Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Die versprochene – und dringend nötige – Lobhudelei

Wo fang ich an?
Also erst einmal: so eine Freikarte ist ja was feines, vor allem wenn man sie nachmittags vor dem Konzert, von dem man gerade erfolgreich verdrängt hatte, dass es überhaupt stattfindet geschenkt bekommt.

Eine erste Reihe ist auch was feines. Gut, wir hätten noch zwei Meter weiter in der Mitte sitzen können, aber wer hält sich denn hier an Kleinigkeiten auf?

Die Besetzung Jan Garbarek, Rainer Brüninghaus, Eberhard Weber und Marylin Mazur ist ein eingespieltes Team. Vor vierzehn – oh shit, es ist wirklich vierzehn Jahre her… – Jahren habe ich drei von den vieren bereits gesehen – damals völlig unvorbereitet . Was mich nicht daran hinderte, sofort von dieser ungewohntem gleichzeitig sphärisch-schrägen und wunderschön sipmlen Musik gefangen zu sein.
Jan Garbarek hat über die Jahre konsequent seinen eigenen Stil gesucht und weiterentwickelt. Hat dabei in der Klassik ebenso nach Inspiration gesucht, wie in der norwegischen Folklore oder in der Geschichte des Jazz.
Und hat seinen ganz eigenen Weg gefunden. Mit einem klaren, wunderschönen, an vielen Stellen lyrisch erzählenden Ton, mit strengen Kompositionen, die viel Platz für die hervorragenenden Begleiter lassen und mit kleinen wunderschönen Melodien, die immer wieder Geschichten erzählen.
Gleichzeitig hatte ich gestern Abend das Gefühl, dass er entspannter geworden ist, dass er nicht mehr so sehr nach neuem, nach schrägem, ungewohnten suchen muss wie damals. Da hat dann auch schon mal ein Reggea-Part Platz – wunderbar Rainer Brüninghaus am Steinway-Flügel beim Akkorde ins – off – spielen zuzusehen.
Oder als deutlicher Rausschmeisser eine Schnulze, die mich kurz in ein David Sanborn oder Kenny G. – Konzert versetzte. Hat aber funktioniert, danach wollte niemand ein dritte Zugabe.

Wobei zwei Stunden und zehn Minuten Spielzeit – ohne eine einzige Pause, nicht einmal Ansagen oder andere überflüssige Worte – auch reichen.
Wenn sie so gut gefüllt sind.
Auch an dieser Stelle also: Danke an J. für die Karte!

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