stück noch gleich am Text festlas.
Dagegen ist der Vorgang, eine CD ins Laufwerk zu schieben, und sich vom Programm der Wahl Cover und Titel aus dem Internet ziehen zu lassen ein Scheiss.
Nein.
Nicht mal das.
Und auch wenn ich die Cassette dann im Auto hatte, dann lief sie erstmal rum. Und rum. Und rum.
Da alle „Skip-dieses-Stück”-Systeme eh nie funktionierten gab es keine schwachen Stücke, die man jetzt nicht hören wollte. Eine Platte, ein Album war immer ein Gesamtkunstwerk.
Und heute? Aus Konzepten, die sich Künstler ausgedacht haben werden einzelne Fragmente herausgerissen und in Playlists verpackt.
iTunes übernimmt die anstrengende Arbeit, mir meine Lieblingstitel auszuwählen.
Sorgsam überlegte Spannungsbögen werden totgeshuffelt.
Und am Ende hat man 14 Tage Musik auf irgendeiner Festplatte (können auch nur noch 9 sein, nach dem letzten Headcrash ist was verlorengegangen, aber man hörts ja eh nicht), im Auto läuft auch mindestens ein 6er Wechsler oder 750MB MP3s und ein Song hat zwei Takte um zu gewinnen und dem Skip-Knopf zu entgehen.
Und das Ergebnis? Man hört immer den gleichen Scheiss. Je neuer, je sperriger (je besser?) ein Lied ist, desto schwerer hat es es. Wenn ich mir eine neue Playlist anlege – was ja noch einigermaßen vergleichbar mit dem sorgsamen Erstellen einer Mix-Cassette ist – dann merke ich, dass ich einen Großteil meiner(!) Songs, die ich mir gerippt habe gar nicht namentlich kenne. Und einen guten Teil gar nicht.
Ich erinnere mich also jetzt mal an die guten alten Zeiten und hör jetzt mal ne CD.
Tanderadei.
8.05.2007 :: 07:08 Uhr ::
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Selbstbeschiss galore.
Kaum habe ich die Rubrik „Zuletzt gehört” in der Sidebar und mein last.fm-Profil wiederbelebt, habe ich mir gleich mal ein paar Jazz-CDs ins Büro geholt.
Um mir meinen Ruf mit meiner unterirdisch schlechten MP3-Sammlung nicht zu versauen.
Da sag bloss noch mal einer, man blogge ja eh nur für sich selbst und nicht für die Leserinnen.
25.03.2007 :: 12:58 Uhr ::
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