Ich glaube, Anfang Juli ist Kurzurlaub

Aus der Kategorie »just people«

»Kiel – Mit hochkarätigen Jazz-Interpreten wie den amerikanischen Pianisten Chick Corea und Don Friedman geht vom 1. bis 3. Juli die «JazzBaltica» über die Bühne. Höhepunkt sind dabei drei Konzerte von Jazz-Legende Oscar Peterson …«
(Quelle und weitere Infos: Web.de)

Als wir 1990 auf unserer Studienabschlusfahrt in London waren, hatte uns unsere Lehrerin aufgegeben: »Bitte nehmt in der Woche mindestens ein kulturelles Ereignis mit. Mir ist egal was, besprecht es auch kurz mit mir, aber ich möchte, dass Ihr Ech selbst kümmert.«
Eine Aufgabe, für die ich sie heute noch sehr respektiere – wenn man das mit dem strikten, uninspirierenden Vorgehen anderer Lehrer vergleicht.

Nun, als wir durch die Stadt irrten, bemerkten wir Plakate Chick Corea Electric Band, Inside Out World Tour, Royal Albert Hall.
Da fiel die Wahl des kulturellen Ereignisses dann sehr leicht… – hey, Royal Albert Hall! Hey, Chick Corea!
Und es gab tatsächlich noch Karten und so zog ein kleiner, Jazz-interessierter Trupp von Klassenfahrt – bedingt etwas siffig – abgewrackten 18-jährigen in der altehrwürdigen Royal Albert Hall ein.

Wir hatten noch ein paar von den wirklich billigen Plätzen hinter der Bühne gekriegt – aber erstens klingt die Halle auch da sehr gut, und zweitens bemerkten uns die Musiker irgendwann und spielten auch immer mal wieder nach hinten (hier John Patitucci):

Und zweitens bemerkten wir, dass vorne – also ganz ganz vorne, bei den 200 Millionen Pfund teuren Plätzen noch ein paar frei waren. Und so hofften wir auf eine Pause und konnten zumindest zum Teil dann nach vorne wechseln und zB Dave Weckls grosses Solo von vorne bewundern.

Noch ein bischen Name-Dropping?
Frank Gambale und Eric Marienthal waren auch dabei.

Die Fotos entstanden übrigens völlig illegal und unter totaler Verwirrung des örtlichen Personals, das nicht dahinter kam, dass wir zu sechst mit einer Kamera ein lustiges Versteckspiel vor ihnen spielten und mehrmals jeweils einen von uns nach der Kamera absuchten.
Tja, die höflichen Engländer. Die Deutschen hätten uns wahrscheinlich als Gruppe komplett einfach rausgeschmissen.

Wir sind dann sehr, sehr zufrieden spätabends mit neuen T-Shirts, einer Flasche Rotwein und ein paar Londonern wieder in Richtung unserer Gastfamilen gefahren und hatten einer sehr guten Abend.

Die anderen aus dem Kurs hatten derweil „Die Mausefalle“ gesehen, kein Wort verstanden, sich in den engen Sitzen des alten Theaters die Kniee wundgescheuert und zwei Stunden nicht begriffen, warum die Londoner dieses Stück seit inzwischen über 50 Jahren sehen wollen.
Aber: Wer erst über „Scheiss Jazz-Freaks“ und „blöde Negermusik“ lästert bekommt auch kein Mitleid.


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