Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Gott ist 60 geworden

Anfang der 90er, als ich so langsam vom Heavy Metal zur „guten Musik“ bekehrt wurde entdeckte ich auch den Blues.
Blues war (vordergründig) einfacher zu begreifen als Jazz und vor allem (vordergründig) einfacher zu spielen. Und weil ich ja ein faule Sau bin, bin ich dann Blues-Bassist geworden; als ich Blues-Bassist war habe ich dann doch begriffen, dass …
Aber ich schweife ab.

Der Blues also.

Was entdeckt man als eindeutig weißer 19-jähriger zuerst, wenn man „den Blues“ entdeckt? Eric Clapton, richtig.
Clapton hatte sich gerade von Phil Collins Journeyman versauen lassen, so dass man getrost erst einmal die alten Platten entdecken konnte.
Money and Cigarettes, 461 Ocean Boulevard und E.C. was here waren die ersten Platten, die bei uns landeten. Mit so Stücken wie wie I shot the sherif, Rambling on my mind oder I can’t hold out keine ganz schlechte Wahl.

Trotzdem war Slowhand bei uns schnell nicht mehr so gut gelitten, er hatte eine miese Pop-Platte gemaht, er trug Armani, er betrieb Ausverkauf und brachte eine Fender Signature heraus, ich hatte inzwischen Stevie Ray Vaughan entdeckt und als der in dem Hubschrauber, in dem eigentlich Clapton hätte sitzen sollen vor den Berg flog, verstieg sich der ein oder andere sogar zu der Behauptung, das wäre beser doch anders herum gewesen.

Kurz danach sass ich in Aachen begeistert am ersten Kabelfernsehanschluss meines Lebens und durfte Clapton unplugged bei der Erstausstrahlung live miterleben.
Kurz vorher hatte er mit 4 verschiedenen Besetzungen 24 Nächte in der Royal Albert Hall gespielt und – der Legende nach – mit seinen fehlenden Notenkenntnissen die Londoner Philharmoniker bei der gemeinsamen Arbeit in den Wahnsinn getrieben.
Das Ergebnis nannte sich 24 nights und zeigte deutlich: E.C. is back.

Mein persönlicher Gott war allerdings in der Zwischenzeit jemand anders geworden, so dass ich Mr. Clapton in den nachfolgenden Jahren nicht mehr so verfolgt habe; ausserdem war es unerträglich, von Frauen angeprochen zu werden: »Echt??? Du hörst Eric Clapton? … Kannst Du mir Layla aufnehmen?«
Ich hab dann das alte Original aufgenommen – das war immer recht lustig.

Und bevor ich hier schon wieder abschweife: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Mr. Clapton!

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