aktuelles Sommerangebot

Aus der Kategorie »just people«

Die Entscheidung war gefallen – Vodafone hat extrem flexible Tarife und der Stick kostet bis zum 31.8. nur 29,90 – im Gegensatz zu den rund 60,00, die bei anderen Anbietern fällig sind.

Soweit die Theorie.

In der Praxis hatten die Götter davor die extrem freundliche und gut ausgebildete Bedienung im Mendener Vodafone-Shop gesetzt.

Hinter der Theke stand ein Knabe, der so aussah, als dürfe er im Auto noch nicht vorne sitzen. Dafür konnte er gleichzeitig telefonieren und mich bedienen. Glaubte er.
Denn auf das Reizwort „UMTS“ reagierte er sofort routiniert mit dem Generation-Upload-Super-Konfort-All-Inclusive-Angebot. Erst als ich dann wiederholt „Nein, PrePaid“ konterte bremste er sein Tempo.
Dafür – das entnahm ich der Gesprächshälfte, die ich mitbekam – schaffte er sein Telefongespräch nicht mehr vollständig. Aber das sollte mir ja egal sein.

Um mich dann über den PrePaid-Tarif noch einmal korrekt zu informieren holte er einen Katalog aus der Kammer hinter dem Laden, blätterte den auf und hielt mir die mir bekannten Seiten entgegen.
In der Zwischenzeit wurde ein anderer Kunde bedient, der „zwar nix wollte“, aber mal „eben die Karin“ sprechen wollte. Aber die war in einer Telefonkonferenz – „Du weisst ja wie das ist bei den Frauen“.

Warum es denn PrePaid sein solle, versuchte er es noch einmal, aber mein Nutzungsverhalten überzeugte doch.

Aber eine wichtige Frage hatte ich noch: „Ich hab einen Mac mit Power-PC und OSX 10.4 – läuft die Software da auch?“
„Häh?“
(Ah, Reizwort-Überflutung, da musste ich wohl einen Gang runterschalten) „Mac?“
„Häh?“
„Apple?“
„Oh.“
„Läuft die Software da?“
„Weiss nich.“
„Können Sie das rausfinden?“
„Weiss nich.“
„Dann lassen wirs. Das muss gehen.“
„Oh, ich guck nach“ Und verschwand. Was ein Glück für ihn, das die CD-Hülle ganz gut beschriftet war.

Also auf zum Kauf.
Name? Strasse? (die musste ich komplett buchstabieren) Passwort?

„Höh? Was für ein Passwort?“ fragte ich mich. Er konnte es leider nicht beantworten.

Dann erschien ein Fenster mit dem Preis auf dem Bildschirm und er erklärte, dass er dann 59,90 von mir bekäme.

Auf die Frage nach dem lautstark beworbenen Sommerangebot guckte er verwirrt blöd seinen Bildschirm an, verschwand im Kämmerchen und kam mit (ich nehme an) Karin wieder.
Die führte gerade über Handy mit Lautsprecher ein Beschwerdetelefonat und zeigte meinem Verkäuferlein gleichzeitig, wo er denn nun klicken müsse.
Ich nehme also jetzt an, dass die Generatiin Upload die ist, die ständig telefoniert und dabei gleichzeitig noch was anderes macht.

Er klickte sich begeistert weiter und tönte „39,90“ dann bitte.

„Nö.“ meinte ich und zeigte auf den Prospekt vor mir.

Wieder ins Kämmerchen. Lustiger Vierer-Disput zwischen ihm, seinem Telefonpartner, Karin und deren gegenüber. Ergebnis: Sie geben mir den Stick für 29,90, weil er es mir ja gesagt hat.
Die Vodafone-Software sagt die Preise nämlich erst, wenn die PrePaid-Karte schon freigeschaltet ist. Und die neuen Angebote kommen auch immer nur aus dem Computer. Wurde mir erklärt. Glaub ich nicht, aber was will man machen.

