Im jawl:

Christian Fischer

Christian Fischer? Webworker und Blogger.
Hobby-Musiker und Hobby-Fotograf.

Seit 2001 schreibe ich hier dieses Blog.
Hier findest Du paar Worte über mich und hier mehr über dieses Blog.

Und sonst:


Die letzten Artikel …

Warum Blogs alle gleich aussehen und Deins nicht.

Aus der Kategorie »just people«

Ja, die Überschrift ist wieder etwas clickbaitig. Ich finde das ironisch, deswegen tu ichs.

Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Artikel in dem ich beschrieb, wie die Kommerzialisierung von Weblogs geschah. Als jemand, der selbst vor fast 17 Jahren angefangen und nie aufgehört hat, der für 5 und für 10000 Menschen am Tag geschrieben hat und der in dieser Zeit die Blogszene immer aus großem persönlichen wie beruflichen Interesse im Blick hatte fühlte ich mich da kompetent genug.

Für meine – im Moment sehr bescheidenen – Verhältnisse ging der Artikel ziemlich steil.

Ich beschrieb also eine Entwicklung und ließ dabei – dafür ist das hier ja ein Blog – meinen Unmut über „den Werber“, der ohne eigene Leidenschaft versuchen muss, andere vor seinen Karren zu spannen nicht hinterm Berg. Ich erklärte, dass Blogs technisch gesehen nahezu 100% das sind was Google sich vom Web wünscht und dass sie exakt deswegen – nach einer anfänglichen Phase des Verhöhnens – für Werber interessant wurden.
Und ich schloß an, dass dadurch „Bloggen“ nach außen den Anschein erweckte, es könnte Fame und Geld auf einmal bringen. Dass das neue Menschen anzog, die es zum Beruf machten, gegen Geld etwas ins Netz zu schreiben und das eben auch „Bloggen“ zu nennen.

Was spannend war: Die Reaktionen auf meinen kleinen Artikel, die ich mitbekam, die ordnete diesen Artikel in die ebenso alte wie müßige Diskussion „Darf man mit Bloggen Geld verdienen?“ ein. Und bezogen entsprechend Stellung. Und mein Kopf so: Häh? Wo steht das?

Ich möchte deswegen etwas ergänzen. Ich möchte etwas ergänzen, denn ich habe heute Morgen bei Lina Mallon den perfekten Satz gefunden, den Satz, der beschreibt wen ich meine. Lina Mallon? Jemand, die von ihrem Blog lebt, soweit ich das weiß. Jemand, die als Bloggerin das Wort Contentplan selbstverständlicher ausspricht als ich in meinen Social Media-Schulungen. Jemand, die anscheinend mehr Kooperationen hat als ich Leser an einem Tag und vollständig damit ihr Geld verdient. (Nein, ich finde das nicht schlimm.) Jemand aber auch, die ich oft lese, weil dahinter mehr schimmert als ein sorgfältiger Content-Jahresplan. Leidenschaft nämlich, hatte ich das Gefühl. (Und deswegen lese ich Blogs)

Wie zur Bestätigung jetzt heute ein Artikel, dass sie eine Auszeit braucht, weil Social Media sie müde gemacht hat.

Und darin der perfekte Satz:

Heute sind die, die etwas am besten können die, die augenscheinlich die meisten Follower haben. Während sie nur genau das können. Follower haben.

Lina, unbekannterweise: Pass auf Dich auf.


#WMDEDGT Dezember 2017

Aus der Kategorie »just people«

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

6:55
Höh? Ich könnte aber doch länger schlafen?
Im im Halbschlaf angeknipsten Dokufernsehen lerne ich etwas über die Top 3 der ungemütlichsten Orte der Welt: Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge, Tschernobyl und die Hölle.
Dokufernsehen ist auch nicht mehr das, was es einmal war.
Mal aufstehen und duschen.

16:49
Uups.
In der Zwischenzeit habe ich eine CMS-Schulung vorbereitet, eine CMS-Schulung gehalten und unfassbar viel Kleinkram gemacht. Absprachen, Absprachen, Projektorga, eine winzige Änderung an einer Website hier, ein Script einfügen da und dort ein kurzes Gerspräch darüber, ob das Layout, das sich die Grafik-Agentur so vorstellt, umsetzbar ist. Der einen lieben Bloggerin erklären müssen: Das wir etwas teurer, aber ich bemühe mich, dass es nicht zu sehr teurer wird. Der anderen lieben Bloggerkollegin ihr Konzept gelesen und zum conchieren in den Hinterkopf gelegt,.

