Von wegen alter Mann

Aus der Kategorie »just people«

Ok, ich versuch es dann mal in Worte zu fassen.
Ich habe wieder einen Gott – er ist ein Hamster.

Nachdem für Insider damit alles klar sein sollte ein paar Worte für die anderen.
In der Mitte der Halle einen weisse Rundbühne.

Immer wieder rhythmisch klatschender Spannungsabbau in der Umbaupause wenn irgendjemand glaubt, dass jemand anders angefangen hat zu klatschen weil vielleicht noch jemand anderes irgendetwas zu sehen geglaubt hat.

Und dann endlich dunkel.
Und dann kommt aus dem Dunkel Herr Gabriel, begrüßt uns kurz auf deutsch mit den Worten, dass er da anfangen wolle, wo er die letzte Tour aufgehört hätte und beginnt Hier kommt die Flut zu spielen.

Ich denke in diesem Moment hatte er jeden einzelnen in der Halle komplett auf seiner Seite – dass es gross werden würde hatten wir ja alle erwartet – aber so zu beginnen ist etwas anderes als der grosse Knall, die hereingeflogene Bühne oder ähnliches – das ist Stil.

Geknallt hat es dann aber auch noch; dazu taugte Darkness (Ihr wisst schon – das erste Stück auf der Up, das Ihr alle erst zu laut gedreht hattet) als zweites Stück schon sehr gut.

Dass Herr Gabriel eine Runde kopfüber drehte, dass er in der grossen Hüpfkugel über die Bühne rollte, dass er bei der Barry Wiliams Show mit der Kamera spielt, dass die Bühne sich dreht – all das und auch noch einges mehr kann man auch noch an anderen Stellen nachlesen.
Das sind Gimmicks und es sind verdammt gute. Aber – und das macht die Sache gut – sie passen. Sie ergeben ein rundes Bild.
Und wenn sich da ein Kritiker darüber aufregt, dass ja schon Bono „please spell it Bonno“ Vox unerträglicherweise mit der Kamera gespielt habe, dann hat er den Text der Barry Williams Show nicht mal ansatzweise gehört geschweige denn begriffen.
Und wenn Herr Gabriel darüber singt, dass sich manchmal alles auf den Kopf stellt, dann sucht er ein adäquates Showelement dazu. Und dann stellt er sich eben auf den Kopf.
Das ersetzt 10 hüftwackelnde Bikini-Mädchen problemlos.

Peter Gabriel ist ein Künstler mit Leib und Seele, wie man so sagt – vielleicht musste er auch deswegen seinen Weg von dem eines trommelnden Geschäftsmannes trennen.
Und so bremst es dann auch nicht, wenn er sich bemüht, seine Ansagen in der Sprache zu machen, die seine Zuhörer sprechen. Es macht nur deutlicher, was ihn bewegt.
Und dafür bin ich schliesslich dahin gefahren.

Über die Musik muss ich nicht reden, die ist über alle Kritik erhaben gewesen. Viel vom grossartigen neuen Album Up, viel von der So. Nicht ganz perfekter aber guter Sound und eine Band, die mich mit ihrer Spielfreude umgehauen hat. Vielleicht können das jetzt nur Musiker verstehen, aber es hat mich tief neidisch gemacht, wie glücklich dort ein paar „alte Männer“ zusammen Spass hatten, die sich teilweise seit fast 30 Jahren kennen.

Ich hatte viel erwartet – so viel, dass ich – wie schon an anderer Stelle erwähnte – Sorge hatte, ich könnte es mir dadurch versauen.

Übertroffen, Herr Gabriel.
15 von 10 möglichen Punkten.
Danke.

Ps.: Lieber Alex, lieber Daniel K.,
wenn es Euch möglich ist, noch eine Peter Gabriel Show zu sehen, dann tut es.
Und wenn Euch danach noch einmal jemand Superstar nennt, dann habt Ihr eine passende Antwort.


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