Pfingstjazz in der Nachbarstadt

Aus der Kategorie »just people«

Die geneigte Leserin weiss es: Wir waren beim ersten Iserlohner „Jazz an Pfingsten zwischen den Kirchen“ – Festival (oder so ähnlich).
Nach des Nachbarn Reggae-Band spielte da die Jazzkantine.
Ich habe diese Truppe seit den Pressemeldungen über das neue Projekt, das sich da zusammenfand mit grossem Interesse verfolgt und bin immer wieder etwas traurig, nach dem Auf- auch wieder den Abstieg einer klasse Band so miterlebt zu haben. Dabei grooven die immer noch wie Hulle.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte:
Neben mir stand die Muckermafia.

Für die nicht-Musikerinnen unter den Leserinnen: Die Muckermafia steht meist mit verschränkten Armen und versteinerter Miene in der ersten Reihe, kennt mindesten einen der Leute auf der Bühne persönlich, rührt sich den gesamten Gig lang nicht einen Milimeter vom Fleck, versaut damit gerne mal die Stimmung auf der Bühne, weil man denkt, dass keiner tanzt und behauptet hinterher, total begeistert zu sein. Aber Musiker tanzen eben im allgemeinen nicht.
Ausserdem nehmen sie Dir nach dem Gig jede Note auseinander „den Abgang im zweiten Solo von … hättest Du aber lieber im 5 Bund spielen sollen, Deine 54er Stratocaster hat doch diesen Dead-Spot am 9. Bund auf der G-Saite. Und wenn Du so um die 473Hz noch 0,5 dB dazugeben würdest …„.

Drei Muckermafiosi waren gestern zusammen da.
Ein Schlagzeuger, ein Saxophonist, ein reiner Musik-Konsument. Geschätztes Gesamtalter der drei: 54. Aber Ahnung für das dreifache an Lebensalter.
Eigentlich war für die drei schon nach dem Intro der Auftritt der Kantine vorbei: „Total versaut, sag ich, der Depp hat das Stück straight gespielt, dabei muss das doch geschuffelt“ wusste der Drummer. „Und das Sax, total verstimmt, so ein Idiot“, konnte der Bläser hinzufügen. Der Konsument beeilte sich „Genau, genau!“ hinzuzufügen, damit er weiter mitreden durfte.
Beim zweiten Stück grovten die drei dann eigentlich – so lange sie gegenseitig unbeobachtet waren – ganz locker mit. Aber Beifall durfte nicht sein, weil:
Total versaut, sag ich, der Depp hat das Stück straight gespielt, dabei muss das doch geschuffelt
„Und das Sax, total verstimmt, so ein Idiot“
Genau, genau!

Und so ging das weiter.
Zum Schiessen.

Ich fürchte, wir waren auch so.


Ähnliche Artikel lesen?

Außerdem schrieb ich zum gleichen oder ähnlichen Themen auch noch …

Ich finde den Artikel super!

Das freut mich natürlich sehr.

Du kannst den Artikel weiter verbreiten
Du meinst, der Artikel könnte auch anderen gefallen? Dann findest Du etwas weiter oben auf dieser Seite, direkt rechts unten am Artikel ein paar Buttons. Damit kannst Du den Artikel per eMail, Twitter, facebook oder google+ weiter verteilen. Ich würde mich darüber freuen.

Mir ein Geschenk machen? Uiuiuiui.
Gefallen Dir meine Artikel immer wieder, schöder Mammon ist Dir aber zu doof? Dann mach mir doch eine Überraschung: Hier findet Du meine amazon-Wishlist mit ausgesuchten und garantiert Freude spendenden Präsenten zwischen fünf und zweitausenfünfhundert Euro – da ist bestimmt was passendes dabei.

Geld? Wow.
Ist Dir mein Artikel darüber hinaus sogar noch etwas wert, dann findest Du bei den Icons zum Verbreiten des Artikels einen flattr-Button. Jeder Euro, der darüber reinkommt geht direkt weiter an netzpolitik.org.

Wer? Was? Warum?

Christian Fischer ist Webworker und schreibt bereits seit 2001 dieses Blog. Es geht um dies und das, Musik, Filme, Konzerte, das Leben allgemein und alles, was mir sonst noch so schreibenswert vorkommt. Hier findest Du eine Übersicht über alle Themen.

Dein Kommentar:

Du möchtest auch so ein hübsches Bild am Kommentar haben? Die Bilder gibts bei gravatar.com
Die Bedingungen für das Buchen eines kommerziellen Kommentars findest Du hier.