Also 29,90. Ich leg meine EC-Karte auf den Tisch. „Keine Kreditkarten“ tönt es mir entgegen.

„Das ist eine EC-Karte“ erklärte ich freundlich. „Äh, das ist kaputt“ erklärte er.

Ich beschloss zu gehen, er wurde wieder hektisch. Auftritt Karin die nächste.

„EC ham wa nich“ erklärte die mir. Und ich erklärte zurück, ich hätte erstens keine Barkasse in meiner Firma, zweitens kein Bargeld bei mir und ich müsste drittens dann jetzt wohl gehen.
Nee, gehen könne ich nicht, ich sei ja jetzt schon gebucht, registriert und im Computer. Ich müsse bitte jetzt Geld holen. (Ach, dafür darf ich gehen?)

Das ging noch ein bisschen hin und her und ich hab dann – aus reiner Angst, was passiert, wenn diese beiden Vollhonks mich wieder aus ihrem System löschen müssen – Geld geholt.

Geld zu holen dauerte so circa 10 Minuten und als ich den Laden wieder betrat hat der Typ mich nicht mehr erkannt.
Ich hielt ihm dann 30 Euro entgegen, was einen entgeisterten Blick auf die verschlossene Kasse brachte. Dann wieder einen Gang ins Kämmerchen und dann kramte er aus der Jeans Kleingeld.
Weil er keine 10 Cent hatte habe ich jetzt einen Stick für 29,80. Aber auf der Quittung steht eh 39,90 – wer will denn da noch kleinlich sein?

Ach ja. Bis jetzt will die Software auf dem Mac noch nicht wie ich will. Ich habe Angst.


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9 Reaktionen

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Am 24.08.2009 um 22:23 Uhr schriebDentaku:

Wie froh ich doch jedesmal, wenn ich sowas lese, bin, dass ich bei Vodafone immer nur mit dem Geschäftskundensupport zu tun habe (so mit eindeutigem Ansprechpartner für unsere Firma…). DIE können nämlich was.


Am 24.08.2009 um 22:26 Uhr kommentierte Luca:

Ich bin mir inzwischen sicher, dass man mit der Hälfte der Mitarbeiter doppelt so viele Kunden bedienen könnte, wenn man sie anständig ausbildet und das Gehalt in einem Bereich ist, wo es auch für Leute mit Vorbildung interessant wird. Würde man immer noch einiges sparen.

Warum muss immer der Kunde den Verkäufer beraten?

Eine andere Frage die sich mit stellt ist was diese anscheinend meist Vorgesetzten ständig im Hinterkämmerchen machen. Ware letztens bei T-Mobile, nur kurz nachfragen ob und um wie viel ich das neue iPhone bekommen würde. Da waren zwei Damen vor mir, die irgendein Problem mit ihren Handies hatten. Unabhängig. Der Verkäufer war da zumindest halbwegs gut unterwegs. Hat einmal ein Erstzhandy angeboten und die andere heimgeschickt ihre Daten zu sichern, damit er es einschicken kann weil eine Taste geklemmt hat. Insgesamt hat es dennoch gut 45 Minuten gedauert. Als ich ihn dann mit einer Anfrage an die Grenze gebracht habe, ist er auch nach hintern verschwunden und mit einem Kollegen gekommen, der ihm gezeigt hat, wo er klicken muss. Dass der mich schnell bedient und mir eine Fünf-Minuten Auskunft gibt, wo schon zwei Computer vorhanden sind, hat mich gewundert. Und danach ist er gleich wieder verschwunden.

Wünsche auf jeden Fall noch viel Glück mit der Software und hoffe, dass sie nicht das gleiche verursacht wie dieser Stick: http://ste7130.posterous.com/bluescreen-unter-mac-osx-sl


Am 25.08.2009 um 9:38 Uhr sprach Sonntagsblogger:

Mir hat der Vodafone-Mitarbeiter damals versucht zu erklären das sich die Internet Flat nur auf die MyVodafone-Startseite bezieht. Und man für jede andere Webseite extra zahlen müsse. Ich habe einfach beschlossen es nicht zu glauben und dümmlich vor mich hin zu grinsen.


