10 schwierige Fragen

Aus der Kategorie »just jawl«

… hat der Johannes mir gestellt. Schwierig, weil: Ich blogge ja im Moment gar nicht und das tut und gefällt mir auch sehr gut.

Ich könnte mich zB an dem im Moment laufenden „20 Dinge die“-Meme beteiligen und es sähe so aus:
1) Nö, ich hab keine Lust mehr aufs Bloggen.
20) Nö, keine Ahnung ob sich das ändert.

Aber es ist ja der Johannes und dem möchte ich ja auch eigentlich keinen Wunsch abschlagen. Hm.

Machen wir’s so: Ich antworte, aber werfs nicht weiter. Deal?

  1. Was ist deine Meinung zum Berlin/Bonn-Gesetz?
    Nun, vermutlich musste es ein Gesetz geben, als das ewige Provisorium Bonn auf einmal nicht ewig und auch nicht mehr Provisorium sein sollte.
    Dass die kleine Provinzstadt Bonn sich mit Beißen und Fauchen dagegen wehrt, wieder in der provinziellen Mittelmäßigkeit zu versinken, kann ich als Bewohner einer untermittelmäßigen Provinzstadt irgendwie ziemlich gut verstehen. Aber es geht eben nicht immer nur um einen selbst.
    Und bevor ich jetzt abgleite und einen langen Rant darüber halte, wie sehr das Festhalten einzelner an ihren Privilegien das große Ganze blockieren kann, zucke ich doch lieber mit den Schultern.
    Ich finde Bonn übrigens eine ganz und gar wunderhübsche Stadt die ich gerne besuche. Trotzdem muss ich an manchen Stellen leicht amüsiert den Kopf schütteln, wenn ich sehe, wie viel Geld für Dinge ausgegeben wurde, an die man in anderen Städten nicht mal denken kann.
  2. Hast du derzeit ein Ehrenamt? Oder sogar mehrere? Welche(s)? Warum?
    Ich habe derzeit noch ein Ehrenamt. Ich bin seit 15 Jahren bei den Grünen in Menden für alles zuständig, was online ist und hatte bis Mitte des Jahres auch einen Sitz in einem Ausschuss der Stadt. Und zu den Wahlen habe ich auch immer kräftig konzipiert, gestaltet und programmiert, man braucht ja schließlich Plakate, Flyer & Websites.
    Davor war ich in einem kleinen Verein tätig, der sich für die Rechte der in Menden untergebrachten Asylbewerber einsetzte und politische und gesellschaftliche Aufklärung leistete.
    Warum? Weil ich lieber versuche, etwas zu tun, als nur gegen „die da“ zu meckern.
    Ich lege dieses Ehrenamt gerade nieder. Das hat damit zu tun, dass ich meine Energien zu lange wild nach außen geschleudert habe und auf einmal keine mehr bei mir waren. Und 15 Jahre sind ja auch eine ganz hübsch lange Zeit.
  3. Wie ist dein Verhältnis zum Telefonieren?
    Ich liebe es. Ich telefoniere total gerne, wenn es eben geht aber nicht übers Handy. Das hat zu einem haptische Gründe (das iPhone ist ja nun deutlich zum Computern gemacht und nicht zum zwischen-Ohr-und-Schulter-klemmen designt), zum anderen ist ein vernünftiges, non-VOIP-Festnetz doch einfach stabiler und klanglich eine andere Liga.
  4. Was ist deine Einstellung zur Femen-Bewegung?
    Zu der kann ich nichts sagen. Ich weiß von ihr genau zwei Dinge: Nackte Frauen mit Claims auf den Brüsten. Ein böser Mann hat das alles gesteuert. Ob und welche dieser Infos richtig sind, um was es ging und um was es gehen sollte: Keine Ahnung. Hoecker, ich bin raus.
  5. Hei­ra­ten: Eine überholte Tradition, ein schöner Liebesbeweis, ein lästiges Muss oder was?
    Exakt das, was man draus macht. Und äußerst schade, wenn es ein Muss wird – so wie bei jedem Muss.
