Musical Box

Aus der Kategorie »just people«

*Gähnt*

Kaum kann ich wieder schlafen fang ich wieder mit den Nachtschichten an…

Gestern Abend sollte ich den Chor, der unser Theater zu Weihnachten unterstützen soll aufnehmen.
Es gibt eine Playback-CD, und zu der sollten dann die einzelnen Stimmen eingesungen werden, so dass hinterher alle mit CD zu Hause üben können.

So weit so gut.
Ich also eine Stunde vorher ins Theater und ein paar Mikros verteilt und verkabelt. Alles so, dass das Playback aus den Boxen nicht in die Mikros und der Trittschall von der Bühne auch nicht und so – also schon durchdacht.

Dann kamen zuerst die Künstler (=der Chor) und dann der Gott (der Musiklehrer, der sich bereiterklärt hat, mit dem Hobbychor zu üben).

Gott sprach: Ihr könnt das ja alle nicht, deswegen singe ich jetzt alle Stimmen ein, dann habt Ihrs wenigstens richtig auf der CD. Aber Ihr dürft zuhören, dann lernt Ihr ja schliesslich auch etwas.
Die Künstler waren – wie man sich vorstellen kann – begeistert.
Ich auch, ich hab dann mal schnell die Mikros neu gestellt und ausgepegelt.
Geht ja fix.

Das war übrigens so gegen 7.

Dann begab sich Gott mit seinem Notensklaven in Klausur, weil einige der schwarzen Punkte noch zu hoch, zu tief oder falsch bekreuzt oder be-b-t waren.

Das ging dann so bis 8.

Die Künstler waren frohgemut und warteten natürlich gerne.

Dann sang Gott die Stimmen ein.
3 Stücke sollten es werden, jede mit 4 stimmigem Chorsatz und natürlich, auch Gott ist fehlbar klappte nicht alles im ersten Anlauf.
Wobei ich an dieser Stelle anmerken muss, dass ich über den ganzen Abend nur einmal gepatzt habe.

Das ging so bis 10.

Natürlich warteten die Künstler gerne, sonst durften sie ja auch nichts tun, reden war ja auch verboten, wegen Aufnahme und so. Und schliesslich lernt man viel, wenn jemand anders singt.
Sagte Gott.

Dann mussten noch schnell ein zwei, drei Probentermine geklärt werden, das ging bei 10 Künstlern, die nebenbei auch noch jedes Wocheende eh für die Szenen proben natürlich leicht von der Hand.

Das ging dann so bis 11.

Aber dann, dann durften die Künstler – alle natürlich immer noch fröhlich und frisch ein paar Töne singen.

Gott ging schon mal, er war rechtschaffen müde.

Ach ja, und ich hab dann heute nacht die ersten Tracks am Rechner nachbearbeitet, durch Kompressor, Gate und Hall gejagt und mixe jetzt zum Proben pro Stück 8 Versionen: jede Stimme einmal mit Playback und Stimme zusammen und einmal mit Playback rechts und Stimme links.
Zum Üben.
Für die Künstler.
Weil Gott natürlich auch nicht viel Zeit hat, die Künstler ständig mit seiner pädagogisch und fachlich wertvollen Arbeit zu beglücken.

Ach ja:
Gott hat ein Scheiss Timing, schon schade wenn für Götter Musik bei Klassik anfängt und auch gleich wieder aufhört und sie deswegen keine Ahnung über ein gutes Timing-Gefühl bei Blues-Stücken haben.
Das gibt noch Spass.

[Song] Respect von Frau Franklin.


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