Jazz-Abo

Aus der Kategorie »just people«


Ja, das war er, der angekündigte Abend mit Joy Denalane und Till Brönner.

Fangen wir mal vorne an.
Das Konzerthaus Dortmund ist sehr schön.
Ein schöner, interessanter Bau, es war ein nettes Publikum, viel 30somethings und AcidJazzHipHop-Jugend – und dazwischen die Damen und Herren, die das Jazz-Abo hatten.

Zuerst Till Brönner.
Uns – und wie wir in der Pause feststellten auch vielen anderen – war es ja so gegangen, dass wir dachten Till und Joy treten zusammen auf. Profitieren beide noch einmal vom Stil des anderen und es passiert so richtig etwas.

Herr Brönner kam alleine, blieb alleine und es passierte relativ wenig.
Klar und ohne Frage ist er ein guter Trompeter, er hatte eine gute Band (Schlagzeug, Piano, Gitarre, Bass, manchmal B-Vocals) aber: es passierte nichts. Ziemlich tot. Seelenlos. No inter-action.
Schade.
Fahrstuhlmusik halt (autsch, das böse Wort).
Tat nicht weh, aber nach ein paar Stücken auch relativ langweilig.

Hin und wieder blitze mal so etwas wie Spielfreude auf, gelegentlich merkte man, dass dort unten jetzt gerade die Musiker miteinander spielten, statt nur ihren Streifen abzuziehen – und dann merkte man um so schmerzlicher, was man die ganze Zeit vermisste.
Und auch diese Momente wusste Herr Brönner, den ich seit gestern Abend nebenbei für ziemlich arrogant halte auch wieder sanft auzufangen und einzulullen.
Schade.

Pause. Umbau.
Wirklich hübsch, dieses Konzerthaus.
Die AcidJazz-HipHop-Jugend war gelangweilt, das Jazz-Abo fühlte sich wohl.

Joy Denalane hatte ein paar Trommler, einen Akustik-Gitaristen, einen Upright-Bass-Spieler und einen Hocker auf der Bühne.
Ausserdem hate sie deutlich mehr Spass, Power, Freude und kommunikativere Musiker.
Nicht zu vergessen ein paar Stücke, die einfach ein bisschen mehr nach vorne losgingen als die smoothjazz.com-Sauce von Herrn Brönner.

Genauer: Die Stücke ihres Albums Mamani und ein, zwei Fremdstücke.
Eine unglaublich gute Version von Prince’s Sign o‘ the times und ein ungeheuer süße Version der alten Freundeskreis-Nummer Mit Dir.
Sehr viel Power, sehr spielfreudige gutgelaunte Musiker – was will man mehr?

Ach ja, zur Zugabe kam Herr Brönner noch einmal auf die Bühne, man gab ein Voice-Trumpet Call-Recall-Spielchen und Herr Brönner konnte kurz beweisen, dass er nicht zuhören kann.
Vielleicht ist er einfach Jazz-Interpret und nicht Jazz-Musiker.

Ach ja: Der Sound war scheisse. Für die Gegebenheiten – denn ich denke nicht, dass das Konzerthaus schlecht klingt – ein erschreckend undifferenzierter Brei.

Fazit: Zwiegespalten.
Wenn Ihr mehr so zur Fraktion Jazz-Abo gehört, kommt für den ersten Teil und geht in der Pause. Nicht im zweiten Teil wie die Damen und Herren vom Jazz-Abo gestern Abend- das stört und ist unhöflich.
Musiker, HipHopper und ähnliche: kommt doch einfach erst in der Pause.
Dann können alle einen guten Abend haben, denke ich.


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