 Ganz unterhaltsam war, als uns ab circa dem sechsten Monat die Menschen mit einem fragenden Blick auf der Liebsten ihren nicht vorhandenen Bauch fragten, warum wir denn dann bitte geheiratet hätten. Das machte es leichter, die Rangfolgen in den virtuellen Freundschaftslisten mal wieder zu sortieren.
  6. Schätze mal bitte: Wie viel Prozent deiner Freunde und Bekannten kennst du aus den folgenden sozialen Umfeldern:
    1. Von der Ausbildung, Schule, Uni etc.?
      In ganzen Zahlen: Zwei Menschen. Keine Ahnung, wie wenig Prozent das sind.
    2. Aus der Arbeit?
      15%
    3. Über das Internet?
      50%
    4. Über deinen Partner/deine Partnerin? (Auch: ehemalige Partner.)
      30%
    5. Wo ganz anders her?
      5% minus die zwei, die ich aus der Schule kenne.
  7. Wel­che Erklärung hast du für die Verteilung in der vorherigen Frage?
    Als die heutige Liebste zu ebendieser wurde brach mein gesamter Bekanntenkreis den Kontakt mit mir ab. (Ein überraschendes Erlebnis, btw.) Ich zog in dieses Städtchen und begann, mir einen komplett neuen Bekannten- und Freundeskreis aufzubauen.
    Das geschah natürlich zuerst über ihren Freundeskreis und dann, als ich das Web entdeckte über das Web.
  8. Woraus besteht dein Frühstück an einem typischen Wochentag?
    Corn-Flakes, etwas Zucker, Milch, Feedly.
  9. Hast du eine oder mehrere Zeitschriften abonniert? Welche, seit wann und warum?
    Die c’t und die Brand Eins und die lustigen Taschenbücher.
    c’t und Brand Eins seit gut 10 Jahren und weil ich sie mag; die lustigen Taschenbücher seit ca. 4 oder 5 Jahren und weil ich sie liebe und es Euch alle neidisch macht.
  10. „E plu­ri­bus unum“, wie ein gewisser Karl-Theodor Frhr. zu Guttenberg in seiner hervorragenden Doktorarbeit geschrieben hat. Sind die „Vereinigten Staaten von Europa“, also eine EU nach USA-Vorbild, deiner Meinung nach eine realisierbare Vision? Oder kann Europa niemals eine Nation mit einer Zentralregierung und eigener Verfassung werden? Warum?
    Wenn ich mir anschaue, dass die meisten Menschen in Deutschland sich nicht primär als Deutsche sehen, sondern als Bayern, Sachsen, Rhein- oder Sauerländer, dann glaube ich ganz, ganz doll bestimmt, dass ein vereintes Europa uns alle glücklich machen wird. Und dass die Kornkreise von kleinen grünen Männchen gemacht werden, die nichts besseres zu tun haben, als von Beteigeuze angereist zu kommen hier ein paar Grashalme in von Menschen als ästhetisch empfundenen Mustern platt zu walzen.

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Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

4 Reaktionen

Am 20.10.2013 um 20:36 Uhr wusste Johannes:

Den Deal finde ich super! Vielen Dank! :)


Am 21.10.2013 um 7:47 Uhr antwortete Christian:

Aber jetzt mal kurz im Gegenzug: Femen? Bonn-Berlin-Gesetz? Frühstück? Nutzt Du das zu Deiner eigenen Meinungsbildung und würzt mit zwei, drei Belanglosigkeiten, oder wie kommt dieses Fragen-Kombi zu Stande?


Am 21.10.2013 um 9:50 Uhr schriebJohannes Mirus:

Das sind die zehn Fragen, die mir spontan in den Kopf gekommen sind. Aber sie interessieren mich wirklich, weil ich natürlich auch eine Meinung zu den Themen habe (evtl. tue ich die auch mal kund), ich aber immer auch Gegenthesen und andere Ansichten sehr spannend finde.

Dass Femen in einer Reihe mit Frühstück steht, sagt mehr über meine Gedankenwelt aus, als über die Fragenliste.


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