Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Noch mehr Musik

Außerdem brachte die beste Ehefrau von allen noch diese Platte von Jan Garbarek mit.
Visible World heisst sie und sie ist – beim ersten Hören – bestimmt eine der zugänglicheren Jan Garbarek-Platten.
Auf jeden Fall aber eine weitere wunderbare Reise mit vielen kleinen Erzählungen und Begebenheiten aus dem dunklen Norden.
Ich habe den Norweger 1989 (glaube ich, ist aber auch nicht wichtig) beim Jazzfestival in der Balver Höhle das erste Mal gehört und gesehen.
(Ja, genau die Höhle, in der Jahre später auch die Fantastischen Vier die Stecker raus und die Motorsäge aus der Tasche gezogen haben)

Am Abend vorher hatte ich mir dort schon bis 2 Uhr nachts die Zeit vertrieben, hatte einen Blues-Abend der Extraklasse gehört und sass nun so gegen 14:00 Uhr nachmittags leicht angschlagen in der etwas leereren Höhle.
Beobachtete interessiert, wie die Roadies zum einen eine ungeheuere Menge Technik um einen kleinen Platz und einen Mikroständer platzierten und daneben aber auch direkt einen alten Teppich auf die Bühne legten und eine Menge afrikanische Wurzeln, Samen, Trommeln, Knochen und Holzstückchen sorgsam drapierten.
Der Flügel blieb einfach stehen, dazu kam noch ein Bassverstärker und ein Upright Bass.
Aha.
Seltsame Kombination.
Kurz danach kamen dann Jan Garbarek, Rainer Brüninghaus, Eberhard Weber und Manu Catche auf die Bühne.

Ich war – wie gesagt – leicht angeschlagen und nickte auch gelegentlich mal kurz ein – und ich denke irgendwo in dieser wehrlosen Stimmung haben sie mich dann einfach mitgenommen. Mein damals noch gar nicht so Jazz-geübtes Ohr hat dann nicht mehr nach so blöden Kriterien wie „ungewohnt“, „schräg“ oder „seltsam“ gefiltert und Jan ist mit seinen Tönen und mir auf eine Reise gegangen.
Hat mir Geschchten erzählt von einem kalten Land im Norden, von fröhlichen Menschen dort und von dunklen Wintern.
Und zwischendurch habe ich gemerkt, dass ich in der Höhle sass und geheult habe wie ein Schlosshund.

Nothing left to say about.

Ach ja, für den weniger aufmerksamen Leser: Nein, das ist keine Musik zum Nebenher-hören.

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