Dies ist das archivierte jawl.


jawl bedeutet „just another Weblog“ und war vom 6.4.2001 bis zum 4.1.2018 das Blog von Christian Fischer. Das Blog wird nicht mehr weiter geschrieben, bleibt aber als Archiv online. ’cause: Don’t change a running URL ;)

Liebes Tagebuch …

Anke schreibt von Gefühlen, wie ich sie auch nur zu gut kenne.
Ein anscheinend grundloses wieder-hoch-blubbern alter Verletzheiten, eine alte Wunde, die offensichtlich nicht geschlossen, sondern nur aus dem Blick geraten war.
Wer wirklich weiss, wovon ich spreche, der hat hoffentlich auch gelernt, in einem solchen Moment auf sich zu hören. Es zuzulassen. Sich zuzulassen. Sich mit Verletzung, mit Wunde „einfach“ nehmen und weiterleben.

In den Comments fragt Marlu, ob man die guten Momente überhaupt schätzen kann, wenn man die schlechten nicht kennt. Was ich erst einmal eine mutige Frage finde. Mutig, hier in einem Medium, wo man sich so gut in die Scheisse setzen kann, weil man ja nicht einmal sieht, wie der andere gerade guckt. Nicht wissen kann, wie es dem anderen seit Verfassen eines Blogpostings oder eines Kommentares inzwischen so geht.
Eine Frage, die ich vermutlich nicht einmal am Telefon stellen würde.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass das stimmt; seit dem Wochenende glaube ich es wieder.
Denn wie zur Erinnerung habe ich einen Menschen kennengelernt, dem es – da bin ich hundertprozentig sicher – noch nie im Leben schlecht ging. Und der so heiter und unbeschwert durchs Leben laufen konnte, der so immer genau wusste wie es alles so geht und der auch immer das Glück hatte, das auch wirklich alles funktioniert hat.
Und der so leer war, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe.

Dummerweise hat er sich dadurch zu einem dieser widerwärtigen Exemplare gemausert, die nicht nur wissen, wie alles geht, sondern es auch allen mitteilen müssen.
Bei genauerer Beobachtung fiel mir auf, dass er nur wertend durch den Tag ging: Und eigentlich war alles scheisse. Oder von ihm selbst gemacht oder angestossen.
Wahrscheinlich muss man sich so am Leben festhalten, wenn man irgendwo merkt, dass man in Wirklichkeit nichts davon weiss.

Ein armer Mensch.

Unsere Wege haben sich wieder getrennt.

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