Und vor allem: Einblicke in den Arbeitsalltag anderer Menschen bekommen … puh. Ich sag mal so: bevor Ihr meckert, dass irgendetwas an der Schule Eurer Kinder nicht so perfekt rund läuft, wie Ihr es gern in dem Moment hättet, denkt bitte an eins: Diese Menschen reißen sich dort im Großen und Ganzen unter teilweise ungünstigsten Bedingungen ein Bein aus. Schule ist in Deutschland in den letzten Dekaden ebenso langsam wie gründlich herunter gewirtschaftet worden, es wurden Stellen gestrichen, nicht für Nachwuchs gesorgt, Aufgaben vermehrt und dafür nötige Stunden vermindert. Bitte, meckert nicht immer auf Lehrern rum. Meckert lieber gegen das System. Geht zum Kultusministerium und fordert mehr Geld, mehr Stellen, bessere Ausbildung. Geht nicht zu denen, die darunter leiden und sich trotzdem bemühen Eure Kinder gut zu versorgen.
Ja genau, das alles sprang während einer CMS-Schulung in meinen Kopf.

Jetzt ’ne Runde spazieren und den Kopf etwas frei pusten lassen.

20:42
Die Stadt rauf und runter gelaufen, kurz eingekauft, Baden gewesen, Bimbes geguckt. Nicht überrascht gewesen.
Der Tag war zu unstrukturiert, zu chaotisch. Zu schnell hintereinander kamen die verschiedenen Anforderungen, die ich oben in der Formulierung „unfassbar viel Kleinkram“ versteckt habe.
Jetzt Bett.


Programmhineis: Nicht lizensierte Bilder finden

Aus der Kategorie »just tools«

Fast jeder, die oder der Fotos macht und im Web zeigt, kennt es – leider: Man findet die eigenen Fotos auf irgendwelchen anderen Websites wieder.

Ist doof, aber ich habe zumindest eine Teillösung gefunden. Und drüben darüber gebloggt.


Wie sich die Blogszene kommerzialisierte und warum heute alle Blogs gleich sind.

Aus der Kategorie »just work«

Dieser Post entstand eigentlich als dahingeranteter Kommentar bei Frau Brüllen, als die von einer Family-Bloggerkonferenz zurück kam und … ähm … etwas erstaunt war, worüber da so gesprochen wurde. Ich hab ein paar Tage drauf rumgedacht, aber eigentlich ist er einen einen eigenen Artikel wert. Ich habs geringfügig sprachlich angepasst, hier und da wenig, später auch etwas mehr ergänzt, Tippfehler beseitigt und neue hinzugefügt.

Frau Brüllens Posting beschreibt meiner Meinung quasi das Problem der Blogs und ihrer Kommerzialisierung in a nutshell.
Blicken wir doch mal zurück: Blogs haben damals nun einmal als persönliche „Tagebücher“, persönliche Kolumnen über Gott und die Welt angefangen. „Damals“ bedeutet übrigens – entgegen der Meinung vieler Blogger heute, die entweder 2009/2010 oder 2005/2006 als „früher“ bezeichnen, eher so 2000/2001. Da fings an mit den Blogs.
Deswegen wurden sie – damals – auch erstmal verspottet.

Dummerweise bedienen Blogs so sehr genau das, was Google sich vom Web wünscht – nämlich regelmäßige Fachartikel in einem Fachumfeld mit vielen Verlinkungen raus und rein und das alles mit mittellanger Textlänge, dass ich jemanden weiß, der auf seiner Papier-Visitenkarte jahrelang stehen hatte: „Google (sein Name)“, weil er eben derjenige war, der dann auf Platz eins kam. Mit seinem Blog. Er war da nicht der einzige, wir anderen hatten nur keine Visitenkarten.

