Up

Aus der Kategorie »just people«

Als ich so 17 – 18 war, war es hip, Peter Gabriel zu mögen.
Die So war noch nicht lange da, in dem MS/Sounds spielten alle treu das Spiel, So monatelang in den TopTen der Lesercharts zu halten, das Video zu Sledgehammer und später Big Time setzten Maßstäbe und die Welt war gut.

Herr Gabriel bekam endlich den Respekt, der er sich mit den vier Alben vorher redlich verdient hatte und Genesis stank.

Wer wirklich Musikkenner sein wollte – und wer der nicht-BWL’ler in einer 12-Gymnasiumsklasse will das nicht heimlich – der ließ sich schnell auch die ersten vier Platten aufnehmen und kannte auch die geheimen Namen (Scratch, Car und ..? Keine Ahnung.) der Gabriel-Insider.

Wer ein bisschen hip war, der nahm auch die deutschen Alben (Schock den Affen!) gleich mit, wer ein bisschen hipper war, der kannte auch den Birdy– und den Die letzte Versuchung Christi – Soundtrack und wer ganz hip war, der hatte die Originale.
Alle.

Solsburry Hill lief auf jeder Oberstufenparty – auch wenn keiner wirklich auf den 7er-Beat tanzen konnte.

Wie gesagt, die Welt war gut.

Ich war ein bisschen hip.

Dann kam Us raus.
Hm.
Komische Platte.
Diggin in the dirt, aha; Psychotherapie, soso.
Steam wollte Sledgehammer II werden, das ging aber völlig daneben.

Komische Platte, wie gesagt.

Die Welt ist ungerecht, hat ein kurzes Gedächtnis und Peter Gabriel verschwand ein bisschen aus den Köpfen.

Zwischendurch tauchte nochmal ein Live-Album auf, das hauptsächlich bestätigte, dass ein grandioser Live-Künstler nicht automatisch grandiose Live-Platten macht.

Dann gab es eine CD-Rom glaube ich und eine Website, die für Modems zu groß war.

Jetzt ist vor ein paar Wochen Up erschienen.
Irgendwo (Fischergrube?) las ich, dass man die Platte erst ein paar mal hören müßte, dass sie dann aber ohne jede Probleme alte Qualtitäten erreichen würde.

Langer Rede, kurzer Sinn: Kauft!
Kauft, wenn Ihr jemals auch nur einen Ton von Peter Gabriel gemocht habt.
Grossartige Musik, wunderbare Stücke. Songs im besten Sinne des Wortes, durchdacht, durcharrangiert und perfektioniert bis in den letzten Ton.
Der absolute Beweis, dass die Real World-Studios besser klingen als jedes andere Studio auf diesem Planeten.
Und dass auch perfektionierte Musik nicht langweilig sein muss.
Ständig überraschen neue Klänge (oh, diese Sounds), wunderbare Rhythmusspielereien (oh, diese Rhythmen), Effekte (oh diese…) und Ideen.
Mehr Ideen in einem Song als auf den meisten Alben der gecasteten Hitparadenstürmer dieser Tage.

Die ganze Bandbreite vom Krach bis zu den zartesten kleinen Melodien direkt beieinander – und alles immer für das grosse ganze.
Und ich liebe diese Stimme.

Genug jetzt, kauft.
Das ist ein Befehl.

Und fallt nicht darauf rein, das erste Stück ganz laut zu drehen, weil nichts kommt; es kommt schon etwas. Nur einen Moment später – dies zur Warnung.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Ps: Ja, die CD läuft auf dem PC, auch wenn erst einmal ein Fensterchen aufpoppt.
Von da aus kann man dann Textelesen oder aber auch einfach den CD-Player starten.
That’s how it’s got to be.


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