Liebe Kinder, (eine Liebeserklärung)

Aus der Kategorie »just people«

… nachdem Ihr ja doch alle mich gefragt habt, erkläre ich Euch natürlich gerne, was eine Schallplatte ist:
Technisch gesehen, ist eine Schallplatte eine flache (in etwas wie eine CD) Scheibe mit ca 30cm (12″) Durchmesser aus Vinyl. Normalerweise sind diese Schallplatten schwarz, es gab und gibt aber auch immer wieder andersfarbige (s.u.) oder auch bunt bedruckte Exemplare.
In der Mitte ist ein Papieraufkleber, ein sog. Label.

Eine Schallpatte hat auf jeder Seite eine in engen Spiralen nach innen führende Rille eingeritzt; diese Rille ist wenn man genau hinsieht unregelmäßig breit und gezackt.
In diese Rille wird eine Nadel eine Schallplattenspielers eingesetzt, die Platte liegt dabei auf einem sich drehenden Teller, so dass die Nadel langsam von aussen nach innen geführt wird.
Dabei wird die Nadel durch die Unregelmäßigkeiten der Rille in Schwingungen gesetzt, deise Schwingungen werden verstärkt und werden so zu hörbaren Tönen.
Auf eine Seite einer Schalplatte kann man in etwa 35 Minuten Musik aufnehmen, danach muss die Platte herumgedreht werden.

Schallplatten werden – da sie sehr empfindlich sind und man die Rille recht leicht zerkratzen kann – in Papier-/Papphüllen gelagert, es gibt jeweils zwei Hüllen – eine äußere aus stablilerer Pappe und eine Innenhülle aus Papier.

Schallplatten kann man wunderbar in Kisten lagern und dann – wenn man Musik hören möchte darn blättern.

Nun zum nicht-technischen Teil.

Zuerst einmal: Schallplatten sind natürlich – Ihr werdet es gemerkt haben – so etwas ähnliches wie CDs.
Aber: Sie klingen besser. Sie sind schöner. Ihre Cover sind Kunst. Sie sind warm, geil, sinnlich, schön und gut. CDs sind kalt und unpersönlich.

Schalplatten klingen besser, weil sie analog sind. Ich weiss, digital wird Euch immer als Argument für „besser“ verkauft, aber es ist nicht immer so.
Digital bedeutet in diesem Fall, dass Informationen verloren gehen und fehlende Informationen bedeutet einen schlechteren Klang.

Schalplatten sind schöner, weil – ach guckt doch hin.

Ihre Cover waren so groß, dass man darauf ein eigenes Kunstwerk, ergänzend zu der Musik unterbringen konnte. Ein CD-Booklet ist zwar ganz nett, aber wenn Ihr mal überlegt, wie viel Platz eines CD-Inlays übrigbleibt, wenn man erstmal den Namen der Band und des Albums untergbracht hat … bei einer Platte bleibt da einfach mehr Platz.

Für eine Schallplatte muss man sich Zeit nehmen: man muss sie vorsichtig aus den Hüllen nehmen, vielleicht von ein, zwei Flusen und etwas Staub befreien und auflegen. Man muss vorsichtig die Nadel aufsetzen und kann dann die Musik geniessen. Nach der Hälfte muss man sie herumdrehen und am Ende wieder in der Hülle verstauen, weil sie sonst verstaubt.
Man muß die Dinge also bewusst anfangen, dabeibleiben und zum Ende bringen.

Verachtet nicht diese Momente der Stille und des Innehaltens – sie machen die Musik erst zu dem was sie ist: einer kunstvollen Anordnung von Geräuschen.

Ich weiss, Ihr werdet heute rund um die Uhr von Geräuschen bombardiert und selten geben sich die Geräuschverursacher Mühe, dass es schöne, angenehme Geräusche sind. Meist geht es nur noch um die Laustärke.
Aber gerade deswegen lohnt es sich, sich diesen Moment der Ruhe zu nehmen.

Probiert es einfach einmal aus.

Ach ja: Ausserdem gäbe es ohne die zweite Seite einer Schallplatte nicht so einen wunderbaren Begriffe wie B-Side.

Und: Man kann CDs nicht scratchen.


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