Das haben die Werber natürlich arg gehasst denn auf diesen Platz eins wollten sie ja mit ihren Kunden hin. Nach ein paar Jahren des offenen Hasses (wer interessiert ist, googelt „Klowände des Internet“) haben sie resigniert und haben geguckt, was Blogger eigentlich so tun. Leider haben sie es es großteils nicht verstanden und konnten es nicht kopieren. Zu weit war es von ihrer Denke entfernt.
Also haben sie angefangen, Blogger zu umgarnen und zu vereinnamen – sie haben es aber natürlich „ernstnehmen“ genannt. (Exkurs: Wer an den Anfängen dieser ersten Zusammenarbeit interessiert ist, der googelt „Opelblogger“. Die teilnehmenden und die diskutierenden Blogs sind afaik alle noch online. Exkurs Ende)
Warum blieb ihnen nichts anderes übrig?
Leider fehlt Werbern genau das, was Blogger ausmacht: Leidenschaft. Auch wenn jetzt die Werber unter den Lesern aufjaulen und sich natürlich leidenschaftlich finden – es gibt einen Unterschied, ob ihr mit Leidenschaft zur Arbeit geht, oder ob man dann in Euren Texten über Schraubenfabrik XY die Leidenschaft für die Schrauben spürt. Ihr wisst das auch eigentlich.
Außerdem fehlt ihnen die Zeit: Welcher Kunde zahlt schon über Jahre jeden Tag eine Texter- und eine Fotografenstunde? (Und welcher Kunde hat soviel zu erzählen??)

Nachdem dann die ersten Blogs Geld machten ohne sich dabei aufzugeben (wie die Mama aus Köln oder die coole Sau aus Kiel zum Beispiel) wurde Bloggen als „Beruf“ natürlich attraktiv. Wer, der sich irgendwann in seinem kleinen Zimmer unter der Treppe bei einem Blogdienst angemeldet hatte um ein paar Gedanken zu Papie… äh Bildschirm zu bringen ahnte schon, dass man da Geld mit verdienen könnte? Außerdem waren selbst die miserablen Preise, die Werber für einen Blogtext ausgaben für jemanden, der noch nie mit Werbung und den realen Kosten für Texterstellung zu tun gehabt hatte, vollkommen jenseits dessen, was sie für „ach, ich hab doch nur was geschrieben und es macht mir doch Spaß“ jemals gedacht hätten verdienen zu können.

Es entstand also das Gerücht, man können mit Bloggen Geld verdienen.

Tja, die Folgen sehen wir jetzt. Menschen, deren Antrieb nicht ist „ich möchte schreiben weil mir das gut tut, weil ich Austausch mag und Menschen kennen lerne“, sondern deren Antrieb „Ich möchte Fame und Geld“ ist, nennen sich Blogger oder Influenza.
Der Preis des Ganzen: Dann müssen sie über Werber-Themen reden und nicht über ihre eigenen Inhalte oder ihre Leben. Muss nämlich gerade das neue Buch von Susanne Fröhlich verkauft werden, dann ist es uninteressant, wenn im Blog gerade seitenlang der Fund der signierten Thomas Mann -Gesamtausgabe auf Papis Speicher abgefeiert wird.
So schwindet in den kommerziellen Blogs genau die Vielfalt, die man als Blogleserin eigentlich am Medium schätzt. Deswegen häufen sich Lifestyle- und Family-Blogs, die alle über den gleichen neuen Advents-Dekotrend schreiben. Die, um sich abzuheben, verzweifelt nach SEO-Richtlinien schreiben müssen, weil sie genau wissen, dass ihre sogenannten Kooperationen sofort aufhören, wenn sie nicht genügend Leser nachweisen. („Kooperation“ ist übrigens ein anderes Wort für „schlechtbezahlte Zeitarbeit ohne Kündigungsschutz“.)

Ich garantiere: Die meisten sog. Profiblogger sind heimlich unfassbar neidisch auf die nicht-kommerziellen Blogs, weil sie keine Blogger sondern Werber sind – oder Werbern und ihren Versprechen auf den Leim gegangen sind. Weil sie um jeden Klick kämpfen wie blöde, während Frau Brüllen 19.000.000 Besucher hat mit ihren abendlichen Lilalaune-Postings mit Tippfehlern und Schachtelsätzen out of hell.
Weil sie nicht schreiben können, was sie bewegt, sondern was gerade sogenannter Trend ist. Weil sie Follower und Klicks kaufen müssen um so groß zu erscheinen, dass sie Geld verdienen können.
Merken sie aber nicht selbst, um mal einen typischen Twitterspruch zu verfremden.

