Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Alltagsphilosophie

9:55 Uhr:
Christian biegt in Dortmund in die Strasse ein, in der sein Kunde sein Büro hat.
Prima, perfekt in der Zeit, der Termin ist um 10:00 Uhr.

9:56 Uhr:
Christian sieht, dass ihm in der engen Anwohnerstrasse ein LKW mit Anhänger entgegenkommt.
Weil er sieht, dass es echt eng ist, schiebt er sich schräg vorwärts in eine Hauseinfahrt und bedeutet gleichzeitig dem Wagen, der dort hinauswill, dass da ein LKW… und dass er nur Platz macht … und dass es schnell gehen wird.
Der Fahrer des hinauskommenden Wagens nickt. Nett.

9:56 Uhr:
Der LKW-Fahrer stellt seinen LKW mitten in der Strasse ab. Genau so neben Christian, der so seinen Wagen nicht mehr bewegen kann.
Und steigt aus.

Ich habe nicht geschimpft, gebrüllt, gemotzt. Ich habe in einem der Situation kaum angemessen freundlichen Tonfall gefragt: „Entschuldigung, Sie haben schon gesehen, dass Sie mich jetzt hier quasi bewegungsunfähig zuparken?“

Dafür raubte mir seine lakonische Antwort die Sprache: „Jup. Aber was soll ich machen, ich muss jetzt ausladen. Das Leben ist ein ständiges Geben und Nehmen – und jetzt nehm ich gerade.“
Sprachs und verschwand.

10:05 Uhr
Christian hat sich irgendwie aus der Einfahrt raus- und neben dem LKW wegrangiert.
Gut für die Reifen, wenn man im Stehen dreht, oder?

10:08 Uhr
Christian hat einen Anwohnerparkplatz in der Parallelstrasse entdeckt und besetzt. Mist, das wird teuer.

10:14 Uhr
Scheiße. Ich komme echt ungerne zu spät.

3 Antworten zu “Alltagsphilosophie”

  1. Garvin sagt:

    Das klingt danach, als hätte man auf dem LKW gerne mit dem Schlüssel ein paar weise Worte auf dem Lack hinterlassen wollen: „Ich gebe gerne“ ;-)

  2. Christian sagt:

    äh, ja, so ein ähnliches Gefühl hatte ich auch. Aber die Befürchtung, dass in dem Moment der Kunde aus dem Fenster guckt und dann den Auftrag doch nicht an so einen Rabauken erteilt…
    Also lächeln und wenden :-)

  3. Matthias sagt:

    Also Sprüche haben manche, tss….
    Aber gut, auch wenn ich gewiss kein Fan solcher Verhaltensweisen bin, ich glaube, den Spruch merke ich mir mal (still und leise), vielleicht kann mans ja doch mal anwenden (eg)…

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