New economy?

Aus der Kategorie »just people«

Heute mit einem Kunden* unterhalten.

Er hat seit längerer Zeit eine eigene Website, auf der er sich und seine Arbeit vorstellt. Eine nett anzuschauende Site mit ein bisschen Backgroundinfos und hauptsächlich Arbeitsproben.

Außerdem verschickt er regelmäßig (Print-)Mailings an sorgfältig recherchierte Zielgruppen – und ist ein bisschen enttäuscht, dass die Leute, die auf seine Mailings reagieren seine Site gar nicht kennen. Oder aber schon kennen, aber nicht gesehen haben, dass er dort regelmäßig etwas ändert.

Auch ihm habe ich vor einiger Zeit bereits das Konzept eines Job-Weblogs vorgestellt. Das schien ihm zuviel Aufwand zu sein – er war zwar sehr interessiert und fand wohl auch alles logisch, konnte sich aber anscheinend nicht aufraffen.

Nachdem er heute noch einmal sehr deutlich sagte, dass er sich schon wünscht, dass die Leute seine Site kennen – weil da ja doch die meisten seiner Referenzen an einem Ort zu sehen sind, schlug ich ihm noch einmal vor, mit seiner Site zu arbeiten. Mit dem Internet zu arbeiten. Nicht nur eine Site zu haben, sondern sich selber aktiv des Mediums zu bedienen.
Er hat eine gut gepflegte Kontaktliste quer durch Deutschland, hat relativ regelmäßig etwas zu bereichten – sei es ein neuer Auftrag, sei es ein neues freies Projekt und ist eigentlich den berühmten „neuen Medien“ gegenüber sehr aufgeschlossen.

Mein erster Vorschlag war, zuerst zumindest schon einmal einen News-Bereich auf der Site zu integrieren. Nur, um dort über Änderungen in den Tiefen der Referenz-Bereiche anzukündigen. Und um über abgeschlossene Jobs zu berichten. Nichts großes also.
Der zweite Vorschlag, seine bestehenden Kontakte anzuschreiben und um die Erlaubnis, sie regelmäßig per eMail über neuigeite informieren zu dürfen zu fragen.

»Nee, weiß nicht. Ich mach doch gar nichts großes.«

Nein. Aber Du könntest so zeigen, dass Du in Bewegung bist. Dass bei Dir etwas passiert. Und nebenbei darauf hinweisen, wenn es etwas neues zu sehen gibt.

»Hm, aber da ist doch viel zu wenig. Und ich hab doch gar nicht täglich was zu schreiben…«

Hat ja auch keiner gesagt, das war ja die Weblog-Idee, die vergesen wir jetzt mal. Es geht nur um das, was bei Dir passiert.

»Ja, aber, ob das denn jemand liest?«

Auf jeden Fall hilft das den Leuten, die auf Deine Seite kommen – und macht Ihnen klar, dass sie wiederkommen sollten, wenn sie das Thema interessiert – weil sich ja öfter mal was ändert.
Außerdem kannst Du es nur anbieten, das ist schon klar. Aber es ist mehr, als Du jetzt anbietest – und da hast Du gesagt, das sei zu wenig.

»Hm, ich weiß nicht…«

Man könnte auch sagen: Mit Händen und Füßen gewehrt.
Warum? Ist das alles noch so fremd?
Sind wir hier, die wir täglich ins Internet schreiben immer noch die early adaptors? Ist es so ungewohnt?

Einer der Standardsätze – den wir alle gebetsmühlenartig unseren Kunden erzählt haben war doch:“Es reicht nicht, einen Katalog eins zu eins ins Internet zu setzen„.
Aber das war 1998.

Ist es nicht logischer, wirklich mit dem Internet zu arbeiten, statt darauf zu hoffen, dass jemand vorbeikommt und den ausgelegten Katalog findet, aufhebt und auch noch interesssiert von vorne bis hinten liest?

Manchmal möchte ich lieber in der Grosstadt arbeiten.

*) nein, es gibt den Kunden nicht wirklich. Aber irgendwie doch.


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