Nebenjobs II

Aus der Kategorie »just people«

(wer’s verpasst hat – hier ist Teil I)
Ebenfalls mit 22 fing ich an, im schon erwähnten Stadtteiltreff Lendringsen zu jobben.
Ich lernte:
– 9er-Ball
– Kickern
– Frag nie einen Jugendlichen aus einem sozialen Brennpunkt ‚Was is‘?‘, egal wie harmlos Du es meinst, und egal wie wenig Du ihn verstanden hast – in manchen Kreisen ist das eine Herausforderung.
– ein bisschen türkisch fluchen und beschimpfen
3 Jahre in einem anstrengenden Nebenjob sind genug, also Schluss damit.

Nebenbei immer wieder mal Wochenendseminare in der Mendener Jugendbildungsstätte.
Nett, denn in die JBS kommen die interessierten Kinder.
Kamen. Denn auch hier hat die Stadt gründlich gekürzt.

„Guten Tag, mein Name ist Fischer vom Meinungsumfrageinstitut XY und wir hätten da im Moment ein paar Fragen zu einigen interessanten Themen in ihrer Stadt.
Könnte ich zu diesem Zweck bitte denjenigen aus ihrem Haushalt sprechen, der über 18 Jahre alt ist und zuletzt Geburtstag hatte?“
Das alles passt durchaus wohlartikuliert in einen Atemzug und ich habe es drei Monate lang 4x die Woche ca 15 nichtsahnenden Menschen pro Abend übers Telefon in die Ohren gesäuselt. Immer lächelnd.

Besonders beliebt war der Fragenkomplex:
-„Wenn wir an die Woche denken, also von Montag bis Freitag, wie oft sehen Sie dann zwischen 8.00 und 9.00 Uhr fern? Nie, selten, manchmal, oft oder regelmäßig?“

– „Junger Mann, ich arbeite bis 16.00 Uhr, da sehe ich nie fern.“

– „Also eher nie?“

– „Nein, nie“

– Ah gut. Und wenn Sie an die Zeit von 9.00 – 10.00 Uhr denken? – Wie oft sehen Sie da zwischen Montags und Freitags fern? Nie, selten, manchmal, oft oder regelmäßig?“

– „Junger Mann, ich sagte doch gerade, ich ARBEITE BIS 16.00UHR!“

– (Lächelnd) „Ja, richtig das sagten Sie, aber ich muss hier meine Fragen abarbeiten, tut mir leid.
Und als nächstes ist hier die Zeit von 10.00 bis 11.00 Uhr …?“

… Das Spiel ging dann im Stundenabstand bis 0.00 Uhr und dann für Samstag und Sonntag jeweils noch einmal durch.

Better things crossed my way – also wieder mal wechseln.
Schalten Sie also auch das nächste Mal wieder ein, wenn Sie Christian sagen hören „So, wann war jetzt noch einmal der zweite Weltkrieg?“


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