Das alles ist übrigens überhaupt nicht wichtig. Ob jetzt die wahren Blogs die sind, die kein Geld machen (wollen) oder die, die sich von einer Kooperation zur anderen hangeln ist so wichtig wie der berühmte Sack Reis in China. Nur wenn man sich auf diesem Feld bewegt, dann ist es schön das alles zu wissen. Damit man zB nicht Blogs und Blogs verwechselt.

Bitte lesen Sie auch diese weiteren Gedanken des Herrn Webrocker.


Wir müssen aufpassen, ganz schrecklich aufpassen …

Aus der Kategorie »just people«

… dass wir die Umwelt nicht zerstören.
Vielleicht könnten wir bis übernächstes Jahr aufhören, Dreck reinzupumpen. Oder bis 2025?

Oder vielleicht ist das auch nicht so dringend, wenn wir dafür an die Regierung kommen, wenn dafür unser Lieblings-Parteispender weiter billig produzieren kann oder wenn der neue SUV doch sogar Fernsehen auf den hinteren Sitzen hat, das muss man ja auch alles mal abwägen.

 

… dass die Schere zwischen arm und reich nicht zu weit auseinander klafft.
Vielleicht könnten wir als Anfang Hartz IV-Beziehern 5,- mehr im Monat geben. Oder sogar 6,-?

Oder vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, die könnten ja auch arbeiten und wie soll man die denn sonst noch sanktionieren wenn sie es nicht wollen?
Und man muss auch mal an die deutschen Familienunternehmen denken, die sind ja die Stütze unseres Landes und dass die wenig Steuern zahlen ist ja auch alles rechtlich ok. Die können ja sonst gar nicht rentabel arbeiten, das stellt man sich immer so leicht vor.

 

… dass wir die Bildung nicht vernachlässigen.
Vielleicht können wir eine Arbeitsgruppe gründen, die mal versucht, alle Kultusminister an einen Tisch zu bringen.

Oder vielleicht ist es doch besser, wenn Bildung Ländersache bleibt, die werden bestimmt schon was tun und bis dahin haben sich an den meisten Schulen auch schon engagierte Eltern gefunden, die putzen und renovieren und das Prinzip der Fördervereine hat sich ja auch etabliert und wenn man auch Quereinsteiger ran lässt, dann fällt das kaum auf, dass uns Lehrkräfte fehlen.

 

… dass rechte Meinungen nicht wieder in der Gesellschaft Platz finden.
Vielleicht können wir selbst einfach wieder ein bisschen konservativer werden, dann geht das bestimmt vorbei.

Oder vielleicht sogar mehr als ein bisschen, dieser Linksterrorismus ist ja auch gefährlich. Wir haben kein rechtes Problem in Deutschland, schließlich sind wir seit exakt mai 1945 Nazifrei. Getötete Ausländer oder Anschläge gegen Flüchtlingsunterkünfte sind bedauerliche Einzelfäller verwirrter, computerspielsüchtiger Jugendlicher und deswegen können wir auch diesen ganzen sogenannten Initiativen gegen rechts die Unterstützung abdrehen. Kostet ja alles Geld.

 

… dass wir Kinder überhaupt nicht überlasten, sie sind unsere Zukunft.
Vielleicht können wir die Tage mal wieder eine Schule besuchen und die Presse dazu einladen?

Oder vielleicht ist es doch besser, wir bleiben bei einem Schulsystem, was sich die alten Preußen im vorletzten Jahrundert ausgedacht haben. Und wo wir doch gerade Luther feiern, sollten wir uns eh mal an unsere protestantischen Prinzipien erinnern – auch wenn Wissenschaftler einig was anderes sagen: Uns hats ja auch nicht geschadet, mitten in der Nacht in der Schule zu sitzen und Hausaufgaben zu bekommen. Immerhin prügelt doch keiner mehr – da kann man doch auch bitte in zwölf Jahren alles Wichtige lernen.

 

… dass wir gut miteinander statt gegeneinander leben in der Gesellschaft.
Vielleicht könnten wir der ARD sagen, dass sie mal wieder diesen Tatort mit dem Asylbewerber im Rollstuhl zeigt?

