Das was Ihr auf dem folgenden Bild seht …:

… ist mein Firefox beim Blick auf meine Bilder bei Flickr. Schick, hm?
Möglich machts das wunderbare AddOn Piclens, das es auch für den Safari gibt.
Das AddOn funktioniert so:
Wenn eine Website einen Feed mit Bildern anbietet – also zB Flickr, aber auch Fotoblogs oder andere Bilderdienste – kann ich auf Mausklick diese Bilderwand einblenden, die mir natürlich einen viel besseren Überblick bietet als eine Liste oder eine Übersichtsseite. Die Bilderwand kann ich schick an mir vorbeiziehen lassen – will ich ein Bild näher sehen klicke ich drauf und komme in eine Slideshow-Ansicht, die die Bilder im Vollbild präsentiert.
Via OS X Freeware – Kostenlose Mac-Software
Erinnert sich noch jemand an Videocassetten? Gut. Erinnert sich auch noch jemand an den Kampf zwischen VHS, BetaMax und Video 2000? Nein? Kurz gesagt gab es damals mehrere Video-Cassetten-Systeme von denen sich (Hallo Mr. Darwin – wie schmeckt Ihnen das?) nicht das technisch beste durchgesetzt hat. Sonst hätten wir nämlich alle BetaMax-Videorecorder gehabt.
So ähnlich kommt es mir ja manchmal mit WordPress vor.
Die eine oder andere Leserin mag sich erinnern, dass ich eine Zeit lang versucht habe in einem eigenen Blog über User-Interfaces zu bloggen. Aber man verhaspelt sich ja, wenn man zu viele Blogs hat und so … aber egal, was ich eigentlich sagen wollte: Da hatte ich damals mal Serendipity ausprobiert. Ich wollte ein Jahr nach meinem Umstieg auf WordPress mal wieder was neues sehen.
Und ich war beeindruckt. Alle schien mir irgendwie runder, alles war genau das kleine bißchen besser gemacht. Der Adminbereich war logischer (und viel schöner!), die PlugIn-Funktionalität hat mich umgehauen, der Code war meines Erachtens sauberer.
Alles also toll.
Und auch, wenn man sich im Web mal an Stellen herumtreibt, wo nicht nur End-User, sondern Menschen mit technischer Ahnung sitzen bekommt man diese Meinung bestätigt: Serendipity ist das bessere System.
Trotzdem ist WordPress deutlich verbreiteter – aber wir haben ja damals schon bei den Videocassetten gelernt, das das nicht an der Güte des Systems hängt. (Bei mir hing es übrigens einfach daran, dass Smarty und ich auf den entgegengesetzten Seiten des Verständnishorizontes bewegen. Aber das nur zur Erklärung, warum ich hier über die eine Software lobhudele und die andere benutze.)
Warum ich überhaupt davon erzähle?
Garvin „Mr. Serendipity” Hicking hat – wie ich gerade lesen konnte – sein Serendipity-Handbuch fertig geschrieben:
Rund 700 Seiten liegen dem Verlag derzeit zur Korrektur und Verfeinerung vor, prall gefüllt mit ausführlichen Beschreibungen von allem, was mit Serendipity zu tun hat.
Viel Herzblut und Freizeit ist in das Buch geflossen, und ich hoffe damit sehr, den Nutzern endlich eine vollständige Dokumentation in die Hand geben zu können. Gleichermaßen ist es auch für Neulinge zum System gedacht, da alle Aspekte des Systems beschrieben werden.
Das klingt verheißungsvoll – also sollte man gleich mal zu Amazon rüber und das Serendipity-Handbuch vorbestellen. Dann erscheints nämlich schneller. Sagt Garvin.
