Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Ein katastrophaler Abend

Einen katastrophalen Abend kennen wir vermutlich alle. So einen, wo die Freunde zu spät kommen, das Essen angebrannt ist, wo Sebastian das erste mal auf Suse und ihren Neuen trifft – und dann muss sich Markus unbedingt mit Beate noch über die Außenpolitik der USA in die Haare kriegen …

Aber so einen Abend meine ich gar nicht.

Ich meine den katastrophalen Abend der Katastrophen Kultur.

So ein katastrophaler Abend bedeutet:
· Offene Bühne für jeden, der schon immer mal etwas machen wollte.
· Was auch immer Du tust: Du solltest nach 10 Minuten fertig sein, wir holen Dich sonst von der Bühne. Ehrlich. Und das ist nur peinlich für Dich. Für uns nicht.
· Keine weitere Regeln.

Ein paar unabgesprochene Regeln haben sich im Laufe der letzten 22 Jahre herausgebildet – zum Beispiel wachen die meisten argwöhnisch darüber, dass niemand anderes vorher mitbekommt, was sie machen.
Je nach Charakter / Mut / Wahn / Selbstüberschätzungsgrad der einzelnen gibt es auch die Regel »Wer probt ist feige«, aber an die muß man sich nicht halten; ich würde sogar eher das Gegenteil empfehlen.

Dieses Jahr gab es am 25.12. – also als traditionelle Weihnachtsinszenierung – so einen katastrophalen Abend.

Im Gegensatz zu letztem Jahr, wo wir ja mit nervenfressendem Einsatz aller aus vielen kleinen Szenen eine zweistündige Liebeserklärung an unsere kleine Stadt zusammengestellt hatten also ein recht überschaubarer Aufwand. Dafür natürlich gerade für einen Tontechniker, der im allerbesten Fall einmal vorher gesehen hat, was auf der Bühne passiert um so spannender. 70% Spontanietät und Improvisation sozusagen.
Oder, wie ich gestern irgendwem sagte: Es ist Jazz. Irgendwie.

Langer Rede, kurzer Sinn: Schön wars.
Dem aufmerksamen Leser dürfte inzwischen klar geworden sein, dass so eine Aktion natürlich furchtbar in die Hose gehen kann – irgendwo muss ja auch so eine 10-Minuten-Regel ihren Ursprung haben …

Gestern nicht.
Die Leute hatten sich zu 99% echt Mühe gegeben, es gab liebevolle kleine Trash-Nummern, es gab tolle große Szenen mit bis zu 8 Leuten auf der Bühne, es gab wunderschöne kleine selbstgeschriebene Momente und wunderbare Interpretationen von Robert Gernhardt, Marcus Miller, „Oh Tannenbaum“, Billy Joel oder „Christus komm‘ in unser Haus“.
Womit die Bandbreite auch klar sein sollte.
Nee, wirklich schön wars.

Heute Abend noch mal, und dann haben wir nach dem Stress der 25 Aufführungen im letzten Jahr diesmal alles sehr klein aber auch sehr fein über die Bühne gebracht.
Morgen gibts auch Fotos, versprochen.
Gestern musste ich ja ersteinmal herausfinden, was ich tun musste …

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