Offener Brief…

Aus der Kategorie »just people«

… an alle Freunde und Bekannten, die mir regelmäßig oder auch nur hin und wieder Daten zukommen lassen:

Lieber Freund,

gerne verarbeite ich Deine Daten.
Ich pflege fuer Dich aus dem ein oder anderen Grund Deine Website, schicke fuer Dich eMails an die Presse (warum eigentlich? Aber das ist ein eigenes Thema…) oder drucke fuer Dich etwas aus (warum eigentlich? aber das ist…).
Wo waren wir? Ach ja:
In den meisten Fällen tue ich das gerne und es bedeutet für mich wirklich weniger Aufwand als für Dich – aber ein paar Dinge würden uns beiden das Leben einfacher machen:

– Disketten kann man mit Klebeetiketten versehen und beschriften.
Spätestens nach der dritten Diskette von Dir wird das ganze unübersichtlich, Du kannst Dir das vielleicht vorstellen. Und wenn Du jetzt bedenkst, dass Du nicht der einzige bist… Na schau.

– Gib mir nicht die Diskette, auf der das Original ist. Und weil es so wichtig ist: Gib mir NICHT die Diskette, auf der das Original ist.
Disketten sind eh fehleranfällig, vor allem wenn man sie nachts in dunklen Hausfluren auf dem Fussboden deponiert, und einmal weg ist immer weg ist ganz weg. Dann ist es gut, wenn man noch ein Original zu Hause auf der Festplatte hat. Wenn Du nicht weisst, wie das geht, hol lieber wieder Deine Schreibmaschine raus.
Ausserdem neigen unbeschriftete Disketten dazu, einfach zu verschwinden oder von jemand anders für etwas anderes benutzt zu werden; wenn Du sie natürlich beschriften würdest… aber das hatten wir schon.

– Auch Windows beherrscht seit längerer Zeit Dateinamen, die mehr als 8 Zeichen zulassen – das kann man nutzen.
Ein Stapel schwarzer Disketten auf denen jeweils eine Datei ist, die als Dateiname jeweils Deinen Namen trägt macht die Sache nicht einfacher.
Eher im Gegenteil.

Und: auch wenn Du weisst, dass „pmfdva125.doc“ „pressemeitteilung für die veranstaltung am 12.5“ heisst – ich weiss es nicht.

Richtig toll ist so etwas wie datum_absender_zweck.txt Oder ähnlich.

– Natürlich habe ich hier nicht nur einen Computer, das heisst aber nicht, dass ich jede Datei öffnen kann, die Du mir so schickst. Proprietäre Dateiformate sind per Definition nicht von jedem anderen Programm zu öffnen. Dabei gibt es so viele schöne offene Formate.

Beispiele?
Na gut:
doc ist zwar proprietär, doch das kann ich öffnen.
Bilder „in Word“ sind keine Bilder sondern eine Zumutung. Bilder „in Excel“ erst recht.
PowerPoint ist gar kein Format, das ist eine Krankheit.

rtf, txt, jpg, tif, pdf sind prima Formate mit denen sich 98% der Dinge, die wir beide miteinander zu tun haben regeln lassen sollten. Für die anderen 2% können wir erst telefonieren.

– Wenn Du mir eine eMail schickst, ist es ja klar, dass Du sie entweder nur mir oder mit meiner Adresse im BCC schickst – das haben wir beide ja schon lange und schmerzhaft geübt – jetzt gibt es noch etwas zu lernen: Schreib mir einen kurzen Text. Schreibe ihn nicht in Word, hänge ihn nicht an, schreibe ihn in die eMail.
Ich lösche leere eMails mit einem Anhang.
Wenn Du also möchtest, dass etwas mit Deinen Daten passiert – schreib.
Auch der Höflichkeit wegen. Du stellst Dein Auto ja auch nicht kommentarlos vor die Werkstatt und gehst einfach.
Ach ja: wenn Dein Outlook mir eine „winmail.dat“ anhängt kann ich damit auch nichts anfangen – und RTF als eMail-Format ist eh eine schlechte Wahl. Man kann dauerhaft „Nur Text“ einstellen, damit fährt man eh besser.

Ich denke, so können wir klarkommen.
Danke für die Aufmerksamkeit.


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