Insider Publikum

Aus der Kategorie »just people«

Else war in Köln. Wir auch.
Außer uns hatten sich ca 40 Menschen eingefunden, um Else bei der Lesung aus ihrem neuen Buch „Venus“ zuzuhören.
Bei Lesungen in Buchhandlungen ist ja immer erstmal eine etwas seltsame Atmosphäre: Irgendwo stehen Stühle und vielleicht eine kleine Bühne, die da sonst deutlich nicht hingehören, an allen Ecken stehen aufgebrezelte, etwas aufgeregte BuchändlerInnen, die Chefin hat sich extra in Schale geworfen und muß gleich eine Begrüßung aufsagen, die Besucher suchen ihre Pläzze, die anderen Abteilungen mssen bewacht werden, irgendwo steht die Künstlerin schon und plaudert… Ihr könnt es Euch vorstellen.
Sobald Else die ersten Worte gelesen hatte war das alles weg. Sie schreibt toll, liest toll, hat eine angenehme Art und vor allem viel Spaß Schön. Einfach schön.

Unangenehm fand ich dann hinterher die obligatorische Frageviertelstunde. Man merkte allen an, dass sie erst mal kurz Insiderwissen beweisen und nicht aus Interesse eine Frage stellen wollten.
Das erste Highlight war eh der Herr Oberstudienrat, der kurz Elses Schreibstil und Vorlesen analysierte und bewertete Else rezensierte, um sich dann in einer analytischen Frage ber ein anderes Buch einer anderen Autorin zu vertiefen. Peinlicherweise hatte er nicht gemerkt, dass es da wohl um jemanden anders ging, musste dann noch hektisch nachblättern, was er eigentlich meinte und wurde zum Glück abgewürgt.
Aber auch die anderen fingen ihre Fragen bevorzugt mit Anspielungen auf das Tagebuch (noch nachvollziehbar) oder auch Wir haben uns letztens in New York getroffen, Sie erinnern sich an.

Klar, wenn jemand so in der Öffentlichkeit lebt wie Else, muss man mit so etwas rechnen. Ist ja auch kein Problem – aber gestern Abend killte es definitiv bei allen anderen die Lust irgendetwas zu sagen.
War dann auch schnell vorbei.

Und für den schlechten Fisch, den ich vorher gegessen hatte kann Else ja nichts.
Bah, war ist mir schlecht.*

Schön wars trotzdem.

*) Tagebuchcontent, ich weiss …


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