Gebundene Ausgabe: 500 Seiten
Verlag: Open Source Press; Auflage: 1 (Mai 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3937514546
ISBN-13: 978-3937514543
So, jetzt hat er gerade angerufen, der Mensch von der Süddeutschen (bei denen ich ja vor ein paar Tagen mein Abo gekündigt hatte)
Vielleicht ist es eher selten, dass ihm mal jemand die Frage nach dem Grund der Kündigung so klar inhaltlich beantworten kann – er wirkte zumindest eher überrascht.
Und so konnte er auf meine Aussage, als langjähriger Blogger und Webworker fühle ich mich durch die Web-feindliche Haltung seiner Zeitung so langsam aber sicher persönlich beleidigt auch nur etwas hilflos entgegegnen, das sei sicher nicht ihre Absicht gewesen.
Aber er hätte natürlich jetzt trotzdem noch ein Angebot versuchte er es noch einmal, aber ich wollte nicht.
„Dann haben wir es wohl wirklich vergeigt?” schloß er.
Ja. Haben Sie.
Cem fragt, ob sich mein Sozialverhalten durchs Bloggen verändert hat.
Ich denke schon, aber ich hol mal ein bisschen aus.
Als ich damals, als das Bloggen gerade aus den finnischen Clubs herüberschwappte (2001 sagte man das so), begann auch täglich ins Internet zu schreiben, geschah das aus einem sehr undiffenzierten „Das will ich auch!”-Gefühl heraus. Ich war schon ein paar Jahre im Internet unterwegs und hatte auch schon vorher eine „Homepage” gehabt, hatte aber immer versucht damit anders zu sein als die typische „Homepage”. Ohne genau sagen zu können, was denn anderes sein sollte. Und dann hatte ich die ersten Blogs entdeckt und es schien: Bloggen war die Lösung.
Als man mich sehr schnell auf das allerschärfste oder einfach nur so begrüßte und mir Kommentare hinterließ, sobald ich die Möglichkeit dazu bot, da merkte ich auch, was anders war. Denn da waren Menschen, die anscheinend irgendwie mit mir kommunizieren wollten.
Mein diffuses Gefühl bewies sich dann das erste mal so richtig, als jemand da draußen den Namen „jawl” entern wollte und offensichtlich von vielen Seiten soviel unangenehmes Feedback bekam, dass er nach ein paar Stunden Kommentare-Löschen entnervt aufgab – das war ein sehr überwältigendes Gefühl.
Spätestens da war das jawl nicht mehr nur noch ein Ventil, um zu schreiben und meine kleinen Alltags-Betrachtungen loszuschicken sondern mehr: Es kam etwas zurück.
Kurze Zeit später bekam ich die Gelegenheit, das erste mal andere Blogger kennen zu lernen. Neben zwei netten Menschen lernte ich auch das Gefühl kennen, dass man offensichtlich seinem Bauch ganz gut vertrauen kann – und Menschen anhand ihrer Blogs einschätzen kann.
Bis heute habe ich nie daneben gelegen – wenn ich jemandes Blog mochte, dann mochte ich auch ihn.
Was ich so mag am Bloggen, das ist der Weg des Kennenlernens. Über meine tägliche Blogrunde nehme ich in der einen oder anderen Art und Weise am Leben einiger Menschen teil, die ich so nie kennen gelernt hätte. Zum einen, weil sie an den verschiedensten Stellen des Landes oder der Welt sitzen, zum anderen aber auch, weil ich auf angenehmst anonyme Art und Weise etwas von ihnen kennen lerne, bevor ich überhaupt erst checken muss, ob mir – im wörtlichen Sinne – ihre Nase passt. Von den meisten weiß ich zuerst ja gar nicht wie sie aussehen, aber ich erlebe einen Teil ihrer Gedanken. Ihre Meinung zu Dingen, ein paar Gefühle oder Stimmungen. Allen ist gemeinsam, dass sie den Mut und die Lust daran haben, sich im übertragenen Sinne einfach mal hinzustellen und zu sagen „Hier bin ich, habt Ihr nicht Lust vorbei zu kommen!?” Sie bieten mir etwas an, geben mir manchmal Wissen oder haben Lust, mit mir Musik-, Lese- oder Linktipps auszutauschen oder machen sich einfach ihre Gedanken, die auch mir hier oder da helfen. Und da sie mich als Leser ja auch erst einmal gar nicht kennen können auch sie ja nicht wissen, wie ich wohl bin.