Oder vielleicht ist es doch besser, wenn wir nicht zu laut über Integration reden, jetzt letztens wollten ja sogar schon Eltern, dass ihre behinderten Kinder aufs Gymnasium kommen und Thorben-Hendrik da eine Lücke in den Lebenslauf brechen. Und diese Asylbewerber, die sollen bitte in ihren Heimen bleiben. Wenn die quer durch die Stadt wohnen, dann hats plötzlich überall Burkas auf den Straßen als deutscher kann man dann ja schon mal ein ungutes gefühl bekommen. Das ist schon ganz richtig, die alle zu kasernieren, nicht arbeiten zu lasssen und ihnen Essensmarken statt Geld zu geben; man sieht doch, die wollen auch gar nicht arbeiten und ihre Handies kriegen sie ja offensichtlich auch ohne Geld irgendwo her.

 

 

Oh, entschuldigt, meine Überschrift war falsch.

Sie muss lauten: Vielleicht hätten wir schon vor vielen Jahren aufpassen müssen.


Revolution! Revolution!

Aus der Kategorie »just people«

Und sie schauten gefällig auf ihre Geschichte, feierten zum Beispiel den Tag als der alte Judenhasser die Thesen an die Tür nagelte, den als der alte Kaiser ging und von irgendeinem Balkon jemand Demokratie ausrief und erfreuten sich auch an den Nachbarn, die für sie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erstritten hatten.

Leider übersahen sie, dass sie bei der nächsten, längst laufenden Revolution nicht das Mistgabel-bewehrte Volk auf der Straße sondern die Kuchen-fressenden Adeligen waren.


#WMDEDGT Oktober 2017

Aus der Kategorie »just jawl«

#WMDEDGT ist eine Idee von Frau Brüllen zur Förderung der Kultur des Tagebuchbloggens.

8:20
Ziemlich angenehm aufgewacht. Ziemlich ausgeschlafen. Im Bett noch Timehop gelesen und dann aufgestanden.

Jetzt Schreibtisch. Ich habe viel zu texten und zu konzipieren – mal sehen, was das so gibt.
Außerdem: Geärgert, dass ich die Heizung im Büro gestern abgestellt hatte.

8:50
Mal eben zwischendurch für die jüngeren und/oder vergesslicheren geklärt, wie man früher Telefonate fakte. (Auf Twitter fürs Techniktagebuch).
Weltrettungsauftrag für heute also bereits erledigt.

10:30
Die Firefox-PlugIns sind aufgeräumt, das Büro auch, aber: Das leere Blatt Papier bleibt leer. Also nicht, dass ich nichts geschrieben hätte – es ist nur alles nicht gut. Ich beschließe eine Pause zu machen.
Da gerade alle laufenden Projekte irgendwo warten – und „irgendwo“ ist in diesem Fall nicht bei mir – beschließe ich sogar, in diesem Moment das Wochenende einzuläuten. Vier Tage frei. Klingt gut, oder?
Zur Feier meiner Idee, leg ich mich noch mal etwas hin.

10:40
Das Telefon klingelt. Ich schaffs zwar nicht mehr dran zu gehen, aber als ich zum Rechner zurück komme, sind da 15 neue E-Mails. Mit Material, Texten, Bildern von $kunde und einem JPG von $agentur.
Zweiterer bittet außerdem um Rückruf, um mit mir zusammen zu überlegen, wie sich das Layout einer Website die sie gerade gestalten am besten auf mobilen Endgeräten umsetzen lässt. Wir diskutieren ein paar Lösungen und sie stellen fest, dass ich erstmal machen soll – und sie dann ausprobieren wie’s ausieht.

Ich werfe einen Blick auf die anderen 14 Mails, verwerfe meinen Plan mit dem langen Wochenende und läute eine Runde Copy-Paste ein.
Naja, wenn ich ehrlich bin lese ich auch das Meiste, was ich copy-paste. Oft ist es so, dass ich Texte bekomme, die nicht speziell fürs Web geschrieben sind – obwohl es deutlich klüger wäre, wenn sie das wären. Wir alle lesen ja im Web anders als auf Papier, scannen viel mehr über die Absätze als das wir wirklich lesen.
Deswegen versuche ich wenigstens Absätze und Zwischenüberschriften einzubauen oder mit Listen- oder Tabellendarstellung die Textwüsten aufzulockern.

