Nick Hornby ist schuld.

Aus der Kategorie »just people«

In seinem letzten Buch (31 songs) tut er genau das, was ich schon immer wollte.
Er spricht einfach über seine Lieblings-Songs.

Dummerweise ist Nick Hornby Nick Hornby und er könnte über tote Enten schreiben und die Leute würden es kaufen (so wie ich).

Ich bin nicht Nick Hornby und niemand würde es kaufen.
Aber ich habe ja ein Weblog und deswegen musst Du es jetzt lesen.
Jeden Tag (naja, oder vielleicht auch seltener, mal sehen).
Peter Gabriel – Biko (play live)

Um ehrlich zu sein fange ich schlecht an.
Denn es hätte genauso gut San Jacinto, Shock the monkey oder irgendein anderes Stück der Platte sein können.
Ich habe die Platte damals von einem Freund aufgenommen bekommen und sie hat mich und meinen Musikgeschmack völlig umgekrempelt.

Bis dahin unterschied ich Musik nicht in gut oder schlecht, sondern in laut und schnell oder schlecht. (Ja, das ist schamlos von Hornby geklaut, aber es stimmt nun mal…)
Es waren die achtziger und auch wenn im Moment alles aus den achtzigern revivaled wird, so bleibt doch eine Schublade gnädigerweise immer noch zu: The New Wave of British Heavy Metal. Oder für die die dabei waren: NWOBHM.
Iron Maiden, Helloween, Accept, Def Leppard und dann aber auch Anthrax, Metallica und Slayer.
Laut schnell = gut.
Sehr einfach.

Und dann plays live
Ich habe später einmal nachgerechnet, dass ich die Cassette ca. ein Jahr lang jeden Tag ca dreimal gehört habe. Und dann noch einmal ein Jahr lang mindestens einmal am Tag. Macht grob über den Daumen 1500 Runden. Plus ein paar hundert in den Jahren danach.
Als die Cassette irgendwann völlig abgenudelt war, habe ich sie mir neu aufnehmen lassen – dummerweise kam die Neuaufnahme nicht an „mein“ Original heran:
erstens hatte der gute die Reihenfolge der Plattenseiten vertauscht, weil dann doch alles auf eine normale 90er Cassette passte und zweitens war seine Schalplatte nicht ganz ok. Ich vermisse heute noch das Knistern am Anfang von Shock the monkey und die leichten Gleichlaufschwankungen, die maßgeblich dazu beitrugen, dass ich den Anfang von I go swimming nie auf dem Bass hinbekommen habe.

Die Platte lügt übrigens – Herr Gabriel hat die Live-Aufnahmen im Studio nachbearbeitet. Aber er weiss ja, was er will und er hat es gut gemacht.
Irgendwann am Ende des ersten Hör-Jahres fand ich eine alte Bravo in der die Platte besprochen war. Sinngemäß endete die Kritik mit den Worten „Und dann wacht man am Ende eines Stückes langsam wieder auf nur um zu merken, dass Peter Gabriel einen wieder ein Stück weit in eine Traumwelt entführt hat.“ Klint doof ist aber wahr.

Jedes Stück ist eine kleine Welt für sich, jedes Stück ein kleines Wunderwerk.
Biko ist lang, ausführlich, gründlich und gar nicht so betroffen, wie man es meinen könnte. Es erzählt die Geschichte, wie der südafrikanische Freiheitskämpfer Biko im September 1977 in der Gefangeschaft zu Tode kam.
Das Stück ist eines der intensivsten auf der ganzen Platte – insofern war die Wahl vielleicht doch gar nicht schlecht.
Und die verschiedenen Texte, die ich im Laufe der Zeit so alle aus dem Refrain herausgehört habe, dürften mir eigentlich einen Ehrenplatz by kissthisguy.com sichern.
Wenn man mal nachliest weiss man warum.


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