Und genau das – was ja auf den ersten Blick nach einer völlig sinnlosen Pseudo-Kommunikation zwischen Unbekannten aussieht – macht meiner Meinung nach viel vom Zauber aus: Wenn ich blogge, macht es keinen Sinn mich zu verstellen. Da ich überhaupt nicht erst in die Versuchung kommen kann, mir anhand von Nase, Frisur, Kleidung, Stimme, oder sonst was ein Urteil über mein Gegenüber zu erlauben, macht es einfach keinen Sinn, mich schon vor dem ersten Wort darauf einzustellen. Was wir bei den Real-Life-Begegnungen ganz natürlich tun.
Natürlich – und das wissen wir alle – ist das Blog nicht unser Leben, sondern nur das Blog, nur ein Ausschnitt und auch nur ein Bild. Aber wenn ich schreibe, dann weiß ich nicht, ob ich gerade den Punk oder den Banker anspreche. Weiß nicht, ob Junge oder Mädchen, groß oder klein, schön oder hässlich. Ich sehe kein Gesicht, bevor ich anfange zu sprechen und ich kann nicht vorher entscheiden, wie ichs denn sagen will. Ich kann – als Blogger – mich einfach nur hinstellen und es tun.
Und als Leser kann ich schauen, ob ich etwas damit anfangen kann. Ob es da Dinge gibt, die mich ansprechen, die mich anregen, die mir vielleicht etwas hinter einem Tellerrand zeigen oder auch an denen ich mich reiben kann. (Wer von Euch noch nie ein Blog gelesen hat, gerade weil er den Schreiber und jedes seiner Worte gehasst hat, der trete vor!)
Und so finde ich jeden Tag aufs neue da draußen eine Menge Menschen, die mit Lust und Mut und ohne Vorurteile einfach auf mich zukommen. Das ist eine ganz, ganz wunderbare Sache, die mich immer wieder sehr froh macht. Vor allem, weil sich hier und da immer mal wieder Gelegenheiten ergeben, das anonyme Vehikel „Blog” zu verlassen und mehr daraus zu machen. Kommentare oder eMails zu schreiben, oder welche von den Menschen dahinter kennen zu lernen und mich zu freuen, wenn mein Bauch mich wieder nicht getäuscht hat.
Und so hat – um im großen Bogen endlich darauf zurückzukommen – das Bloggen mein Sozialverhalten sehr wohl geändert. Ich habe nämlich zu einen gelernt, meinem Bauch zu vertrauen. Und das kommt mir natürlich auch außerhalb des kuscheligen Internets sehr zu gute.
Zum anderen habe ich Menschen kennen gelernt die meinen Horizont erweitert haben. Manche davon habe ich getroffen, habe sie mögen oder lieben gelernt und sie sind Freunde oder sogar Familie geworden.
Und – last but not least – habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich durchaus lohnt sich erst einmal mit nichts als sich selbst auf die Kiste zu stellen und zu sagen „Hier bin ich.” Es kommt bestimmt jemand vorbei, dem man gefällt. Beruflich nennt man diese ganze Prinzip ja gerne „Netzwerken” und da lohnt es sich auch, und zwar noch einmal ganz anders.
(via Don)
Habe mich gerade bei dem wohl noch recht jungen Blogverzeichnis Bloggeramt angemeldet. (Gefunden habe ich es bei Biggi).
Sieht ganz interesant aus – man kann sich schön mal treiben lassen und sieht mal wieder mehr als die tägliche Blogroll – ich muss nämlich gestehen, dass mir das manchmal echt fehlt, nachdem es hier in Bloggersdorf (sagt man das noch so?) immer voller wurde.