Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Alles nicht so einfach

München 1942.
Beteiligte Personen: Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber.

Hans: Also, ich möchte noch einmal über das letzte Flugblatt reden, was Du da verfasst hast, Sophie. Ich finde, wir können nicht einfach so gegen Hitler hetzen, damit diskriminieren wir ja auch irgendwie alle Österreicher, Du.

Sophie: Ja, irgendwie hast Du ja recht, Du.

Kurt: Ok, dann streiche ich mal den Absatz, Du, ok?

(alle nicken)

Christoph: So, und unsere bisherige Taktik, die Schreiben an die Intellektuellen zu verschicken, finde ich auch nicht mehr ok, Ihr. Findet Ihr nicht, dass wir damit alle die, die vielleicht nicht so intelligent sind diskriminieren?

alle nicken, Willi fragt: Ja, aber was machen wir denn dann?

Sophie: Wir wäre es, wir werfen die Schreiben als Flugblätter in den Lichthof der Uni?

Alexander (erschrocken): Ja, aber ist denn das nicht Umweltverschmutzung, Du? Und wenn nicht alle Flugblätter aufgehoben werden, dann muss der Hausmeister die ja alle aufheben, und das muss der dann bestimmt ausserhalb seiner Arbeitszeit machen und unbezahlte Überstunden sind ja nun auch nicht ok.

Sophie: Ja, das stimmt natürlich, Du. Dann müssen wir da noch einmal drüber nachdenken.
Vielleicht schreiben wir stattdessen etwas an die Wände? Ach nein, das muss dann ja auch der Hausmeister wegmachen, das geht auch nicht.

(Alle nicken, Schweigen, Pause)

Kurt: Auch über unseren Namen möchte ich noch einmal diskutieren, Ihr. Weisse Rose, das klingt ja sehr schön, aber ist das nicht jetzt auch diskriminierend gegenüber unseren andersfarbigen Mitmenschen?

(Alle nicken erschrocken)

Hans: Da müssen wir dann noch einmal drüber nachdenken…

4 Antworten zu “Alles nicht so einfach”

  1. Jenny sagt:

    Heißt ja eigentlich, die von der weißen Rose hätten einfach nur mehr nachdenken müssen, ne?

  2. Christian sagt:

    Sorry? Das verstehe ich jetzt nicht..?

  3. Jenny sagt:

    Um mich nicht da zu landen, wo sie letztednlich gelandet sind, weil sie diese Sache „ohne nachdenken“ durchgezogen haben.

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