13:45
Die Liebste kommt nach Hause und wir erzählen uns kurz, wie der Tag bisher war. Ihrer war spannender als meiner. Aber sie bloggt ja nicht mehr.

14:00
Ich baue schnell eine Baustellenseite für $kunde. Die alte Website war so alt, das sie so schnell wie möglich aus dem Netz sollte. Die neue ist zwar noch nicht fertig, aber alles ist – so $kunde – besser als der vorherige Zustand.

15:10
Besuch: Jemand, der jetzt erstmal ein Projekt und in Zukunft vielleicht auch mal mehr für mich arbeiten könnte. Wir reden, was Programmierer so reden, um sich kennen zu lernen. Ein Beispiel hier, eine Anekdote da und ein bisschen Kick-Off fürs Projekt.
Gut, das.

17:10
Es regnet gerade nicht. Die Liebste und ich laufen einmal den Berg runter und wieder rauf.
Danach schmeiße ich Bohnen, Mais, Fleischersatz und Pilze in die Pfanne und taufe es auf den Namen „Wrapfüllung“. Und esse.

Danach Wanne, ausgiebigst.
Spontan die Idee gehabt, dass die Online-Bekannte die gerade in New York weilt, doch eigentlich mal ein Foto von Monicas Apartment machen könnte – mal sehen wie das heute aussieht. Fix angeschrieben, doch sie ist exakt in dem Moment auf dem Rückweg. Schade, aber: Das hätte man sich vor zehn Jahren auch noch nicht vorstellen können. (Nein, das ist kein Krückstockgefuchtel, ich finde das geil)

19:30
Noch schnell bei Patreon jemanden neu unterstützt, die es arg verdient, weil sie großartiges Zeug macht. Ich finde diese ganzen Micro-Payment-/Pledge-/Support-Plattformen unfassbar spannend und bin sehr neugierug, was sie mit Journalismus, Musikindustrie oder klassischen Verlagen noch so alles anrichten werden.

Dann Modern Family, Bett und Bloggen. Mit Wärmekissen im Nacken, weil da eine Migräne hochzieht.
Nicht gut, das.


Momentaufnahme: Das Fotografieren und ich

Aus der Kategorie »just pix«

Viele von Euch wissen, dass ich schon länger fotografiere. Also as in: Mit einem gewissen ästhetischen Anspruch Bilder mache, die mehr als Schnappschüsse sind; auch wenn das dazugehörige Fotoblog „Snapshots“ heisst.

Nichtsdestotrotz ist das Fotografieren für mich immer (noch?) ein immer wieder spannender Prozess. Selten gelingt es mir, eine Idee für (ein) Foto(s) zu haben, das Motiv zu entdecken, (ein) Bild(er) zu machen, sie evtl noch im Lightroom zu bearbeiten und dann am Ende genau das heraus zu bekommen, was ich mir zu Beginn mal vorgestellt hatte.

Oft passiert das gar nicht. Manchmal passieren mir unterwegs andere Bilder, oft ziehe ich auch nur vollkommen ideenlos offen für alles los und lasse mich überraschen.
Manchmal habe ich das Glück, dass ich mehrfach wiederkommen kann, so wie zB bei den Serien aus dem Theater, bei denen ich immer und immer wieder bei den Proben und Aufführungen dabei war und alles immer wieder ausprobieren konnte.
Auch ein paar Stunden bei einem Soundcheck sind lang genug um zwischendurch inne zu halten und vieles auszuprobieren.

Vielleicht – auch diese Möglichkeit ziehe ich als Hobbyfotograf in Betracht – ist mein Anspruch da ja auch vollkommen überhöht.

Wie auch immer: Vorgestern Abend setzte ich mich eigentlich ziellos ins Auto; dort aber formte sich schnell die Idee: „Wenn ich Glück habe, sind an der Uni noch wenige Leute bei der Arbeit. Ich möchte düstere Bilder, in denen jeweils ein oder wenige Büros in sonst dunklen Gebäuden leuchten.

Wenns Euch interessiert: Bitte hier entlang …

Nachtrag:
Um meinem Ideal näher zu kommen, habe ich übrigens für nächsten Monat Foto-Coaching gebucht; auch wenn ich interessanterweise vor dem Schreiben dieses Artikels noch nicht genau wusste, dass DAS mein Ziel ist. Ich werde berichten.