Am 25.08.2009 um 20:58 Uhr sprach Christian:

… damit lockt N24 ja: man kann kostenlos n24.de lesen und alles andere kostet normale PrePaid-Tarife.


Am 25.08.2009 um 22:34 Uhr schriebliljan98:

Nach Lesen dieses Eintrags weiß ich gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll. Denn das Schlimme ist doch, bei anderen Anbietern läuft es nicht anders. Hilfe!


Am 26.08.2009 um 14:18 Uhr sagte haake:

Ich habe eben jenen Vodafone USB-Stick letzten Freitag gekauft und ließ die Verkäuferin vorher noch überprüfen, ob es denn in dem Gebiet, wo der Stick laufen soll, auch UMTS gibt. Sie hat dreimal das Programm neu gestartet und ist schließlich noch an einen zweiten Rechner gegangen, weil irgendwas mit der Darstellung nicht stimme („Da fehlt was“ o.ä.). Nachdem ich rausgekriegt hatte, was das war, habe ich ihr geraten, auf den Link „UMTS Netzabdeckung einblenden“ zu klicken – sie war dann glücklich. Ich hatte das Ganze natürlich vorher schon gecheckt, sonst hätte ich das da nie mit der „Beratung“ gekauft.


Am 26.08.2009 um 18:41 Uhr antwortete CountZero:

Sorry, Christian, haake et al., die sich bei solcher „Beratung“ tatsächlich noch drauf einlassen diesen Kaschemmen die Ware tatsächlich noch abzunehmen. Auf diese Weise ändert sich an diesen Zuständen nämlich nie mehr etwas.
Solange die Honks in den oberen Etagen der TK-Geier immer noch gute Umsätze mit dieser Form bewußter Volksverarsche machen, werden sie den Teufel tun und etwas an ihrer Beschäftigungspolitik ändern – läuft doch!

Wenn ich mich in irgendeinem Laden über irgendein Produkt informieren möchte und schon nach zwei Sätzen merke, daß ich mehr Halbwissen im linken kleinen Zeh habe als das arme Schwein vor mir je in seinem Leben erwerben wird, komme ich mir als Kunde für nicht vollgenommen vor und stimme konsequent mit den Füßen ab. Nur _SO_ besteht auch nur _ANSATZWEISE_ eine Chance auf Besserung dieser Zustände.


Am 26.08.2009 um 21:04 Uhr ergänzte Christian:

wenn der Mensch nicht meinen Namen schon in seinem Computer gehabt hätte wäre ich gegangen, klarer Fall.
Aber meine Angst, was dann alles passiert, wenn er das nicht wieder richtig löscht (wo er schon sagte, das ginge jetzt nicht mehr) war größer als mein Widerwille.


Am 27.08.2009 um 11:01 Uhr sagte Christian L.:

Stichwort Beschwerdetelefonat: Ein Bekannter musste die Hotline von E-Plus anrufen, weil dort ein Fehler in der monatlichen Abrechnung gemacht wurde. Die ziemlich hohen Kosten für die Hotline wollte der Bekannte nicht bezahlen.
Einige Tage später folgte der unfreundliche Anruf eines E-Plus-Mitarbeiters. Kernaussage war: „Sie haben die Kosten gefälligst zu übernehmen, auch wenn wir den Fehler gemacht haben!“

Besonders der zweite Teil dieser Aussage hat mich ziemlich aus den Socken gehauen …
Zeigt er doch, wie herablassend und arrogant diese Firmen mit ihren Kunden umgehen (ich kann CountZero daher nur zustimmen).

Der Bekannte wird nun in den nächsten Tagen seinen langjährigen Tarif kündigen …


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